Etwas wuchtigere, aber gute Brille
VORTEILE
- Sehr guter Sitz
- Sehr gute Verarbeitung
- Sehr guter Kontrast
- Gutes Farbbild
- Bruchsichere Polycarbonatgläser
- Breiter Einsatzbereich
NACHTEILE
- Belüftung / Aerodynamik
- Regenbogeneffekt bei Bildschirmen
- Augenermüdung
BEWERTUNG
Die Wiley X Peak XL ist eine vielseitige Sonnenbrille, die mittels großer Linsen die Augen zuverlässig schützen will. Ob die Rechnung aufgeht, oder man zum Schluss ins Dunkle tappt, gibt’s jetzt zu lesen.
Aufbau:
Zentraler Kern der Brille ist der Kunststoffrahmen, der aus einem Nylonmaterial „Triloid“ gefertigt ist und dabei sehr leicht, aber auch steif und bruchfest ist. Der Nasenbereich ist gummiert und der satte matte Schwarzton lässt die Brille wie aus einem Guss wirken. Die Haltebügel im Ohrenbereich sind nicht zusätzlich gummiert, dafür aber gebogen, um ein Verrutschen zu verhindern. Die Gläser selbst sind nicht nur frontal, sondern gehen auch noch, um einige Grad um die Augen weiter, um somit auch seitlich einfallendes Licht nicht blenden zu lassen.
Das Glas ist beschichtet und aus Polycarbonat gefertigt, um so kratzfest als auch wasserabweisend zu sein. Dank dem Polycarbonat ist das Glas auch bruchsicher, wodurch die Augen hier nicht nur vor Licht geschützt sind. Die Beschichtung dunkelt die Gläser stark ab, sodass niemand von außen die eigenen Augen oder Mimik hinter der Sonnenbrille sehen kann. Des Weiteren wird darüber der 100 % UVA/UVB Schutz erzeugt.
Test:
Ich hatte die Brille auf Fahrradtouren als auch beim Wandern oder im Urlaub und Alltag an und konnte mir somit unter verschiedenen Umständen ein gutes Bild machen.
Die Peak XL sitzt wirklich hervorragend auf meiner Nase. Einmal aufgesetzt und das Ding sitzt wie angegossen auf dem Nasenhöcker und drückt weder dort noch an den Ohren - hier kann der Rahmen ausgezeichnet überzeugen. Aufgrund des Designs, welches weiter um die Augen schließt, wirkt die Brille etwas wuchtiger und damit auffälliger im Alltag, dafür wiederum schirmt sie die Augen zuverlässig gegen Sonnenstrahlen ab.
Das Farbbild und der Kontrast sind gut, die Brille dunkelt nicht zu stark ab, und konnte auch bei dunklerem Umgebungslicht gut überzeugen und musste nicht umgehend abgenommen werden. Insbesondere der leicht erhöhte Kontrast ist mir im Alltag angenehm aufgefallen, egal ob beim Flanieren am Strand, im Auto oder auf dem Fahrrad. Auch die Farben bleiben zwar kontrastbedingt etwas satter, aber es gibt keine Verschiebung in Braun oder Blautöne.
Etwas wild war es aber, wenn man mit der Brille auf digitale Displays – und dazu gehören inzwischen auch Autodisplays – schaut. Alles was in Weiß ist (Schrift oder Hintergründe) wurde wie von einem Regenbogen überzogen. Hier verschwimmen somit die Farben und die Augen müssen sich sehr anstrengen, das auszugleichen. Diesen Effekt habe ich so bei noch keiner anderen Brille erleben können und hat mich zumindest beim Autofahren arg irritiert.
Durch die großen Abmessungen und die umschließende Abschirmung der Augen ist mir allerdings eine suboptimale Aerodynamik aufgefallen. Luft zieht im Alltag vor allem von der Unterseite in Richtung der Augen und bildet dort im Bereich der Augenringe einen bisweilen etwas unangenehmen Luftzug. Wenn man die Brille jedoch mit einem MTB Radhelm kombiniert, sorgt der wuchtige Aufbau eher dafür, dass die Brille beschlägt und man dort sehr ins Schwitzen kommt – hier kommt einfach zu wenig Luftzirkulation, da die Brille fast bündig mit dem Helm abschließt. Witzigerweise tritt das Phänomen beim Rennradhelm nicht auf.
Positiv hervorzuheben sind die Verarbeitung mitsamt der Haptik als auch der Robustheit – Während des gesamten Testzeitraums haben sich keine Kratzer im Bereich der Optik oder des Rahmens finden können.
Fazit:
Die Wiley Peak XL ist eine super vielseitige Brille, die im Alltag mit ihrem Augenschutz sehr gut punkten kann. Ein fader Beigeschmack ist für mich allerdings das visuelle Verzerren bei Displays als auch die etwas widerspenstige Aerodynamik.