Leichter Protektorrucksack für Mountainbiker mit Trinkblase und durchdachten Features.
VORTEILE
- Leicht
- Großer Abdeckbereich des Protektors
- Guter Tragekomfort
- Durchdachte Features (z.B. erweiterbarer Stauraum)
- Hochwertige Verarbeitung
NACHTEILE
- Fach für Wertsachen und Tasche am Hüftgurt etwas zu klein
- Kaum Schlaufen zur Anbringung von Knieprotektoren, o.ä.
BEWERTUNG
Ich habe den Komperdell Tourpack jetzt einige Male auf den Hometrails entlang der Isar, auf den ruppigen Trails rund um Freiburg und auf einer Tour um den Seeberg bei Bayrischzell getestet und muss sagen: Ich bin mehr als begeistert. Der Protektorrucksack ist schön leicht, trägt sich angenehm, und die Details wirken (größtenteils) durchdacht. Außerdem vermittelt der Rucksack mit dem großen Abdeckungsbereich von den unteren Halswirbeln bis zum Steißbein Sicherheit.

Protektor
Die tatsächliche Schutzwirkung des Protektors kann ich bisher (zum Glück) nur bedingt beurteilen. Durch den großen Abdeckbereich von den unteren Halswirbeln bis zum Steißbein vermittelt er allerdings viel Sicherheit. Ich fahre außerdem schon seit langer Zeit beim Snowboarden Rückenprotektoren von Komperdell und da hat mir die zusätzliche Knautschzone schon des Öfteren den Allerwertesten gerettet.
Ein genereller Vorteil der Weichschaumprotektoren ist, dass sie nach einem Crash nicht ausgetauscht werden müssen, sondern viele Belastungen aushalten, bevor eine bleibende Deformierung erfolgt. Komperdell verwendet beim Tourpack mehrere Schichten verschiedener Schaumstoffe.
Tragekomfort
Der Tragekomfort hat mich auf Anhieb begeistert. Der schmale Protektor schmiegt sich (bei korrekter Größe) regelrecht an den Rücken an und man vergisst recht schnell, dass man überhaupt einen Rucksack trägt. Dazu tragen auch die elastischen Gurte (Hüfte und Brust) bei. Eigentlich ein Wunder, dass bei den Herstellern meines durchaus beachtlichen Rucksackarsenals noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Lediglich, dass beim Brustgurt die Länge der beiden Schnallen nicht verstellt werden kann, stört mich ein bisschen. Ich schätze, das liegt daran, dass man hier optional einen kleinen Brustpanzer einclippen kann. Die Längenverstellung des Tragegurts funktioniert aber wieder einfach und tadellos. Zur Belüftung ist der Protektor mit mehreren Luftkanälen durchzogen. Dadurch, dass der Protektor direkt am Rücken anliegt, empfinde ich die Belüftung als nicht sonderlich effektiv – das hat für mich bei einem Protektorrucksack (der auf dem Bike ohnehin eng anliegen sollte) aber auch nicht besonders wichtig.
Detaillösungen
Der Rucksack hat mich mit vielen Detaillösungen überrascht. Auf den ersten Blick wirkt er ziemlich klein, durch ein Zip-System lässt sich der Stauraum allerdings (gefühlt) verdoppeln. Auch durch das stretchige Material und den weit nach unten gezogenen Reißverschluss des Hauptfachs macht das Be- und Entladen Spaß. Ein separates, weich gepolstertes Fach für Sonnenbrille, etc. und ein weiteres (für meinen Geschmack etwas zu klein geratenes) Fach für Wertsachen und (ebenfalls etwas zu kleine) Taschen am Hüftgurt gehören ja inzwischen zur Standardausrüstung eines guten Rucksacks. Das innen angebrachte Nassfach, das bei schlechtem Wetter empfindliche Dinge schützt oder bei gutem Wetter Nasse Sachen separiert ist überraschend aber praktisch. Mir persönlich fehlen an dem Rucksack eine Schlaufe, um ihn an die Garderobe zu hängen und ein paar Schlaufen oder Daisy Chains an denen man z.B. Knieprotektoren außen befestigen kann. Auch ein ausgefeilteres System zur Anbringung von Fullface-Helme n würde ich mir wünschen.

Trinksystem
Der Tourpack kommt mit einer 2-Liter-Trinkblase, was gefühlt der Standardgröße entspricht und für die meisten Touren vollkommen ausreichend ist. Die Blase wird über elastische Riemen an der Innenseite des Hauptfachs fixiert. Das funktioniert sehr gut, wenn die Blase erstmal angebracht ist, macht das Entfernen und Anbringen der Blase aber ein bisschen fummelig – vor allem, wenn auch andere Sachen im Rucksack sind. Vielleicht brauch ich aber einfach auch noch ein bisschen Übung. Was mich absolut überzeugt hat, ist die Führung des Trinkschlauchs, der von unten nach oben geführt wird. So hat man immer leichten Zugang zum erfrischenden Nass. Das Trinksystem an sich funktioniert sehr gut und nach zwei-, dreimaligem Durchspülen hat sich auch der Plastikgeschmack verabschiedet.
Materialien
Wie schon weiter oben beschrieben, ist der Protektor aus mehreren Lagen viskoelastischer Schaumstoffe (das heißt, sie sind grundsätzlich weich, versteifen aber schlagartig bei einer Belastung) gefertigt. Das Material macht einen hochwertigen Eindruck und scheint auch sauber verarbeitet zu sein. Auch das elastische Außenmaterial wirkt hochwertig, wird beim ersten Sturz allerdings beweisen müssen, ob es auch robust ist.

Design
Design ist ja immer Geschmackssache. Mir persönlich gefällt der lang gezogene Rucksack sehr gut. Auch, dass der Protektor oben und unten zu sehen ist sowie die dezente Farbkombination in Schwarz mit blauen Akzenten) finde ich durchaus ansprechend.