Vernünftiger leichter und stabiler Gaskocher
VORTEILE
- Dosierbarkeit der Flamme
- Gesamtpaket
- Klein einklappbar
- Gewicht
NACHTEILE
- Piezo Zündung nicht ganz zuverlässig
- Etwas windanfällig
- Evtl. Preis
BEWERTUNG
Hey Leute,
ich habe etwas Neues von OUTSIDEstories zum Testen bekommen.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten bei der Zustellung kam es dann doch noch bei mir zuhause an.
Ich habe mich sehr darauf gefreut, da ich schon auf der Suche nach einem Ersatz für meinen bisherigen Gaskocher war.
Ich habe einen Gaskocher von Jetboil für mich und für euch zum Testen bekommen. Den „Jetboil - Mighty Mo“ Stove also Gaskocher.

„Jetboil“, ein Hersteller aus den USA, die seit 2012 der „Johnson Outdoors“ Markenfamilie angehören und seither auch von denen produziert werden, ist den meisten sicherlich ein Begriff.
Dabei stand Jetboil stets für Innovation und sie nutzten Johnson Outdoors als Sprungbrett um ihr bestehendes System weiter verbessern zu können.
Nur das die meisten von euch und so auch ich Jetboil eher von Gesamtsystemen fürs Kochen kennen dürften. Ich dachte Jetboil stellt nur diese Töpfe her die mit dem Kocher selbst direkt verbunden sind um damit die Effizienz zu steigern und die Abwärme sowie Windanfälligkeit zu minimieren.

Aber um diese Kochsysteme soll es diesmal nicht gehen, denn Jetboil produziert auch noch andere Dinge wie auch auch den „MightyMo“ Gaskocher.

Ich denke den Aufgabenbereich eines Kochers für unterwegs brauchen wir nicht bis in die Unendlichkeit erörtern.
Er soll möglichst schnell und effizient mein Essen oder Wasser erhitzen oder zum Kochen bringen. Punkt.
Für den Wandersmann könnte hier nun an der Stelle das Gewicht und das Packmaß noch eine Rolle spielen.
Diese Punkte möchte ich mit euch nun durchgehen und meine Erfahrung mit euch teilen.
Zum Thema der Geschwindigkeit und Effizienz.
Ich hatte immer mal wieder das Gefühl, dass ein wenig mehr Windschutz dem MightyMo nicht schlecht getan hätte, was sich dann natürlich ein wenig auf die Effizienz und somit auf die Geschwindigkeit des Erhitzens auswirkt.
Jetboil gibt eine unglaubliche Kochzeit von 3 Minuten für 1 Liter Wasser an (in Klammern allerdings mit einem Jetboil - FluxRing-Topf).
Seltsame Angabe wenn es doch aber um einen einfachen Kocher geht.
Nun ich habe keinen Ultra-Highend-Topf sondern einen einfachen Stove namens MightyMo. Also habe ich den Test auf meiner Terrasse unter milden Witterungsbedingungen selbst gemacht.

Mein Wasser kochte nach rund 4 Minuten. Ist das noch ok? Ich denke schon.

Die Bedingungen unter denen ich getestet habe:
- 15 Grad Celsius
- Edelstahl Topf mit Deckel
- mäßiger Wind
- Wasser so kalt wie es mein Wasserhahn hergibt
- voll aufgedrehter Kocher
- Standard Butan/Propan Gas (kein spezielles Sommer- oder Wintergas)
Punkto Gewicht und Packmaß:
Jetboil bewirbt den MightyMo Stove mit 95 Gramm und das kommt nachgemessen auch hin. Das ist schön leicht.
Zudem ist er zusammengeklappt deutlich leichter als mein vorheriges Modell von MSR.
Zuvor war es mir nicht möglich meinen Kocher gemeinsam mit einer kleinen Gaskattusche in meinen Titankochtopf (750 ml) zu packen. Das ist nun möglich:
Herstelleranhabe 104 mm x 165 mm.

In der Verpackung mit enthalten war bei mir ein Ständer mit 4 Füßen (obwohl es auf der Homepage nur 3 Füße sind) und ein kleines orangenes Beutelchen, in dem Fuß und Kocher Platz finden.
Alles zusammen, vorausgesetzt man nimmt dieses Set so mit, wiegt die Konstellation knapp 120 Gramm und findet auf jeden Fall in jedem Rucksack noch einen kleinen Platz.


Aufbau, Verarbeitung & Stabilität:
Der MightyMo wurde versucht klein und kompakt zu halten. Das ist dem Hersteller weitestgehend auch gelungen.
Die Arme für den Topf lassen sich platzsparend nach unten einklappen. Und das Verstellrädchen zum Dosieren der Flamme lässt sich da zwischendrin auch verstauen.
Einzig der Schandfleck an der Seite passt nicht so recht ins Bild. Ein Detail welches Jetboil versucht hat auf den ersten Bildern auf der Webseite zu verstecken.

Leider erschließt sich mir nicht so ganz wofür es da ist.
Ich habe nur eine Vermutung. Jetboil rühmt sich mit einer einzigartigen Dosierbarkeit der Flamme. Die Einstellmöglichkeiten wären wohl kaum vergleichbar mit anderen Gaskochern.
Ich bin mir nicht sicher ob das tatsächlich so sehr spürbar ist und ob es in der Realität tatsächlich zwingend gebraucht wird. Da man im Normalfall ja nicht wie zuhause auf mittlerer Hitze für 20 min köcheln lässt.
Aber egal, lieber haben als brauchen.
Worauf ich hinaus will ist, dass ich glaube das dieser etwas unästhetische Überwuchs an der Seite des Kochers als Reservoir dient, um eine genaue Regulierung der Flamme ermöglichen zu können.
Aber wie gesagt, kein fundiertes Wissen, sondern reine Vermutung.
Positiv aufgefallen ist mir die Stabilität. Der Kocher wirkt robust und hochwertig. Nichts klappert und alles geht straff. So soll es sein.
Man kann natürlich nicht beurteilen wie langlebig das Material tatsächlich sein wird aber da habe ich wenig bedenken.

Eher bedenken habe ich bei der am Kocher verbauten „Piezo“- Zündung.
(Für alle die nicht wissen was eine Piezo-Zündung ist. Das ist eine verbaute Vorrichtung am Kocher die auf Knopfdruck einen Funken erzeugt, um das Gas zu entzünden und den Kocher damit zu starten. Im Prinzip wie bei einem elektrischen Feuerzeug.)
Diese hat bei mir nämlich schon nach kurzer Zeit mal ein paar Aussetzer gehabt. Mehrfaches Drücken war nötig, nicht um das Gas zu entzünden, sondern um überhaupt einen Funken zu erzeugen.
Das ist nun nicht besonders langlebig.
Scheint bei einigen Herstellern wohl ein Problem zu sein (ich würde also vielleicht ein kleines Feuerzeug zur Reserve mitnehmen).
Außerdem hat es mir auch schon bei der zweiten Mitnahme im Rucksack das kleine Drähtchen auf der Oberseite das den Funken für das Gas erzeugt verbogen. Leider ragt der Draht etwas hervor und ist nur wenig durch den Aufbau des Kochers geschützt.
Noch ließ er sich zurückbiegen. Aber die Frage ist: Wie oft man das machen kann.?

Fazit:
Ich hoffe meine Berichterstattung wirkt für euch nicht zu negativ geladen. Denn so soll es gar nicht wirken.
Der MightyMo ist ein guter Kocher mit ein paar Problemchen und Eigenheiten.
Nicht dramatisch aber verbesserungswürdig.
Beim Hersteller soll der MightyMo Kocher knapp 80,- Euro kosten.
10 bis 20 Euro weniger hätten es auch getan.
Vielleicht ist er woanders ja auch noch ein paar Euro günstiger.
Ich möchte euch den MightyMo von Jetboil empfehlen. Ihr kennt nun seine Macken und müsst euch selbst ein Bild machen ob ihr damit leben könnt.
Ich hatte in den vergangenen Wochen meinen Spaß mit diesem Kocher und habe mich gefreut nun einen Ersatz für mein älteres Exemplar gefunden zu haben.
