Vielseitiger Wanderschuh für anspruchsvolle Touren.
VORTEILE
- Sehr angenehme und großzügige Zehenbox
- Hochwertige Verarbeitung
- Zuverlässiger Wetterschutz durch Gore-Tex
- Sehr guter Grip auf Wald-, Schotter- und Wurzelwegen
- Angenehm leichtes und agiles Laufgefühl
- Robustes Cordura-Obermaterial
NACHTEILE
- An sehr heißen Tagen etwas warm
BEWERTUNG
Im Test: The North Face Offtrail Hike GTX

Testzeitraum und Einsatzbereich
Den The North Face Offtrail Hike GTX habe ich über einen längeren Zeitraum regelmäßig getragen. Mit zwei bis drei Einsätzen pro Woche kam der Schuh sowohl auf kurzen Feierabendrunden als auch auf längeren Wanderungen zum Einsatz. Die meisten Touren führten mich durch das Mittelgebirge – über Waldwege, Schotterpisten, wurzelige Trails und gelegentlich auch felsige Passagen. Dadurch konnte ich den Schuh unter sehr unterschiedlichen Bedingungen ausführlich testen.
Design und Verarbeitung
Bereits beim ersten Eindruck wirkt der Offtrail Hike GTX hochwertig verarbeitet. Das robuste Obermaterial aus abriebfestem Cordura Ripstop macht einen langlebigen Eindruck und wird durch zusätzliche Verstärkungen im Zehen- und Seitenbereich sinnvoll ergänzt.
Auch optisch gefällt mir der Schuh sehr gut. Ein Pluspunkt ist, dass The North Face den Offtrail Hike GTX in vier verschiedenen Farbvarianten anbietet. So gibt es sowohl schlichte als auch auffälligere Designs, sodass jeder die passende Variante für seinen Geschmack finden kann.

Technische Ausstattung
Der Offtrail Hike GTX ist als sportlicher Wanderschuh für anspruchsvolleres Gelände konzipiert. Für Wetterschutz sorgt die bewährte GORE-TEX-Membran, die den Schuh wasserdicht macht und gleichzeitig eine gute Atmungsaktivität bietet.
Die EVA-Zwischensohle sorgt für eine ausgewogene Dämpfung, während der integrierte SKYCORE Rock Guard den Fuß vor spitzen Steinen schützt und zusätzliche Stabilität vermittelt. Besonders im Gelände überzeugt außerdem die SURFACE CTRL-Außensohle mit ihren griffigen Stollen, die auf unterschiedlichen Untergründen viel Sicherheit bietet.

Passform und Tragekomfort
Am meisten überzeugt hat mich die großzügige Zehenbox. Viele moderne Wanderschuhe fallen im Vorfußbereich eher schmal aus, doch hier haben die Zehen ausreichend Platz. Gerade auf längeren Wanderungen macht sich das deutlich bemerkbar, da Druckstellen oder unangenehmes Anstoßen bergab ausbleiben.
Obwohl der Schuh sehr robust wirkt, fühlt er sich am Fuß angenehm leicht und agil an. Gerade bei längeren Touren macht sich das positiv bemerkbar, weil die Beine weniger schnell ermüden als bei vielen klassischen Wanderschuhen.
Performance im Gelände
Seine größten Stärken zeigt der Offtrail Hike GTX auf naturbelassenen Wegen. Ob Waldpfade, Schotter oder wurzelige Anstiege – die Sohle bietet einen sicheren Grip und vermittelt ein hohes Maß an Kontrolle.
Der Schuh besitzt dabei ein eher direktes Laufgefühl. Wer besonders weiche und stark gedämpfte Schuhe bevorzugt, könnte ihn als etwas straffer empfinden. Mir persönlich gefällt diese Abstimmung jedoch sehr gut, weil sie einen präzisen Tritt ermöglicht und Sicherheit vermittelt.

Wetterschutz
Während meiner Testphase war der Schuh mehrfach bei Regen sowie auf nassen Waldwegen und feuchten Wiesen im Einsatz. Die GORE-TEX-Membran hielt zuverlässig dicht, sodass die Füße trocken blieben. Gleichzeitig bleibt das Fußklima angenehm, auch wenn es an sehr heißen Sommertagen naturgemäß etwas wärmer im Schuh werden kann.
Haltbarkeit
Nach zahlreichen Wanderungen zeigt der Offtrail Hike GTX lediglich normale Gebrauchsspuren. Das Obermaterial wirkt weiterhin robust und auch die Sohle besitzt noch eine gute Profilierung. Insgesamt hinterlässt der Schuh einen langlebigen und hochwertigen Eindruck.

Fazit
Der The North Face Offtrail Hike GTX hat sich für mich als zuverlässiger Begleiter für Wanderungen im Mittelgebirge erwiesen. Besonders die großzügige Zehenbox, die hochwertige Verarbeitung und das angenehm agile Laufgefühl haben mich überzeugt. Die technischen Features wie GORE-TEX, SKYCORE Rock Guard und die SURFACE CTRL-Sohle sind nicht nur Marketingbegriffe, sondern machen sich im Gelände tatsächlich positiv bemerkbar.
Abgerundet wird das Gesamtpaket durch die Auswahl von vier verschiedenen Farbvarianten, sodass auch optisch für unterschiedliche Geschmäcker etwas dabei ist.
Wer einen sportlichen, robusten und vielseitigen Wanderschuh für Mittelgebirge und anspruchsvollere Tagestouren sucht, findet im The North Face Offtrail Hike GTX einen überzeugenden Begleiter. Für mich zählen vor allem die hervorragende Passform im Zehenbereich, die sichere Performance im Gelände und die gelungene Kombination aus Stabilität und Komfort zu seinen größten Stärken.
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Leichter Gravel- und Rennradhelm mit top Belüftung.
VORTEILE
- Leicht
- Ergonomisch
- Belüftung
- Passform
NACHTEILE
BEWERTUNG
Im Test: Sweet Protection Fluxer MIPS im Langzeittest – Leichter Gravel- und Rennradhelm mit herausragender Belüftung



Testeinsatz
Der Sweet Protection Fluxer MIPS wurde über mehrere Monate hauptsächlich auf dem täglichen Arbeitsweg mit dem Gravelbike getestet. Die Pendelstrecke betrug rund 20 Kilometer pro Richtung und führte über Asphalt, Wirtschaftswege und Schotterabschnitte. Dadurch musste sich der Helm bei sehr unterschiedlichen Bedingungen bewähren: von heißen Sommertagen mit Temperaturen um 30 °C bis hin zu regnerischen Fahrten bei etwa 10 °C.
Gerade ein täglicher Arbeitsweg ist ein guter Härtetest für einen Fahrradhelm. Komfort, Belüftung und Handhabung werden hier wesentlich stärker gefordert als bei gelegentlichen Wochenendausfahrten.
Erster Eindruck und Verarbeitung
Bereits beim Auspacken hinterlässt der Fluxer MIPS einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist auf dem hohen Niveau, das man von Sweet Protection erwartet. Sämtliche Übergänge zwischen Schale und EPS-Körper sind sauber ausgeführt, lose Kanten oder unsaubere Verklebungen sucht man vergeblich.
Optisch wirkt der Helm sportlich und modern, ohne übertrieben aggressiv zu erscheinen. Besonders angenehm ist die vergleichsweise kompakte Bauweise. Der Helm trägt auf dem Kopf nicht unnötig auf und wirkt auch aus der Seitenansicht angenehm schlank.




Gewicht – Eine seiner größten Stärken
Eine der Eigenschaften, die im Alltag sofort auffällt, ist das geringe Gewicht. Mit rund 285 Gramm gehört der Fluxer MIPS zu den leichteren Helmen seiner Klasse.
Auf kurzen Fahrten mag das nebensächlich erscheinen, doch auf täglichen Pendelstrecken summieren sich die Stunden im Sattel. Hier zeigt sich der Vorteil eines leichten Helms deutlich. Selbst nach längeren Fahrten entsteht kaum das Gefühl, zusätzliches Gewicht auf dem Kopf zu tragen. Nacken und Schultern werden spürbar entlastet.
Gerade auf längeren Gravel-Passagen oder bei Gegenwind bleibt der Helm angenehm unauffällig. Nach kurzer Zeit vergisst man nahezu, dass man ihn trägt.
Belüftung – Das Highlight des Fluxer
Die wohl größte Stärke des Fluxer MIPS ist seine Belüftung. Sweet Protection setzt auf großzügige Lufteinlässe sowie ausgeprägte interne Luftkanäle, die den Luftstrom gezielt über den gesamten Kopf führen.
Im Test zeigte sich dies besonders an heißen Sommertagen. Selbst bei Temperaturen um 30 °C kam es kaum zu einem unangenehmen Hitzestau unter dem Helm. Während andere Helme bei langsamen Anstiegen oder im Stadtverkehr schnell warm werden, bleibt der Fluxer überraschend kühl.
Die Luft strömt spürbar durch die vorderen Öffnungen ein und wird über die tiefen Kanäle bis zum Hinterkopf geleitet. Dadurch wird Wärme effektiv abgeführt. Gerade auf dem täglichen Arbeitsweg, wenn man nicht verschwitzt im Büro ankommen möchte, ist dieser Vorteil deutlich spürbar.
Auch bei längeren Schotteranstiegen, bei denen die Geschwindigkeit sinkt, funktioniert die Belüftung weiterhin überzeugend.

STACC-Technologie in der Praxis
Sweet Protection verwendet beim Fluxer die sogenannte STACC-Technologie (Superficial Temporal Arteries Cooling Channel). Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt ein einfaches Prinzip: Die Luftkanäle sind so angeordnet, dass besonders wärmeempfindliche Bereiche im Schläfenbereich gezielt gekühlt werden.
Marketingversprechen gibt es viele, doch beim Fluxer hat man tatsächlich den Eindruck, dass die Konstruktion funktioniert. Der Helm gehört zu den luftigsten Modellen, die ich bislang gefahren bin. Besonders an warmen Sommertagen macht sich dies bemerkbar.

Sicherheit und MIPS Air Node
Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal des Fluxer ist das integrierte MIPS Air Node System.
Im Gegensatz zu älteren MIPS-Lösungen sitzt keine zusätzliche Kunststoffschale im Inneren des Helms. Stattdessen wurde die Technologie direkt in die Polsterung integriert. Dadurch bleibt das Gewicht niedrig und die Belüftung wird nicht beeinträchtigt.
Gerade beim Graveln ist das ein großer Pluspunkt. Schotter, lose Untergründe und wechselnde Bedingungen erhöhen das Sturzrisiko im Vergleich zu reinen Straßenfahrten. Das zusätzliche Sicherheitsniveau durch den Schutz vor Rotationskräften vermittelt ein beruhigendes Gefühl, ohne dass man dafür Einbußen bei Komfort oder Belüftung in Kauf nehmen muss.
Für mich gehört ein modernes MIPS-System inzwischen zur Grundausstattung eines hochwertigen Fahrradhelms.
Passform und Tragekomfort
Der Fluxer sitzt angenehm ausgewogen auf dem Kopf. Das 360°-Anpassungssystem ermöglicht eine präzise Einstellung und sorgt dafür, dass der Helm auch auf ruppigen Gravelabschnitten sicher an Ort und Stelle bleibt.
Positiv fiel auf, dass selbst nach mehreren Stunden keine störenden Druckstellen entstanden. Die Polsterung ist angenehm, ohne übermäßig dick zu sein. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für die Luftzirkulation.
Auch während regnerischer Fahrten bei Temperaturen um 10 °C blieb der Tragekomfort hoch. Der Helm wirkte nie zugig oder unangenehm kalt.
Alltagstauglichkeit
Für Pendler interessant ist die unkomplizierte Handhabung im Alltag. Das Verstellsystem lässt sich schnell bedienen und die integrierte Brillenaufnahme funktioniert zuverlässig.
Auf dem Weg zur Arbeit konnte die Sonnenbrille bei bewölktem Wetter oder längeren Waldpassagen einfach in den vorderen Öffnungen verstaut werden. Die Brille sitzt sicher und klappert auch auf gröberem Schotter nicht.
Was gefällt besonders?
- Sehr geringes Gewicht
- Hervorragende Belüftung auch bei hohen Temperaturen
- Spürbar wirksame Luftkanäle
- Modernes MIPS Air Node System
- Hoher Langstreckenkomfort
- Kompakte Bauform
- Hochwertige Verarbeitung
- Praktische Brillenaufnahme

Gibt es Kritik?
Der Fluxer bewegt sich preislich im oberen Segment. Wer lediglich einen günstigen Alltagshelm sucht, findet sicherlich preiswertere Alternativen. Außerdem ist die sportliche Ausrichtung klar erkennbar – Tourenfahrer mit Fokus auf maximale Abdeckung im Hinterkopfbereich könnten zu anderen Modellen greifen.
Fazit
Der Sweet Protection Fluxer MIPS hat sich im täglichen Einsatz als hervorragender Gravel- und Rennradhelm erwiesen. Besonders beeindruckend sind das niedrige Gewicht und die außergewöhnlich gute Belüftung. Selbst bei sommerlichen Temperaturen um 30 °C bleibt der Kopf angenehm kühl, während der Helm bei Regen und deutlich niedrigeren Temperaturen ebenfalls hohen Komfort bietet.
Für Pendler, Rennradfahrer und Gravelbiker, die viele Stunden im Sattel verbringen, ist der Fluxer eine überzeugende Kombination aus Komfort, Belüftung und Sicherheit. Das moderne MIPS Air Node System, die hochwertige Verarbeitung und die durchdachte Kanalführung machen ihn zu einem Helm, den man nach kurzer Zeit kaum noch wahrnimmt – und genau das ist letztlich eines der größten Komplimente, das man einem Fahrradhelm machen kann.
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IM TEST
Super haltbarer Rucksack für Tagestouren.
VORTEILE
- Hoher Tragekomfort
- Angenehme Größe
- Auf viele Körper anpassbar
- Gute Gewichtsverteilung
- Belüfteter Rücken
NACHTEILE
- Wenig Aufteilungen im Rucksack
- Etwas schmale Schultergurte (Geschmackssache)
BEWERTUNG
Gregory Arrio 22 – Leichter Wanderrucksack mit hohem Tragekomfort
Über den Hersteller
Gregory gehört zu den bekanntesten Herstellern im Bereich Trekking- und Wanderrucksäcke. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Gegründet wurde Gregory von Wayne Gregory, der bereits als Jugendlicher begann, Rucksäcke zu entwickeln und zu verbessern.
Die Entwickler beschäftigen sich intensiv mit der Passform, der Gewichtsverteilung und der Belüftung. Dadurch haben sich die Rucksäcke insbesondere bei Wanderern, Trekkingfreunden und Outdoor-Enthusiasten einen sehr guten Ruf erarbeitet.
Auch Nachhaltigkeit spielt mittlerweile eine größere Rolle. Viele aktuelle Modelle werden mit recycelten Materialien gefertigt, ohne dabei auf Robustheit oder Funktionalität zu verzichten. Gleichzeitig legt Gregory Wert darauf, Produkte für den langfristigen Einsatz zu entwickeln. Ein Rucksack soll nicht nur für eine Saison funktionieren, sondern viele Jahre auf Wanderungen, Reisen und Outdoor-Abenteuern begleiten.
Mit dem Arrio 22 richtet sich Gregory an Tageswanderer und Outdoor-Freunde, die einen leichten, gut belüfteten und komfortablen Rucksack für Tagestouren oder kürzere Mehrtagestouren suchen.
Über das Produkt
Der Gregory Arrio 22 ist ein Wanderrucksack mit einem Fassungsvermögen von 22 Litern. Damit bewegt er sich genau in dem Bereich, der für Tageswanderungen und kurze Touren mit Übernachtung besonders interessant ist. Das Modell setzt auf ein vergleichsweise leichtes Gewicht, ohne dabei auf Stabilität oder Tragekomfort zu verzichten.
Zur Ausstattung gehören unter anderem seitliche Stretch-Taschen für Trinkflaschen, eine Vorrichtung für Trinksysteme, eine Reißverschlusstasche im Deckelbereich sowie Befestigungsmöglichkeiten für Wanderstöcke. Zusätzlich verfügt der Brustgurt über eine integrierte Signalpfeife, die in einer Notfallsituation genutzt werden kann, um auf sich aufmerksam zu machen.

Der Arrio 22 besitzt außerdem einen Hüftgurt, der elastisch ausgeführt ist und sich dadurch angenehm an den Körper anschmiegt. Das soll für zusätzlichen Komfort sorgen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.


Praxiseinsatz auf einer zweitägigen Wanderung
Getestet habe ich den Gregory Arrio 22 auf einer zweitägigen Wanderung mit Übernachtung im Gasthof. Im Rucksack befanden sich Wechselkleidung, Getränke, Verpflegung sowie die üblichen Kleinigkeiten wie Geldbeutel, Handy, Powerbank und Regenbekleidung.
Bereits beim Packen zeigte sich, dass die 22 Liter für diesen Einsatzzweck sehr gut gewählt sind. Für eine klassische Tagestour ist reichlich Platz vorhanden. Gleichzeitig reicht das Volumen auch für eine zweitägige Wanderung aus, sofern keine umfangreiche Campingausrüstung transportiert werden muss. Da ich in einem Gasthof übernachtet habe und weder Schlafsack noch Zelt benötigt wurden, konnte ich alle notwendigen Gegenstände problemlos unterbringen.
Besonders positiv fiel mir der Tragekomfort auf. Gregory genießt in diesem Bereich einen hervorragenden Ruf, und der Arrio 22 bestätigt diesen Eindruck. Die Kombination aus Schultergurten, Brustgurt und Hüftgurt sorgt dafür, dass der Rucksack angenehm am Körper sitzt und auch über längere Zeit nicht unangenehm wird.
Der elastische Hüftgurt hat mir dabei besonders gut gefallen. Er stabilisiert den Rucksack ausreichend, ohne einzuengen. Gerade beim Wandern auf abwechslungsreichen Wegen konnte ich mich frei bewegen, ohne ständig das Gefühl zu haben, von einem starren Gurtsystem eingeschränkt zu werden.
Auch der Brustgurt erfüllt seine Aufgabe zuverlässig. Dadurch bleibt der Rucksack selbst bei flotterem Gehen oder auf unebenem Untergrund angenehm stabil.

Belüftung und Tragegefühl
Eines der Highlights des Arrio 22 ist ohne Zweifel das belüftete Rückensystem.
Gerade an wärmeren Tagen kennt vermutlich jeder Wanderer das Problem eines verschwitzten Rückens. Das FreeSpan-System kann dieses Problem zwar nicht vollständig beseitigen, reduziert es jedoch deutlich. Durch den Abstand zwischen Rücken und Rucksack entsteht eine spürbar bessere Luftzirkulation.
Während meiner Tour war dieser Effekt klar bemerkbar. Der Rücken blieb länger trocken als bei vielen klassischen Wanderrucksäcken, die direkt auf dem Rücken aufliegen. Besonders bei längeren Anstiegen macht sich dieser Vorteil bemerkbar.
Trotz des belüfteten Aufbaus wirkt der Rucksack keineswegs instabil. Im Gegenteil: Auch bei voller Beladung saß alles sicher und kontrolliert am Rücken. Das ist ein wichtiger Punkt, denn manche stark belüfteten Rückensysteme neigen dazu, das Gewicht etwas weiter vom Körper weg zu verlagern. Beim Arrio 22 hatte ich diesen Eindruck nicht.

Organisation und Stauraum
Beim Stauraum hinterlässt der Gregory Arrio 22 insgesamt einen guten Eindruck. Die Größe passt hervorragend zum vorgesehenen Einsatzzweck, und die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände lassen sich problemlos verstauen.
Die seitlichen Taschen sind praktisch für Trinkflaschen oder kleinere Gegenstände, auf die man schnell zugreifen möchte. Auch die Deckeltasche erweist sich unterwegs als nützlich für Dinge wie Schlüssel, Taschentücher oder Energieriegel.
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft jedoch die Aufteilung des Innenraums. Der Arrio 22 setzt stark auf ein großes Hauptfach. Das sorgt zwar für eine einfache Handhabung und maximale Flexibilität beim Packen, bietet aber vergleichsweise wenige Möglichkeiten zur Organisation.
Gerade auf längeren Touren hätte ich mir ein oder zwei zusätzliche Fächer gewünscht. Dadurch ließen sich kleinere Gegenstände besser voneinander trennen und schneller wiederfinden. Wer gerne sehr strukturiert packt, könnte hier etwas mehr Ordnung vermissen.
Das ist kein gravierender Nachteil, aber einer der wenigen Punkte, an denen Gregory das Konzept noch etwas verbessern könnte.

Verarbeitung und Details
Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck. Sämtliche Nähte wirken sauber verarbeitet, die Materialien fühlen sich robust an und auch die Reißverschlüsse arbeiten zuverlässig.
Besonders gefallen hat mir das Verschlusssystem des Hauptfachs. Der Kordelzug lässt sich schnell bedienen und sorgt dafür, dass der Inhalt sicher verstaut bleibt. Ergänzt wird dies durch die Deckelkonstruktion, die zusätzlichen Schutz bietet und gleichzeitig einen schnellen Zugriff ermöglicht.
Auch die seitlichen Kompressionsriemen tragen dazu bei, dass die Ladung kompakt am Rücken bleibt. Selbst wenn der Rucksack nicht vollständig gefüllt ist, entsteht kein unangenehmes Herumrutschen des Inhalts.
Im Alltag sind es oft genau diese kleinen Details, die den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem gelungenen Wanderrucksack ausmachen. Hier merkt man, dass Gregory viel Erfahrung in die Entwicklung seiner Produkte einfließen lässt.
Fazit
Der Gregory Arrio 22 hat sich in meinem Praxistest als sehr gelungener Wanderrucksack erwiesen. Besonders überzeugt haben mich der hohe Tragekomfort, das ausgezeichnete belüftete Rückensystem sowie die insgesamt stabile und angenehme Passform. Die Kombination aus Brustgurt, elastischem Hüftgurt und ergonomischem Tragesystem sorgt dafür, dass der Rucksack auch auf längeren Touren komfortabel getragen werden kann.
Mit seinen 22 Litern bietet er ausreichend Platz für Tageswanderungen und sogar für kurze Mehrtagestouren mit Übernachtung im Gasthof. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Ausstattung sinnvoll gewählt und die integrierte Signalpfeife stellt ein nützliches Sicherheitsdetail dar.
Insgesamt erhält man mit dem Gregory Arrio 22 einen durchdachten, komfortablen und vielseitigen Wanderrucksack, der besonders durch sein Tragesystem und die hervorragende Belüftung überzeugt. Für Wanderer, die einen zuverlässigen Begleiter für Tages- und Wochenendtouren suchen, ist er eine klare Empfehlung.

Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Gregory Arrio 22 bewegt sich preislich mit etwa 130€ (Stand 06/2026) im Bereich hochwertiger Wanderrucksäcke und ist damit sicherlich kein klassisches Einsteigermodell. Betrachtet man jedoch die gebotene Qualität, relativiert sich der Anschaffungspreis schnell.
Ein Rucksack, der über mehrere Stunden angenehm sitzt, nicht drückt und gleichzeitig für eine gute Belüftung sorgt, steigert den Komfort einer Tour erheblich.
Hinzu kommt die robuste Verarbeitung. Sämtliche Materialien vermitteln den Eindruck, für viele Jahre regelmäßiger Nutzung ausgelegt zu sein
Natürlich gibt es günstigere Alternativen auf dem Markt. Wer jedoch Wert auf ein sehr angenehmes Tragegefühl, gute Belüftung und eine hochwertige Verarbeitung legt, erhält mit dem Arrio 22 ein stimmiges Gesamtpaket. Aus meiner Sicht ist das Preis-Leistungs-Verhältnis daher insgesamt als sehr gut zu bewerten.
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IM TEST
Stylischer, warmer Ski-Anorak mit Top-Taschen für die Piste.
VORTEILE
- Stylisher Anorak-Schnitt
- Absolut wind- und wasserdicht
- Sehr hoher Tragekomfort
- Große, geräumige Kängurutasche vorne
- Robustes und langlebiges Material
NACHTEILE
- Kapuze passt knapp über Helme
- Wärmeleistung erfordert Zwiebellook (Layering)
BEWERTUNG
Die Jacke sieht im Anorak-Style nicht nur mega stylish aus, sondern hält auch bei Wind und Wetter auf der Piste richtig schön warm und trocken. Besonders praktisch finde ich das Taschensystem auf der Vorderseite und die kleine Tasche am Ärmel für den Skipass. Der Stoff fühlt sich robust an und die Passform ist angenehm locker.
Da es ein Anorak ist, muss man die Jacke über den Kopf anziehen. Das ist am Anfang etwas ungewohnt, aber durch den seitlichen Reißverschluss gewöhnt man sich schnell daran.
Eine absolute Kaufempfehlung für alle, die eine stylishe, funktionale und bequeme Jacke für den Wintersport suchen!“
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Quilt mit guter Wärme-Gewichts-Relation.
VORTEILE
- Sehr leicht
- Gute Wärmeleistung
- Kleines Packmaß
- Innentasche
- Befestigungsgummi für die Iso-Matte
NACHTEILE
- Geschlossene Fußbox
- Verschlüsse am Rücken, unpraktisch zu öffnen und zu schließen
- Hoher Preis
- Wenig Bewegungsfreiheit wenn der Quilt geschlossen ist
BEWERTUNG
Testbericht: Robens Scoria Quilt UL +6 °C
Quilts ersetzen bei Ultraleichtwanderern oft die klassischen Munienschlafsäcke. Sie sparen Gewicht, haben ein kleines Packmaß und lassen sich flexibel einsetzen. Ich habe den Robens Scoria Quilt UL an einem verlängerten Wochenende bei sommerlichen Temperaturen zwischen etwa 10 und 14 °C getestet.
Das Unternehmen Robens
Robens gehört zur dänischen Oase Outdoors Gruppe und ist seit vielen Jahren für funktionale Outdoor-Ausrüstung bekannt. Das Sortiment umfasst Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Möbel und Campingzubehör. In den vergangenen Jahren hat Robens sein Sortiment verstärkt in Richtung Ultraleicht-Ausrüstung erweitert.
Produktspezifikationen
Der Scoria Quilt UL +6 °C wurde speziell für Touren entwickelt, bei denen jedes Gramm zählt. Laut Hersteller bringt die Regular-Version lediglich 390 g auf die Waage. Mein Exemplar wog inklusive Kompressionssack etwa 380 g.
Zu den wichtigsten technischen Daten gehören:
- Komforttemperatur (Frauen): +11 °C ; (Männer): +6 °C
- 154 g RDS-zertifizierte Entendaune (90/10)
- Bauschkraft von 850+ Fill Power
- 10D Polyester-Ripstop-Außenmaterial
- Länge 205 cm
- Packmaß von lediglich 21 × 13 cm
- PFAS-freie Produktion
- Befestigungssystem zur Fixierung auf der Isomatte
Besonders hebt Robens die sogenannte „Sharkfin Footbox“, eine vorgeformte Fußbox mit zusätzlicher Isolierung hervor, sowie den Wärmekragen im Halsbereich, der Wärmeverluste reduzieren soll.
UVP 259,95 €

Nachhaltigkeit
Robens setzt beim Scoria Quilt UL auf RDS-zertifizierte (Responsible Down Standard) Entendaunen. Die verwendeten Daunen sind laut Hersteller rückverfolgbar und stammen aus verantwortungsvoller Beschaffung. Zudem ist das Produkt PFAS-frei gefertigt.
Praxistest
Ich nutze im Sommer sehr gerne Quilts. Gegenüber klassischen Schlafsäcken bieten sie für mich einen entscheidenden Vorteil: Man kann sie komplett öffnen und bei warmen Nächten wie eine leichte Decke verwenden. Wird es kühler, lässt sich der Quilt schließen und hält die Wärme besser am Körper. Gleichzeitig spart die Konstruktion Material und damit Gewicht.
Der Robens Scoria Quilt UL unterscheidet sich allerdings von vielen anderen Quilts, die ich bisher genutzt habe. Statt einer variablen Fußbox besitzt er eine fest vernähte Fußbox, die etwa bis in Kniehöhe reicht. Darüber öffnet sich der Quilt in die typische Deckenform.
Verschlossen wird der Quilt nicht über einen Reißverschluss, sondern über drei Clips. Zusätzlich liegen zwei elastische Gurte bei, mit denen sich der Quilt an der Isomatte befestigen lässt. Dieses System funktioniert gut und verhindert zuverlässig, dass der Quilt nachts verrutscht.
Die Verarbeitung macht insgesamt einen hochwertigen Eindruck. Besonders positiv fiel mir das angenehme Innenmaterial auf, das sich direkt auf der Haut sehr komfortabel anfühlt. Auch die Daunen besitzen eine gute Bauschkraft und haben sich nach dem Auspacken und Aufschütteln schnell wieder entfaltet.



Wärmeleistung
Die vom Hersteller angegebenen Temperaturwerte erscheinen realistisch. Während meines Tests lagen die Nachttemperaturen bei etwa 12 bis 13 °C. Ich schlief dabei mit Leggings, langärmeligem Shirt und Socken. Unter diesen Bedingungen war der Quilt angenehm warm.
Positiv finde ich, dass Robens die Komforttemperaturen getrennt für Frauen und Männer ausweist. Die Angabe von +11 °C Komforttemperatur für Frauen und +6 °C für Männer entspricht meiner Einschätzung recht gut.
Natürlich darf man nicht vergessen, dass ein Quilt konstruktionsbedingt keinen Kopfbereich wie ein klassischer Mumien-Schlafsack besitzt. Hier muss man ggf. einen Beanie einplanen, da der Kopf viel Wärme verliert.


Kritikpunkte
Mein größter Kritikpunkt ist die fest vernähte Fußbox.
Gerade die hohe Flexibilität ist für mich einer der Hauptgründe, überhaupt einen Quilt zu nutzen. Viele Modelle besitzen einen Reißverschluss oder ein variables Verschlusssystem, sodass sich die Fußbox bei Bedarf komplett öffnen lässt. Dadurch kann der Quilt an warmen Nächten wie eine normale Decke verwendet werden.
Beim Scoria Quilt UL ist diese Flexibilität eingeschränkt. Die geschlossene Fußbox speichert zwar etwas mehr Wärme, nimmt dem Quilt aber gleichzeitig einen wesentlichen Teil seines Nutzungsvorteils. Für mich erschließt sich der praktische Mehrwert dieser Konstruktion daher nur bedingt.
Auf der Produktseite erwähnt Robens eine „durchgehende isolierte Reißverschlussabdeckung“. Tatsächlich besitzt der Quilt jedoch überhaupt keinen Reißverschluss. Vielleicht ist damit die Abdeckung des Druckknopfes am Halsbereich gemeint?
Auch das Schließen des Quilts über die Clips erreicht nicht die Dichtigkeit und Einfachheit eines Reißverschlusses. Insbesondere weil der Quilt so genäht ist, dass die Verschlüsse im Rückenbereich liegen. Sie sind zwar dünn und drücken nicht, aber zum Öffnen und Schließen ist es unbequem. Wenn die Temperaturen sinken und man möglichst viel Wärme speichern möchte, ist das System weniger komfortabel, als bei manchen Konkurrenzmodellen.
Insgesamt ist der Quilt geschlossen ziemlich eng, weil er sich nach der Schulterpartie schnell verjüngt, wesentlich enger als mein Sea to Summit Quilt. Dieses weniger an Material, zahlt auf das geringe Gewicht ein.


Fazit
Der Robens Scoria Quilt UL +6 °C überzeugt vor allem durch sein geringes Gewicht, das sehr kleine Packmaß und die hochwertige Daunenfüllung mit guter Bauschkraft. Für kühle Nächte bietet er eine gute Wärmeleistung und einen angenehmen Schlafkomfort.
Weniger überzeugen konnte mich die geschlossene Fußbox. Gerade die Flexibilität eines Quilts wird dadurch eingeschränkt.
Wer einen extrem leichten Sommerquilt sucht und mit der Fußbox leben kann, erhält ein Ultraleicht-Produkt mit guter Wärme-Gewichts-Relation. Für jemanden, der die maximale Flexibilität und Bewegungsfreiheit eines klassischen Quilts bevorzugt, ist der Quilt weniger zu empfehlen.



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Starker Allround-Tagesrucksack mit fehlender Regenhülle.
VORTEILE
- Sehr angenehmes Tragegefühl
- Schnelle Rückenlängenverstellung
- Angenehmer Hüftgurt mit zwei Taschen
- LidLock für Fahrradhelme
NACHTEILE
- Regenhülle nicht im Lieferumfang
- Hüfttaschen für größere Smartphones vermutlich zu kurz
BEWERTUNG
Ein Tagesrucksack muss sich bei mir schnell beweisen.
Nicht nur auf einer perfekten Testtour, bei der alles sauber gepackt ist und der Rucksack nur zeigen muss, dass er auf einem Wanderweg funktioniert. Sondern im Alltag dazwischen. Auf der Hausbergrunde. Am Rad. Beim Einkaufen. Am Trail. Mit Wasserblase. Mit Regenjacke. Mit Jause. Mit Zeug, das man gerade einfach wo hinbringen muss und irgendwie jetzt in den Rucksack rein muss.
Genau dort entscheidet sich für mich, ob ein Rucksack wirklich brauchbar ist.
Der Osprey Talon 22 kam bei mir in der Farbe Frosty Mint Green zum Testen an. Ich kenne Osprey bereits von mehreren Modellen, unter anderem Atmos, Glade und Duro. Die Erwartung war also schon da.
Osprey kann Rucksäcke bauen.
Das ist nicht die Frage.
Die Frage war eher:
Ist der Talon 22 wirklich die Eierlegendewollmilchsau unter den Tagesrucksäcken? Also einer, den man ständig nimmt, weil er für fast alles passt? Oder ist er am Ende doch nur ein sauber gemachter Wanderrucksack mit ein paar Multisport-Ideen?
Technische Daten
Laut Hersteller ist der Osprey Talon 22 ein leichter Multisport-Rucksack mit 22 Liter Volumen. Er besitzt das AirScape™-Rückensystem, eine verstellbare Rückenlänge, BioStretch-Schulterträger und einen BioStretch-Hüftgurt.
Die wichtigsten Daten und Ausstattungsdetails:
• Volumen: 22 Liter
• Gewicht laut Hersteller: ca. 1,08 kg
• AirScape™-Rückensystem
• Verstellbare Rückenlänge
• Zwei Hüftgurttaschen
• Großes Hauptfach mit Reißverschluss
• Außentasche für Kleinteile
• Stretch-Seitentaschen
• Trinkblasenfach mit Schlauchführung
• LidLock™-Helmhalterung
• Stow-on-the-Go™-Stockhalterung
• Eispickelhalterung
• Blinklichthalterung
• Farbe im Test: Frosty Mint Green

Erster Eindruck
Der Talon wirkt sauber verarbeitet, durchdacht und hochwertig. Nichts daran fühlt sich billig oder überladen an.
Er ist kein dünner Ultraleicht-Beutel, bei dem man sofort Angst hat, irgendwo hängen zu bleiben. Er ist aber auch kein sperriger Panzer. Genau diese Mitte passt für mich bei einem Tagesrucksack sehr gut.
Die Farbe Frosty Mint Green hat mich zuerst etwas skeptisch gemacht. Sie wirkt frisch und hell, aber bei einem Rucksack, der draußen verwendet wird, fragt man sich natürlich sofort, wie lange das schön bleibt. Gut gelöst finde ich, dass der Bodenbereich dunkler ist. Genau dort, wo der Rucksack beim Abstellen zuerst Kontakt mit Boden, Erde oder nassem Gras bekommt, ist er also nicht hell.
Auch die Aufteilung machte gleich einen guten Eindruck. Das Hauptfach lässt sich weit öffnen, die zusätzliche Kleinzeugstasche ist von außen zugänglich, die Hüfttaschen lassen sich angenehm öffnen und die großen Schlaufen an den Reißverschlüssen gefallen mir sofort.
Das sind Kleinigkeiten.
Aber bei Rucksäcken sind es oft genau diese Kleinigkeiten, die später entscheiden, ob man gerne hineingreift, nachjustiert, etwas verstaut oder genervt ist.
Sehr positiv aufgefallen ist mir auch die Rückenlängenverstellung. Bei vielen Rucksäcken ist das etwas, das man einmal einstellt und dann möglichst nicht mehr angreift. Beim Talon geht das wirklich schnell. Fast so selbstverständlich wie das Nachziehen der Schulterträger.
Beim ersten Aufsetzen passte der Rucksack bei mir sofort gut. Körpernah, angenehm, vertraut.
Aber das sagt bei einem Rucksack noch nicht viel.
Ob dieser erste gute Eindruck auch mit Gewicht, am Rad, auf Wanderungen und im Alltag trägt, musste sich natürlich erst zeigen.

Im Einsatz
Der ehrlichste Test kam gar nicht auf einer schönen Bergtour, sondern beim Einkaufen mit dem Fahrrad.
Ich hatte Kartoffeln, ein 6er-Tragerl Bier, Saft und Konserven im Rucksack. Also genau diese schwere, ungünstige Beladung, für die kein Tagesrucksack auf einem Produktfoto herhalten muss. Der Talon war bis oben voll.
Natürlich muss man bei so einer Beladung Brustgurt, Hüftgurt und Schulterträger ordentlich nachstellen. Einfach irgendwie aufsetzen und losfahren funktioniert da nicht.
Nach dem Einstellen saß das Gewicht aber erstaunlich nah am Körper. Auch mit dem E-MTB am Waldweg hat nichts unangenehm gewackelt. Keine lose Masse am Rücken. Keine verzögerten Fliehkräfte durch einen Rucksack, der hinten irgendwo sein eigenes Leben führt.
Das hat mich positiv überrascht.
Gerade bei so einem Einsatz merkt man schnell, ob Schulterträger und Hüftgurt nur auf dem Papier gut klingen oder ob sie wirklich etwas tun. Beim Talon tun sie etwas. Die Schulterträger sind für diese Rucksackgröße sehr gut konstruiert. Sie sind ausreichend gepolstert, aber nicht unnötig dick. Auch der Hüftgurt passt gut. Er ist am Rand schön breit, trägt angenehm und bietet zwei Hüfttaschen.
Der Atmos nimmt mit seinem deutlich steiferen Hüftgurt natürlich mehr Last auf. Dafür ist er beim Anlegen auch umständlicher. Beim Talon ist alles schneller, leichter und sorgloser.
Für einen Tagesrucksack finde ich das sehr gelungen.

Die zweite wichtige Nutzung war die normale Hausbergrunde.
Wasserblase, Regenjacke, kleine Jause und meine übliche Standardausrüstung. Also genau das, was bei mir bei einer kleinen Tour meistens dabei ist.
Dort war der Talon angenehm unauffällig.
Eigentlich ist das fast schwer zu beschreiben, weil er nicht groß auffällt. Und genau das soll ein Rucksack machen. Er soll nicht ständig spürbar sein, nicht drücken, nicht wackeln und nicht nerven.
Der Talon liegt angenehm am Rücken und fühlt sich nicht wie ein Fremdkörper an. Ich bin von Osprey bereits mehrere Modelle gewohnt und man merkt beim Talon schon diese Osprey-DNA. Für mich ist das fast der Komfort des Atmos auf einen Tagesrucksack reduziert.
Kein großes Deckelfach. Kein massiver Hüftgurt. Kein umständliches Anlegen.
Anziehen, kurz nachjustieren, los.
Das mag ich.
Was mir im Einsatz wirklich gut gefallen hat, war weniger irgendeine große Spezialfunktion, sondern die einfache Zugänglichkeit von Kleinkram.
Gerade mit Kindern hat man unterwegs ständig irgendetwas in der Hand. Einen Stein. Ein Schneckenhaus. Ein Stück Rinde. Einen Zapfen. Irgendetwas, das natürlich mitmuss, aber nicht unbedingt ins Hauptfach gehört. Genau dafür sind die Außentaschen am Talon richtig praktisch. Schnell hinein damit, weitergehen, fertig.
Auch für ein Müllsackerl, einen Wasserfilter oder andere Kleinigkeiten passen die seitlichen Taschen sehr gut. Man muss nicht jedes Mal den Rucksack abnehmen und das Hauptfach öffnen. Das mag ich an so einem Rucksack.
Die Seitentaschen haben aber auch eine Grenze.
Für Trinkflaschen sind sie grundsätzlich groß genug, aber während des Tragens komme ich nicht wirklich gut hin. Herausnehmen geht vielleicht noch. Wieder hineingeben eher nicht. Das ist beim Atmos besser gelöst.
Für mich ist das kein großes Problem, weil ich meistens mit Trinkblase unterwegs bin. Die Lösung dafür gefällt mir beim Talon sehr gut: Blase einschieben, aufhängen, Schlauch sauber führen, fertig. Wenn man den Schlauch außen nicht zu lang lässt, funktioniert das wirklich gut.
Wenn zu viel Schlauch frei hängt, muss man ihn immer wieder etwas zurückschieben, damit er nicht herumbaumelt. Das ist aber kein großes Problem.
Für Trinkblasen-Nutzer ist das sehr gut gelöst.
Wer aber gerne während des Gehens zur Flasche greift, sollte das wissen.
Als Taschen für Fundstücke, Müllsackerl, Filter oder Kleinkram: sehr gut.
Als wirklich gut erreichbare Trinkflaschentaschen während des Tragens: eher nicht.
Sehr praktisch finde ich auch das äußere Meshfach. Dort kann man zum Beispiel eine nasse Regenjacke verstauen, ohne sie ins Hauptfach zu stopfen. Das ist für mich draußen wirklich sinnvoll. Gerade wenn die Jacke nach einem Schauer feucht ist, will ich sie nicht zu Jause, Erste-Hilfe-Zeug oder Ersatzkleidung geben.

Die beiden Hüfttaschen sind ebenfalls angenehm. In einer Tasche hatte ich Schlüssel, Taschentücher und Taschenmesser. In der anderen mein Smartphone. Beide Taschen lassen sich gut einhändig öffnen und auch wieder schließen.
Ein Punkt ist mir aber aufgefallen: Mein Smartphone ist ein Samsung XCover 5 und damit eher klein im Vergleich zu vielen aktuellen Geräten. Das passt gerade so hinein. Am Volumen liegt es nicht, denn für Kleinkram sind die Taschen wirklich gut. Sie sind für größere Smartphones nur vermutlich etwas zu kurz.
Wer also ein großes Smartphone in der Hüfttasche tragen möchte, sollte das vorher testen.
Was der Talon sehr gut kann: Er liegt angenehm am Körper.
Nicht schwammig. Nicht weit weg. Nicht wie ein Rucksack, der hinten sein eigenes Leben führt. Gerade am Rad oder auf schmaleren Wegen gefällt mir das sehr gut, weil der Rucksack nahe am Rücken bleibt und nicht herumzieht.
Anziehen, kurz nachstellen, los.
Auch beim Wiederaufsetzen nach einer Pause hatte ich kein grausliches, kaltes, vollgesogenes Rückengefühl. Das Material am Rücken bleibt angenehm genug, auch wenn man geschwitzt hat.
Im Hochsommer wird ein stärker hinterlüfteter Rucksack sicher noch angenehmer sein. Aber für einen Rucksack, der auch am Rad, im Alltag, auf kleinen Touren und in kühleren Jahreszeiten funktionieren soll, passt dieser körpernahe Sitz für mich sehr gut.
Bei Hike-&-Bike-Einsätzen wurde die LidLock™-Helmhalterung interessant.
Ich habe diese Lösung vorher noch nie wirklich bewusst verwendet und muss sagen, dass sie mir sehr gut gefällt. Man steckt den Clip durch eine Belüftungsöffnung des Fahrradhelms, dreht ihn und der Helm hält.
Das geht schnell, elegant und stabil.
Für Fahrradhelme finde ich das wirklich hervorragend. Es ist so einfach gelöst, dass man sich fragt, warum das nicht längst überall so gemacht wird.
Aber es gibt auch eine klare Grenze.
Kletterhelme ohne passende Belüftungsöffnungen lassen sich so nicht befestigen. Das klassische Helmnetz wird dadurch also nicht komplett ersetzt. Gerade wenn man den Talon für Hike & Bike oder Klettersteig verwenden möchte, sollte man das wissen.
Mit Fahrradhelm: super.
Mit jedem Helm: nein.
Das System lässt sich auch nicht so schön zweckentfremden wie ein Helmnetz, wenn man kurzzeitig etwas außen befestigen möchte.
Stow-on-the-Go™ funktioniert auch beim Talon gut und ist eine elegante Lösung, wenn man zwei Wanderstöcke bei einer kurzen Kletterpassage schnell aus dem Weg haben möchte.
Für mich persönlich ist es nicht ganz so wichtig, weil ich meistens keinen klassischen Stock-Satz verwende, sondern eher einen langen Stock. Dafür ist das System nicht wirklich gedacht.
Für längere Verwahrung würde ich Stöcke sowieso hinten am Rucksack befestigen. Auch dafür bietet der Talon eine Möglichkeit.
Insgesamt passen die Außenbefestigungen gut zum Rucksack. Man kann schnell etwas verstauen, kurz etwas außen befestigen und den Rucksack je nach Einsatz etwas zweckentfremden.
Eine Skihalterung noch drauf und er wäre für mich noch näher an einem Rucksack für fast alles. Das ist kein wirklicher Kritikpunkt, weil der Talon kein Skitourenrucksack sein muss. Aber bei diesem Rucksack denkt man automatisch weiter.

Beim Regenschutz liegt für mich das größte Manko.
Die Regenhülle ist nicht im Lieferumfang enthalten. Man muss sie extra kaufen.
Das finde ich schade.
Bei einem Rucksack, der so stark auf vielseitige Einsätze zielt, gehört eine Regenhülle für mich einfach dazu.
Das äußere Meshfach ist zwar praktisch, gerade für eine nasse Regenjacke oder Dinge, die man nicht ins Hauptfach geben möchte. Es ersetzt für mich aber kein eigenes Regenhüllenfach.
Gerade bei einem Allroundrucksack ist eine Regenhülle nicht nur Regenschutz. Sie ist auch Schmutzhülle, Matschschutz am MTB und manchmal eine trockene Unterlage beim Pausieren.
Wenn ich den Rucksack in nasses Gras, Erde oder Matsch lege, ist eine solche Hülle einfach praktisch.
Kleine Regengüsse hat der Talon bisher gut weggesteckt. Schnee hatte ich wetterbedingt nicht mehr im Test. Es geht mir also nicht darum, dass der Rucksack sofort undicht wäre. Das wäre auch unfair.
Der Talon will ein Rucksack für viele Situationen sein. Alltag, Wandern, Rad, Hike & Bike, kleine Touren, vielleicht sogar sehr minimalistische Biwaksachen. Und genau dann möchte ich beim Wetterschutz nicht improvisieren müssen.
Mit passender Ausrüstung geht nämlich erstaunlich viel hinein. Sodass auch minimalistische Biwaktouren mit dem Talon möglich sind. Von der Länge passt ein Big Agnes Copper Spur 2 hinein. Dazu eine kleine Isomatte wie eine Exped SynMat und einen leichten Schlafsack wie einen Cumulus Lite Line.
Zu zweit, wenn die andere Person Essen und Kocher übernimmt, geht das wunderbar. Allein würde ich eher Biwaksack oder kleines Tarp, UL-Hobo und das Nötigste mitnehmen.
Natürlich ist der Talon kein Trekkingrucksack.
Aber er lädt dazu ein, mehr mit ihm zu machen, als nur eine normale Tageswanderung.
Und genau deshalb stört mich die fehlende Regenhülle.
Fazit
Ich muss sagen: Der Osprey Talon 22 ist für mich ein richtig starker Tagesrucksack.
Nicht, weil er irgendeine spektakuläre Einzelsache kann. Sondern weil er im Alltag, auf kleinen Touren, am Rad und auf der Hausbergrunde einfach funktioniert. Er sitzt gut. Er wackelt nicht. Er trägt sich angenehm. Er ist schnell eingestellt. Und er bietet für 22 Liter erstaunlich viele Möglichkeiten.
Genau das ist bei einem Tagesrucksack viel wert.
Besonders gut gefallen mir das Tragegefühl, die schnelle Rückenlängenverstellung, die Hüfttaschen, das praktische Hauptfach, die Trinkblasenlösung und die LidLock™-Helmhalterung für Fahrradhelme, sowie das Fach für Kleinzugs.
Der Talon ist kein Rucksack, der groß auffallen muss.
Er ist eher einer, den man ständig nimmt, weil er einfach passt.
Und genau das mag ich an ihm.
Die Kritikpunkte sind für mich trotzdem klar.
Die Regenhülle fehlt. Ein eigenes Bodenfach dafür fehlt ebenfalls. Die Hüfttaschen sind für große Smartphones wahrscheinlich zu kurz. Die Seitentaschen sind nicht ideal, wenn man während des Gehens aus Flaschen trinken möchte. Und LidLock™ ersetzt kein Helmnetz für jeden Helmtyp.
Das sind keine Katastrophen.
Aber bei einem Rucksack, der so nahe an dieser Eierlegendewollmilchsau dran ist, fallen genau solche Dinge eben auf.
So bleibt ein sehr guter, sehr vielseitiger und sehr angenehmer Tagesrucksack mit einer Lücke, die aus meiner Sicht nicht sein müsste.
Bei mir ist er dennoch der neue Standard geworden.