Drei Jahre mit der Suunto 9 Peak Pro: Ein Fazit
VORTEILE
- Alltagstaugliche Baugröße
- Bedienung über Tasten oder Touchdisplay möglich
- Pulsmessung am Handgelenk oder Brustgurt
- Sehr lange Akkulaufzeit
- Gute Routenplanungs-Möglichkeit
- Robust
NACHTEILE
- Relativ breiter, ungenutzter Displayrand
- Spezieller Ladeadapter notwendig
- Keine Kartenfunktion zur Navigation
- Teilweise scharfkantiges Gehäuse
BEWERTUNG
"Sind wir bald da?"... Ein Satz, den ich als Kind im Auto oft verwendet habe. Und mal ehrlich: Auch heute noch schleicht sich dieser Gedanke in meinen Kopf, vor allem, wenn ich auf einer Bergtour das Tagesziel oder den Gipfel herbeisehne.
Eine Uhr mit Navigation und Höhenmesser ist da eine echte Hilfe. Bei meiner Suche nach einer passenden Sportuhr bin ich vor drei Jahren auf die Suunto 9 Peak Pro gestoßen.
Meine Kriterien waren klar definiert:
- Design und Passform: Die Uhr sollte alltagstauglich sein, sprich, flach genug, um unter einen Hemdärmel zu passen.
- Akkulaufzeit: Sie musste mindestens eine 10-Stunden-Tour mit GPS durchhalten – idealerweise auch zwei.
- Sportarten: Laufen, Radfahren und Bergsteigen sollten als Sportmodi verfügbar sein.
- Bedienung: Unverzichtbar waren mechanische Tasten, um die Uhr auch mit nassen Fingern oder Handschuhen bedienen zu können.
- Funktionen: Ein barometrischer Höhenmesser war wünschenswert.
Diese Mindestanforderungen erfüllen viele Hersteller, aber für meine Kaufentscheidung war am Ende die Tatsache ausschlaggebend, dass Suunto aus Finnland stammt und nicht vom US-Marktführer.
Mein Alltag mit der Uhr
Die Suunto 9 Peak Pro trage ich 23,5 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Die halbe Stunde Pause gönne ich ihr beim Duschen. Im Alltag nutze ich nur wenige der zahlreichen Funktionen. Ab und zu checke ich meine Herzfrequenz oder die Anzahl meiner Schritte. Themen wie Kalorienverbrauch oder Schlafzeit sind für mich weniger relevant – meistens weiß ich selbst, wie gut ich geschlafen habe. Wer es aber wissen möchte: Die Uhr zeichnet all das auf.
Beim Sport ist sie natürlich ein fester Begleiter. In der warmen Jahreszeit nutze ich sie vor allem zum Laufen, Radfahren und Bergsteigen, im Winter für Skilanglauf, Ski Alpin und Skitouren. Alles in allem nutze ich vielleicht 8 bis 10 der über 95 verfügbaren Sportarten, von Aerobic bis Zirkeltraining.
Die einzelnen Sportmodi lassen sich zudem individuell anpassen, sodass man zum Beispiel die Anzeigen auf dem Display selbst konfigurieren oder zusätzliche Funktionen wie Wetterdaten und Notfall-Informationen hinzufügen kann. Obwohl ich mich für Technik interessiere, habe ich auch nach drei Jahren noch lange nicht alles ausprobiert.
Im Trainingseinsatz
Während des Trainings sind die aktuellen Informationen wie Herzfrequenz, Dauer, Strecke, Höhe und Uhrzeit für mich am wichtigsten. Auch die Navigationsfunktion kommt regelmäßig zum Einsatz. Über die kostenlose App kann ich GPX-Dateien auf die Uhr laden oder eine Route erstellen. Auf dem Display wird die Route als Linie angezeigt, der man einfach folgen muss. Das erfordert ein wenig Übung, besonders an Kreuzungen, an denen die Wege im ähnlichen Winkel abzweigen. Aber die Abweichung bemerkt man meist schnell.
Eine nützliche Funktion ist das Höhenprofil der geladenen Route, die den aktuellen Standort anzeigt. Das hilft ungemein, wenn der Gedanke "Sind wir bald da?" wieder aufkommt. Eine weitere Navigationsmöglichkeit ist die Peilung, bei der man einen Endpunkt festlegt und die Uhr die Richtung anzeigt. Diese Funktion hat sich vor allem auf meiner Wintertour in Schweden bewährt. Sie zeigt dann nicht nur die Richtung, sondern auch die verbleibende Distanz und die geschätzte Ankunftszeit an.
Ein großer Pluspunkt ist der barometrische Höhenmesser, der auch Wetteränderungen durch Luftdruckschwankungen erkennt. Die Uhr gibt automatisch eine Wetterwarnung aus, falls nötig. Das passiert bei mir 3- bis 4-mal im Jahr und war bisher immer berechtigt.
Die Akkuleistung hat mich maximal begeistert. Auf einer viertägigen Tour mit täglich etwa 8 Stunden intensiver Nutzung (genaues GPS-Tracking, Navigation, Herzfrequenzmessung) verlor die Uhr pro Tag nur etwa 20 % Akku. Bei längeren Touren kann ich die GPS-Genauigkeit einfach reduzieren, um die Laufzeit weiter zu verlängern. Wenn es doch ans Aufladen geht, ist die Uhr in spätestens zwei Stunden wieder voll. Das magnetische Ladekabel ist praktisch, aber ein gängiger USB-C-Anschluss wäre mir lieber.
Die Ablesbarkeit des Displays ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend, und das bei mittlerer Helligkeitseinstellung. Ein kleiner Wermutstropfen ist der breite Display-Rand, der die nutzbare Fläche etwas einschränkt. Andererseits verbraucht ein größeres Display auch mehr Energie – vielleicht war diese Entscheidung also doch die richtige.
Nach dem Training
Alle Daten werden nach dem Training automatisch in die Suunto-App übertragen. Dort kann ich mir die Route, das Höhenprofil und alle anderen Parameter grafisch ansehen. Die App bietet auch eine Trainingsauswertung, die mich aber noch nicht ganz überzeugt. Manchmal meldet sie eine hohe Anstrengung, obwohl ich den Tag nur auf der Couch verbracht habe. Möglicherweise fließen hier auch Erholungsdefizite früherer Aktivitäten mit ein.
Passform und Robustheit
Die geringe Bauhöhe von nur 10,8 mm war ein entscheidendes Kaufkriterium. Die Uhr ist unschlagbar flach und stört weder unter einem Hemdärmel noch unter einer Handschuhstulpe. Die Verarbeitung ist grandios und hochwertig. Die Knöpfe haben einen sehr guten Druckpunkt. Einziges Manko sind die etwas scharfkantigen Ecken, an denen das Armband mit dem Gehäuse verbunden ist – eine Stelle, die man im Alltag kaum berührt, aber beim gezielten Darüberstreichen spürt.
Die Uhr ist bis 100 Meter wasserdicht, was angesichts des Schwimm-Modus keine Überraschung ist. Ihre allgemeine Robustheit ist beeindruckend: Sie wurde nach dem Militärstandard "MIL-STD-810H" getestet, der sie unter anderem auf Stoß, Vibration, extreme Temperaturen, Feuchtigkeit und Wasserbeständigkeit prüft. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Uhr wahrscheinlich mehr aushält als der Träger.
Fazit
Wenn ich die Uhr mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es "grandios". Sie ist ein treuer Begleiter, der auch nach drei Jahren noch immer aktuell ist. Mit dem Edelstahl-Gehäuse wird sie derzeit auf der Suunto-Homepage für 349 € angeboten, in ein oder anderen Outside-Stories-Partnershops ist sie sogar schon für unter 300 € erhältlich. Ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.