Große Touren-Sammlung mit regionalen Zusatzinfos
VORTEILE
- 60 Touren
- GPS Tracks
- Touren neu begangen
- verschiedene Schwierigkeitsgrade
- Infos zu Talorten
- Infos zur Anreise mit den Öffentlichen
NACHTEILE
- Keine Hangneigungsangaben
- Tourenbeschreibung von Heft und Track variieren teils
BEWERTUNG
Für OUTSIDEstories durfte ich einen Rother Skitourenführer testen. Er umfasst, wie der Titel schon sagt, die Brenner-Region.


Genauer geht es um die Teilregionen Innsbruck, Stubai, Wipptal und Sterzing. In diesen Regionen südlich von Innsbruck werden insgesamt 60 Touren beschrieben.


Bevor die Touren im Einzelnen beschrieben werden, findet sich ein umfangreiches Vorwort im Buch, dass den Aufbau der Tourenbeschreibungen genau erläutert. Exposition der Tour, Schwierigkeitsgrad, Lawinengefahr, Aufstiegszeiten, Orientierung, sowie Infos zur umweltfreundlichen Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und wichtige Telefonnummern werden genauso erläutert, wie Infos zu den Talorten und Ausgangspositionen der Touren.
Danach werden die Touren nach Regionen einzeln erklärt. Es gibt 22 Touren in den Stubaier Alpen (Nordtirol), 13 Touren im Karwendel und den Tuxer Alpen, 16 Touren in den Zillertaler Alpen und 9 in den Stubaier Alpen (Südtirol).
Von der Schwierigkeit her finde ich die Auswahl gut gemischt, so findet jeder Leser das zu seinem persönlichen Leistungsniveau Passende.
Zusätzlich können noch GPS-Tracks zu den Touren gedownloaded werden, das sollte gerade Einsteigern die richtige Navigation erleichtern. Nichtsdestotrotz sollte man aber schon in der Lage sein, sich auch bei leerem Akku zurechtzufinden, daher sind die Tracks – wie auch im Vorwort beschrieben – natürlich nicht blind nachzugehen, sondern man muss sich schon je nach der aktuellen Wetterlage und Lawinenlagebericht selbst fragen, ob diese Route die richtige ist und ob die Tour bei den aktuellen Bedingungen begangen werden kann.
Vergleicht man exemplarisch eine Route aus dem Buch mit dem Track, sieht man schon, dass es Unterschiede gibt. Im Track mach die Aufstiegsspur eine lange Linkskurve, während im Buch eine lange Rechtskurve eingezeichnet ist. Das kann verwirrend sein, wenn man außer dem Buch und dem Track keine eigene Tour-Planung macht.


Der Import auf meine Garmin FENIX 6X Pro und auch in die Suunto App klappte problemlos.

Jede Tour hat einen kleinen Kartenabschnitt, der zumindest bei der Grobplanung eine Orientierungshilfe ist. Die zu den Touren gehörenden Landkarten werden übrigens auch im Buch erwähnt, so dass man sich nicht extra die richtigen Kartenbezeichnungen raussuchen muss.

Gut finde ich, dass darauf hingewiesen wird, dass die Aufstiegszeiten von den wohl gut trainierten Autoren so erlebt worden sind und dass Wetter und die persönliche Fitness und Verfassung diese Zeiten in beide Richtungen verändern können.
Die Schwierigkeit wird nach Abfahrtsbreite und Neigung angegeben, mir persönlich würde ein Punktesystem besser gefallen, wie man es aus diversen Online Tourenportalen kennt z.B. Schwierigkeit Aufstieg (von einfach über Spitzkehren bis zu Kletterpassagen), Schwierigkeiten Abfahrt (freie Lichtungen oder tricky Waldabfahrt) und Kondition (locker machbar auch ohne Top-Fitness oder Superfitness notwendig, um oben anzukommen). Im Unterpunkt Anforderungen wird immerhin etwas auf das nötige Skillset eingegangen. Ich weiß, dass für die Fitness die Höhenmeterangaben schon eine gewisse Auskunft geben, aber 1000hm auf 7 km sind schneller gemacht als auf 15km mit langem Talhatscher. Die Tour-Länge in km finde ich gar nicht benannt, aber doch relativ interessant.
Etwas schade finde ich, dass die Hangneigungen nicht angegeben werden, oder in den Kartendarstellungen farbig markiert sind. Das wäre leicht umzusetzen und würde der Übersichtlichkeit nicht schaden. Hangneigungen kann man zwar aus den Höhenlinien herausmessen, das finde ich aber heutzutage etwas umständlich und da ja eh Karten mit abgedruckt sind, könnte man das ja verbinden.
Gut finde ich, dass die Touren größtenteils neu begangen wurden für die 4. Auflage, so sollten auch die Tourenbeschreibungen recht aktuell sein. Erst letztes Wochenende habe ich eine Tour (mit dem Bike) nach einem alten Bikeguide in der Fränkischen Schweiz gemacht mit GPS-Track und teilweise gab es die Trails gar nicht (mehr). So etwas erwarte ich dann nicht von diesem Rother Tourenführer.
Leider konnte ich bisher noch keine Tour aus dem Führer selbst gehen, da die COVID Situation immer noch keine Reise(n) nach Österreich zugelassen hat. Sobald das aber möglich ist, freue ich mich schon, einige Touren auszuprobieren und dann natürlich meine Bewertung upzudaten oder zu kommentieren.
Bisher finde ich das Buch soweit aber gelungen. Es steckt voller (hoffentlich) guter Tourentipps und beim Lesen habe ich schon einen heftigen Drang verspürt, endlich wieder in den Schnee zu flüchten. Das Buch liefert also viele Inspirationen mit einigen Hintergrundinfos. Man kann ja selbst immer noch an der Detailplanung arbeiten, falls notwendig oder gewünscht. Das steht jedem frei.
Die fehlende Hangneigung finde ich schon etwas schade und auch die Abweichung der GPX Tracks zur Route im Buch muss nicht unbedingt sein, daher gibt’s von mir einen Punkt Abzug. Ansonsten finde ich das Buch aber sehr gelungen und finde es klasse, dass es überarbeitet erscheint und nicht auf 30 Jahre alten Daten beruht, wie andere Tourenführer. Den Preis von 16,90€ finde ich in Ordnung.
Hoffentlich wird das Covid bald bezwungen, damit wir die Touren auch endlich ausprobieren und mal wieder so ein Panorama genießen können:





