Ab jetzt Outdoor immer mit dabei.
VORTEILE
- Leicht wie ein Riegel
- Elastische Ärmelabschlüsse
- Leicht zusammenfaltbar
- Optimal für Trailrunning
- Zuverlässig windabweisend
NACHTEILE
- Sehr sehr dünn
- Fällt sehr klein aus
BEWERTUNG
Montane Featherlite Nano Windproof Jacket
Erster Eindruck
Etwas erstaunt war ich bereits, als das „Paket“ ankam. Eigentlich war es mehr ein Briefumschlag. Ein Briefumschlag, der nichts wog. So fällt bei der Featherlite Nano zunächst nicht die Verarbeitung oder das Design auf, sondern das beinahe unglaubliche Gewicht. Mit rund 52 Gramm bewegt sich die Jacke in einem Bereich, den man normalerweise eher von Handschuhen oder einer Mütze kennt, oder eben einem Schokoriegel.

Während des Tests führte das tatsächlich mehrfach dazu, dass ich sie manchmal erst suchen musste. Mehr als einmal war ich überzeugt, die Jacke zuhause vergessen zu haben, nur um sie später in einem kleinen Fach des Rucksacks oder einer Trikottasche wiederzufinden.


Zunächst aber einmal kurz die
Technische Details.
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Gewicht | ca. 52 g (Größe M) |
| Material | Pertex Quantum, 10D Ripstop-Nylon |
| Größen | XS–XXL |
| Imprägnierung | PFC-freie DWR |
| Taschen | keine |
| Kapuze | keine |
| Packmaß | extrem klein, im Kragen verstaubar |
| Garantie | Montane Lifetime Guarantee |
Material und Verarbeitung
Montane verwendet ein sehr dünnes Pertex-Quantum-Gewebe mit Ripstop-Struktur. Das Material wirkt beim ersten Anfassen fast fragil und erinnert eher an eine Notfallplane fürs Festival als an eine klassische Outdoorjacke.
Trotzdem macht die Verarbeitung einen ausgezeichneten Eindruck:
- saubere Nähte
- einfaches klares Design
- hochwertiger Frontreißverschluss
- keine unnötigen Materialdopplungen
Man merkt, dass jedes Detail darauf ausgelegt wurde, Gewicht einzusparen. Selbstverständlich erreicht die Jacke dadurch nicht die Robustheit einer Softshell oder Hardshell, ist sogar meilenweit davon entfernt. Für ihren vorgesehenen Einsatzzweck erscheint die Haltbarkeit jedoch absolut ausreichend. Durchs Unterholz würde ich mit der Jacke aber defintiv nicht kriechen!
Positiv hervorzuheben ist außerdem die lebenslange Garantie von Montane, die zusätzlich Vertrauen schafft.
Farben
Die Jacke ist in 4 verschiedenen Farben erhältlich. Ich durfte sie in Platinum testen.

Passform
Die Passform fällt sportlich und eher knapp aus.
Normalerweise trage ich bei Outdoorbekleidung meist Größe L. Beim Test bin ich letztlich bei XXL gelandet. Dies hatte aber auch Gründe der Verfügbarkeit der Jacke. Also nicht wundern, wenn die Jacke nicht so körpernah auf den Bildern wirkt, wie es eine Windjacke vielleicht sein sollte. Wer die Jacke über einem dünnen Fleece oder einer Isolationsschicht tragen möchte, sollte die Größenwahl daher sorgfältig prüfen.

Praxistest
Beim Gravelbike und Rennrad
Hier fand ich die Featherlite Nano extremst praktisch.
Auf längeren Anstiegen verschwindet sie nahezu unbemerkt in der Trikottasche. Oben angekommen, ist sie innerhalb weniger Sekunden angezogen und sorgt bei der Abfahrt sofort für deutlich mehr Komfort.
Besonders überzeugend ist dabei die Kombination aus Windschutz und Atmungsaktivität. Viele ultraleichte Windjacken fühlen sich nach kurzer Zeit feucht und klamm an. Die Featherlite Nano bleibt dagegen auch bei höherer Belastung angenehm.
Für Rennrad-, Gravel- und Bikepacking-Touren ist sie bei mir daher immer dabei.

Beim Wandern
Auf Wanderungen profitiert man ebenfalls vor allem vom minimalen Gewicht.
Selbst wenn die Wettervorhersage gut aussieht, wandert die Jacke praktisch immer in den Rucksack. Der Platzbedarf ist so gering, dass sie keine Rolle spielt.
In den Bergen reicht oft schon ein leichter Wind auf einem Grat oder Gipfel, um eine Pause unangenehm werden zu lassen. In solchen Situationen liefert die Featherlite Nano genau den zusätzlichen Schutz, den man benötigt. Daher habe ich sie jetzt immer dabei.



Beim Trailrunning und Joggen
Hier hat mich die Jacke besonders positiv begleitet. Die angesprochene Atmungsaktivität kommt auch hier zum vollen Zuge.
Während kühlere Morgenstunden oder windige Abschnitte deutlich komfortabler werden, entsteht trotzdem kein übermäßiger Wärmestau. Dadurch eignet sie sich hervorragend für Läufer, die möglichst wenig Ausrüstung mitführen möchten. Man kann sie auch einfach ausziehen, in der Hand halten oder in die Hose stecken, ohne dass es ein großes Problem wird.
Wetterschutz
Die Jacke ist klar auf Windschutz und nicht auf Regenschutz ausgelegt.
Gegen Fahrtwind, kühle Gipfelwinde oder frische Morgenstunden arbeitet sie hervorragend. Der Unterschied ist sofort spürbar.
Leichten Nieselregen hält die DWR-Imprägnierung zwar kurzfristig ab, für längere Niederschläge oder echte Schlechtwetterbedingungen ist sie jedoch nicht konzipiert. Wer Regenschutz benötigt, braucht weiterhin eine separate Hardshell, ansonsten sieht man aus und klebt wie ein nasser Hund.

Was fehlt?
Montane hat konsequent auf alles verzichtet, was nicht zwingend notwendig ist und eben wieder zu höherem Gewicht führen würde. Ich liste es nur auf, damit ihr hinterher nicht etwas an der Jacke vermisst.
Dazu gehören:
- Taschen
- Kapuze
- Verstellmöglichkeiten
Im Alltag kann man das gelegentlich vermissen. Gleichzeitig ist genau diese Konsequenz der Grund dafür, dass die Jacke nur etwas mehr als 50 Gramm wiegt.
Fazit
Die Featherlite Nano ist kein Produkt für jeden. Wer eine universelle Outdoorjacke sucht, wird mit anderen Modellen vermutlich glücklicher.
Wer jedoch eine Jacke sucht, die praktisch immer dabei sein kann und zuverlässig vor Wind schützt, findet hier ein außergewöhnlich gelungenes Spezialprodukt.
Nach zahlreichen Einsätzen beim Wandern, Trailrunning, Joggen, Gravelbiken und Mountainbiken hat sich die Jacke einen festen Platz in meiner Ausrüstung verdient. Nicht weil sie besonders viele Funktionen bietet, sondern weil sie ihren eigentlichen Zweck nahezu perfekt erfüllt.























