Sehr leichter Trekkingschuh, leider keine 2-Zonen-Schnürung
VORTEILE
- VIBRAM-Sohle für stets guten Halt
- Wasserdicht dank Ultrashell
- Kletterzone an der Front
- Hoher bequemer Schaft
- Leicht für einen Stiefel
- Umlaufendes Geröllschutzband
NACHTEILE
- Keine 2-Zonen-Schnürung
BEWERTUNG
1. Produktbeschreibung
Bei dem Cimalp Berade handelt es sich um einen Trekkingstiefel (Kategorie B) der mit einem Schaft kommt, der über den Knöchel reicht. Dementsprechend ist der Stiefel für anspruchsvolle Touren in den Bergen gedacht, bei denen ein Kategorie C Stiefel noch nicht vonnöten ist (kein Schnee/Eis oder sehr kalt).
Der Stiefel ist in den Größen 40-47 erhältlich und kostet aktuell 149 € (UVP 209 €). Mit 149 € befindet er sich damit im preislichen Mittelfeld, der ursprüngliche UVP ist für einen B-Stiefel eher im oberen Preissegment angesetzt.
Ich habe den Stiefel im Herbst 2025 zum Testen bekommen und bin damit sowohl einige Bergtouren als auch einige Märsche gegangen, was dank der gedeckten Farbe problemlos möglich ist.
2. Vorteile
- Sohle:
Der Stiefel kommt mit einer Curcumu-Sohle von Vibram, die über multidirektionale Stollen verfügt. Das heißt, dass die Sohle immer greift, unabhängig davon, aus welcher Richtung die Belastung auf den Stiefel kommt. Gerade bei nassen oder schlammigen Bedingungen weiß man die guten Vibram-Sohlen zu schätzen.
- Wasserdicht:
Der Stiefel kommt mit einer Ultrashell-Membram, die laut Herstellerangaben eine Wassersäule von 10.000 Millimeter hat. Damit gilt der Stiefel im Allgemeinen als wasserdicht und ich hatte in der Praxis in nassem Gras und Morgentau auch kein Problem mit Feuchtigkeit in den Stiefeln. Gerade bei schwerem Rucksack oder bei starkem Niederschlag könnten die 10.000 Millimeter aber tatsächlich an ihre Grenzen kommen, solche Bedingungen hatte ich im Testzeitraum aber nicht.
- Kletterzone:
Der Stiefel ist vorne leicht zugespitzt und verfügt über eine besonders geschützte Zehenkappe. Dies dient zum einen dem Schutz der Zehen, ist gerade in schwierigerem Gelände aber auch sehr nützlich, um sicheren Tritt auf kleinen Kanten oder kleinen Vorsprüngen zu finden. Dies habe ich so bislang noch bei keinem Kat. B-Stiefel gesehen.
- Hoher bequemer Schaft:
Der Schaft des Stiefels geht deutlich über den Knöchel und sorgt so für eine Stabilisierung des Knöchels im Stiefel selbst. In schwierigem Gelände oder bei einem schnellen Abstieg ist ein hoher Stiefel fast unverzichtbar, insbesondere wenn man mit einem Rucksack unterwegs ist. Ein ungünstiger Schritt kann hier das Ende des Sprunggelenks bedeuten - mit einem guten Schaft ist es aber meist nicht mehr, als ein kurzer Schreck und keine Verletzung.
Der Schaft ist hoch und gibt auch genügend Stabilität, ohne jedoch unbequem zu sein oder zu scheuern.
- Geringes Gewicht:
Der Stiefel wiegt in Größe 42 560 Gramm und ist damit wirklich leicht. Vom Gefühl her fühlt er sich eher an wie ein Zustiegsschuh und nicht wie ein Stiefel mit hohem Schaft.
Zum Vergleich: Ein Meindl Litepeak GTX wiegt schon 600 Gramm, mein La Sportiva Aequilibrium (Kat. C) wiegt schon 630 Gramm pro Schuh und hat bis auf die Steigeisenaufnahme keine weiteren Features. Die 40 oder 70 Gramm mögen nicht viel klingen, wenn man jedoch den ganzen Tag unterwegs ist, macht es dann auf einmal doch einen recht großen Unterschied.
- Umlaufendes Geröllschutzband:
Der Stiefel kommt mit einem Geröllschutzband, das verhindert, dass der Stiefel im Fels zu schnell abgenützt wird.
3. Nachteile
Fehlende 2-Zonen-Schnürung:
Tatsächlich ein Feature, das ich bei dem Schuh vermisse. Eine 2-Zonen-Schnürung ist einfach super praktisch, weil man z.B. den unteren Teil des Schuhs im Zustieg halbwegs fest schnüren kann, um ausreichend Halt zu haben, die Schnürung im Bereich des Schafts aber relativ locker lassen kann. So ist der Stiefel maximal gemütlich und man kann den Stiefel besser an seine Bedürfnisse anpassen. Kein Deal-Breaker, aber schade, dass der Stiefel nicht damit kommt.
Hier zwei Bilder vom Mammut Kento GTX, die das Prinzip der 2-Zonen-Schnürung verdeutlichen. Im Endeffekt ist es nur eine einzige Halterung, die eben umklappt und so den Schnürsenkel einklemmt.


4. Fazit
Nach einigen Wanderungen bzw. Bergtouren und Märschen mit dem Stiefel kann ich sagen, dass es sich bei dem Cimalp Berarde um einen sehr guten und bequemen Trekkingstiefel handelt.
Ich würde dem Stiefel gerne 4,5* geben, weil ich bei dem Preis und bei den anderen Features auch eine 2-Zonen-Schnürung erwartet hätte.
Aufgrund des aktuellen Preises von nur noch 149 € will ich aber nicht allzu kleinlich sein und gebe dem Schuh 5*.

Im Einsatz am Berg - bei bestem Wetter auf dem Kallersberg :)