Vielseitiger Notfallkommunikator
VORTEILE
- Fast weltweite Abdeckung
- Benutzerdefinierte Nachrichten möglich
- SOS-System für den Notfall
- GPS Tracking möglich
- CHECK-IN Funktion
- Wasserdicht, robust und leicht
NACHTEILE
- USB Schlitz hiinter 4 Schraubendeckel
- Batterien-System
- Abos verlängern sich automatisch
- Nur Kurzanleitung auf Deutsch
BEWERTUNG
Spot Gen 4 - Satellite GPS Messenger
Schon vor einigen Jahren, als ich mehrere Monate auf einer Solo-Weitwandertour über die Südinsel Neuseelands unterwegs war, machte ich mir zwangsläufig Gedanken über meine Sicherheit. Natürlich kann immer und überall (auch im Alltag) etwas passieren, aber was geschieht tatsächlich im Notfall, wenn ich in eine Situation komme, aus der ich mich vielleicht nicht mehr alleine zu retten weiß.
Zu dem damaligen Zeitpunkt gab es bereits bestimmte Systeme, die darauf abgestimmt waren. Ein Spot-System, der über Satellit Hilfe rufen kann. Der Nachteil war für mich tatsächlich der relativ hohe Preis in der Anschaffung und einer monatlichen Gebühr in der Nutzung. Wie steht es nun um das von Zoleo neu auf den Markt gebrachte Kommunikationssystem. Das soll dieser Test zeigen:

Allgemein:
Der SPOT Gen4 ist ein tragbarer Satelliten-GPS-Messenger, der speziell für Outdoor-Abenteurer entwickelt wurde, um in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunkempfang sicher zu kommunizieren.

Design und Bauweise
Der SPOT Gen4 ist kompakt und robust gebaut. Mit einer Größe von 8,83 x 6,76 x 2,36 cm und einem Gewicht von etwa 142 Gramm (inklusive Batterien) ist er leicht und einfach zu transportieren. Es ist nicht einmal 2 Tafeln Schokolade schwer. Wenn man bedenkt, wo man sonst im Rucksack Gewicht sparen könnte, ist es an dieser Stelle, im Grunde genommen lebensrettender Stelle, sicherlich sinnvoll diese 142 Gramm mit dabei zu haben.
Zudem ist das Gerät wasser- und staubdicht nach IP68 Standard, das bedeutet, dass man es sogar bis 1,5 m für ca. 30 min untertauchen könnte. Das ist schon Extraklasse, da man das Gerät so immer außen am Rucksack oder an der Hose befestigen kann, auch wenn es mal richtig ungemütlich wird.


Welche Funktionen bietet nun der SPOT Gen4. Hier ein schneller Überblick seitens des Herstellers.
SOS-Funktion: Im Notfall kann ein SOS-Signal gesendet werden, das die Rettungsdienste alarmiert und den Standort übermittelt.
Nachrichtenversand: Es gibt zwei Tasten für vordefinierte Nachrichten, die an bis zu 10 Kontakte gesendet werden können. Dies ermöglicht es, Familie und Freunde über den aktuellen Status zu informieren.
Tracking: Das Gerät kann kontinuierlich den Standort verfolgen und diese Informationen in regelmäßigen Abständen an eine Online-Karte senden.
Abdeckung:
Die Karte zeigt sehr gut, welche Regionen der Welt vom Satellitensystem, auf das der Spot zurückgreift, abgedeckt werden. Leider konnte ich es aber nicht überall ausprobieren, sondern musste mich auf Deutschland beschränken. Spot nutzt dabei das Globalstar Satelliten-System.
Die Globalstar-Satellitenkonstellation besteht aus 48 Satelliten, die sich in etwa 1.400 km Höhe über der Erde befinden. Globalstar deckt nicht die Polarregionen ab, da die Satellitenbahnen auf 52° geneigt sind. Dies bedeutet, dass die Abdeckung auf Gebiete zwischen 70° Nord und 70° Süd beschränkt ist.

Benutzerfreundlichkeit
Die Bedienung des SPOT Gen4 ist einfach und intuitiv. Die Tasten sind groß und gut zugänglich, auch mit Handschuhen. Die Einrichtung und Konfiguration der Nachrichten erfolgt über eine Online-Plattform, was etwas umständlich sein kann, aber insgesamt gut funktioniert.


Preis-Leistungs-Verhältnis
Mit einem Preis von etwa 133 Euro ist der SPOT Gen4 eine kostengünstige Lösung im Vergleich zu anderen Satellitenmessenger-Geräten. Allerdings fallen zusätzliche Kosten für das Abonnement des Satellitendienstes an, die je nach Plan zwischen 11 und 17 Euro pro Monat liegen. Hier ein Überblick von der Homepage:
BASISTARIF
- €17,79/Monat
- Bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- SOS
- UNBEGRENZT
- HILFE
- UNBEGRENZT***
- CHECK-IN/OK
- UNBEGRENZT***
- INDIVIDUELLE NACHRICHT
- UNBEGRENZT***
- BASIC TRACKING
- 5, 10, 30 und 60 Protokoll
- EXTREME TRACKING
- 2½ Protokoll: €5,89/Monat oder €70,68/Jahr
- AKTIVIERUNGSGEBÜHR**: €33,74
FLEX BASISTARIF
- €21,36/Monat
- 1 Monat Mindestlaufzeit
- SOS
- UNBEGRENZT
- HILFE
- UNBEGRENZT***
- CHECK-IN/OK
- UNBEGRENZT***
- INDIVIDUELLE NACHRICHT
- UNBEGRENZT***
- BASIC TRACKING
- 5, 10, 30 und 60 Protokoll
- EXTREME TRACKING
- 2½ Protokoll: €8,63/Monat
- AKTIVIERUNGSGEBÜHR**: €33,74
- FLEX-GEBÜHR*: €39,69
Anmeldung / Registration
Bevor es nun also mit einem der obigen Tarifen losgehen kann, muss man sich auf der folgenden Homepage registrieren:
Den Aktivierungscode für sein Gerät findet man hinter der mit Schrauben befestigten Abdeckung im Innern des Gehäuses.
Dann gilt es sich durch das Profil zu schlagen.

Hier benötigt es schon einiges an Zeit, um alles Funktionen erfolgreich einzustellen. Die für mich Wichtigsten möchte ich hier kurz vorstellen.
Die wichtigste ist sicherlich die SOS-Funktion. Hier lassen sich auch weitere wichtige gesundheitliche Informationen zusammenstellen (wie Blutgruppe etc.) , so dass diese direkt an die Notrufzentrale (GEOS International Emergency Response Coordination Center) samt der GPS Daten weitergeleitetet werden.
Ebenfalls lassen sich private Notfallkontakte benennen, die ebenfalls im Falle eines Notfalls kontaktiert werden. Sollte man nicht selbst mit dem Gerät unterwegs sein, kann man dies auch im Profil ändern und eine andere Person eintragen. Dies finde ich äußerst praktisch, da man auch in einer Familie mit dem Gerät getrennt voneinander unterwegs sein kann, oder man es auch mal Freunden ausleihen kann.

Neben dem SOS-Signal, bei dem es zumeist um lebensbedrohliche Situationen gehen könnte, gibt es auch die Option, Hilfe zu ordern durch die Hand-In-Hand Taste. Hier erhalten vorher bestimmte Freunde ebenfalls eine Nachricht, dass du Hilfe benötigst. Möglich ist es auch bei Autopannen, SPOT SOV zu nutzen. Die von Nation Safe Drivers bereitgestellten SPOT SOV-Dienste sind jedoch nur in den USA, Puerto Rico, Washington, DC und Kanada verfügbar.
Bevor man das Gerät nun aktiv im Freien nutzt, sollte man die Firmware noch einmal über das USB-Kabel aktualisieren. Bei mir musste ich dazu noch einen Installer downloaden, dann ging es aber problemlos fix.

Äußerst sinnvoll finde ich es, dass diese beiden Tasten noch einmal mit einer Gummiklappe abgedeckt sind, so dass man nicht “aus Versehen” diese Tasten benötigt.


Des Weiteren besteht die Möglichkeit vor einer Tour ein Nachrichten-Profil einzustellen. Das bedeutet, dass man z.B. eine Nachricht einfach über das Gerät verschicken kann, wenn man z.B. gerade einen Pass sicher überquert hat oder auch im Ankunftsort angekommen ist. Diese Nachrichten lassen sich aber nur über das Profil online verändern. Es besteht also nicht die Möglichkeit am Gerät selbst dies noch einmal während der Tour zu modifizieren.


Um eine solche Nachricht wegzuschicken, drückt man dafür am Gerät die linke Message Taste.

Um deinen Freunden mitzuteilen, dass du eingecheckt hast und am Zielort angekommen bist, drückst du einfach die rechte Taste mit dem Haken.
Bleibt nur noch die mittlere Taste. Mit dieser sendest du deine GPS Daten an findmespot.de . Hier kannst du später dir deine Route anschauen, die du zurückgelegt hast.


In der Praxis:
Ich hatte nun in den letzten Jahren schon mit einigen solcher “Notruf-Systeme” Kontakt und war daher sehr gespannt, wie sich das Spot Gen4 schlägt. Die Systeme können noch so ausgefeilt sein, letztlich steht und fällt einfach alles mit dem GPS-Empfang.
Denn ist dieser nicht vorhanden, werden auch keine Nachrichten oder SOS-Signale versendet werden können. Hier haben mich einige Systeme schon zum Haareraufen gebracht. Also ab in den Garten und das Gerät eingeschaltet. Die Verbindung zum Satelliten dauert erst einmal etwas, dann leuchtet die LED-Anzeige aber kurz grün. Nachrichten auf die unterschiedlichen Arten verschickt und siehe da: keine 2 Minuten später hatte ich auch schon eine E-Mail.
Damit ging es dann an den Härtetest, der sicherlich schon ein wenig grenzwertiger ist, da ein freier Blick auf dem Himmel selten gewährleistet wird, nämlich im Wald zum Mountainbiken. Wie gelingt es dem Spot nun unter diesen widrigen Bedingungen zurecht zu kommen. Schwierig würde ich im ersten Moment sagen, denn tatsächlich stößt er bei laubigem Himmel an seine Grenzen. Der Vorteil ist aber, dass die Nachrichten und Standorte direkt verschickt werden, sofern wieder Empfang vorhanden ist. Dies ist praktisch und funktioniert auch zuverlässig.


Auch bei Wandertouren im Mittelgebirge sorgte der Spot für einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt. Praktisch dabei auch der Karabiner, der sicher an der Hose oder am Rucksack befestigt werden kann. Das Gewicht des Spots fällt kaum ins Gewicht, so dass der Spot von mir nun auf jeder Tour mitgenommen wird.
Die Stromversorgung über 4 Batterien finde ich nicht ganz gelungen. Zwar sind diese aufladbar und natürlich auch austauschbar, aber ich habe mich bei meinem Outdoor-Equipment mittlerweile an batterienfreie Lösungen gewöhnt. Natürlich kann man dem entgegenhalten, dass man Batterien überall auf der Welt bekommen sollte, falls man unterwegs welche benötigt. Fair enough.
Richtig störend habe ich es jedoch wahrgenommen, dass der USB-Anschluss unter dem mit 4 Schrauben verschlossenen rückseitigen Deckel liegt. Auch wenn man Gott sei Dank nicht so häufig ran muss (Update/ Batterien aufladen?), finde ich es sehr unpraktisch. Dies ist wahrscheinlich dem Wunsch nach Wasserdichte geschuldet.
Stromversorgung:
- 4 AAA Energizer Ultimate Lithium 8x Batterien (L92)
- 4 wiederaufladbare AAA Energizer NiMH Batterien (NH12)

AKKU-BETRIEBSZEIT
Letztlich soll mit dieser Batterien-Power ca. 1.250 Check-In- und benutzerdefinierte Nachrichten möglich sein. Ob ich so viele Nachrichten überhaupt verschicken werde, wird sich zeigen.
Fazit:
Der Spot Gen4 überzeugt in den Teilen Handling, Benutzerfreundlichkeit, Vielfältigkeit. Zudem bietet er eine fast weltweite Abdeckung. Hier können sich andere Systeme hinten anstellen. Auch preislich ist der Spot Gen4 durchaus attraktiv. Insbesondere durch die flexible Tarifmöglichkeit.