Mit Vorfreude Richtung nächster Alpcross
VORTEILE
- Um bis zu 5 Liter erweiterbar
- Verstellbare Rückenlänge und Aeroflex 3 D Rückensystem
- Regenschutz inklusive
- Helmhalterung
- Mesh-Seitentaschen und Mesh-Außenfach
- Kompatibel mitTrinksystem
NACHTEILE
- Relativ hoch geschnitten
BEWERTUNG
Vaude Bike Alpin 28 + 5 MTB Rucksack

Als begeisterter Touren – MTBler war ich begeistert davon einen neuen Mehrtagesrucksack fürs Bike testen zu können. Insbesondere da mein bisherig für 2 Alpencross genutzter Bike-Rucksack nach vielen Jahren der Nutzung an seine Grenzen gekommen ist. Was ist für mich also bei einem Rucksack der z.B. für einen Alpencross genutzt wird, essentiell wichtig? Aus der Erfahrung heraus sind diese drei Punkte für mich die wichtigsten:
- Tragesystem: Zunächst muss er natürlich mit einem komfortablen Tragesystem ausfestattet sein. Der allerbeste Rucksack bringt mir nichts, wenn ich bereits nach drei Stunden auf dem Sattel merke, dass er drückt oder mir zu schwer wird. Auch sollte er tunlichst nicht wackeln, denn bei einer Abfahrt möchte man nicht, dass auf dem Rücken etwas hin und her schwenkt und man das Gleichgewicht verliert.
- Gewicht und Größe: Der Rucksack darf nicht zu voluminös sein, muss mir aber ausreichend Platz für mdst. 5-7 Tage auf dem Bike bieten. Dabei sollte auch das Eigengewicht des Rucksacks nicht zu hoch sein.
- Ordnungssystem: Gerade bei mehrtägigen Touren und dem “Gerümpel”, was man dabei hat, ist es absolut wichtig, dass jedes Teil seines Equipment seinen festen Platz hat. Es nervt nichts mehr, als ständig nach seinen Sachen suchen zu müssen.
Schauen wir also einmal, wie sich der Vaude Alpin 28 + 5 schlägt.
Erster Eindruck:
Der Alpin sprang mir direkt aus dem Karton ins Auge. Grund dafür ist die von mir getestete Rucksackvariante in der Farbe “kurkuma”, welche farblich sehr nach der örtlichen Entsorgungsfirma wirkt und die man mögen muss. Mein Geschmack ist es in diesem Fall tatsächlich nicht, aber der Alpin ist auch in anderen dezenteren Farben zu erstehen.
Vorteil der Farbe ist natürlich, dass man auch in schwierigem Gelände auffällt, was im wirklichen Notfall Leben retten kann. Also warum dann nicht auch diese Farbe. Es gibt ihn zur Zeit aber in folgenden 4 Farben.




Weiterhin sprang mir die Kompaktheit des Rucksacks ins Auge. Er wirkt im ersten Moment nicht sehr groß. Dies liegt aber vor allem daran, dass er über Kompressionsriemen verfügt, mit welchen man den Rucksack schön “verkleinern” kann. Beim ersten Aufsetzen bestätigte sich dieses Kompaktheitsgefühl.
Aber der Beckenriemen lag bei mir schon sehr hoch. Umso praktischer, dass sich die Rückenlänge problemlos am Aeroflex Rückensystem verstellen lässt. Nachdem dies geschehen war, saß der Rucksack zmdst. Im Stehen nahezu perfekt auf meinem Rücken.


Wie steht es um die technischen Daten des Rucksacks:
- Volumen: 28+5 l
- Maße: 57 x 32 x 25 cm
- Rückenlänge: 43-59 cm
- Zuladung: 3-8 kg
- Gewicht: ca. 1380 g
Bis 8 Kilo sollte im Normalfall reichen, da man sicherlich nicht mehr Gewicht auf seinem Rücken auf einer Abfahrt wissen möchte.
Material (laut Hersteller):
- Hauptstoff - Material: 100 % Polyamid (recycelt); Beschichtung: 100 % Polyurethan; 200D / dobby ripstop weave / PU coated;
- Second fabric - Außenseite: 100 % Polyester (recycelt); Beschichtung: 100 % Polyurethan; 600D / PU coated / plain weave;
- Futter - Außenseite: 100 % Polyamid; Beschichtung: 100 % Polyurethan; 200D / plain weave / PU coated;
- Futter - Außenseite: 100 % Polyester (recycelt); Beschichtung: 100 % Polyurethan; 150D / plain weave / PU coated;
- Regenhülle - Außenseite: 100 % Polyester (recycelt); Beschichtung: 100 % Polyurethan; 75 D woven/solution dyed/PU coated/2500 mm
Jetzt aber direkt in die Praxis und dabei zur Beurteilung der o.g. für mich wichtigen Aspekte:
Tragesystem & Komfort
Das Rückensystem ist einfach top. Das "Aeroflex 3D"-Netzrückensystem sorgt für eine hervorragende Belüftung – ein echter Segen bei langen Anstiegen in der Frühlingssonne. Der Rucksack liegt dabei nicht direkt auf dem Rücken auf, wodurch der Schweiß gut abziehen kann und sich auch Druck- bzw. Scheuerstellen vermeiden lassen. Gleichzeitig bleibt er stabil und wackelt nicht unangenehm beim Trailfahren.


Die Schulterträger und der Hüftgurt sind gut gepolstert, verteilen das Gewicht angenehm und lassen sich präzise einstellen – sogar wenn man mal mit leichter Regenjacke oder Trikot fährt.
Der Rucksack ist insgesamt aber doch recht „hoch“ geschnitten, was manchmal beim Kopfdrehen in sehr technischem Gelände leicht einschränkt – besonders mit Helm. Das ist kein Drama, aber bei sehr sportlicher Fahrweise auf verblockten Trails kann’s schon mal nervig werden.
Organisation & Stauraum
Hauptfach: Das Hauptfach ist sehr geräumig und fasst erstaunlich viel. Ich habe dort problemlos Wechselkleidung, ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein leichteres Biwaksäckchen (für den Notfall) und Snacks untergebracht. Die +5 Liter Erweiterung ist Gold wert, wenn man z,B. mal einen halben Einkauf vom Dorf in den Bergen transportieren muss oder doch noch ein extra Longsleeve mitnehmen möchte.
ch habe auch von Geschichten gehört, dass man plätzlich etwas für seine Freundin einpacken durfte, da plötzlich ihr eigener Rucksack zu klein war. Aber mit dem Alpin 28 + macht man das natürlich gerne.

Unterfach
Dazu gibt es noch ein geräumiges Unterfach

Geräumige Stretch-Fronttasche:
Die große Fronttasche aus Stretch-Material ist eines meiner Lieblingsfeatures. Sie schluckt unglaublich viel – ich verstaue dort häufig meine Regenjacke oder auch mal Handschuhe, Halstuch und Buff. Selbst ein kleiner Einkauf (z. B. Brot und Käse in der Hütte) findet hier Platz, wenn der Hauptstauraum voll ist. Sie ist schnell zugänglich, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen – perfekt bei wechselhaftem Wetter


Werkzeugfach:
Besonders praktisch: das separate Werkzeugfach mit durchdachter Unterteilung. Alles hat seinen Platz – Multitool, Ersatzschlauch, Kettenöl, Reifenheber – so findet man auch mit klammen Fingern schnell, was man braucht.


Der integrierte Halter für die Pumpe befindet sichebenfalls im Werkzeugfach und ist extrem praktisch. Ich nutze eine kompakte Alu-MTB-Pumpe, die sich dort absolut sicher verstauen lässt – kein nerviges Rumfliegen, kein Klemmen. Auch nach ruppigen Trailabfahrten saß sie noch bombenfest. Der Halter ist elastisch und leicht zugänglich – gerade bei einem platten Reifen mitten im Nirgendwo zählt jede Sekunde.
Netz-Seitentaschen:
Die beiden Netz-Seitentaschen sind klassisch, aber super nützlich. Ich habe dort meist Energieriegel, Bananen oder Müll verstaut. Eine 0,5-Liter-Trinkflasche passt auch problemlos rein, größere Flaschen sitzen etwas stramm – aber immer noch sicher. Der Stoff ist elastisch, reißfest und durch die grobe Maschenstruktur sehr atmungsaktiv – nie gab’s Schimmelprobleme trotz feuchtem Inhalt.

Gepolsterter Hüftgurt mit Tasche:
Der Hüftgurt ist richtig bequem – auch bei langen Etappen. Die Polsterung verteilt das Gewicht angenehm auf die Hüfte, ohne zu drücken. Besonders cool: eine kleine Reißverschlusstasche auf der rechten Seite. Ideal für Dinge, die man schnell zur Hand haben will: ich hätte dort mein Handy oder GPS-Gerät – da es selbst während der Fahrt gut erreichbar wäre, ohne den Rucksack abzunehmen.
Leider aber nur im Konjunktiv, da die Tasche einfach viel zu klein für heutige Handys ist. Das ist für mich ein riesiges Manko, denn ich habe einfach gerne mein Handy für Fotos, den Notfall oder die Navigation griffbereit. Leider gibt es auch kein Mesh Fach am Trageriemen vorne, wie es zum Teil von anderen Herstellern umgesetzt wird.


Brustgurt mit Trinkschlauchhalter
Der Brustgurt ist höhenverstellbar und sorgt für noch besseren Sitz. Das integrierte Elastikband für den Trinkschlauch funktioniert einwandfrei – der Schlauch bleibt sicher fixiert und stört nicht beim Fahren. Selbst auf verblockten Abfahrten bleibt er an Ort und Stelle. Man kommt auch einhändig gut ran zum Trinken, ohne den Blick von der Strecke zu nehmen – genau so muss es sein.


Helmhalterung
Die Helmhalterung ist durchdacht und einfach zu bedienen: Zwei elastische Bänder mit Haken werden über die Belüftungsschlitze des Helms gezogen. Ich habe damit sowohl meinen Fullface- als auch normalen MTB-Helm sicher transportiert. Für Hike-a-Bike-Passagen oder längere Transfers zu Fuß ein echtes Muss – der Helm baumelt nicht und blockiert auch nicht die Stretch-Fronttasche.
Seitliche Kompressionsgurte
Zwei Paar Kompressionsriemen pro Seite helfen enorm, das Volumen je nach Beladung zu reduzieren. Wenn ich nur mit Tagesgepäck unterwegs bin, ziehe ich sie fest – so sitzt der Rucksack kompakt am Rücken, ohne zu „schwabbeln“. Bei voller Beladung helfen sie, alles dichter zu packen. Auch gut: Man kann daran zusätzlich Ausrüstung wie Protektoren oder sogar ein Packzelt außen fixieren.


Ausgang für Trinksystem
Der Ausgang für die Trinkblase ist clever integriert – mittig am oberen Ende des Rückensystems. Die Durchführung ist großzügig, sodass auch dickere Trinkschläuche problemlos durchpassen. Innen gibt’s ein separates Fach für die Trinkblase – bei mir eine 2-Liter-Version, passt locker. Auch nach Stunden kein Durchhängen oder Falten – das System ist einfach durchdacht.
Schlüsselhalter
Im oberen Reißverschlussfach sitzt ein robuster Schlüsselclip mit flexiblem Band – so simpel, so gut. Ich häng meinen Haustürschlüssel und ggf. den Hüttenschlüssel dran, und er ist immer sicher verstaut. Gerade nach einer Tour, wenn man müde und durchgeweicht ist, möchte man nicht den Schlüssel im Pack-Chaos suchen müssen. Da zeigt sich, dass Vaude mitdenkt.
Blinklichthalter
Hinten am unteren Ende gibt’s eine kleine, dezente Lasche für ein Blinklicht. Sie ist eher auf kleinere Sicherheitslichter ausgelegt – nichts für schwere Akkuleuchten, aber ideal für kleine LED-Clips. Ich persönlich hätte mir eine stabilere Halterung gewünscht – bei Regen und viel Gepäck hat mein Licht manchmal schief gehangen. Für reine Tagestouren ok, für Bikepacking aber ausbaufähig.


Reflektierende Elemente
Vaude hat dezente, aber effektive reflektierende Elemente auf Front und Seiten angebracht. Bei Dämmerung oder wenn man abends noch zur Unterkunft rollt, erhöhen sie klar die Sichtbarkeit – ohne dabei optisch aufzutragen. Ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und cleanem Look.

Inklusive Regenhülle mit Blinklichthalterung
Die integrierte Regenhülle sitzt passgenau und ist farblich leuchtend – in meinem Fall gelb. Besonders praktisch: Auch hier gibt es eine eigene Blinklichthalterung, sodass man das Licht sichtbar außen befestigen kann, ohne durch die Regenhülle zu stoßen. Bei kurzen Schauern ist die Hülle absolut dicht. Bei Dauerregen (4h+ auf der Alpensüdseite…) kam minimal Feuchtigkeit durch – daher: empfindliche Technik zusätzlich in Drybags packen!


Verarbeitung & Nachhaltigkeit
Vaude steht für nachhaltige Produktion, und das merkt man auch hier: Die Materialien sind robust, die Reißverschlüsse hochwertig und die gesamte Verarbeitung macht einen langlebigen Eindruck
Fazit
Der Vaude Bike Alpin 28 + 5 ist ein durchdachter, zuverlässiger Allround-MTB-Rucksack, der sich sowohl für Tages- als auch Mehrtagestouren eignet. Gerade mit den vielen kleinen Features – von der Helmhalterung über die Stretch-Tasche bis hin zu den Trinksystem-Details – bietet er echten Mehrwert für anspruchsvolle Tourenfahrer.
Er ist kein minimalistischer Race-Rucksack, sondern ein vollausgestatteter Tourenprofi – ideal für Biker wie mich, die lange im Sattel sitzen und ihre Ausrüstung funktional, organisiert und wettergeschützt dabeihaben wollen.
