Skitourenfelle sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Skitourenausrüstung – egal, ob du sportliche Skibergsteigerin, Genuss-Skitourengeher oder Einsteiger auf deiner ersten Tour bist. Ohne das richtige Fell unter den Skiern ist kein sicherer und kraftsparender Aufstieg möglich. Die Auswahl an Skitourenfellen ist heute größer denn je: von Mohair-Fellen über robuste Synthetikfelle bis zu Mischfellen für unterschiedliche Schneearten und Tourenski-Formen. Doch welches Skifell bietet den besten Grip, die beste Gleitfähigkeit und passt optimal zu deinem Tourenski?
In diesem Ratgeber erklären wir dir die wichtigsten Kriterien für hochwertige Skitourenfelle, zeigen Unterschiede zwischen Echtfell und Synthetik, geben Tipps zu Imprägnierung, Pflege und Lagerung – und helfen dir dabei, das ideale Fell für deine nächste Skitour zu finden.
► Egal, ob du Felle selbst zuschneiden willst oder ein fertig zugeschnittenes Modell bevorzugst: Hier bekommst du alle Informationen, die du brauchst, um beim Skitourengehen sicher und effizient den Gipfel zu erreichen.
Die Top-5-Features - das Wichtigste in Kürze
- Imprägnieren: Skitourenfelle, besonders wenn sie einen hohen Synthetikanteil haben, müssen regelmäßig gegen Nässe imprägniert werden, sonst stollt der Schnee auf und die Reibung ist dahin.
Als Imprägnierung dient jedes hochwertige Textilimprägnierspray. Ebenso kannst du aber auch mit einem Skihartwachs in Laufrichtung mehrmals über das Fell ziehen. Zum Testen einfach Wasser darüberlaufen lassen; perlt dieses wie von einem Regenschirm ab, ist die Imprägnierung perfekt.
- Nicht offen lagern: Skitourenfelle lagern nicht gerne offen an der frischen Luft. Fast jedem Fell-Set ist eine Klebefolie beigelegt, auf die du die Felle während des Nichtgebrauchs aufkleben kannst. So bleibt der Kleber dort, wo er hingehört, und trocknet nicht ein.
Sollte die Klebekraft nachlassen, kannst du die Fellklebeseiten gegeneinander drücken und mit einem Ruck wieder abziehen. Diesen Vorgang wiederholst du ein paar Mal, dann sollte die Klebefläche wieder „reaktiviert“ sein. Lässt du die Felle zu lange auf den Skiern, können Klebereste auf dem Skibelag zurückbleiben. Das beeinträchtigt den Abfahrtsspaß!
- Kleber erneuern: Sollte das Fell nur partiell nicht mehr kleben, kannst du diese Stellen einfach mit einem handelsüblichen Haushaltklebstoff auffüllen. Dann (wie oben beschrieben) die Felle mehrmals gegeneinander abziehen und die Klebefläche hält wieder wie am Anfang.
- Trocknen! Die Performance von nassen Skitourenfellen ist merklich geringer als die von trockenen. Zudem sind trockene Skitourenfelle länger haltbar. Werden die Felle über einen längeren Zeitraum nass oder feucht gelagert, kann sich Schimmel bilden.
- Das richtige Skiwachs: Sind die Skier mit einem Fluor-Wachs behandelt, kann es passieren, dass die Felle nicht richtig kleben. Daher solltest du nur auf unfluorierte Skiwachse – am besten Hartwachse – zurückgreifen.
Welche Arten von Skitourenfelle gibt es? Echt-Fell vs. Synthetik
Als die Skier noch richtige Latten waren und Stahlkanten unbekannt, schnallten sich die Pioniere des Wintersports Robbenfelle an die Skier. Anfang des 20. Jahrhunderts erkannten die Experten schnell die idealen Gleit- und Steigeigenschaften von Mohair, also dem Fell der Angora-Bergziege.
Bis heute ist das Bergziegenfell die erste Wahl, wenn es um hochqualitative Skifelle geht. Es ist auf natürliche Weise perfekt gegen Nässe imprägniert, und vereint unübertroffene Gleiteigenschaften mit perfektem Grip. Sein einziger Nachteil: die Haltbarkeit. Bei häufigem Einsatz stößt es bald an seine Grenzen.
Hier kommen moderne Synthetikfelle ins Spiel. Sie bestehen zumeist aus Polyamid und sind aufgrund ihrer Struktur wesentlich langlebiger. Zudem haften Synthetikfelle auf Kunstschnee besser als Mohair-Felle.

Was ist das beste Skitourenfell für dich? Selbst schneiden vs. fertig geschnitten.
Moderne Tourenski weisen eine bisweilen starke Carving-Taillierung auf. Tourenskifelle hingegen werden oft nur in einem geraden Schnitt verkauft. Das Resultat: Du musst dich selbst um den perfekten Zuschnitt des Fells auf den individuellen Ski kümmern. Unter der Bindung muss das Fell ziemlich perfekt den Belag abdecken. Maximal 5mm sollte das Fell von der Stahlkante entfernt sein. Hingegen darf der Abstand vom Fell zur Kante unter der Schaufel bzw. am Skiende etwas größer sein.
Wer sich diese Schneidearbeit selbst nicht zutraut, kann dies auch im Sportfachhandel erledigen lassen – oder du greifst auf bereits fertig geschnittene Felle zurück. Diese sind dann aber meist nur für einen speziellen Ski verwendbar, da die Taillierung und die Länge fest vorgegeben sind. Unterschiede in der Qualität kannst du hier objektiv jedoch nicht ausmachen.
Welche Technik gibt es bei Skitourenfellen? Klebefelle vs. Spannfelle
Klebefelle sind heute die Regel. Sie werden auf die Unterseite des Skis mit dem Fell-eigenen Kleber geklebt. In der Regel ist die Klebekraft ausreichend, um Ski und Fell miteinander zu verbinden. Dennoch sichern sich sehr viele Hersteller gegen das Herunterrutschen mit einem Spannmechanismus ab. Dieser wird vorn und hinten am Ski eingehängt und auf Zug gebracht.
Das Fell kann nicht verrutschen und sollte sich durch Kälte und Nässe der Kleber dennoch lösen, bleibt das Fell sicher am Ski. Ein Aufsteigen ist je nach Gelände weiterhin möglich (allerdings mit Einschränkungen). Reine Spannfelle hingegen, ohne Klebeseite, sind eher die Ausnahme. Sie werden rein durch die Spannung zwischen Schaufel und Skiende fixiert. Komfortabler und sicherer sind jedoch moderne Mischvarianten.
Was solltest du bei der Länge deiner Skitourenfelle beachten?
Die Länge des Skitourenfells ist natürlich genauso entscheidend wie seine Form. Daher solltest du beim Kauf deine exakte Skilänge wissen, um das passende Fell zu erwerben. Via Gummispanner sind einige Felle auch längenverstellbar und passen damit – bei passender (Carving-)Form – auf verschiedene Skier. Längenvariationen von ca. 10 – 20 Zentimeter sind je nach Hersteller möglich.
Wie imprägnierst du deine Skitourenfelle richtig?
Gute Skitourenfelle nehmen kein Wasser auf. Daher müssen sie stets perfekt imprägniert beziehungsweise gewachst sein. Mohair-Sprays sind die erste Wahl für Echtfelle, für Synthetikfelle oder Mischfelle kannst du sowohl textile Imprägniersprays, als auch reines Skihartwachs verwenden. Zur Überprüfung der Imprägnierung kannst du Wasser darauf gießen. Perlt dieses wie auf einem Regenschirm ab, ist die Imprägnierung gelungen.
Was kosten Skitourenfelle?
Je nachdem, für welches Skitourenfell du dich entscheidest und für welchen Einsatz du es benötigst, reicht die Preisspanne von 100 bis über 200 Euro.
Der Preis eines Skitourenfells hängt ganz von der Marke und dem jeweiligen Einsatzzweck ab. Achte hierbei jedoch nicht zu sehr auf den Preis, sondern mehr auf das Material und die Verarbeitung, denn es geht um einen wichtigen Ausrüstungsgegenstand.
Wo kannst du Skitourenfelle kaufen?
Das Skitourenfell ist ein essenzieller Bestandteil deiner Skitourenausrüstung. Gut sortierte Onlinehändler führen meist eine große Auswahl an Modellen.
Drei ausgewählte Onlinehändler mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben: