Sehr gelungener Rucksack, der trotz dem extrem geringen Gewicht nicht an Tragekomfort einbüßt, vorausgesetzt man belädt ihn nicht allzu schwer. Einziges Manko: In der 58l-Version wird es im Rucksack leicht unübersichtlich, da das Hauptfach nicht unterteilt werden kann. Daher besser zur 48l oder 38l-Variante greifen.
VORTEILE
- leicht
- gut verarbeitet
- sehr gutes Tragesystem (bis ca. 8 kg)
NACHTEILE
- keine Unterteilung des Innenfachs
- Regenhülle kostet extra
BEWERTUNG
Der Osprey Exos begleitet mich nun schon gut 1 1/2 Jahre auf meinen Wanderungen in den Alpen (Allgäuer Alpen, Dolomiten), im Allgäu und auch bei Tagesausflügen auf der Schwäbsichen Alb.
Übersicht:
Gewicht: 1050 g
Tragesystem:
Schulterriemen:
Die Schulterriemen sind aus einem sehr leichten Meshgewebe, das über große Löcher verfügt. Dadurch bleibt die Auflagefläche geringer und man schwitzt weniger. Die Riemen sind auch sehr weich und passen sich der Körperform sehr gut an. Der Druck auf Schultern und Kapuzenmuskel ist gering.
Rücken:
Am Rücken ist der Osprey mit einem Netz bespannt, das den eigentlichen Rucksack auf Abstand zum Körper hält. Dieses wirkt unterstützend, ohne dass man am Rücken zu schwitzen beginnt. Stabilität bekommt der Rucksack über einen Rahmen aus Alurundrohren.
Hüftgurt:
Der Hüftgurt ist ebenfalls aus dem Meshmaterial und schmiegt sich gut der Hüfte an. Er lässt sich einfach über zwei Riemen einstellen.
Fächer:
1 Hauptfach (Abgetrenntes Fach an der Rückenseite für die Aufnahme einer Trinkblase)
Netzfach oben: Das Netzfach ist oben mit einem verstellbaren Riemen und Clip gesichert, im Fach kann z.B. feuchte Wäsche zum Trocknen aufbewahrt werden.
2 Netzfächer seitlich: Die seitlichen Netzfächer sind sehr groß, es passen problemlos jeweils 1,5l-Flaschen in die Fächer. Der Zugriff ist sehr durchdacht. Die Öffnungen sind so angeordnet, dass man Dinge sogar entnehmen kann, wenn man den Rucksack auf dem Rücken trägt.
Deckel: Der Rucksackdeckel ist abnehmbar und verfügt über zwei Fächer. Eines ist von aussen über einen Reißverschluss erreichbar, das Netzfach befindet sich am Boden des Deckels und kann nach dem Aufklappen des Rucksacks erreicht werden. Der Rucksack kann auch ohne Deckel verwendet werden. Dafür ist extra eine zweite Abdeckung ohne Fächer angenäht. Dadurch kann das Gewicht weiter reduziert werden.
Netztaschen am den Schulterriemen: hier können z.B. Energieriegel oder Gels aufbewahrt werden
Netztaschen auf dem Hüftgurt: Die Netztaschen auf dem Hüftgurt sind recht groß und können Taschenmesser, Energieriegel oder Geldbörse (die normalgroßen, nicht die Frauengeldbeutel) aufnehmen. Ich bekomme darin sogar mein Zweitobjektiv (Canon EF-S 10-18mm STM) unter.
Der Rucksack verfügt über Kompressionsriemen, mit denen man den doch recht großen „Hauptsack“ den Größenverhältnissen des mitgeführten Gepäcks anpassen kann.
Subjektive Meinung zum Produkt:
Ich packe meinen Rucksack…
im Normalfall packe ich in den Rucksack 1,5-2l Flüssigkeit (Trinkblase), Vesper, eine Isojacke, ein Funktionsunterhemd zum Wechseln auf dem Berg und meinen Foto.
In dieser Konfiguration lässt sich der Osprey sehr angenehm tragen, das Tragesystem passt sich gut der Schulterpartie an, drück nicht und bietet die nötige Stabilität. Das Netz am Rücken unterstützt leicht und bringt genügend Abstand zwischen Rucksack und Körper, sodass sich auch das Schwitzen in Grenzen hält. Ich muss an dieser Stelle anfügen, dass ich doch sehr schnell schwitze und bei anderen Rucksäcken der Rücken ruckzuck unangenehm feucht und heiß wurde. Am Osprey bleibt der Rücken bei moderater Anstrengung angenehm trocken.
Auch die Hüftgurte schmiegen sich gut an und unterstützen bei einem Rucksackgesamtgewicht bis ca. 5-7 kg gut.
Da kommt dann auch schon der einzige Haken den ich an dem Rucksack sehe:
Manchmal möchte ich meine komplette Fotoausrüstung mitnehmen (DSLR, 3 Objektive, evtl. Stativ). Platz genug wäre dafür, aber da der Exos auf absoluten Leichtbau ausgelegt ist, bietet das Tragesystem für ein Gesamtgewicht über 8 kg meiner Meinung nach nicht genügend Unterstützung. Ausserdem wäre bei dieser Volumengröße eine Unterteilung des Hauptfachs gut. Dadurch würden nicht immer die schweren Sachen ganz nach unten rutschen und es wäre um einiges übersichtlicher. Natürlich ist der Rucksack auch nicht für ein komplettes Kameraprogramm gedacht, aber allgemein kann bei einem Fassungsvermögen von 58l doch auch einiges an Gewicht zusammen kommen. Und das packt der Exos dann nicht mehr so gut. Daher meine Empfehlung: Lieber die 48l oder 38l-Variante kaufen und für die lange Trekkingtour oder schweres Gewicht einen zweiten Rucksack anschaffen. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es eben nicht.
Für die 38l Variante würde ich die volle Punktzahl geben, in der 58l Version muss ich einen Punkt abziehen, da das mögliche Fassungsvermögen meiner Meinung nach die Grenzen des Tragesystems und der Raumkonzeption übersteigen.
