Wertvoller Begleiter für ambitionierte Touren in Osttirol
VORTEILE
- Hohe fachliche (Berg)Kompetenz des Autors
- Vielfältige Auswahl an Touren + Varianten
- Detaillierte Tourenbeschreibungen mit Kartenmaterial
- Realistische Einschätzung der alpinen Gefahren
- Super Strukturierung der Gebiete/Berggruppen
NACHTEILE
BEWERTUNG
Dieser Wanderführer richtet sich an alle, die in Osttirol nicht nur wandern, sondern gerne etwas höher hinaus wollen – nämlich auf die beeindruckenden Dreitausender der Region.
Der Autor, Thomas Mariacher, ist ein erfahrener Bergführer aus Lienz und hat 66 Gipfel ausgewählt, die sowohl bekannte Klassiker als auch sogenannte "Geheimtipps" umfassen.
Die Touren sind für mich geografisch logisch gegliedert – beginnend im Westen und im Uhrzeigersinn durch die Gebirgsgruppen Osttirols. Jede Tour ist mit einer Karte, Höhenprofil, Fotos und präzisen Wegbeschreibungen ausgestattet. Das erleichtert die Planung und gibt ein gutes Gefühl für die Anforderungen.
Zur Orientierungshilfe/Einschätzungshilfe hinsichtlich Schwierigkeit gibt es entsprechende Hinweise zu Geländeform, Schwierigkeitsgrad und notwendigen Fähigkeiten. Ich würde es nicht als Einsteigerwandertouren bezeichnen, sondern schon für Geübte bzw. ambitionierte Wanderer bis Bergsteiger.



Ich habe mir diesen Wanderführer zugelegt, weil ich für die Urlaubsplanung mehr Infomaterial suchte. Habe ich diese gefunden? JA. :)
Wer einen mehrtägigen Wanderurlaub in Osttirol plant, findet in diesem Buch eine wertvolle Inspirationsquelle. Es werden nicht nur eine breite Auswahl an Touren angeboten, sondern auch realistische Einschätzungen zu Anforderungen und Risiken. Damit eignet es sich hervorragend zur Vorbereitung – sei es für Tagesausflüge oder als Grundlage für eine mehrtägige Hüttentour.
Ich suche immer nach etwas unbekannteren Touren, also nicht die Standardtouren, die man auf Instagram und Co zu finden bekommt, sondern eher die bekannte "Berghasen" kennen oder Einheimische aber auch landschaftlich reizvolle Ziele.
Ich war schon des Öfteren in Osttirol, meist in verschiedenen Tälern, aber dennoch sind fast alle Touren in dem Buch noch unbekannt oder ich habe sie nur einmal gehört und wurde jetzt wieder aufmerksam auf das eine oder andere Ziel.
Es gibt genug Möglichkeiten und Herausforderungen!



Beispielplanung für den Wiener Höhenweg - geplante Tour im Juli für 6 Mädels! :)
Der Wiener Höhenweg ist eine hochalpine Mehrtagestour durch die Schobergruppe im Nationalpark Hohe Tauern. Diesen habe ich für Ende Juni/Anfang Juli geplant.
Meine Herausforderung: Eine Gruppe an Frauen mit unterschiedlicher Erfahrung und Trainingszustand - von der Genusswandererin bis zur erfahrenen/routinierten Bergsteigerin. Also suchte ich für die Planung genug Material für die Standardtouren UND Optionen für Zusatz-Gipfeloptionen, für die Schnelleren unter uns bzw., für die, die einfach mehr Höhenmeter marschieren möchten.
Also habe ich mich eingelesen und vorerst orientiert, welche Touren entlang oder in der Nähe vom Wiener Höhenweg sind. Die Route verläuft über 5–6 Etappen von Iselsberg oder Winklern bis zum Glocknerhaus und verbindet mehrere bewirtschaftete Hütten:
- Iselsberg – Winklerner Hütte
- Winklerner Hütte – Wangenitzseehütte
- Wangenitzseehütte – Adolf-Nossberger-Hütte
- Adolf-Nossberger-Hütte – Elberfelder Hütte
- Elberfelder Hütte – Glorer Hütte
- Glorer Hütte – Glocknerhaus (optional)
Viele der Gipfel, die im Buch „Dreitausender in Osttirol“ beschrieben sind, liegen direkt an oder nahe der Route. Diese Ziele klingen für "meine" Mädels sehr lohnenswert und habe mittels des Wanderführers folgende Optionen mitgeplant:
1. Keeskopf (3.081 m)
- Lage: Zwischen Etappe 3 und 4
- Zugang: Von der Adolf-Nossberger-Hütte über das Kreuzseeschartl
- Charakter: Anspruchsvoll, aber lohnend mit Panoramablick
2. Böses Weibl (3.121 m)
- Lage: Nähe Glorer Hütte (Etappe 5)
- Zugang: Von der Glorer Hütte als Tagestour möglich
- Charakter: Einer der markantesten Gipfel der Region
3. Petzeck (3.283 m)
- Lage: Südlich der Wangenitzseehütte
- Zugang: Anspruchsvolle Tour, aber mit fantastischer Aussicht
- Besonderheit: Höchster Gipfel der Schobergruppe
4. Hochschober (3.242 m)
- Lage: Östlich der Elberfelder Hütte
- Zugang: Nur mit zusätzlichem Abstecher möglich
- Charakter: Namensgeber der Schobergruppe

Wer steckt hinter dem Autor?
Man merkt, dass hier jemand schreibt, der die Berge nicht nur kennt, sondern liebt. Die Texte sind informativ, ohne zu überfrachten, und vermitteln ein gutes Gespür für die Eigenheiten der jeweiligen Tour. Besonders angenehm: Der Autor verzichtet auf übertriebene Dramatisierung und bleibt stets ehrlich in der Einschätzung der Gefahren und Anforderungen. Ich schätze die alpinistische Erfahrung, die in dem Buch mitschwingt.
Der Autor ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer aus Osttirol und kennt alle beschriebenen Touren aus eigener Erfahrung. Das sorgt für authentische, praxisnahe und verlässliche Informationen.
Informationen zum Tyrolia Verlag:
Der Tyrolia Verlag mit Sitz in Innsbruck ist bekannt für seine hochwertigen Publikationen im Bereich Alpinismus, Kultur und Religion. Besonders im Bereich der Wander- und Tourenführer hat sich der Verlag einen Namen gemacht – mit Büchern, die durchdacht, gut recherchiert und ansprechend gestaltet sind. Auch dieser Band reiht sich nahtlos in diese Tradition ein: robust verarbeitet, mit klarer Typografie und hochwertigem Bildmaterial.
Mein Fazit
Ich fühle mich durch die Tourenbeschreibungen und Vorschläge, vor allem aber durch den guten Überblick jetzt gut vorbereitet und habe für mich die Informationen gefunden, die ich gebraucht habe. Und zusätzlich natürlich gleich die nächsten Bergziele, die sich eventuell im Herbst dann noch ausgehen könnten ;-)
Ich sehe das Buch ideal für diejenigen, die hochalpine Ziele mit Respekt und Vorbereitung angehen wollen. Wer Osttirols Berge intensiv erleben möchte, findet hier genug Tourenvorschläge.. Die von mir ausgewählten sind ja nur ein kleiner Geschmack entlang unserer Route.
Wünsche euch allen viel Spaß und unfallfreie Bergerlebnisse!