reinschlüpfen und wohlfühlen - der passt einfach!
VORTEILE
- sehr gute Passform
- angenehmer Halt
- perfekte Sohle für grobes Terrain
- leichte Schnürung
- geniales Zungendesign
- OutDry Membran
NACHTEILE
- die Farbe "Grün" (Testmuster) passt nich zu jedem Outfit
BEWERTUNG
Man sollte ja meinen, Klettersteige wären im Juni bereits schnee- und eisfrei - gerade die südseitigen. Aber das stimmt nicht: Anfang Juni lag im Wilden Kasier noch mehr als genug Schnee und das schon ab ca. 1.800m. Aber Schnee hin oder her, wir sind ja nicht aus Zucker und sind auch keine Schönwettertouristen - wir wollen ja auf den Berg und ihn nicht nur von unten anschauen.
Zunächst geht es über einen breiten Forstweg mäßig steil aber dafür zügig nach oben. Nach nur rund 45 Minuten erreichen wir die erste Rast. Dabei merke ich schon, dass der rechte Schuh etwas komisch an meiner rechten Ferse reibt. Bei neuen Schuhen ist so etwas aber normal. Der Halt im Schuh und auch auf dem trockenen Untergrund ist bisher ohne Tadel. Der Neigungswinkel der Sohle ist gut gewählt und gleichzeitig rollt sie auch bequem - nicht zu weich oder auch zu hart - ab. Auch auf nur kleinen Reibungsflächen ist der Grip stabil - einmal auf gesetzt, gibt der Schuh nicht mehr nach.
Nach der Rast geht es weiter bergan. Der Weg führt über einen immer schmäler werdenden Steig geradewegs zu einem weiten Altschneefeld. Und da müssen wir jetzt drüber! Vorsichtig tasten wir uns über den Schneerand, um nicht etwa in ein Schneeloch zu rutschen. Das passiert ganz gerne mal in der Nähe von Felsen, wo außenherum der Schnee schon weggeschmolzen, die Decke aber noch nicht eingebrochen ist. Meist steckt man dann gern bis zum Knie oder auch schon mal bis zur Hüfte im kalten Nass.
Der sulzige Schnee spritzt bei jedem Schritt. Die Schuhe stecken mittendrin in der Sulze. Davon bekommt man aber an den Füßen nichts mit! Normalerweise kühlen die Zehen auf Schnee bzw. im Schnee bei Schuhen mit einer herkömmlichen Membran deutlich in kürzester Zeit runter - hier aber nicht! Durch die OutDry Technologie hat der kalte Schnee nicht die Chance bis direkt an die Zehen heranzukommen. So bleiben die Schuhe innen angenehm warm und gleichzeitig trocken. Das erhöht auch deutlich den Komfort und auch die Präzision - besonders wichtig bei folgenden Eisenweg. Dank der gut verarbeiteten Zehenkappe und des Geröllschutzes lassen sich auch gute Stufen in den weichen Schnee treten.
Bisher sind wir rund 45min. auf dem nassen Sulz unterwegs und es gibt noch nicht mal den Ansatz von Nässe auf geschweige denn im Schuh. Die letzten Meter über den Klettersteig sind nur noch ein Klacks. Und auch oben angekommen, bei der Brotzeit herrscht immer noch ein angenehmes Klima im Schuh.
Zurück geht es dann über denselben Weg bis zur Hütte und dann über einen breiten Fahrweg mit einer kurzen, steilen Passagen über Wurzelwerk zurück ins Tal. Auch hier dämpft der Marmaolada Trek hervorragend harte Stöße und Schläge einfach weg. Trotz der flach Sohle merkt man die Unebenheiten des Untergrunds nicht. Der Scarpa Neuling ist zwar kein "Turnschuh", könnte aber beinahe damit verglichen werden.
Der Scarpa Marmolada Trek ist ein ausgezeichneter Bergsportler für technisch anspruchvolle Wanderungen, Klettersteige und Höhenwege. Auch auf kleinen Wandertouren macht der technisch anmutende Schuh eine gute Figur. Sohle, Aufbau, Membran Technologie (OutDry), Schnürung, Dämpfung und Innenfutter stimmen beim Scarpa Marmolada Trek einfach perfekt überein. Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, dass wenn er noch einen Haken höher wäre, der Schutz gegen eindringenden Schnee von oben evtl. sogar noch besser wäre!