Schöner Wanderschuh im mittleren Preissegment
VORTEILE
- Wasserdicht
- Knöchelschutz
- Hohe Traktion
- Robust
- Nachhaltigkeit des Unternehmens
- Einlegesohle
NACHTEILE
- Tragegeräusch
- Atmungsaktivität
- Fehlende Information zur Recycelbarkeit des Produkts
- Nicht regional produziert
BEWERTUNG
Columbia Peakfreak 2 Mid Outdry
Vor ca. einem Jahr habe ich mich auf die Suche nach einem neuen Paar Schuhe begeben. Anforderungen an dieses Paar waren: Robustheit, Leichtigkeit, ein breites Einsatzgebiet, Wetterbeständigkeit und Alltagstauglichkeit.
Gefunden habe ich dann den Columbia Peakfreak 2 und diesen bestellt. Leider kam das bestellte Paket nie bei mir an, sondern wurde mir von der Fußmatte geklaut. Wie sich im weiteren Verlauf der Rezension herausstellen wird, läuft der Dieb jetzt mit einem soliden Paar Schuhe herum.
Kleiner Tipp: Keine Abstellgenehmigung bei Lieferdiensten erteilen.
Ich habe mir dann das gleiche Modell nochmal, aber diesmal in der Mid Variante bestellt und ohne Abstellgenehemigung auch erhalten. :)
Die Marke habe ich bisher nicht besessen, bin aber durch meinen Vater schon früh geprägt worden. Der war immer extrem begeistert von seiner Regenjacke.
Den Schuh habe ich keinem besonderen Test unterzogen. Ich habe ihn für vier Monate täglich unter jeglichen Bedingungen getragen und konnte mir so ein gutes Bild vom Tragekomfort und der Haltbarkeit machen.
Zum Unternehmen:
Die Columbia Sportswear Company wurde 1939 gegründet und ist ein amerikanisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung und den Verkauf von Outdoor- und Sportbekleidung, Schuhen und Zubehör spezialisiert hat.
Nice to Know: Das Unternehmen begann als kleiner Hut-Hersteller, hat sich aber im Laufe der Jahre zu einem globalen Anbieter von Outdoor-Ausrüstung entwickelt.
Nachhaltigkeit: (Pro)
Besonderen Wert legt das Unternehmen hierbei auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte. Columbia veröffentlicht regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte, in denen sie ihre Fortschritte und Herausforderungen in Bezug auf Umwelt- und Sozialverantwortung dokumentieren. Diese Berichte bieten Transparenz und Einblick in die Nachhaltigkeitsstrategien des Unternehmens.
So hat Columbia beispielsweise das ReThreads-Programm ins Leben gerufen, das die Verbraucher dazu ermutigt, gebrauchte Kleidung und Schuhe zurückzugeben. Diese Artikel werden dann recycelt oder wiederverwendet, um die Abfallmenge zu reduzieren.
Das Unternehmen wirbt auf ihrer Website unter anderem mit ihrer Zusammenarbeit mit der Planet Water Foundation, die sich dafür einsetzt, im asiatisch-pazifischen Raum und in Lateinamerika Zugang zu sauberem Trinkwasser zu schaffen.
Quelle: Columbiasportswear
Die Nachhaltigkeit des Unternehmens ist also als positiv zu bewerten.
Leider habe ich auf der Herstellerseite keine Informationen zur Nachhaltigkeit bzw. Recycelbarkeit des Schuhs gefunden. Da dies jedoch nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat, findet dieser Punkt in der Sternebewertung keine weitere Beachtung.
Zum Produkt:
Der Columbia Peak Freak 2 Mid Outdry ist ein Outdoor-Schuh, der für Wanderungen und Trekking in extrem unebenem Gelände entwickelt wurde. Das Mid im Namen beschreibt dabei die mittelhohe Variante des Schuhs. Sie hat also im Gegensatz zum Peakfrek 2 eine Knöchelunterstützung.

Material:
- Obermaterial: Synthetik, Out-Dry Technologie
- Knöchelhoher Typ
- Innensohle: OrthoLite Eco LT
- Zwischensohle: Techlite+ Single-Density-Schaumstoff-Zwischensohle
- Außensohle: Adapt Trax Technologie
- Gewicht: 432 g (½ Paar, Schuhgröße 42)
- Materialeigenschaften: Wasserdicht, Atmungsaktiv
- Verschluss: Schnürung
- Produktionsort: Vietnam
Quelle: Columbiasportswear.de, Bergfreunde.de
Design und Aufbau
Obermaterial: Das Obermaterial besteht aus synthetischem Mesh, was für eine hohe Atmungsaktivität sorgt. Zudem ist der Schuh mit der von Columbia entwickelten Out-Dry Membran ausgestattet, welche den Schuh wasserdicht macht.

Mehr zur Membran im Punkt Wetterbeständigkeit.
Ich habe den Schuh in schlichtem Schwarz mit grauer Sohle erworben. Für abenteuerliche Interessenten steht der Schuh aber in zahlreichen Farbkombinationen zur Verfügung.

Schutz und Haltbarkeit:
Durch den hohen Knöchelschutz eignen sich die Schuhe ausgezeichnet für Wanderungen in unwegsamen Gelände und auch Geröllfelder können problemlos gemeistert werden. Durch den mittelhohen Aufbau wird der Knöchel vor dem Abknicken im Geröll oder beim Treten in Löcher geschützt.
Die Schuhspitze ist durch eine Zehenkappe verstärkt und bietet so zusätzlichen Schutz vor Stößen. Eine Fersenkappe im Schuh verhindert das Umherrutschen und Rausrutschen aus dem Schuh. Dies sorgt für gute Trittsicherheit im Gelände und ist so auch merklich.
Im Bereich Haltbarkeit kann ich bisher nur geringe Kritik üben. Ich schone den Schuh nicht ab, wodurch es meiner Meinung nach zu normalen Ausfallerscheinungen kommt. Wenn man durch einen Brombeerstrauch geht, ist es klar, dass das Mesh unter den Dornen leidet. Dafür wäre ein robuster Lederstifel sicher besser geeignet. Die bisher festgetsellten Abnutzungserscheinungen schränken die Funktion des Schuhs jedoch nicht ein.
Was ich jedoch festgestellt habe, ist dass der Bereich zwischen Schuhlasche und Hauptschuh unsauber verarbeitet und nicht zusammengenäht ist.
Komfort und Passform:
Pro
Die Schuhe sind komfortabel zu Tragen. Es kommt an meinen Füßen zu keinen Druckstellen oder zu Blasenbildung.
Mein Fuß ist 27 Zentimeter lang und 10 Zentimeter breit. Ich habe mich für Größe 44 entschieden. Nach vorne hin habe ich noch ein bisschen Platz. So passen im Winter noch ein dickes Paar Socken rein. Also meiner Meinung nach alles so, wie es muss.

Gedämpft wird der Peakfreak durch eine Techlite+ Single-Density-Schaumstoff-Zwischensohle welche laut Herstellerangaben für eine gute Dämpfung sowie eine Entlastung der Gelenke und Muskulatur sorgt.

Die Dämpfung schafft ein angenehmes und fußschonendes Tragegefühl. Auch nach längerem Tragen im Angel/ Campingurlaub im rauen Nord Holland hatte ich abends nicht das Gefühl, dass mein Fuß ermüdet ist. Auch am nächsten Morgen, welcher meist sehr früh begann, hatte ich kein ungutes Gefühl dabei, wieder in die Schuhe zu müssen.
Bei der Innensohle handelt es sich um eine Einlegesohle von OrthoLite.
Die OrthoLite-Einlegesohle besteht aus umweltfreundlichem Material. So bestehen sie aus recycelten Gummimaterialien und einem Schaum, welcher teilweise aus biobasierten Materialien hergestellt wurde. Durch die offene Zellstruktur des Schaums wird zudem zur Belüftung innerhalb des Schuhs beigetragen (so zumindest beworben).
Die Einlegesohle enthält zudem antimikrobielle Wirkstoffe, die das Wachstum von geruchsverursachenden Bakterien und Pilzen hemmen, wodurch die Schuhe länger frisch bleiben. Diesen Punkt kann ich bestätigen. Auch nach intensivem, längerem Tragen haben sich bis jetzt keine unangenehmen Gerüche entwickelt.
Der Schuh verfügt zudem über eine gut gepolsterte Fersenkappe, welche den Fuß sicher im Schuh hält und ein Herumrutschen ausschließt. Durch die Fersenkappe hat man regelrecht das Gefühl, man würde beim Anziehen in den Schuh einrasten.
Kontra
Was mich an dem Schuh ein wenig stört, ist das Tragegeräusch. Wenn ich den Schuh nicht eng genug schnüre, ertönt beim Laufen ein Geräusch, als würde die Sohle von unten gegen den Fuß schlagen. Woher das Geräusch genau kommt, kann ich nicht sagen. Ich habe auch den Columbia Hatana Breathe getestet. Dieser hat die geleiche Zwischensohlentechnologie und auch die gleiche Einlegesohle. Ich habe den Schuh in der gleichen Größe gekauft aber kein Tragegeräusch festgestellt. Auf eine falsche Größe kann ich es daher nicht schieben.
Sohle und Traktion
Die gummierte Sohle sorgt für einen sicheren Tritt auf trockenem Untergrund. Auch auf feuchten Bootsböden und Holzplanken hatte ich nicht das Gefühl, zu rutschen.
Um eben dieses sichere Trittgefühl zu erreichen, bestückt Columbia ihre Außensohlen unter anderem mit multidirektionalen Stollen.
Die Stollen haben auch nach längerem, intensivem Tragen bisher keine Abnutzungserscheinungen oder Ausbrüche gezeigt.
Durch das tiefe Profil hat man auch auf spitzen Trittbereichen einen guten Halt.
Atmungsaktivität und Wetterfestigkeit:
Die Schuhe haben mich auf die letzten zwei Angel/Camping Urlaube beglitten. Da es leider zum Teil sehr regnerisch war und man auf dem Boot den Umweltbedingungen schutzlos ausgeliefert ist, kann ich die Wetterfestigkeit recht gut bewerten. Auch langen Intervallen an Dauerregen halten die Schuhe problemlos stand. Dies liegt unter anderem an der verbauten Outdry Technologie.
Outdry
Bei der Outdry Technologie handelt es sich um eine eigens von Columbia entwickelte Technik zur Abdichtung ihrer Textilien. Dabei wird die wasserdichte Membran direkt unter das Obermaterial laminiert und verhindert so, dass Feuchtigkeit zwischen die unterschiedlichen Schichten gelangt. Die verwendete Membran lässt Schweiß in Form von Dampf jedoch nach außen dringen, was zur Atmungsaktivität beiträgt.
Meiner Meinung nach kommt es durch die auflaminierte Membran dennoch zu Abstrichen bei der Atmungsaktivität.
Durch Schweiß bedingte nasse Füße bleiben bei mir auf jeden Fall nicht aus.
Preis- Leistungsverhältnis
Die Columbia Peak Freak 2 Mid Outdry bewegen sich im mittleren Preissegment und können für zwischen 100 € und 130 € erstanden werden. Durch die gute Wetterbeständigkeit und Trittsicherheit befinde ich das Preis-Leistungsverhältnis für gut.

Fazit
Nach einer Nutzungszeit von 6 Monaten befinde ich den Schuh für gut. Durch seine Atmungsaktivität, Wetterbeständigkeit und Trittsicherheit kann der Schuh unter jeglichen Bedingungen genutzt werden.
Hierbei ist er durch seinen knöchelhohen Aufbau sowie die gute Trittdämpfung auch im anspruchsvollen Gelände einsetzbar. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen guten Alltagsschuh auch für den täglichen Gebrauch. Da meine Freundin das Ganze anders sieht, dürft ihr auch meine Bewertung zum Columbia Hatana Breathe lesen:)

Würde ich den Schuh weiterempfehlen? Ja.
Würde ich den Schuh nochmal kaufen?
Aufgrund des unangenehmen Trittgeräuschs leider nein.
Danke fürs Lesen
Gruß Gaudi