Komfort trifft Dynamik.
VORTEILE
- Sehr angenehmes und leichtes Laufgefühl
- Gelungene Kombination aus Dämpfung und Dynamik
- Auch auf Feldwegen überzeugend
- Hervorragende Belüftung
- Selbst barfuß bei über 30 °C keine Schweißfüße
- Gute Verarbeitung und durchdachte Konstruktion
NACHTEILE
- Für richtig schnelle Tempoläufe nicht unbedingt die erste Wahl
- Nicht für technisches Gelände ausgelegt
BEWERTUNG

Ich habe den 361° Ventus 2 von OUTSIDEstories im Sommer 2026 zum Testen erhalten. Die Bewertung erfolgt vollständig unabhängig. Es gab weder eine Bezahlung noch Vorgaben durch den Hersteller. Über einen Zeitraum von sechs Wochen hatte ich die Möglichkeit, den Laufschuh ausführlich in meinem normalen Trainingsalltag zu testen. Dabei war der Ventus 2 sowohl auf Asphalt als auch auf unterschiedlichen Feldwegen unterwegs.
Im Laufe der Zeit habe ich bereits unterschiedlichste Schuhe verwendet und auch hier auf OUTSIDEstories bewertet. Vom stark gedämpften ASICS Gel Nimbus 23 und Brooks Glycerin 21 über den trailorientierten Columbia Montrail Caldorado 2 bis hin zum wintertauglichen Icebug DTS4 BUGrip und meinen leichten Nike Free Run habe ich mittlerweile einige Modelle und Varianten durch.
361° ist hierzulande im Vergleich zu ASICS, Brooks oder Nike noch deutlich weniger präsent und war mir auch bis zu diesem Test nicht bekannt. Mich interessierte beim Ventus 2 vor allem, ob sich Dämpfung, Komfort und ein dynamisches Laufgefühl sinnvoll miteinander verbinden lassen und ob der Schuh dabei nicht nur auf Asphalt, sondern auch auf meinen üblichen Feldwegen funktioniert.
Eine Besonderheit des Tests ergab sich durch die sommerlichen Temperaturen. Bei gut über 30 Grad habe ich den Ventus 2 häufig sogar barfuß getragen, weil mir mit Socken bei bis zu 38° Grad schlicht zu warm war. Dadurch konnte ich auch beurteilen, wie sich das Obermaterial und das Fußklima unter diesen Bedingungen verhalten.
Was bietet der 361° Ventus 2?
Der 361° Ventus 2 ist ein neutraler Straßenlaufschuh für Training und längere Läufe. Sein Konzept basiert auf einer Mittelsohle, die zwei unterschiedliche Schaumstoffe miteinander kombiniert. Direkt unter dem Fuß liegt CQT EXTREM3, ein superkritischer PEBA Schaum, darunter Primo Foam. Während der obere Bereich für ein reaktionsfreudigeres Laufgefühl sorgt, bildet der darunterliegende Schaum die gedämpfte Basis des Schuhs.

Mit 35 Millimetern unter der Ferse und 27 Millimetern im Vorfuß fällt die Sohlenkonstruktion vergleichsweise moderat aus. Der daraus resultierende Drop von 8 Millimetern entspricht einer klassischen Laufschuhgeometrie. Das vom Hersteller angegebene Gewicht liegt bei 265 Gramm für das Herrenmodell. Für einen komfortorientierten Trainingsschuh bleibt das Gewicht damit angenehm moderat.
Das Obermaterial besteht aus einem elastischen Engineered Mesh mit recycelten Garnen. Die Micro Elastic Konstruktion ermöglicht etwas Nachgiebigkeit und soll sich dadurch besser an den Fuß anpassen. Eine gepolsterte Ferse und die weich aufgebaute Zunge ergänzen den komfortorientierten Aufbau.

Unter dem Fuß kommen GekkoGrip und H.A.R.T. zum Einsatz. Die beiden Gummimischungen sind auf unterschiedlichen Bereichen der Außensohle verteilt und sollen Traktion und Abriebfestigkeit miteinander verbinden. Die Konstruktion bleibt dabei klar auf den Einsatz als Straßenlaufschuh ausgerichtet.
Technische Daten
· Modell: 361° Ventus 2
· Kategorie: Neutraler Straßenlaufschuh
· Einsatzbereich: Daily Trainer
· Gewicht: 265 g laut Hersteller
· Stack: 35 mm Ferse / 27 mm Vorfuß
· Drop: 8 mm
· Mittelsohle: CQT EXTREM3 + Primo Foam
· Außensohle: GekkoGrip + H.A.R.T.
· Obermaterial: Engineered Mesh mit recycelten Garnen
· Einlegesohle: OrthoLite Comfort Foam mit Open Cell Aufbau
Wie macht sich der Schuh im Einsatz?
Meine Trainingseinheiten liegen im Schnitt bei etwa 5 Kilometern und sind eher entspannte Läufe, um den Kopf frei zu bekommen. Normalerweise verwende ich dabei abwechselnd den ASICS Gel Nimbus 23, den Brooks Glycerin 21 oder meine mittlerweile recht alten Nike Free Run Natural. Zusätzlich habe ich den Ventus 2 auch im Alltag getragen, um möglichst viele Kilometer mit ihm zu sammeln.

Der erste Eindruck fällt durchaus positiv aus. Trotz der recht voluminösen Dämpfung wirkt der Schuh angenehm leicht am Fuß. Die vom Hersteller angegebenen 265 Gramm fallen im Lauf kaum störend auf. Gleichzeitig bietet der Ventus 2 spürbaren Komfort, ohne sich schwerfällig anzufühlen. Die Mittelsohle ist angenehm weich, bleibt dabei aber ausreichend definiert. Beim Auftreten sinkt der Fuß nicht einfach in eine weiche Dämpfung ein, sondern der Schuh vermittelt beim Abrollen einen gewissen dynamischen Charakter. Dadurch entsteht ein geschmeidiges Laufgefühl, ohne dass mir die Dämpfung schwammig vorkommt.
Auch die Passform gefällt mir. Ich habe eher schmale Füße und achte deshalb auf einen sicheren Sitz im Mittelfuß, ohne dass es im Zehenbereich zu eng wird. Diese Kombination funktioniert beim Ventus 2 für mich gut. Der Fuß sitzt angenehm und bleibt auch bei Bewegung zuverlässig im Schuh.

Diese Abstimmung funktioniert besonders gut auf Asphalt, wo das flüssige Abrollverhalten bei meinen entspannten Läufen gut zur Geltung kommt. Aber auch auf Schotter und festeren Feldwegen macht der Ventus 2 eine gute Figur. Er bleibt ausreichend stabil und vermittelt selbst auf etwas unebenem Untergrund ein kontrolliertes Laufgefühl. Für meine üblichen Strecken reicht der Grip der Außensohle vollkommen aus. Bei grobem Schotter, tiefem Matsch oder technisch anspruchsvollen Trails würde ich allerdings zu einem entsprechend ausgelegten Trailrunningschuh greifen.

Das Abrollen wirkt für mich natürlich und kontrolliert, ohne den Fuß durch eine sehr aggressive Geometrie nach vorne zu drücken. Für schnelle Tempoläufe würde ich allerdings zu einem entsprechend spezialisierten Schuh greifen. Seine Stärke liegt für mich klar bei entspannten und normalen Trainingseinheiten.
Besonders positiv ist mir das Fußklima aufgefallen. Bei Temperaturen von über 30 Grad habe ich den Ventus 2 häufig barfuß getragen, weil mir mit Socken schlicht zu warm war. Trotzdem hatte ich keine unangenehm verschwitzten Füße. Gerade bei dieser Hitze hat mich das überrascht und das Obermaterial funktioniert für mich hier ausgesprochen gut.

Auch bei der Verarbeitung konnte ich während des Testzeitraums keine auffälligen Schwächen feststellen. Weder beim Obermaterial noch bei der Außensohle zeigten sich Probleme, die die Funktion beeinträchtigt hätten. Eine Aussage über die langfristige Haltbarkeit möchte ich daraus allerdings nicht ableiten. Dafür ist der Testzeitraum schlicht nicht ausreichend.
Für wen ist der Ventus 2 gemacht?
Der Ventus 2 richtet sich aus meiner Sicht vor allem an Läufer, die einen komfortablen Trainingsschuh für entspannte bis normale Läufe suchen und dabei Wert auf eine ausgewogene Mischung aus Dämpfung und Dynamik legen. Besonders wohl fühlt er sich auf Asphalt und befestigten Feldwegen. Wer dagegen einen sehr direkten, extrem dynamischen Schuh für schnelle Einheiten sucht, dürfte andere Konzepte bevorzugen. Für technisches Gelände ist er ebenfalls nicht die richtige Wahl.
Was steckt hinter der Marke 361°?
361° ist in Deutschland und Europa noch vergleichsweise wenig bekannt. Im asiatischen Raum sieht das allerdings anders aus. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und hat sich seitdem zu einem international tätigen Sportartikelhersteller entwickelt. Das Sortiment umfasst neben Laufschuhen unter anderem auch Bekleidung und weitere Sportausrüstung.
Der Name 361° ist bewusst gewählt. Während 360 Grad für einen vollständigen Rundumblick stehen, soll das zusätzliche Grad den Gedanken ausdrücken, noch einen Schritt weiterzugehen. Unter dem Leitgedanken „One Degree Beyond“ verbindet die Marke diesen Anspruch mit der Entwicklung von Produkten für unterschiedliche Sportarten.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von Sportschuhen. 361° arbeitet mit unterschiedlichen Dämpfungs- und Sohlenkonstruktionen, um je nach Einsatzbereich Eigenschaften wie Komfort, Stabilität, Gewicht und Energierückgabe miteinander zu kombinieren.
Inzwischen ist 361° auch außerhalb des chinesischen Heimatmarktes aktiv und international vertreten. Im Vergleich zu etablierten Marken wie ASICS, Brooks oder Nike fehlt hierzulande allerdings noch die gleiche Bekanntheit.
Hard Facts
· Marke: 361°
· Gründung: 2003
· Herkunft: China
· Unternehmensbereich: Sportbekleidung und Sportausrüstung
· Schwerpunkt: Sportschuhe und Performance Produkte
· Internationale Präsenz: Vertrieb in mehr als 60 Ländern
· Stores weltweit: rund 8.000
· Börsennotiert: Hong Kong Stock Exchange
· Markenphilosophie: „One Degree Beyond“
FAZIT:
Der 361° Ventus 2 hat mich während meines Tests überzeugt. Besonders gut gefällt mir die Kombination aus angenehmer Dämpfung, einem vergleichsweise leichten Laufgefühl und ausreichend Dynamik. Der Schuh ist komfortabel gedämpft, ohne schwammig zu wirken, und bleibt gleichzeitig angenehm unkompliziert.
Auf Asphalt spielt er seine Stärken aus, aber auch auf meinen üblichen Feldwegen funktioniert er problemlos. Gerade diese Vielseitigkeit gefällt mir, denn ich muss mir bei meinen normalen Trainingsrunden nicht überlegen, welcher Untergrund mich erwartet. Erst wenn es in Richtung grober Schotter, Matsch oder technisch anspruchsvolles Gelände geht, würde ich zu einem Trailrunningschuh wechseln.

Besonders positiv bleibt für mich das Verhalten bei sommerlicher Hitze. Selbst bei über 30 Grad konnte ich den Ventus 2 häufig barfuß laufen, ohne anschließend Schweißfüße zu haben. Das war für mich eine der größten Überraschungen des Tests.
Der Ventus 2 ist weder ein Spezialist für maximale Geschwindigkeit noch ein maximal gedämpfter Komfortschuh. Seine Stärke liegt genau dazwischen. Er verbindet Komfort, Dämpfung und Dynamik zu einem ausgewogenen Gesamtpaket und passt damit sehr gut zu meinen eher entspannten bis normalen Läufen.
Für mich ist der 361° Ventus 2 deshalb ein richtig guter Trainingsschuh, der sich im Alltag unkompliziert einsetzen lässt und genau das macht, was ich von einem solchen Schuh erwarte. Er bietet Komfort, bleibt angenehm leicht und vermittelt trotzdem ein kontrolliertes und flüssiges Laufgefühl.
Und genau deshalb würde ich ihn definitiv weiterlaufen.
#wirsehenunsdraussen


























































