Innovativer Enduro MTB-Helm mit Potenzial
VORTEILE
- zwei flipbare Mounts für Lampe/Kamera o.ä.
- gute Anpassungsfähigkeit an den Kopf
- MIPS
- theoretisch hoch verstellbares Visier
- Fidlock
- tolles Design
NACHTEILE
- Visierverstellung war schnell kaputt (Montagsmodell?!)
- Aufkleber wirken billig
- Mounts etwas zu leichtgängig
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich den Cube Strover X Actionteam Helm zum Testen zur Verfügung gestellt. Der Helm begleitete mich über ca. 375 MTB-Kilometer. Die meiste Zeit war es einfach warm und trocken, ein paar wenige Nässekilometer konnte er aber auch erleben.


Mich erreichte das Modell in der Farbe BLUE’N’GREY in der Größe M, was einem Kopfumfang von 52- entspricht. Dieses Modell ist gleichzeitig die Cube Actionteam Sonderedition.
Direkt positiv fiel mir eine Bedienungsanleitung im Karton auf, die aber leider nur einen Teil der Features des Helms erklärt, dazu weiter unten mehr. Generell finde ich das super, denn Helme sind mittlerweile nicht mehr zwingend selbst erklärend, da immer wieder neue Features verbaut werden. Eine Bedienungsanleitung beizupacken ist demnach schon ein guter Pluspunkt!


Der erste Eindruck des Helms war sehr gut, Features wie MIPS und Fidlock Verschluss nahm ich direkt positiv wahr. Die flipbaren Befestigungspunkte hatte ich zuvor an noch keinem Helm gesehen und gefielen mir direkt sehr gut. Das Visier kann sehr weit hochgestellt werden, sodass problemlos eine Google drunterpassen sollte. Sehr gut, hier hat Cube tolle Arbeit geleistet und eines ihrer Helm Flagships mit allem genialen Features ausgestattet, aber das sollte noch lange nicht alles sein.
Eine Kleinigkeit fiel mir jedoch direkt auch negativ auf. Diese hat zwar keinen sicherheitsrelevanten Einfluss, stört jedoch bei einem hochpreisigen Helm, den man eventuell gerade wegen des Designs kauft, sehr. Die Schriftzüge sind durchweg tatsächlich nur Aufkleber, teilweise Plots, die nicht mit Klarlack oder ähnlichem fixiert sind. Dazu waren diese von vornherein teilweise nicht richtig fest oder schief geklebt.
@CUBE: das geht besser!
Meine Vermutung, dass es sich hier um ein Montagsmodell handelt, konnte ich bei einem Besuch in einem Cube Store widerlegen, der ausgestellte Helm hatte ähnliche Probleme. Mit der Zeit hat sich beispielsweise das „A“ des ACTIONTEAM Schriftzuges bereits etwas zerlegt.


Kommen wir wieder zu schönen Seiten des Helms, denn diese hat er zu genüge. Der Sitz ist einfach super und sehr gut auf die Kopfform justierbar. Neben dem einfachen Drehrad am Hinterkopf, welches den Umfang des Kopfrings einstellen lässt, kann das Band in drei verschiedenen Weiten voreingestellt werden. So lässt sich der kurze Weg des Rads weiter nutzen.
Für mich passte die voreingestellte mittlere Position. Darüber hinaus kann der Ring in der Höhe justiert werden. Auch hier gibt es drei Positionen. Wie auch bei anderen Helmen hatte ich das Problem, dass die Position beim aufziehen des Helms verschoben wird und ich diese somit immer neu einstellen muss. Die unterste Position hat sich für mich als beste herausgestellt, da das Kopfband so recht tief packt und der Helm den festesten Sitz hat. Die gesamte hintere Mimik nennt Cube SILC 180+ und ist unter diesem Namen auch in anderen Cube Helmen zu finden.


Am Kinnriemen lässt sich neben der länge auch die Position des Dreiecks einstellen. Ein besonderes Schmankerl ist der Fidlock Verschluss. Dieser ist mittlerweile bei sehr vielen Helmen zu finden und so clever wie auch einfach. Mittels Magneten werden die übereinander geschobenen Hälften arretiert und lassen sich durch auseinanderschieben lösen. Diese Bewegung ist sicher und löst sich nicht versehentlich während der Fahrt oder einem Sturz.

Hierzu lohnt sich einmal die Geschichte und Herkunft des Fidlockverschlusses zu googeln, darauf wäre ich niemals gekommen. :)
Der Helm sitzt sehr gut und ich konnte ihn perfekt auf mich einstellen. Auch bei sehr langen Radfahrten konnte ich keine Druckstellen entdecken und das recht geringe Gewicht für einen Endurohelm ist äußerst angenehm.
Für die Sicherheit befindet sich das mittlerweile auch recht weit verbreitete MIPS System als separate Schale im Helm. Man kann es sehr gut an seiner auffälligen gelben Farbe erkennen. Diese gelbe Schale ist über elastische Elemente von der Außenschale entkoppelt und bewirkt so, dass Stöße, die nicht rechtwinklig auf den Helm treffen, in einer Rotation der Außenschale aufgefangen werden können. Da dies bei den meisten Stürzen der Fall ist, ist es für mich ein Muss für einen neuen Helm, ein solches System verbaut zu haben.
Die Helmpolster sind trotzdem per Klettstreifen herausnehmbar und somit auch einzeln waschbar oder austauschbar (sofern der Support diese auch einzeln ausgibt).
Als weiteres Sicherheitsplus sei die etwas heruntergezogene Form am Helmheck zu erwähnen. Gerade im Trail- und Enduroeinsatz ist diese Form von Vorteil.
Ein Feature, welches ich zuvor schon gelobt hatte, muss ich leider auch etwas kritisieren, es geht um das Visier. Eventuell handelte es sich bei mir um ein Montagsmodell, aber bereits bei einer der ersten Fahrten wollte ich das Visier verstellen, um die gerade aufgehende Sonne etwas aus meinem Gesicht zu halten. Leider war es kurz schwergängig um dann direkt in der Arretierung zu brechen. Den Grund kann ich mir nicht erklären. Gefühlt waren die Schrauben etwas zu fest angezogen, jedoch habe ich diese nie vorher angefasst. Ende der Geschichte war, dass ich die Funktion der Visierverstellung nicht weiter testen konnte und die Schrauben soweit anzog, dass sich das Visier nicht selbstständig abklappte. Immerhin funktioniert das bis jetzt, das Visier ist halt in einer Position festgestellt.


Um aber wieder zu einem positiven Punkt zurückzukommen, möchte ich auf ein außergewöhnliches Feature eingehen, die beiden Befestigungspunkte. Auf der Helmoberseite, sowie auf der Rückseite befinden sich flipbare, also drehbare Befestigungspunkte für Zubehör. Leider konnte ich nirgends in der Anleitung herauslesen, um welches System es sich hier handelt.
Da die Buttons aber auf der Rückseite mit einem A, dem Logo der Marke ACID gekennzeichnet sind, konnte ich diese einer ACID Lampe zuordnen. Diese lieh ich mir kurz zur Anprobe von einem Freund aus. Hierfür ist die Halterung also wohl gedacht, aber sicherlich gibt es auch weitere Anwendungsmöglichkeiten. Die Lampe passt perfekt auf den Helm, es handelt sich hier um das Modell ACID HPA-2000. Einziger Kritikpunkt ist die etwas zu weiche Arretierung des Flipelements.
Kommt man leicht an die Lampe oder berührt man einen Ast oder ähnliches, klappt der Lampenkopf nach hinten bzw. vorne. Der Akku hat dieses Problem nicht, da er bündig aufliegt. Generell finde ich die Idee aber super, denn ansonsten hat man bei Kopflampen immer das Problem, dass man mit Klettbändern oder ähnlichem Halter für Lampen am Helm befestigen muss. Diese wiederum drücken ggfs. am Kopf und sind sperrig. Das spart man sich hiermit alles.





Wie eingangs beschrieben habe ich den Helm hauptsächlich bei trockenem warmem Wetter genutzt. Dabei kamen mir die großen Luftöffnungen sehr entgegen. Der Kopf wird durchgehend mit kühlender Luft umströmt. Gerade die großen Öffnungen im vorderen Bereich tragen dazu bei. Was bei gutem Wetter ein Vorteil ist, kann bei fehlender Kapuze bei Regen zum Nachteil werden. ;)

Fazit:
Der CUBE Strover X Actionteam ist ein sehr durchdachter Helm mit tollen, teilweise einzigartigen Features. Etwas Verbesserungspotential in Details ist vorhanden, aber die Begeisterung überwiegt. Den Defekt am Visier möchte ich nicht generell dem Helm zuschreiben, das kann viele, aber wohl nicht mehr rekonstruierbare Gründe haben.



























