Klein aber oho! Fürs Joggen definitiv super!
VORTEILE
- kompakt
- leicht
- reflektierendes Band
- ausreichende Leistung zum Laufen und Radeln
- ausreichende Leuchtdauer für regelmäßiges Laufen
- Rücklicht
NACHTEILE
- Band etwas schmal
- Boost nur 10 Sek.
BEWERTUNG
Für OUTSIDEstories durfte ich eine neue Stirnlampe von Ledlenser testen! Auf den Test habe ich mich bereits gefreut, da ich eigentlich immer eine Lampe dieses Herstellers im Rucksack trage, meistens eine SEO7R, und mit allen Lampen bisher sehr zufrieden bin.
Ein bissl schade ist, dass der Test in den sommerlichen Zeitraum gefallen ist, im Winter hätte ich sie vermutlich noch deutlich öfter nutzen können, da es ja deutlich früher und länger dunkel ist.
Die Lampe kommt mit fix verbautem wiederaufladbarem Akku, einem Komfort Pad, einem Ladekabel und Verlängerung zum Tragen als Brustgurt.
Das Ladekabel ist von USB-C auf magnetische Ledlenser-Kontakte ausgelegt, das ist schon mal super, da muss ich nicht immer eine Gummi-Abdeckung von einem Akku rauspfriemeln und dann den Mini USB einfädeln, wie von älteren Modellen gewohnt. Einfach an die Kontakte am Akku halten und „Schnapp“ der Ladevorgang beginnt! Das Rücklicht zeigt dann den Ladestatus an.


Ungewohnt ist der USB-C Ausgang, hier musste ich mir erstmal Adapter von USB auf USB-C kaufen, da ich so etwas bisher noch nie gebraucht hatte. Prinzipiell finde ich die Umstellung auf USB-C als neuen Standard ja gut.
Das Komfort Pad (grüner Pfeil) liegt separat bei, ist aber eigentlich nicht optional, sondern notwendig. Ansonsten wird es schon recht schnell unkomfortabel auf der Stirn. Das Band hat wie immer einen reflektierenden Druck für bessere Sichtbarkeit (weißer Pfeil):

Den Brustgurt habe ich montiert, es funktioniert auch ganz OK, aber dann ist der Akku seltsam seitlich am Körper, hier nützt dann auch das Rücklicht nicht mehr so viel. Wer diese Option möchte, kann sie auf jeden Fall nutzen, ich persönlich kenne niemand, der die Stirnlampe am Bauch trägt. Ledlenser empfiehlt das ganze für Laufgruppen, vermutlich um sich nicht zu blenden, aber da stelle ich dann lieber das Licht nach unten und lasse die Lampe auf der Stirn.
Die Lampe an sich hat den Lampenkopf vorn und hinten den Akkupack, anders als bei den SEO Modellen, bei denen Lampenkopf und Akku nicht getrennt sind.
Der große Vorteil ist, dass der Akkupack, wenn die Lampe eingeschaltet ist, regelmäßig (ca. alle 2 Sek.) mit einem Leuchtstreifen rot blinkt und man somit ein Rücklicht hat.

Der Akku ist ein Li-Ionen Pack mit 3,7 V und 1800 mAh. Die ganze Lampe wiegt 104 g, d.h. fast genau so viel wie eine Tafel Gipfelschoki! Damit stört sie keineswegs, vor allem weil dieser „Winzling“ ordentlich Leistung hat, um Laufen zu gehen!
Die Lampe leuchtet ausschließlich weiß und kann nicht wie man es von anderen Modellen kennt mit Rotlicht oder anderen Farben dienen. Für den Lauffokus ist das aber auch nicht wichtig. Hier die Specs der 4 Leuchtmodi:

Da ich eher am Land lebe, bin ich meist innerorts im Low Power Mode unterwegs, mehr damit ich nicht übersehen werde, außerhalb reicht auf Schotterwegen der Mid Power Mode. Im Wald und auf Trails muss es dann definitiv der Power Mode sein.
Hier ein paar Vergleichsaufnahmen, aus Zeitgründen nur mit dem Handy, daher nicht 100 % perfekt da das Handy die Belichtung anpasst aber es reicht um einen Eindruck zu bekommen:
Beim Laufen (von l nach r: Low/Mid/Power/Boost Mode):




(von l nach r: Low/Mid/Power/Boost Mode)




Beim Radeln:
(von l nach r: Mid/Power/Boost Mode)



Überraschend ist der Boost Mode, der mit seinen 600 lm wirklich alles ausleuchtet. Nervig finde ich aber, dass dieser nur 10 Sekunden anhält und sich dann automatisch wieder zurückschaltet. Wenn ich im Wald auf einen Trail einbiege, der vielleicht 5 Minuten dauert, würde ich diesen gerne komplett im Boost-Mode durchlaufen, auch wenn mir das dann eventuell eine halbe Stunde Akkuleistung abzieht. Das geht aber nicht, d.h. ich muss alle 10 Sekunden wieder doppelklicken, damit die Lampe wieder hochschaltet.
Das so viel Leistung kein Dauerzustand sein kann, verstehe ich aber auch. Immerhin hat man die Möglichkeit einmal „aufzublenden“ wenn man mal viel Licht braucht, wenn auch nur kurz. Hier der Boost im Wald:

Die Akkulaufzeit reicht definitiv für meine Feierabendläufe oder den nächtlichen Weg nach Hause nach dem Klettern im Wald.
Hier der Power Mode auf einem Feldweg beim Radeln.

Die Ladezeit von 4 Stunden finde ich OK, ich lade ja eh übern Tag auf oder nach dem nach Hause kommen.
Sollte der Akku doch einmal leer werden, gibt es noch den Backup Mode, hier blinkt die Hauptlampe dann und schaltet in den Low Power Mode zurück. Auch wenn man es mit dem Boost übertreibt, springt die Lampe erstmal in den Low Mode um die Temperatur zu senken und quittiert die Überhitzung mit Blinkzeichen.
Schaltet man die Lampe mit einem Einzelklick ein, dann zeigt sie auf der Oberseite an einer kleinen LED an, wie viel Akku noch im Tank ist, grün gibt’s bei 100-76 %, gelb bei 75-25 % und rot bei weniger als 25 %. Somit kann man schnell noch checken, ob man vergessen hat, die Lampe zu laden oder nicht.

Damit sich der Akku nicht schon im Rucksack entlädt, gibt’s auch eine Transportsicherung. Einfach im ausgeschalteten Modus die Taste länger als 5 Sekunden gedrückt halten, bis sie doppelblinkt. Dann kann man die Lampe erst wieder aktivieren, nachdem man das gleiche nochmals getan hat. Probiert man es vorher, antwortet die Lampe lediglich mit Doppelblinken, damit man weiß, dass sie gesperrt ist.
Ich habe die Lampe zum Laufen sowie zum Radeln getestet, beides funktioniert tadellos. Der Sitz ist gut und beim Radeln kann ich die Lampe sowohl auf dem Helm als auch auf der Stirn darunter tragen, da sie so schmal ist. Das erspart mir die Anpassung der Bandweite.
Zum Laufen ist die Leistung definitiv ausreichend, vor allem in urbaner Umgebung, wofür sie ja entwickelt ist. Hierfür ist sie schon fast überdimensioniert. Auch nachts im Wald ohne Mondschein reicht der Power Mode zum Laufen, auch wenn ein etwas längerer Boost ein „nice to have“ wäre, gerade beim Radeln. Auch um lustigen Quatsch zu fotografieren wie hier:

Das einzige Manko was mir aufgefallen ist während der Testphase: dass das schmale Band an seiner Unterseite, wenn es etwas nach unten rutscht, relativ scharf ist und ein bisschen an den Ohren scheuert. Stellt man das Band aber etwas nach, ist das selten der Fall. Persönlich finde ich ein etwas breiteres Band angenehmer.
Bei rechtzeitiger Registrierung nach dem Kauf verlängert Ledlenser die Garantie (nicht auf den Akku) sogar von 2 auf 7 Jahre! Das nenne ich überzeugt von seinen eigenen Produkten!
Wer eine kleine leichte Lauflampe, so wie Ledlenser die NEO5R ja auch definiert, sucht, macht hier auf keinen Fall etwas verkehrt. Auch der Preis von 59,90 € UVP geht dafür in Ordnung, wie ich meine.
Klare Empfehlung meinerseits!
Freue mich schon die kleine im Winter mal im Schnee auf Skitour zu testen!














