Robuster und vielseitiger Trekkingschuh für (fast) alle Geländelagen
VORTEILE
- robust
- leicht
- griffige Sohle
- umlaufender Geröllschutz (handgeklebt)
- top Fußklima
- Unterstützung durch Herstellermanufaktur
NACHTEILE
- Fußbett/Einlegesohle etwas billig
- helles Leder am oberen Schaftrand --> Dreckränder
BEWERTUNG
Vorgeschichte / Problemstellung
Auf der Suche nach einem soliden Trekkingschuh für Wanderungen mit Gepäck und in grobem Gelände hatte ich bereits viele Richtungen eingeschlagen. Entweder waren mir die Schuhe zu weit und zu schwer, oder ich hatte das Gefühl, dass der Schuh zu lapprig ist und mein Fuß im Gelenk- und Fersenbereich nicht optimal gestützt wird. Durch meine recht schmalen Füße hatte ich wahlweise mit zu fester Schürung oder mit Blasenbildung im Fersenbereich zu kämpfen.
Wie durch einen Zufall durfte ich auf der Outdoor in Friedrichshafen den Alaska GTX probetragen und war sofort von der Passform begeistert. Somit konnte ich bereits die richtige Größe ermitteln und musste den Schuh nur noch ordern.

Verwendung
Inzwischen trage ich den Schuh seit 3 Jahren auf den unterschiedlichsten Touren. Mehrtägige Wanderungen im Mittelgebirge, einfache Bergtouren in den Alpen, abendliche Schneeschuhtour im Winter, Schneeschippen, Arbeitseinsätze und vieles mehr hat der Schuh inzwischen über sich ergehen lassen.
Selbst bei Verwendung von Grödeln oder leichten Steigeisen war der Schuh noch stabil genug und ein guter Kompromiss, wenn die Tour nicht allzu schwierig war. Für längere Touren am Gletscher weiche ich allerdings lieber auf meinen Hanwag Sirius aus. Die Festigkeit des Alaska reicht hier nicht aus, um einen kontrollierten Tritt im Eis zu haben. An diversen Klettersteigen zwischen Bodensee und Gardasee hatte ich sehr gute Erfahrungen mit dem Schuh gemacht.

Komfort und Fußklima
Durch das Echtleder in Verbindung mit der GoreTex-Membran bieb mein Fuß immer trocken. Klar ist, dass man bei sehr heißen Bedingungen schwitzt, aber das Material leitet die Feuchtigkeit gut ab und trocknet bis zum nächsten Tag. Staunässe wie bei anderen Lederschuhen konnte ich nicht feststellen. Bei kälteren Verhältnissen trägt die dicke Sohle zu einer guten Isolierung bei und lässt die Füße nur sehr langsam auskühlen. Bei regelmäßiger Behandlung mit dem Handwag-Naturwachs bleibt der Schuh wasserdicht und das Leder trocknet nicht aus. Vor allem bei Verwendung im Winter lässt sich eine Pflege mit Wachs nicht verhindern.
Druckstellen hatte ich bisher keine, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass der Schuh innen kaum Nähte hat. Vor allem im Fersenbereich und an dem Kochen am Mittelfuß hatte ich bei anderen Schuhen schnell abgeschürfte Haut oder Balsenbildung.
Passform
Die Passform bei diesem Schuh hat mich überzeugt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen bei verschiedenen Herstellern, mit dicken Socken, dünnen Socken, fester Schnürung, leichter Schnürung und vielen weiteren "Expertentipps" aus meinem Umfeld bin ich endlich fündig geworden. Mein Fuß hält im Schuh, bekommt keine Blasen und muss nicht übermäßig fest geschnürt werden. Schlüsselelement war der schmale Leisten der Firma Hanwag. Mit meinem insgesamt recht schmalen Fuß habe ich nun genügend Halt im Schuh, ohne diesen übermäßig fest zu schnüren. Außerdem trage ich wieder normale Dünne Socken auf den Touren. In diesen fühle ich mich am wohlsten.
Die weit außen angesetzten Metallhaken der Schnürung laufen gut und lassen sich schnell und einfach festziehen. Im Knöchelbereich wird die Schnürung durch zwei tief sitzende Hacken fixiert, was zum einen viel Halt in der Fersenbox vermittelt und zum anderen eine getrennte Schnürungsfestigkeit von Vorfuß zu Schaft zulässt. Die Hacken zur Schnürung am Schaft sind komfortabel und in wenigen Sekunden geschnürt. Der Schaft kann ebenfalls sehr gut an die Fußform angepasst werden und muss sehr selten nachgeschnürt werden.

Griffigkeit / Sohle
Die Vibramsohle "Fuora" hält was sie verspricht. Durch die großen kantigen Profilblöcke greift der Schuh vor allem in weglosem Gelände sehr gut. Querungen von feuchten Wiesenflanken sind ebenso wenig ein Problem wie der steile Abstieg in lockerem Geröll oder auf losem Sand.
Die Steifigkeit der Sohle ist hierbei und Längs- und Querrichtung sehr gut. Durch die Verklebung mit dem umlaufenden Geröllschutz erhält der Schuh eine feste Grundform und folgt den Steuerbewegungen des Fußes gut.
Selbst auf Fels und Stein können gute Reibungswerte erreicht werden. Hierfür sorgt die breite Stollenreihe im Vorfußbereich, die bereits etwas an ein Bergschuhprofil erinnert.
Auf festen Böden rollt die vorgeformte und schön abgerundete Sohle gut ab und fühlt sich nicht zu steif an. Durch eine gute Dämpfung im Fersenbereich ist man lange vor den ersten Ermüdungserscheinungen bewahrt.

Special Features
- wählbare Leisten (wide, narrow, normal)
- wiederbesohlbar weil geklebt und nicht genäht
- Schuhe können direkt zum Hersteller zur Reparatur (Manufaktur)
- Kugeln in den Schnürhaken erleichtern eine gleichmäßige Verteilung der Zugkraft auf dem Vorfuß
- solide widerstandfähige Schnürsenkel
Fazit
Nicht umsonst ist der Schuh von Hanwag inzwischen ein echter Klassiker. Seit vielen Jahren hält er sich am Markt und noch hoffentlich viele Jahre an meinem Fuß. Der Preis ist für den Echtlederschuh gerechtfertigt. Volle 5 Zelte!!!

Das Bild zeigt mein Schuh links (Asche) und mit schmalem Leisten und rechts einen etwas älteren Alaska GTX (schwarz) mit dem breiten Leisten (und etwas mehr ausgelatscht). Der Breitenunterschied ist meiner Meinung nach deutlich sichtbar.
