Durchdachter Rucksack mit viel Stauraum und einigen Extras
VORTEILE
- Qualität und Verarbeitung
- Optimale Belüftung/Hoher Tragekomfort
- Sehr gute Gewichtsverteilung
- Integrierte Regenhülle
- Wanderstockhalterung und weitere nützliche Extras
- Sehr sortiert durch viele Befestigungsmöglichkeiten und Fächer
NACHTEILE
- Stretch-Taschen am Hüftgurt zu klein für Smartphone
- Vollbeladenes Deckelfach nicht ideal gesetzt in Bezug auf Tragekomfort
BEWERTUNG
Vor einigen Wochen erhielt ich den Trekkingrucksack Ortler 38 von der slowakischen Outdoor-Marke ZAJO als Testprodukt. Seitdem war er mein Begleiter auf Wanderungen verschiedenster Länge und bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen. Wie sich der Ortler 38 dabei geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Die Marke ZAJO – ein kurzer Überblick
ZAJO wurde 1996 in der Slowakei von Juraj Králik gegründet. Aus dem Wunsch heraus, hochwertige Wanderhosen zu entwickeln, startete er seine Produktion zunächst in einer Garage. Der Markenname bedeutet „Hase“ und steht symbolisch für Geschwindigkeit, Agilität und Leichtigkeit. Im Laufe der Jahre wuchs das Sortiment stetig. Aus dem kleinen Garagenbetrieb entwickelte sich einer der größten Outdoor-Ausrüster der Slowakei. Unter dem Motto „Outdoor to the People“ möchte ZAJO möglichst vielen Menschen die Freude und Freiheit der Natur näherbringen.
Das Ziel des Unternehmens ist es, langlebige Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung mit zeitlosem Stil zu entwickeln, um Ressourcen zu schonen. Produziert wird hauptsächlich in der EU, Ostasien, den USA und Australien. ZAJO legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und ist zertifiziert nach Standards wie dem Responsible Down Standard (RDS), dem Global Organic Textile Standard (GOTS) und dem Responsible Wool Standard (RWS).
ZAJO Ortler 38 – Fakten und Material
Der Wanderrucksack hat ein Fassungsvolumen von 38 Litern und ist in drei Farben erhältlich. Mit den Maßen 64 x 28 x 24 Zentimeter (H x B x T) wiegt er ca. 1.600 Gramm. Das Hauptmaterial besteht zu 36 % aus recyceltem Nylon. Der Rest ist Robic Nylon mit einer Faserstärke von 210 Denier, das laut Hersteller etwa 50 % widerstandsfähiger gegen Reißen und Abrieb ist als herkömmliches Nylon dieser Stärke. Der Stoff ist mit einer PU-Membrane ausgestattet und erreicht eine Wassersäule von 1.500 Millimeter.
Ausstattung im Detail
Das große Hauptfach wird oben mit einem Kordelzug verschlossen. Zusätzlich gibt es einen seitlichen Reißverschluss auf der linken Seite, der den schnellen Zugriff ermöglicht.


Über einen weiteren Reißverschluss an der Innenseite kann das Hauptfach mit dem Staufach an der Unterseite verbunden werden. So lässt sich das Volumen bei Bedarf vergrößern. Im Hauptfach befindet sich ein Trinkblasenfach, das meine 2-Liter-Deuter-Trinkblase gut aufnimmt. Eine Klettschlaufe hält die Blase sicher in Position. Der Trinkschlauch wird durch eine kleine Öffnung an der rechten Oberseite herausgeführt und kann am rechten Schultergurt fixiert werden.

Drei weitere Reißverschlussfächer erweitern den Stauraum: Zwei davon sind im Deckel, innen und außen. Im Innenfach gibt es eine Notfall-Symbolik und einen kleinen Karabiner, an dem z.B. Schlüssel sicher aufgehängt werden können. Das dritte Fach befindet sich an der Unterseite und kann entweder separat genutzt oder mit dem Hauptfach verbunden werden.


Außen gibt es mehrere Stretchfächer. Die Seitlichen eignen sie sich zum Verstauen kleinerer Gegenstände oder Trinkflaschen. Das große Stretchfach an der Frontseite nutze ich oft für eine Jacke oder feuchte Kleidung. Am Hüftgurt sind zwei kleine dehnbare Fächer mit Reißverschluss, die z.B. Müsliriegel oder andere Kleinigkeiten aufnehmen. Ein Smartphone in der Größe eines Xiaomi 13 passt gerade so hinein, beeinträchtigt aber den Tragekomfort merklich.



Trekkingstöcke lassen sich bequem an der linken Außenseite befestigen. Dort befindet sich auch eine Schlaufe, vermutlich zur Befestigung eines Eispickels, sowie eine weitere kleine Schlaufe unterhalb des Stretchfachs.

Ein praktisches Extra ist die integrierte Regenhülle, verstaut in einem kleinen Fach an der Unterseite. Sie schützt den Rucksack zuverlässig bei starkem Regen.

Seitliche Kompressionsriemen halten den Rucksack bei geringerer Beladung kompakt.
Das Tragesystem
Für mich das Herzstück eines Trekkingrucksacks: das Tragesystem. Es entscheidet, ob die Bergtour zur Qual oder zum Genuss wird. Der Ortler 38 ist mit dem AIRFLUX-Rückensystem ausgestattet. Zwischen Tragesystem und Rücken besteht ein großzügiger Abstand, der eine optimale Belüftung ermöglicht. Die gepolsterten Trageschlaufen lassen sich an Ober- und Unterseite gut anpassen. Der Brustgurt ist in Höhe und Weite verstellbar und hat eine integrierte Notfallpfeife. Die Weite des Hüftgurts lässt sich über Schnallen an beiden Seiten regulieren.


Praxiserfahrungen
Der Ortler 38 begleitete mich in den letzten Wochen auf Bergtouren von 2 bis 6 Stunden Dauer bei Sonne und Regen. Dank der durchdachten Aufteilung lässt sich der Rucksack übersichtlich packen. Im Hauptfach bewahre ich meist Wechselkleidung oder auch meine DJI Mavic Mini auf. Das Deckelfach ist ideal für schnellen Zugriff auf Stirnlampe, Haube oder Handschuhe.
Das große Stretchfach außen nutze ich oft für feuchte-nasse Kleidung oder größere Gegenstände. Voll gepackt, mit meiner 2-Liter-Trinkblase, hatte der Rucksack meist ein Gesamtgewicht von 8 bis 10 Kilo. Der Klettverschluss für die Trinkblase hält sie sicher, ist aber beim schnellen Verstauen empfindlicher Kleidungsstücke (z.B. Transtex-Shirts) ein kleines Manko, da diese am Klett hängen bleiben und sich unschön aufziehen können.

Bei diesem Gewicht muss vor allem das Tragesystem optimal funktionieren – und das tut es auch. Der großzügige Abstand und das geteilte Rückenteil sorgen für eine sehr gute Luftzirkulation, was vor allem bei hohen Temperaturen einen Hitzestau verhindert. Die Polsterung ist angenehm, die kleinen Kammern sorgen für gute Luftdurchlässigkeit.
Die vielen Verstellmöglichkeiten bieten hohen Komfort, auch bei längerem Tragen und deutlichem Gewicht. Eine Kleinigkeit fiel mir dennoch auf: Wenn das Deckelfach komplett beladen ist, drückt es leicht gegen den Kopf und führt zu einer etwas unnatürlichen Haltung. Verstelle ich die Schulterriemen, um mehr Abstand zu schaffen, sitzt das System nicht mehr optimal.

Das Verstauen der Trekkingstöcke funktioniert super. Sie halten sicher in der verstellbaren Gummischlaufe und verrutschen nicht. Was ich mir noch wünschen würde: Kleine Symbole oder Grafiken am Rucksack, die die Position von Extras wie Wanderstockhalterung oder Trinkschlauch-Ausgang besser kennzeichnen.
Bei leichtem Regen hält die Imprägnierung die Nässe fern. Für stärkeren Regen kommt die integrierte Regenhülle zum Einsatz, die auch bei Wind gut sitzt und zuverlässig schützt.

Fazit
Der Ortler 38 von ZAJO ist ein sehr durchdachter, hochwertig verarbeiteter Begleiter mit großzügigem Stauraum und vielen praktischen Extras. Besonders das Tragesystem überzeugt durch Komfort und gute Belüftung, was ihn zu einem zuverlässigen Partner für unterschiedlich lange Touren macht.