Viel gehört, schon über dieses Jetforce System von Black Diamond, aber selber noch keines in der Hand gehabt. Bis heute. Mit freundlicher Unterstützung wurde mir dieser Lawinenairbag von Outside Stories zur Verfügung gestellt. Ich war schon neugierig, was mich da erwartet und ob ein System mich derart überzeugen kann?
VORTEILE
- Grosser Rucksack mit vielen Verstaumöglichkeiten
- Grösse auswählbar, dem Benutzer entsprechend
- Tragesystem sehr gut einstell und bedienbar
- Wenn Ski getragen werden, trotzdem Airbagauslösung möglich
- Akku Technologie, mehrmals verwendbar (Akkustand)
- Zugänglichkeit zu den Fächern von allen Seiten optimal
NACHTEILE
- Relativ schwer
- hoher Anschaffungspreis
BEWERTUNG
Testbericht:
Den Rucksack gleich mal als erstes ins Auge gefasst. Der Black Diamond Halo 28 JetForce bietet ausreichend Platz für die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände . Der Halo ist zudem mit einem separaten Fach für die Lawinenausrüstung, inkl. einer Helmbefestigung ausgestattet, sowie einer Befestigungsmöglichkeit für Eisgeräte ergänzt. Schnallen und Verschlüsse sind sehr gross und auch sehr robust.Die Träger sind sehr gut gepolstert, breit ausgelegt und liegen sehr angenehm an, auch wenn sehr viel Gewicht im Rucksack transportiert wird. Reissverschlüsse mit ihren Zippern sind so ausgelegt, dass sie auch mit dicken Handschuhen sehr gut zu bedienen sind. Alles in allem ein sehr wertiger und robuster Rucksack, der in der Grösse genügend Platz bietet und über Jahre seinen Dienst tut.


Jedoch die grösste Revolution dieses Systems ist der Verzicht auf Gaskartuschen. Stattdessen verbaut Black Diamond / Pieps ein kleines Düsengebläse, das von einem Mikroprozessor gesteuert wird und von einer Li-Ionen-Batterie mit Energie versorgt wird. Der Elektromotor bläst in 3,5 Sekunden einen 200 Liter-Airbag auf. Der Airbag ist somit 50 Liter grösser, als die anderen Mitstreiter am Markt. Trotzdem ist es aber nicht unwesentlich langsamer. Die Auffaltung erfolgt hinter dem Nacken und seitlich am Rucksack. Der Airbag ist aus besonders reissfestem Material. Doch auch für den Fall, dass der Airbag verletzt wird: Der Jetforce bläst alle paar Sekunden ein wenig Luft nach, um den Airbag in der Grösse zu halten. Doch der Hammer kommt erst: Nach ca. 3 Minuten beginnt nämlich dieser kleine Ventilator die Luft wieder abzusaugen. Der Vorteil wird sehr schnell ersichtlich. Dadurch entsteht im Fall einer Verschüttung eine bis zu 200 Liter grosse Atemluftkammer, die den Verschütteten atmen lässt.


Wie löse ich aber den Airbag aus? Der Jetforce wird nicht wie andere Systeme über einen Bowdenzug ausgelöst, sondern man muss es erst mit einem kleinen roten Knopf aktivieren. Allerdings ist dieser Knopf so dimensioniert, dass es mit Handschuh etc. etwas umständlich ist. Zudem muss man ein kleines grünes Licht beobachten, ob das System auch in Ordnung ist. Ist dies der Fall, kann man den Jetforce aber mit einem Zug auslösen.


Der Anschaffungspreis, bei der Recherche, schreckte mich am Anfang schon etwas. Mit Kosten ab ca. 1100 Euro für einen Rucksack ist das System bei der Anschaffung deutlich teurer als andere Systeme. Jedoch sollet man hier bedenken, dass man hier eine Investition für viele Jahre tätigt , und wenn man ein paar Test-Auslösungen hinter sich bringt, amortisiert sich der Preis wohl recht bald. Denn es entfallen die Anschaffung der Gasdruckflaschen oder die Wiederbefüllungskosten auf etliche Jahre. Ein weiterer Punkt bei dem mich Black Diamond überzeugen konnte. Noch einen grossen Vorteil des Systems ist auch seine Flugsicherheit: Während man bei anderen Anbietern zittern muss, ob man den Airbag auch wirklich im Flugzeug mitnehmen darf, gibt es beim Jetforce System vermutlich nie eine Diskussion. Laut Abklärungen mit Flugsicherheitsbehörden ist dieses System absolut Flugtauglich, da es keine „sprengstoffartigen“ Gasflaschen verwendet und man könnte man den Rucksack sogar im Handgepäck transportieren.

Fazit: Hier ist der grösste Vorteil des Jetforce-Systems: Die laufenden Kosten sind unschlagbar. Mit einer Akku-Ladung kann man den Airbag bis zu vier Mal auslösen. D.h.: Man kann vor jedem Start ins Gelände den Auslöser betätigen und den Umgang mit dem Airbag üben, oder das System auf Funktionalität überprüfen, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. Ein unschätzbarer Vorteil. Gleichzeitig sind die Kosten für das Aufladen der Akkus natürlich verschwindend gering. Hier schlägt das System von Black Diamond die Mitbewerber um Längen