Robuste Handlampe mit wertigem Zubehör - Fehlinformationen bzgl. der Leuchtkraft
VORTEILE
- robust, wertig verarbeitet
- Molle Tasche im Standart Zubehör
- Akku mitgeliefert
- bebilderte simple Anleitung
- sehr schöne Verpackung
- gleichmäßige Ausleuchtung
NACHTEILE
- volle Leistung nur kurzzeitig abrufbar
- nur IPX4 -> spritzwassergeschützt
- falsche Angaben bzlg. der Leuchtdauer
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich die LEDLENSER MT14 zur Verfügung gestellt um sie auf Herz und Nieren zu prüfen und im Endeffekt zu bewerten. Über das Testangebot freute ich mich sehr, denn gerade begann die dunklere Jahreszeit, die bei Sportaktivitäten doch recht viel Licht verlangt.
Wem der geschriebene Bericht zu lang ist, der kann sich auch die Kurzfassung im Video am Ende des Beitrags ansehen.

Unboxing:
Der erste Eindruck ist beim Kauf eines Produktes meist sehr entscheidend. Hätte ich die Lampe in der Verpackung so im Geschäft gesehen, hätte das bei mir schon nahezu zum Kauf ausgereicht. LEDLENSER weiß seine Produkte gekonnt zu präsentieren.
Zudem sind die wichtigsten Keyfacts auf dem Karton übersichtlich dargestellt. So wünsche ich mir das. Der Klappmechanismus im Deckel lässt einen ersten Blick auf die Lampe zu und gibt weitere Funktionsbeschreibungen frei.
Hat man einmal das komplette Paket ausgepackt, stellt man fest, dass hierbei nicht an Zubehör gegeizt wurde. Enthalten sind neben der Lampe selbst:
- Molle Nylon Holster
- 26650 Li-ion Akku mit 5000mAh 3,7V 18,5Wh
- Handschlaufe
- Micro-USB Ladekabel
- Sicherheits- und Bedienungsanleitung (bebildert)
- 7 Jahre Garantieschein
Man benötigt keine weiteren Teile und kann nach der ersten Aufladung sofort loslegen.

Lesen bildet! Oder etwa doch nicht?
Mir fällt es oft schwer, vor der ersten Verwendung die Bedienungsanleitung zu lesen, da man doch bereits denkt alle Funktionen des Gerätes zu kennen. Auch hier wurde ich wieder eines besseren belehrt. Zuerst aber sei gesagt, dass man gar nicht lange durch eine dicke Bedienungsanleitung mit 200 verschiedenen Sprachen blättern muss. Es ist lediglich eine simple bebilderte Anleitung nach dem IKEA Prinzip beigelegt. Also sehr leicht verständlich und in sehr kurzer Zeit kennt man alle Funktionen der Lampe.

7 Year Warranty:
Genau damit wirbt bereits die Verpackung, was mich doch dazu bewog, auch den Garantieschein einmal durchzulesen, da eine so lange Garantie zur Seltenheit geworden ist. Gemäß dem beiliegenden Schreiben gibt LEDLENSER immer 5 Jahre Garantie, die auf 7 Jahre mittels simpler Onlineregistrierung des Produktes aufgewertet werden kann. Die Garantie gilt zwar nicht auf den Akku - das wäre nahezu utopisch - und auch sonstiges Zubehör wie Tasche und Ladekabel sind ausgenommen, aber auf die Lampe an sich gilt diese Garantie. Das halte ich für ein starkes Statement des Herstellers, denn eine solche Garantie gibt man nicht, wenn die Geräte nach spätestens zwei Jahren das zeitliche gesegnet haben.
Soviel zum Intro, kommen wir zum Eigentlichen, der Lampe!
Design:
Die Lampe besteht vollständig aus einem Aluminiumgehäuse. Dieses hat leicht eingefräste Ringe im Griffbereich und ist ansonsten glatt. Bis auf den Linsendeckel ist das gesamte Gehäuse schwarz matt, somit schön dezent. Es findet sich keine scharfe, spitze oder sonstige hinderliche Ecke an der Lampe.
Lediglich ein Schalter ist an der Lampe vorhanden, das macht die Sache übersichtlich und einfach in der Bedienung. Unter dem Schalter ist der USB-Anschluss angebracht, der mit einer Gummikappe gut vor Spritzwasser und Staub geschützt ist.
Im Lampenkopf sitzt ein großer LED-Chip, davor ist eine für LEDLENSER typische seltsam geformte Linse, die beim zoomen durchgehend den sogenannten Donut (schwarzer Punkt) in der Lampenmitte verhindert.

Programmierung:
Beworben wir die Lampe mit 3 Leuchtmodi, diese können gemäß der Bedienungsanleitung in 3 verschiedenen Abfolgen programmiert werden. Für mich hat sich Mode 3 mit 1000lm - 200lm - 10lm als sinnvollste Stufe herausgestellt.
Die einzelnen Stufen lassen sich mittels einfachem Tastendruck durchschalten. Hat man eine Stufe gewählt und lässt diese für einen Moment an, schaltet der nächste Tastendruck die Lampe aus. Außerdem kann man mittels anhaltend gedrückter Taste im Betrieb in Mode 3 einen Strobe bis zum loslassen der Taste auslösen.
Dies unterscheidet ihn von Mode 1, ansonsten ist dabei die Reihenfolge gleich.
Mode 2 ist Mode 1 in umgekehrter Reihenfolge, sprich man startet dunkel und tastet sich hoch zur hellsten Stufe.
Die Programmierung geschieht durch das Gedrückthalten der Taste für eine gewisse Dauer. Die Lampe gibt mit kurzem Aufleuchten der LED Rückmeldung, welchen Modus man ausgewählt hat.
Ebenfalls einprogrammiert werden kann eine Sperre um unbeabsichtigtes oder unbefugtes Benutzen der Lampe zu verhindern. Diese Sperre wird aktiviert, wenn man den Taster für 19 Sekunden gedrückt hält und die LED vier mal blinkt. Entsperren ist mit einem 5 sekündlichem Druck möglich.
Es werde Licht:
Was die meisten wahrscheinlich am brennendsten interessiert, ist die Lichtausbeute und die einzelnen Leuchtmodi. Dafür lasse ich einfach Bilder sprechen. Diese habe ich einmal auf dem freien Feld, einmal im Wald gemacht. Im Wald hatte ich als Referenzobjekt leihweise eine Lupine Wilma 7 zur Verfügung , die ich zumindest im Power und Mid Power Modus ähnlich der LEDLENSER MT14 programmieren konnte.
Die 10lm sind bestenfalls zum lesen zu gebrauchen. Daher habe ich mir die Bilder davon gespart. Darauf sieht man sozusagen nur schwarz.
Außerdem sei zu sagen, dass es bei den Aufnahmen etwas diesig war, was den teilweise vorhandenen Schleier erklärt. Es zeigt jedoch auch den Unterschied der Ausleuchtung gegenüber der Lupine. Dazu erkläre ich unter den Bildern nochmal mehr.
Alle Bilder sind mit den selben Kameraeinstellungen gemacht worden und wurden nicht nachbearbeitet - lediglich von RAW ins JPEG Format gebracht.
Einstellungen: Nikon D7000 mit Nikkor 20mm/1:2.8 // f/8,0 // 20mm // 1,6s // ISO800

MT14 - 1000lm - wide

MT14 - 1000lm - mid

MT14 - 1000lm - spot

Wilma 7 - 1000lm

MT14 - 200lm - wide

MT14 - 200lm - mid

MT14 - 200lm - spot

Wilma 7 - 225lm

MT14 - 1000lm - wide

MT14 - 1000lm - mid

MT14 - 1000lm - spot


MT14 - 200lm - mid

Das Leuchtbild der MT14 ist im kompletten Ausleuchtungsbereich gleichmäßig ausgewogen. Es hat keine Hotspots und keine Donuts. Die Ränder sind scharf gezeichnet. Das ist ein krasses Gegenteil zur Lupine, die ich gerne als Vergleich heranziehe, da ich beide Lampen parallel auch beim Mountainbiken testen konnte.
Diese gleichmäßige Ausleuchtung der MT14 sind zum Wandern, für Höhlen oder auch mal als Hilfslicht beim Fotografieren perfekt. Für schnellere Sportarten jedoch eignet sich eher ein weit gerichteter heller Spot in der Mitte, kombiniert mit einem weit gefächerten Leuchtstrahl zu den Rändern. So hat man eine gute Sicht nach vorne, nimmt aber trotzdem noch alles um sich herum wahr.
Die stufenlose Zoomfunktion und das Leuchtbild ist aber für die oben genannten „langsameren“ Aktivitäten umso hilfreicher. Hierbei kann man sich dafür entscheiden, ob man um sich herum gerade viel sehen möchte oder einfach mal in die ferne schauen möchte. Der Zoom läuft dabei angenehm weich und lässt sich mittels drehen am Zoomring fixieren.
Volle Power, nur für wie lange?
Ein Punkt, der mir erst nach einiger Zeit aufgefallen ist, da er auch nirgends beschrieben ist, ist die Absenkung des Power Modus. Dies habe ich unter anderem auch im Video gezeigt. Nach ca. einer Minute fängt die Lampe an von 1000lm herunterzuregeln in den Mid Power Modus. Aufgefallen ist mir das erst, als ich die Lampe aus- und sofort wieder eingeschaltet habe, da sie sehr langsam und gleichmäßig in den tieferen Modus dimmt.
Weder auf der Homepage, der Verpackung, noch in der Bedienungsanleitung erwähnt LEDLENSER das. Das Kleingedruckte - ein allgemeiner Standarttext - auf der Verpackung enthält den Satz „…Die Boost-funktion (soweit vorhanden) ist mehrmals verwendbar, aber jeweils nur kurzzeitig verfügbar…“ Diesen Satz verstehe ich so, dass die „Boost-funktion“ eine Sonderfunktion ist, die sofern vorhanden auch beschrieben sein sollte. Ich kann nirgends etwas dazu finden. Es könnte also im Falle der MT14 eine Abschaltung aufgrund von Hitze oder Überlast sein, wobei die Lampe im Vergleich zu anderen LEDs am eiskalt bleibt. Für mich ist das unerklärlich.
Der Spass geht aber weiter, denn es kommt hinzu, dass im Power Modus mit 1000lm ganze 9 Stunden Betriebszeit möglich sein sollen.
Nun wird es etwas mathematisch/technisch…
Gehen wir von einer hocheffizienten LED aus und nehmen 250lm/W an (Stand 2010 für weißes Licht bei 100%iger Lichtausbeute), benötigen wir für 1000lm genau 4W. Über 9h ergibt das 36Wh. Der Akku hat aber nur 18,5Wh, was in etwa die Hälfte ergibt.
Der angegebene Wert ist somit völlig unrealistisch, da die angegebene Zeit technisch bei weitem nicht erreichbar ist und es sich bei den Rechenwerte um rein theoretische Laborwerte handelt. Wie die Laufzeit im Powermodus nun zustande kommt, bleibt mir ein Rätsel und ich halte diese Angabe für eine verwirrende Täuschung des Kunden, der sich auf solche Angaben verlässt.
Dafür gibt es leider ganze zwei Zelte Abzug in der Bewertung.
MT14 und Wasser:
Die Klassifizierung der Lampe bzgl. der Wasserverträglichkeit lautet IPX4. Das heißt soviel wie spritzwassergeschützt. Man sollte die Lampe nicht ins Wasser fallen lassen und nicht unter laufendem Wasser abwaschen. Leichter Regen sollte der Lampe hingegen nichts anhaben und so habe ich es auch erlebt. Eine Fahrradtour bei durchgängig Nieselregen bis leichtem Regen hat die MT14 schadlos überstanden.
Der Akkumulator:
Bei dem mitgelieferten Akku handelt es sich um einen in der Größe standardisierten Li-ion 26650. Dabei stehen die ersten beiden Ziffern für 26mm Durchmesser und die letzten drei für 650mm Länge. Theoretisch… Denn dieser Akku hat glücklicherweise eine Ladeelektronik integriert. Das ist ein Chip auf der Seite des Minus-Pols. Dieser Schützt den Akku vor Tiefentladung und Überladung. Der Vorteil ist, der Akku und die Lampe sind geschützt. Das bringt aber auch den Nachteil mit, dass dieser Akku in einige Ladegeräte für 26650 Akkus nicht mehr hineinpasst. Die Länge beträgt bei diesem Akku ca. 700mm. In meinen Nitecore Digicharger D4 will er leider nicht hineinpassen. Schade eigentlich, denn damit wäre ein noch komfortableres Schnellladen möglich gewesen. Das soll jetzt keine Kritik, sondern eine Notiz am Rande sein.


Somit bleibt noch das Laden mittels USB Kabel. Das Kabel ist ja bereits mitgeliefert und somit kann mit jedem PC, Laptop, Handynetzteil, Powerbank, etc. geladen werden. Aber auch dabei ist mir eine Besonderheit aufgefallen. Ich habe ein USB Ladegerät, welches den Ausgabestrom intelligent mittels iSmart ausgibt. Dafür benötigt es jedoch ein Signal des zu ladenden Gerätes und so bestimmt es ob das Gerät mit 0,5A bis 2,4A geladen wird. Da die Lampe dieses Protokoll offensichtlich nicht unterstützt, wurde sie nur mit 0,5A geladen und benötigte somit fast acht Stunden. In der Bedienungsanleitung wird ein Ladestrom von 1A empfohlen.
Der Schalter auf der Lampe gibt neben der Ladestandsanzeige (grün-orange-rot) auch an, wenn ein Problem mit dem Akku besteht. Ist dieser also defekt, blinkt die LED im Schalter rot und warnt somit den Benutzer. Angeblich auch bei falsch herum eingelegtem Akku, wobei das (logischerweise) nicht funktioniert.
Gut geschützt verstaut:
Sicher untergebracht werden kann die MT14 immer in der hochwertigen mitgelieferten Tasche. Diese ist aus stabilem Nylon und kompatibel mit dem Molle System, welches an taktischen Taschen und Rucksäcken und mittlerweile auch an vielen weiteren Freizeitrucksäcken vorhanden ist. Außerdem sie sie darüber auch an jedem Gürtel zu befestigen. Links und rechts befinden sich an der Tasche noch kleine Einschublaschen, für die ich jedoch in Verbindung mit der Lampe keinen praktischen Nutzen erkenne. Sie stören aber auch nicht.
Die mitgelieferte Handschlaufe ist einfach in eine am Deckel eingelassene Durchführung einzuschlaufen und sichert die Lampe so stets am Handgelenk.



Optionales Zubehör:
Gemäß der Bedienungsanleitung gibt es passend zu dieser Lampe einen Diffusor, einen Gewehrhalter, einen drehbaren Rohrhalter, eine Ledertasche und einen Kabelschalter, der an dem USB Anschluss angebunden werden kann.
Zum Video gehts hier:
Fazit:
Die LEDLENSER MT14 ist verarbeitungstechnisch und haptisch eine sehr schöne Lampe. Sie funktioniert perfekt und die Ausleuchtung ist für die vorgesehenen Anwendungsgebiete perfekt.
Was mich leider sehr enttäuscht hat, ist die falsche Angabe der Leuchtdauer im hellsten Modus, sowie das herunterdimmen aus dem Power Modus nach sehr kurzer Zeit.