Leises Leistungswunder!
VORTEILE
- Leicht
- Leistungsstark 3500 W maximal
- Kompakt
- Stabil
- Flexible Zuleitung
NACHTEILE
BEWERTUNG
Für OUTSIDEstories durfte ich diesmal Produkte vom japanischen Hersteller SOTO testen. Den Namen und das Logo kannte ich bereits, aber hatte bisher noch kein Produkt von diesem Hersteller besessen.
SOTO (wörtlich übersetzt „Draußen“) machte sich 1978 einen Namen mit dem Shinfuji Burner of Japan, damals revolutionierte ein Entwicklungsteam die Brennertechnologie vor allem in Bezug auf die Vorheizdauer, damals waren bei bis zu -40° C Vorheizzeiten von 2 bis 3 Minuten angesagt, das Team schaffte es diese Zeit auf wenige Sekunden zu reduzieren und verschaffte dem Team den Spitznamen „Meister der blauen Flamme“.
Eingesetzt wurde die Technologie damals noch eher in der Landwirtschaft, ab 1986 wurde der Fokus dann auch auf die Outdoorbranche gerichtet und erstmals ein Sturmfeuerzeug sowie Gasbrenner zum Kochen entwickelt. Ab 2010 wurde de Marke auf dem Weltmarkt eingeführt und verfollständigte das Sortiment auch mit Kochgeschirr.
Testen durfte ich den FUSION Trek Brenner sowie das NAVIGATOR Kochset.
Hier geht es erstmal um den Brenner.
Der Brenner wirkt ausgepackt erstmal sehr solide, nichts wackelt oder klappert wie bei günstigen Produkten, auch der Stahlflexschlauch ist erfreulich flexibel.
Mit 182 Gramm (nachgewogen 197 Gramm inkl. Tasche) ist der Kocher erfreulich leicht und lässt sich auch kompakt verstauen im beiliegenden Packsack. Beeindruckend ist die maximale Leistung von bis zu 3500 Watt, damit spielt er Leistungstechnisch schon in der Oberliga der Gaskocher mit.


Das Einzige, was mir auf Anhieb aufgefallen ist, war, dass der Kocher keine Vorglühspule hat, dies soll normalerweise gerade bei tiefen Temperaturen den Verbrennungsvorgang verbessern, ob das ein Problem ist, wird der Test zeigen.
Der Kocher lässt sich ohne Probleme und viel Gasverlust mit Schraubverschluss an und abkoppeln, auch die Dosierung der Flamme klappt sehr präzise! Irritierend ist hier, dass die erste Umdrehung beim Öffnen noch gar kein Gas herauslässt, andererseits ist es ein sinnvolles Safety Feature! Der Drehhebel kann natürlich für den Transport noch angeklappt werden.
Persönlich nutze ich den Kocher hauptsächlich, um Wasser zu kochen für Tee oder Campingnahrung zu hydrieren oder auch mal Pasta oder Porridge zu machen. Für den Test gabs aber auch mal ein Spiegelei 😊
Dank des breiten Dreibeins steht der Kocher in der Regel relativ schnell sehr stabil, auch wenn der Boden nicht planiert ist, sodass auch ein großer Topf problemlos sicher steht.

Ich finde diese Art des Brenners deutlich besser als die kleinen Brennköpfe, die man auf die Gasflasche schraubt, da das für mich immer etwas kippelig wirkt. Hier steht der Topf stabil und nahe am Boden, sodass das Risiko des Verschüttens deutlich reduziert ist.
Die Bodenfreiheit ist trotz Leichtbau ausreichend, sodass man auch nicht gleich den Untergrund in Brand setzt.
Beim Feldversuch brauchte 1l Wasser ohne Deckel ca. 6 Minuten bis zum Kochen bei 6° C Außentemperatur und mittlerem Wind bei ca. ¾ Vollgas. Der Wert geht für mich voll in Ordnung. Es wurden laut Waage ca. 22 Gramm Treibstoff verbraucht, das deckt sich in etwa mit der Herstellerangabe von 230 g/h. Positiv aufgefallen ist auch, dass wenig Hitze am Topf vorbeiströmt dank des hohen Rands um die Austrittsbohrungen. Die fehlende Aufheizspule scheint also kein Problem darzustellen!
Es gab dann Tee und Trecking Milchreis mit Banane.


Bei der „Labormessung“ in der Küche bei 24° C brauchte der Kocher 3:28 Minuten bei Vollgas mit dem großen Topf aus dem NAVIGATOR Set (ohne Deckel!) um 1 Liter Wasser von ca. 20° C bis zum sprudelnden Kochen zu bringen und verbrauchte dabei 14 Gramm Treibstoff. Da kann man nicht meckern! Auf den Bildern sieht man auch sehr schön, dass der Brenner die Hitze nach oben gebündelt abgibt und nicht seitlich verteilt wie andere Produkte.



Überaus erfreulich ist das Betriebsgeräusch, es ist bis dato mit Abstand mein leisester Brenner und das ist sehr angenehm, da das Fauchen nicht alles überdeckt und man weiterhin die Naturgeräusche genießen kann.
Ach ja, da war ja noch die fehlende Aufheizspule, auch nach 1h bei -5° C gab es keinerlei Schwierigkeiten und der Brenner funktionierte wie bei Plusgraden ohne Probleme. Alles super!
Ein bisschen schade finde ich, dass der Kocher ohne Alu Windschutz und Aluunterlage kommt, bei anderen Herstellern sind diese Ergänzungen manchmal im Lieferumfang integriert. Dennoch ist der FUSION Trek für UVP 115,95 € für mich eine top Empfehlung, mit super Leistung und leiser Geräuschkulisse, die bisher keinerlei Schwächen gezeigt hat! Volle Punktzahl von mir!