Technikreiniger ohne Reinigungswirkung
VORTEILE
- Biologisch Abbaubar
- Passt vom Format in den Flaschenhalter
NACHTEILE
- Schlechte bis keine Reinigungswirkung
- Pumpflasche an der Pumpeinheit undicht
BEWERTUNG
Als Fahrrad-Pendler bei jedem Wetter ist es spätestens nach 2 Wochen soweit: Das Fahrrad macht Geräusche wie ein Vogelnest im Frühjahr. An jeder Ecke quietscht und piept es. Dann weiß man: Es wird Zeit für eine Fahrradreinigung. Die unangenehmsten Geräusche kommen meist von der Bremse oder dem Antrieb. Schmutz am Rahmen macht üblicherweise nicht durch Geräusche auf sich aufmerksam. Aus diesem Grund benötigen diese Komponenten besondere Pflege. Ich gebe es zu, ich verwende bei meinem Pendel-Radl auch den Hochdruckreiniger...allerdings nur mit reduzierter Strahlkraft. Zusätzlich habe ich dann noch eine Bürste mit dabei, um die schlecht erreichbaren Stellen zu reinigen. Allerdings: Die Kette ist da immer so ein Sorgenkind. Den ganzen Schmodder auf der Kette, den Ritzeln oder den Schaltröllchen bekommt man nur mit mechanischer Hilfe (--> Bürste, Schraubenzieher und viele Lappen) halbwegs runter. Umso gespannter war ich auf den Technikreiniger der Firma "Antidot". Die Produktbeschreibung liest sich zu schön:
- 100% biologisch abbaubare Basis
- zur Antriebs- und Bremsenreinigung
- entfernt hartnäckigste Rückstände
- einfach und sicher in der Anwendung
- Flasche aus 100% recyceltem PET
- Nachfüll-Packung auch als 10l Bag-in-Box erhältlich
- für alle Fahrräder und E-Bikes geeignet
Na das klingt doch danach, als ob in Zukunft die aufwändige Reinigung wegfallen kann. Insbesondere der Hinweis, dass auch "hartnäckigste Rückstände" entfernt werden würden ließ mir im Übertragenen Sinne das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Hinzu kommt noch der Hinweis zur Anwendung: "Mit dem technikreiniger den Antrieb, die Kette und den Bremskolben einsprühen und kurz einwirken lassen. Bei Bedarf anschließend mit Wasser abspülen." Ich bin begeistert! Bei Bedarf mit Wasser abspülen? Heißt also, ich benötige für die Reinigung noch nicht mal zwingend Wasser? Das wäre ja zu schön um wahr zu sein.
Anwendung:
Dann war es soweit. Das Radl hat ein paar Regenfahrten mitgemacht, das mittlerweile getrocknete Spritzwasser hat sich gleichmäßig über Kette, Ritzel, Rahmen...ja einfach über alle Teile des Fahrrads verteilt. Jetzt wollte ich bei diesem Schmutz den Technikreiniger nicht gleich überfordern und habe mich auf den Weg zum Waschplatz gemacht. Da dies in meinem Fall nur ca. 5 Minuten Fahrt bedeutet, habe ich den Antrieb schonmal zu Hause eingesprüht, damit der Reiniger noch ein wenig Einwirkzeit auf dem Weg bekommt. Bereits bei diesem ersten Einsprühen gab es auch schon den ersten Wehrmuts-Tropfen: Die Pumpeinheit sifft ein wenig nach unten raus...und der Reiniger läuft dann schön über die Hand. Nach kurzer Überprüfung, ob es sich evtl. um einen "Anwenderfehler" handelt konnte ich nichts dergleichen entdecken. Die Pumpeinheit scheint an sich undicht zu sein. Das ist äußerst Schade.
Am Waschplatz angekommen habe ich dann mit ausreichend Wasser gespült. Die groben Verschmutzungen am Rahmen und anderen Komponenten (die ich nicht mit dem Technik-Reiniger behandelt habe) ließen sich lediglich mit Wasser und Druck auch gut entfernen, die Kette und die Ritzel blieben aber ziemlich öl-verschmiert. Zumindest die oberflächliche Reinigung des Schaltwerkskäfig scheint halbwegs geklappt zu haben, allerdings vermute ich, dass diese (nicht verölte) Oberfläche auch ohne den speziellen Technikreiniger sauber geworden wäre.
Also enttäuscht wieder nach Hause geradelt und dort den Antrieb noch einer üblichen Handwäsche unterzogen. Einzig die Abmessungen des Reinigers haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Der Reiniger passt ziemlich genau in einen Flaschenhalter. Na ja, aber was bringt mir dieser Vorteil, wenn die Reinigungsleistung miserabel ist?
Mittlerweile sind weitere Wochen vergangen. Ich habe dem Technikreiniger noch mehrmals die Chance gegeben, um zu beweisen, dass dieser die Versprechungen aus dem Datenblatt erfüllen kann. Dies war aber zu keinem Zeitpunkt der Fall. Mir sind auch so langsam Zweifel gekommen, ob ich den Antriebsreiniger mit der öligen Kette evtl. "überfordere" und habe zum Vergleich mal einen Bremsenreiniger verwendet. Dieser hatte keinerlei Probleme mit der öligen Kette. Es liegt also am Produkt.
Fazit:
Es klang alles einfach zu schön, um wahr zu sein. Bevor ich Geld für einen biologisch abbaubaren Technikreiniger ausgebe, der dann nicht funktioniert, werde ich weiterhin die mechanische Reinigung mit Schraubenzieher, Bürste und Wasser durchführen.











