Gute Abfahrts- und Sicherheitsmerkmale. Defizit im Aufstieg
VORTEILE
- Gute Abfahrtsperformance
- Sicherheitsmerkmale
- Mehrere Farbmöglichkeiten
- Robustes Material
- Einstellbare DIN-Werte
- Einfache Bedienung
NACHTEILE
- Großer Vorderbacken sperrt Bewegung im Aufstieg
BEWERTUNG
Die „Fritschi Vipec Evo 12“ ist eine Pin-Bindung, die für den Einsatz auf vielseitige Skitouren entwickelt wurde. Die Marke „Fritschi“ steht generell für ihre innovative Sicherheitsfunktionen und sie haben sowohl für erfahrene Alpinisten als auch für ambitionierte Einsteiger interessante Produkte.
Die getestete Bindung „Fritschi Vipec EVO 12“ ist ihr robustestes und anfängerfreundlichstes Modell. Getestet habe ich die Bindung Dezember 2024 bis Mitte Jänner 2025. Da die Schneebedingungen nicht überragend waren, habe ich die Bindung vermehrt auf Pistenskitouren getestet. Erst Anfang Jänner dann auch mehrere Skitouren im Gelände.


Merkmale
• Gewicht: Die Bindung wiegt 500 Gramm (ohne Skistopper). Mit Skistopper liegt das Gewicht bei etwa 580 Gramm. Somit gehört sie nicht zu den leichtesten Modellen, aber dies war bei der Entwicklung dieser Bindung auch definitiv nicht die höchste Priorität.
• Skistopperbreiten: Die Bindung ist mit Skistopper-Breiten von 80 bis 120 Millimetern erhältlich, sodass sie für eine Vielzahl von Skibreiten geeignet ist.
• Material: Kunststoffe und Metallkomponenten sorgen für eine ausgewogene Mischung aus Stabilität und Leichtigkeit. Auf dem ersten Blick scheint die Bindung eher schwer und klobig zu sein. Doch die Materialien sind echt leicht. Trotzdem ist die gesamte Bindung sehr robust.
• Bei Kauf der Bindung werden mehrere Plastikteile in verschiedenen Farben mitgeliefert. Diese können selber ausgetauscht werden. Dies ist ein cooles Zusatzfeatures für alle die Ihre Bindung passend zum Ski gestalten wollen.
• Preis: UVP 549,99 Euro
Sicherheitsfunktionen
Die Sicherheit ist ein entscheidendes Merkmal der „Vipec Evo 12“ und wird durch mehrere Features gewährleistet:
• Z-Wert: Einzigartig an der Bindung ist ein einstellbarer Z Wert zur Auslösung der Bindung, welches wir sonst nur von den Alpinski kennen. Der einstellbare DIN-Bereich reicht von 4 bis 12. Dieser deckt eine breite Zielgruppe ab, von leichteren bis hin zu schwereren Fahrern. Generell sind diese Sicherheitsaspekte im normalen Gebrauch ohne entsprechende Auslösungsvorrichtung schwer zu testen. Deshalb in diesem Kapitel eher mehr Infos vom Hersteller als eigene Erfahrungen.
• Seitliche Auslösung im Vorderbacken: Die Bindung verfügt über eine seitliche Auslösung im Vorderbereich mit 13 Millimeter elastischem Spielraum. Diese verhindert unnötige Auslösungen, sollte aber schnell und zuverlässig im Falle eines Sturzes reagieren.
• Unabhängige Auslösung vorne und hinten: Die Einstellung der Auslösung ist getrennt für den Vorderbacken (seitlich) und die Ferse (frontale Auslösung) möglich.
• Notauslösung im Aufstieg: Selbst bei geschlossenem Vorderbacken kann die Bindung bei übermäßiger Belastung auslösen, wodurch das Verletzungsrisiken auch beim Aufstieg reduziert werden sollte. Auch wenn dies ein seltenes Verletzungsmuster ist.
Diese Kombination aus Sicherheitsmechanismen macht die Vipec Evo 12 einzigartig, da sie Standards einer Alpinbindung mit den Vorteilen einer Pin-Bindung vereint.


Bedienung und Handling
• Umstellung: Die Umstellung zwischen Aufstiegs- und Abfahrtsmodus kann erfolgen, ohne aus der Bindung auszusteigen. Dies ist vor allem in steilen oder unwegsamen Geländeabschnitten ein großer Vorteil.
Jedoch ist Vorsicht geboten, wenn man die Ski, zum Beispiel um die Felle abziehen zu wollen, doch ausziehen sollte. Denn die Stopper müssen aktiv gelöst werden und lösen sich nicht automatisch beim Austeigen aus der Bindung. Hier musste ich sehr aufpassen, da die Stopper meiner eigenen Skitourenbindungen sich selbst lösten. Generell ist dies aber nicht selbstverständlich bei Skitourenbindungen und auch bei vielen anderen Marken noch nicht vorhanden.

• Steighilfe-Bedienung: Die drei Steighilfen (0°, 9° und 13°) lassen sich mit dem Skistock problemlos anpassen. Die Rastmechanismen sind klar definiert, was eine präzise und einfache Bedienung ermöglicht. Zudem scheinen auch die Steighilfen äußerst robust.


Performance
• Abfahrtsqualität: Dank der starren, fixierten Ferseneinheit bietet die „Vipec Evo 12“ eine sehr gute Kraftübertragung. Dies führt zu einer präzisen Skiführung, insbesondere in schwierigen Schneeverhältnissen oder auf steilen Abfahrten.

• Bewegungseinschränkungen im Aufstieg: Als einziges Manko in meinen Augen ist die durch den großen Vorderbacken bedingte geringe Bewegungsradius im Aufstieg. Bei Spitzkehren im steilen Gelände, sperrt die Vorderbacken die ganze Bewegung und eine Spitzkehre ist nur sehr sperrig möglich. Somit ist die Bindung eher nur für Skitourengeher die flaches Gelände bevorzugen oder Anfänger geeignet. Siehe Foto = maximaler Ansatz.

Zusammenfassung:
Bei der „Vipec EVO 12“ handelt es sich in meinen Augen um eine sehr robuste und anfängerfreundliche Bindung, die im Aufstieg, aber sperrig ist im Vergleich zu anderen Skitourenbindungen. Trotzdem punktet Fritschi mit ihren einzigartigen Sicherheitsmerkmale. Eine gelungene Mischung aus Komfort, Stabilität und moderner Technik.
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