LVS Gerät mit Bonusfeatures
VORTEILE
- Simpel in der Anwendung
- Wenig Bedienelemente
- Gute Halterung
- clevere Zusatzprogramme
- Big Picture Mode
- Signalunterdrückung
NACHTEILE
- Display bei Sonne schrecht ablesbar
BEWERTUNG
Die letzten Male im Schnee durfte ich den TRACKER S von BCA (Backcountry Access) für OUTSIDEstories unter die Lupe nehmen.

Es handelt sich um ein LVS Gerät vom großen nordamerikanischen Hersteller für Lawinenausrüstung, Rucksäcken, Tourenfellen etc…
Das Unternehmen hat bereits eine langjährige Vergangenheit, ist im deutschsprachigen Raum aber nicht so populär, wie jenseits des großen Teichs.
Der Tracker S befindet sich ausstattungsmäßig im Mittelfeld zwischen Tracker 3 (Topmodell) und Tracker 2 (Einstiegsmodell)

Der wichtigste Unterschied zum Top-Modell ist, dass der Micro-USB Port fehlt und somit kein Upgrade durchgeführt werden kann.
Bei meinem privat genutzten Gerät von einem anderen Hersteller geht dies (zumindest per Einschicken) und ist bisher einmal in 5 Jahren notwendig gewesen. Die Dringlichkeit der Update-Fähigkeit ist vermutlich nicht besonders groß, daher verschmerzbar.
Und hier erstmal alle wichitgen Specs vom Hersteller:

Er ist also kaum merklich größer als eine Packung Taschentücher:

Der Tracker ist, wie die meisten LVS Geräte, sehr einfach in der Bedienung. Er besitzt ein Drehrad mit Sicherheitsschieber und einen blauen Knopf an der Vorderseite, das wars auch schon.

Am Drehrad kann man wählen zwischen "OFF", Sendemodus „TR“ (transmitting) und Suchmodus „SE“ (search). Man muss dazu immer den Schieber betätigen, um versehentliches Verstellen zu vermeiden. Die Ausnahme ist: man braucht diesen nicht zu betätigen, um vom Such- in den Sendemodus zu gelangen, das geht ohne den Schieber. Dies gewährleistet, dass man bei einer eventuellen zweiten Lawine auf die Bergungsstelle schnell wieder in den Sendemodus gelangen kann.
Im Sendemodus blinkt unten rechts am Gerät dann ein Bestätigungs-LED.
Aktiviert man den Sendemodus, piepst das Gerät, es leuchten kurz alle LED Anzeigen auf und die prozentuale Batterieladung wird am Display angezeigt. Das Display ist bei Sonne extrem spiegelnd und nicht zwingend perfekt abzulesen. Meistens geht es aber recht gut.

Mit dem Knopf kann man bei der Suche von Mehrfachverschütteten dann Signale unterdrücken (nach dem jemand gefunden wurde). Drückt man den Knopf bis „SS“ (signal suppression) erscheint, wird das stärkste Signal für 1 Minute ausgeblendet, genug Zeit, um den Pieps des Geborgenen zu deaktivieren.
Mehrfachsignale (2Pers):

Hält man den Knopf gedrückt, kommt man in den sogenannten Big-Picture Modus. Dieser zeigt dann mehrere Signale von Verschütteten parallel an, so dass man gleichzeitig sieht, wo mehrere Signale herkommen. Sind mehrere Personen an der gleichen Stelle verschüttet, kann man dort zuerst anfangen zu Bergen und damit effizienter auswählen, wo man beginnt. Lässt man den Knopf los, gelangt man wieder in den normalen Suchmodus.
Auch ein automatischer Umschaltmodus ist vorhanden: Dies geht, wenn das Gerät eingeschaltet wird, während der Optionsknopf gedrückt gehalten wird bis „Ar“ (auto reverse) erscheint. Hier springt das Gerät nach 5 Minuten Suchzeit automatisch in den Sendemodus zurück. Das Gerät macht 30 Sek. vor dem Umschalten mit Piepsgeräuschen auf sich aufmerksam. Möchte man dann weiter im Suchmodus bleiben, genügt es die Optionstaste zu drücken.
Weiterhin kann noch der Ton stummgeschaltet werden, was ich persönlich nicht so wichtig finde und deshalb nicht drauf eingehen werde.
Gut ist, dass der Batterieladestand beim Start des Gerätes abgefragt wird. Befindet sich der Ladestand unterhalb der 40% Marke ertönt beim Start kein akkustisches Signal mehr und unterhalb von 20% gibt es auch bei der Suche keine akkustischen Signale mehr.
Ist zu wenig Energie in der Batterie enthalten, erscheint „Lb“ (low Battery) im Display und es ist definitiv Zeit, die Batterie zu wechseln. Ist die Batterie komplett leer, blinkt eine „0“ im Display.
Empfohlen wird wie bei anderen Herstellern die Batterie bei 40% bereits zu tauschen.
Ein spezielles Programm für den Partnercheck gibt es nicht, das braucht es meines Erachtens aber auch nicht zwingend.
Testbedingungen:
Ich hatte den Tracker S beim Skitourengehen in Kelchsau und beim Alpinfahren in Fieberbrunn/Saalbach dabei (leider war es hier zu warm, um noch gute Bedingungen abseits zu finden).




Pro Tag hat der Tracker S im Schnitt ca 5-7% Batterie verbraucht, das finde ich in Ordnung.
Die mitgelieferte Halterung lässt sich super einstellen und bietet viele Möglichkeiten, so dass jede Statur mit dem Gurt klarkommt. Auch unter dem Tourenrucksack oder dem schweren ABS-Rucksack hat das Ganze nicht gedrückt (dank extra Polsterung im Schulterbereich) oder gescheuert, meist hab ich vergessen, dass ich das Gerät überhaupt anhabe! Auch mit Handschuhen lässt sich sowohl die Halterung als auch das Gerät gut bedienen.

Die Spiralschlinge, die das Gerät mit dem Gurt verbindet, ist sogar so angebracht, dass man es nicht verdrehen kann - echt Klasse!

Wenn ich das Gerät behalten dürfte, würde ich den Gurt kürzen, aber er lässt sich auch so sehr gut verstauen.
Da die Bedienung wie bei anderen LVS Geräten echt einfach ist und der Tragegurt super bequem ist, stört eigentlich nur das Hochglanzdisplay etwas.
Für einen Punktabzug reicht das aber nicht, da der Tracker noch viele durchdachte Zusatzfunktionen bietet neben dem klassischen Suchen und Senden.
Ich habe ihn zusammen mit Geräten von Ortovox und Pieps getestet und es wurden beide Geräte gut gefunden und beide Geräte haben auch den Tracker S gut orten können!
Von mir gibt’s auf jeden Fall eine Kaufempfehlung! Preislich gesehen liegt er mit 249,95€ UVP und für 190€-220€ zu kaufen momentan genau wie vergleichbare Konkurrenzprodukte mit teils weniger Features.
Also dann! Saftey first und ab in den Tiefschnee!
Hier habe ich Euch noch ein Erklärvideo vom Hersteller verlinkt :
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Natürlich ersetzt der Pieps keine Lawinenkenntnis, also bitte vorm Abseits-fahren informieren und/oder mit Guide oder Bergführer ins Abenteuer stürzen, um Erfahrungen zu sammeln!




