Wasser stürzt über moosige Felsen, schmale Pfade schlängeln sich durch Schluchten und über den Albtrauf öffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke: Rund um Bad Urach zeigt die Schwäbische Alb ihre wildeste und abwechslungsreichste Seite.
Zwischen rauschenden Wasserfällen, geheimnisvollen Höhlen, schroffen Felsformationen und mittelalterlichen Burgruinen warten Wandererlebnisse, die weit über den klassischen Spaziergang hinausgehen. Wer gerne auf naturnahen Wegen unterwegs ist und Höhenmeter nicht scheut, findet hier echte Alb-Abenteuer. Wir haben uns auf den Weg gemacht und zeigen, warum Bad Urach zu den spannendsten Wanderdestinationen Süddeutschlands gehört.
► Wir haben dir fünf urige mittelschwere Wanderungen um Bad Urach ausgesucht.
- Wasserfallsteig: Am Fall der Fälle
- Hohenurachsteig: Wandern wie im Mittelalter
- Hochbergsteig: Wo die Alb ihre Landschaftstrümpfe ausspielt
- Hohenwittlingensteig: Von Höhen und Tiefen
- Seeburgsteig: Durch das einsame Ermstal
1. Wasserfallsteig: Am Fall der Fälle
Der Name ist Programm: Auf dem Wasserfallsteig wartet mit dem Uracher Wasserfall einer der eindrucksvollsten Naturplätze der Schwäbischen Alb. Vom Maisental geht es hinein in die wildromantische Landschaft, bis das Rauschen des Wassers immer lauter wird. Über einen Naturpfad steigst du am größten Wasserfall der Schwäbischen Alb bergauf – begleitet von Felsen, Wald und feinem Wassernebel.
Oben angekommen, wartet gleich das nächste Highlight: Von den Rutschenfelsen öffnet sich ein grandioser Blick ins Maisental, auf die Burgruine Hohenurach und die umliegenden Höhen. Auch der Gütersteiner Wasserfall liegt auf der Runde.
Dazwischen sorgen Hochwiesen, Waldpfade und das Gestüt Marbach für immer neue Eindrücke. Der Wasserfallsteig wurde 2016 von den Leserinnen und Lesern des „Wandermagazin“ sogar zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt.
Kurzprofil:
• Höhenmeter: 511 hm hoch, 510 hm runter
• Gesamtstreckenlänge: 10 km
• Gesamtgehzeit inkl. Abstieg: 3:15 Stunden
• Schwierigkeit: mittel
• Besonderheit: Uracher Wasserfall, Gütersteiner Wasserfall und Rutschenfelsen, Wasserfall-Kiosk auf der Hochwiese, Grillstelle in Richtung Rutschenfelsen
• Startort: Wanderparkplatz P23 Maisental
• Zielort: Uracher Wasserfall (Rundweg zurück zum Wanderparkplatz P23 Maisental)
• Weitere Infos: Wasserfallsteig
2. Hohenurachsteig: Wandern wie im Mittelalter
Du möchtest Wandern mit einer Portion Mittelalter verbinden? Dann gehört der Hohenurachsteig auf deine Liste. Schon die ersten Aussichtspunkte an den Hanner Felsen liefern starke Blicke über Bad Urach. Vorderer, Mittlerer und Hinterer Hanner Felsen reihen sich wie natürliche Logenplätze am Albtrauf aneinander. Durch üppige Mischwälder und über Wiesen geht es weiter zum Eppenzillfelsen – mit Blick auf den Uracher Wasserfall und die Burgruine Hohenurach.
Der große Höhepunkt kommt anschließend: Die Burgruine Hohenurach thront auf dem 692 Meter hohen Schlossberg. Der Aufstieg lohnt sich, denn oben verbindet sich Geschichte mit Weitblick. Nach dem Burgbesuch führt die Runde wieder hinunter ins Seltbachtal und zurück nach Bad Urach. Mit seinem Wechsel aus Felsen, Wald, Wiesen und Burg ist der Hohenurachsteig ein echter Allrounder.
Kurzprofil:
• Höhenmeter: 487 hm hoch, 487 hm runter
• Gesamtstreckenlänge: 7,5 km
• Gesamtgehzeit inkl. Abstieg: 2:30 Stunden
• Schwierigkeit: mittel
• Besonderheit: Hanner Felsen, Eppenzillfelsen und Burgruine Hohenurach, P+R-Parkplatz liegt in der Nähe des Höhenfreibads und lässt sich nach der Wanderung ideal verbinden
• Startort: P+R-Parkplatz am Bahnhof Bad Urach
• Zielort: Burgruine Hohenurach (Rundweg zurück zum P+R-Parkplatz am Bahnhof Bad Urach)
• Weitere Infos: Hochurachsteig
3. Hochbergsteig: Wo die Alb ihre Landschaftstrümpfe ausspielt
Der Hochbergsteig führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft rund um den Hochberg und verbindet naturnahe Waldpfade mit offenen Abschnitten und eindrucksvollen Aussichtspunkten. Zu den markanten Stationen der Tour zählen das Michelskäppele und die Wassersteinhöhle.
Das Michelskäppele liegt auf einem Felsvorsprung oberhalb von Bad Urach und eröffnet einen schönen Blick über die Stadt und das Ermstal. Die Wassersteinhöhle vermittelt zugleich einen Eindruck von der charakteristischen Geologie der Schwäbischen Alb.
Im weiteren Verlauf wechseln sich Waldpassagen, Felsformationen und offene Landschaft ab. Immer wieder ergeben sich Ausblicke auf Bad Urach und die umliegenden Höhenzüge. Der Hochbergsteig verbindet damit landschaftliche und geologische Besonderheiten mit markanten Aussichtspunkten wie dem Kunstmühlefelsen.
Wer die charakteristischen Landschaftsformen der Schwäbischen Alb auf einer sportlichen und abwechslungsreichen Rundtour erleben möchte, findet hier eine reizvolle Route.
Kurzprofil:
• Höhenmeter: 337 hm hoch, 337 hm runter
• Gesamtstreckenlänge: 7,7 km
• Gesamtgehzeit inkl. Abstieg: 2:30 Stunden
• Schwierigkeit: mittel
• Besonderheit: Michelskäppele, Wassersteinhöhle und Aussicht über Bad Urach und das Ermstal, Waldliefen beim Kunstmühlefels
• Startort: Wanderparkplatz P18 Zittelstatt
• Zielort: Michelskäppele (Rundweg zurück zum Wanderparkplatz P18 Zittelstatt)
• Weitere Infos: Hochbergsteig
4. Hohenwittlingensteig: Von Höhen und Tiefen
Der Hohenwittlingensteig verbindet auf kurzer Distanz zahlreiche charakteristische Landschaftselemente der Schwäbischen Alb. Streuobstwiesen, Waldpassagen, Felsformationen und Schluchten prägen die abwechslungsreiche Rundtour.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Wolfsschlucht, die mit ihren steilen Felswänden und der ursprünglichen Atmosphäre zu den eindrucksvollsten Abschnitten der Strecke zählt. Auch die Höhlen entlang des Weges geben Einblicke in die geologische Geschichte der Region.
Mit der Burgruine Hohenwittlingen erwartet dich zudem ein kulturhistorisch markanter Punkt der Tour. Die mittelalterliche Anlage liegt über dem Ermstal und bietet einen reizvollen Aussichtspunkt. Der Wechsel zwischen offenen Landschaften und naturnahen Wald- und Felsenwegen verleiht dem Hohenwittlingensteig seinen besonderen Charakter. Mit 6,3 Kilometern ist er der kürzeste der fünf Grafensteige, weist aufgrund der zahlreichen An- und Abstiege jedoch einen anspruchsvollen Höhenverlauf auf.
Kurzprofil:
• Höhenmeter: 422 hm hoch, 422 hm runter
• Gesamtstreckenlänge: 6,3 km
• Gesamtgehzeit inkl. Abstieg: 2:00 Stunden
• Schwierigkeit: mittel
• Besonderheit: Wolfsschlucht, Burgruine Hohenwittlingen, Höhlen und Streuobstwiesen
• Startort: Wanderparkplatz P65 Hohenwittlingen
• Zielort: Burgruine Hohenwittlingen (Rundweg zurück zum Wanderparkplatz P65 Hohenwittlingen)
• Weitere Infos: Hohenwittlingensteig
5. Seeburgsteig: Durch das einsame Ermstal
Der Seeburgsteig führt durch das Mühltal und damit durch die Landschaft am Ursprung der Erms. Schon hier zeigt sich die besondere Atmosphäre der Route: Der Weg verläuft durch dicht bewaldete Bereiche und hinein in die Trailfingerschlucht, wo der üppige Mischwald für eine angenehm kühle Umgebung sorgt. Schmale Pfade und felsige Abschnitte verleihen diesem Teil der Strecke einen ursprünglichen Charakter.
Anschließend führt der Weg in zahlreichen Kehren hinauf zum Littstein. Der markante Fels liegt in einer Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und steht damit für den besonderen Schutz und die naturnahe Entwicklung dieser Landschaft.
Der Wechsel vom quellnahen Mühltal über die Schlucht bis zu den Höhenlagen am Littstein macht den Seeburgsteig zu einer abwechslungsreichen Wanderung, bei der sich Naturraum und Landschaftsgeschichte der Schwäbischen Alb unmittelbar erleben lassen.
Kurzprofil:
• Höhenmeter: 351 hm hoch, 351 hm runter
• Gesamtstreckenlänge: 8,2 km
• Gesamtgehzeit inkl. Abstieg: 2:45 Stunden
• Schwierigkeit: mittel
• Besonderheit: Ursprung der Erms im Mühltal, Trailfingerschlucht und Littstein in der Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb
• Startort: Wanderparkplatz P40 Seeburg
• Zielort: Littstein (Rundweg zurück zum Wanderparkplatz P40 Seeburg)
• Weitere Infos: Seeburgsteig
Informationen Bad Urach für Wanderer
Lage und Anreise
Bad Urach liegt am Fuße des Albtraufs im UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb und ist einer der wichtigsten Wanderorte der Region. Die historische Fachwerkstadt eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Tages- und Wochenendtouren.
Mit der Bahn
Regionalbahn bis Bahnhof Bad Urach
Direkte Anbindung über Metzingen
Viele Wanderungen können direkt vom Bahnhof gestartet werden.
Mit dem Auto
Wichtige Wanderparkplätze:
- Maisental
- Wasserfall-Parkplatz
- AlbThermen
- Seeburg
- Hohenwittlingen
Beste Wanderzeit
September bis November (oft gute Fernsicht, angenehme Temperaturen)
Weitere Tipps
- AlbThermen
- Historische Altstadt, Residenzschloss u.v.m.
- Burgen und Ruinen
Ein paar Insider-Tipps
- Bargeld mitnehmen, da nicht jede Hütte Kartenzahlung anbietet.
- Für viele Touren ausreichend Wasser einpacken, auf den Hochflächen gibt es wenig Versorgungsmöglichkeiten.
- Nach Regen können die kalkhaltigen Wege am Albtrauf sehr rutschig sein.
- Vor der Tour aktuelle Wegesperrungen und Sicherheitshinweise prüfen.
Tourist-Information
Bad Urach Tourismus
Bei den Thermen 4, 72574 Bad Urach
Web: Bad Urach Tourismus
Haftungsausschluss: Diese Tour(en) wurde(n) nach bestem Wissen aufbereitet. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren und Begehen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Lies hier den vollständigen Haftungsausschluss.