Leichter Trailrunningschuh für Schlechtwettertage und den weichen, nassen Untergrund.
VORTEILE
- Sehr griffige Sohle
- umlaufender Geröllschutz
- wasserdicht und schmutzgeschützt
- gute Passform durch kleine Größenabstufung
- Halt und Funktion vom Schnürsystem
- Stützung und Halt im Fersenbereich
NACHTEILE
- dünnes Schnürsystem schneidet ein
- Halt auf Steinplatten oder Eis
- Modellpalette kann "Unwissende" verwirren
- Seitenhalt im Vergleich zum Vortrieb
BEWERTUNG
Allgemein
Die bunten Schuhe von Salomon sind seit einigen Jahren der "Renner" und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der folgende Testbericht beschreibt das Modell Speedcross 3 GTX aus dem Modelljahr 2016. Bitte ziehen Sie keine Rückschlüsse auf frühere Modelle. Die Eigenschaften sind zum Teil signifikant unterschiedlich.
Der Speedcross 3 ist in die "Racing Product"-Schiene eingeordnet und hier gehört er definitiv auch hin. Ein Laufschuh für erfahrene Läufer die zum einen auf ihr Material vertrauen wollen, zum anderen aber auch wissen an welchen Stellen die Grenzen erreicht sind. Der Schuh gehört auf Trails, weiche Böden und kann gut mit Wasser, Matsch und ähnlichen Bedingungen. Was der Schuh nicht mag sind harte Untergründe wie Asphalt oder Kopfsteinpflaster.
Wenig erfahrene Läufer oder Wiedereinsteiger sind durch die große Sprengung (Höhenunterschied zwischen Vorfuß und Ferse) und die dadurch hohe Standposition der Ferse eventuell schneller müde und können zum Umknicken bei unebenen Böden neigen. Hier ist also Vorsicht geboten. Wer sich dessen bewusst ist, muss den Schuh aber nicht im Laden stehen lassen.
Dämpfung und Komfort
Zieht man den Schuh zum ersten mal an, spürt man sofort die weiche Sohle und deren Elastizität. Gerade im Fersenbereich ist eine sehr gute Dämpfung vorhanden, was steiles bergabgehen mit den griffigen Stollen angenehm gestaltet.
Der Fersenbereich ist trailschuhtypisch hoch geschnitten und sitzt selbst an meinen schmalen Füßen angenehm und fest. Man fühlt regelrecht die Kontrolle die man über den Schuh dadurch hat.
Das Fußbett ist qualitativ hochwertig und fühlt sich selbst nach häufiger Nutzung der Schuhe noch gut an und zeigt dabei kaum Abnutzung. Die Stütze im Mittelfuß ist für meine schmalen Füße sehr gut und gibt zusätzliche Kontrolle in schwierigem Gelände.
Die Schnürung über die Quicklaces in Kombination mit der "Garage" für den übrigen Schnürsenkel ist topp. Anziehen, wegstecken, losrennen binnen wenigen Sekunden und ohne dass später etwas lockerer wird. Einziges Minus beim Komfort: zieht man die Schnürung minimal zu fest an, schneiden die dünnen Schnüre auf der Fußoberseite etwas ein. Die Oberseite der Schuhe ist hier zu dünn um den Druck zu verteilen. Andere Modelle von Salomon haben hier deutlich mehr Polster auf der Oberseite und kennen dieses Problem daher nicht. Das ist wohl dem geringen Gewicht geschuldet und völlig in Ordnung.
Grip und Feeling
Der Grip ist auf weichem Untergrund unschlagbar. Fester Schnee, lockerer Schnee, Matsch, Waldboden, ... und Wiese werden durch die hohen Stollen regelrecht durchpflügt und geben gute Rückmeldung an den Läufer. Klare Ausrichtung ist hierbei der Vortrieb und die Rutschhemmung beim bergablaufen in Laufrichtung. Der Seitenhalt ist auch recht gut, könnte aber meiner Meinung nach durch eine Reihe Längsstollen im äußeren Vorfußbereich oder einer Reihe größerer Längsstollen unter dem Ballen etwas optimiert werden. Vor allem auf Altschnee ist der Grenzbereich recht schmal, aber das ist wirklich das Haar in der Suppe gesucht.
Auf hartem Untergrund sieht der Grip ganz anders aus. Nasse Steinplatten, sandiger Kopfsteinpflaster oder moosiger Asphalt zeigen die Grenzen der geringen Kontaktfläche zum Boden. Die weichen Stollen knicken spürbar um und kosten viel Kraft in der Vorwärtsbewegung. Bevor ich mich darüber auslasse: das ist nicht der Einsatzbereich dieses Schuhs und kostet ihn mit den anderen kleinen Wehwehchen eben einen (Zelt-)Punkt. Ganz ohne Asphalt, Steintreppen oder sonstigem "Hardpack" kommt man eben selten aus.
Verarbeitung und Qualität
Die Verarbeitung ist für den - meiner Meinung nach - angemessenen Preis sehr gut. Die Schuhe halten lange, die Nähte sind fest und sauber genäht und die Sohle rundum sauber verklebt. Das Obermaterial ist enorm strapazierfähig und bestens imprägniert. Selbst die helleren Farbtöne sind nach Schlammschlachten schnell wieder gesäubert und nehmen nur schwer den Dreck an. Die Schuhe auf den Bildern haben einen kompletten Matschwinter und das Frühjahr mit Läufen durch frische Spuren der Forsternte hinter sich.
Die oft bemängelte Haltbarkeit der Stollen kann ich bei diesem Modell (2016) nicht mehr bestätigen. Das Stollendesign an der Ferse weicht nun leicht ab und vergrößert die hintersten Stollen (siehe Bild). Die Sohle zeigt zwar etwas Abnutzung, aber nicht mehr und nicht weniger wie bei meinen anderen Schuhen. Bei den 2013 und 2014 Modellen waren die hintersten Stollen bei mir aber auch schnell weg. Klarer Pluspunkt für diese Verbesserung.
Der umlaufende und hochgezogene Geröllschutz hebt den Schuh aus der Masse ab. Zum einen bleibt er auch bei langen Läufen auf nassem Untergrund trocken und man kann gut und gerne mal an einem scharfen Stein entlang rutschen ohne das Obermaterial gleich aufzuschlitzen. Ein durchdachtes Detail für langen Spaß am Schuh.
Die Passform hält und hält und hält. Bei diesem Schuh ist die Sohle und die Dämpfung runter bevor das Obermaterial außer Form gerät. Klares Plus für Vielläufer und qualitätsbewusste Käufer.
Design
Über die Optik lässt sich bekanntlicherweise streiten. Meiner Meinung nach ist durch die große Farbpalette aber für jeden was dabei. Von dezentem schwarz bis grell und bunt. Von der Form her sieht der Schuh auf jeden Fall agressiv und sportlich aus. Der flache Vorfußbereich und der hohe Fersenbereich signalisieren den Drang nach vorne und wirken aus Läufersicht elegant.
Meine Verwendung
Ich laufe den Schuh seit ca. 6 Monaten je nach Wetterlage 1-3 mal pro Woche auf heimischen Trails, dazwischen muss ich auch hin und wieder über Asphaltstrecken. Von Schnee über sehr viel Lehm und einiges an matschigem Waldboden hat der Schuh stehts treue Dienste geleistet und dabei die Füße immer trocken und warm gehalten. Steine und sonstiges bleiben durch die abgedeckte Zunge draußen und mit der Schuhbürste ist der Dreck ruck zuck wieder weg. Die Trocknungszeit ist dabei kurz, was bedeutet, dass ich nach einem Tag die nass abgebürsteten Schuhe schon wieder anziehen kann.
Nachdem ich schon einigen Modellen der Speedcross-Serie hatte, wurde der Schuh wieder ein klein wenig weiterentwickelt und hat mich stehts mit Freude beschert. Als Wintervorbereitung auf Halbmarathons oder lange Trailruns unbedingt geeignet. Im Sommer bei Dauerregen und Matsch trotzdem nicht zu schwer. Aktuell ist der Speedcross 4 im Langzeittest. Ich werde berichten!

Fazit
Wer einen kompromisslosen leichten Wettkampfschuh fürs Trailrunning oder ein Schuh für alle (schlechten) Wetterlagen sucht ist mit dem Speedcross 3 GTX von Salamon bestens bedient. Für Neueinsteiger und ungeübte Läufer ist der Schuh nur bedingt zu empfehlen, da das Risiko umzuknicken bei der recht hohen Fersensohle groß ist. Als wasserdichter Spazier- und Freizeitschuh gibt es aber deutlich besser geeignete Modelle von Salomon (zum Beispiel den XA pro 3d). Hierzu einfach noch den letzten Absatz beachten.
Vorsicht Modellpalette
Da die Salamon-Schuhpalette aktuell total im Trend ist, sind der Online-Markt sowie die Sportgeschäfte voll mit den Schuhen von Salomon. Salomon ist aber nicht gleich Salomon, was die relativ große Preisspanne zwischen den Modellen wiederspiegelt. Einige Bekannte wollten einen leichten Trekkingschuh um den Wochenendspaziergang zu machen und haben bei einer großen Sportgeschäftkette den Speedcross in die Hand bekommen, während andere für Trainingsläufe einen Laufschuh gesucht haben und mit dem im Vergleich zum Speedcross relativ schweren XA pro 3d Modell angekommen sind. Wer sich also nicht sicher ist, welches Modell für Ihn in Frage kommt, sollte die vielen Testberichte von OUTSIDEstories lesen ;-)