Universale Lösung für Kofferraumschläfer
VORTEILE
- bietet mehr Platz
- Moskitonetz zum Innenraum
- lackschonende Gurte und Haken
- umweltfreundlich
- viele Details (Befestigungen)
- in 3 Richtungen zu öffnen
NACHTEILE
- teuer
- Passform
- kein Zeltboden
- Passform so lala
- Konzept am Kofferraum nicht ideal
- kann nicht richtig abgespannt werden
BEWERTUNG
Vaude Autozelt
Wir durften für OUTSIDEstories das DRIVE TRUNK Autozelt von Vaude genauer unter die Lupe nehmen. Es handelt sich dabei um ein Autozelt, das an der geöffneten Heckklappe befestigt wird und an die meisten VANS und Kombis passen soll. Verpackt ist es mit ca. 2kg im praktischen Packsack leicht und wasserdicht zu verstauen!

Wir haben das Ganze an unserem Skoda Superb III ausprobiert. Der Aufbau ist relativ schnell und problemlos gemacht, es klappt auch allein, aber zu zweit tut man sich deutlich leichter. Ein bisschen schwierig ist, dass die offene Heckklappe die „tragende Stütze“ des Zelts ist. Beim Abspannen zieht man ja an dieser Stütze und die geht dann natürlich nach unten. Die Gasdruckfedern des Kofferraums dürfen also definitiv nicht ausgelutscht sein, damit es funktioniert. Wir haben bei unserem Modell eine elektrische Heckklappe, diese soll eigentlich nicht mechanisch belastet werden, von daher waren wir einigermaßen vorsichtig.
Hier ein Paar Bilder vom Aufbau:



Ob die Konstruktion ideal funktioniert, wenn es mal wirklich stürmt, kann ich nicht sagen, aber ich bin durchaus skeptisch. Zudem beschließt unser vermeintlich schlaues Auto nach einigen Minuten mit offenem Kofferraum dann plötzlich, diesen mal sicherheitshalber automatisch zu schließen…dumm, wenn das mitten im Zeltaufbau passiert…
Steht das Zelt erstmal, ist es schon ein deutlicher Platzgewinn. Zwei Personen können im „Vorzeltbereich“ mit Klappstühlen sitzen, viel mehr Platz gibt’s aber auch nicht. Der Hauptvorteil, wenn man im Auto schlafen möchte, ist für mich, dass man den Kofferraum ausräumen kann und die Sachen ins Vorzelt stellt, so dass man Platz zum Schlafen hat. Oder man schläft gleich auf dem Boden im Vorzelt und lässt den Kofferraum eingeräumt. Je nach Kofferraumtyp und Abspannung ergibt sich am Boden ein Luftspalt, der zumindest im Vorzelt abends Moskitos nur bedingt abhält. Auch bei Regen fehlt natürlich der Zeltboden, so dass man für seinen Gegenstände (wenn es keine Wasserdichten Boxen sind) dann definitiv an eine Unterlegplane denken sollte.


Beim Schlafen im Auto ist es dann etwas besser, da das eingebaute Moskitonetz den Vorzeltraum vom Auto trennt. Hier kann mal also nachts mit Frischluft schlafen und auch das Kondenswasser im Auto reduzieren.

Praktisch ist, wenn man z.B. an einem See campiert, dass man das Zelt auch als Umkleidekabine nutzen kann. Die zugewonnene Grundfläche war bei unserem Aufbau am Boden ca. 1,50m auf 2m.
Bei höheren Autos sollte dieser Raumgewinn theoretisch kleiner werden.


Unser Test war genau während einer Hitzeperiode und wir wollten eigentlich mit dem Zelt campen gehen, da wir gedacht haben, zur Not haben wir ja dann ein Schattenplätzchen. Aber nach dem Testaufbau war relativ schnell klar, dass man es unterm Vorzelt auch nicht lange aushalten kann, ohne einen Hitzschlag zu bekommen (trotz geöffneter Seite).

Prinzipiell gut finde ich, dass man je nach Wetterlage sowohl von vorne, von links als auch von rechts in das Vorzelt gehen kann. Man hat sogar ein kleines Fenster mit Fliegengitter und kann damit zwischen Licht und Sichtschutz wählen.


Die Passform ist anscheinend nicht ideal für unseren Kombi, jedenfalls haben wir an dem Knick zwischen Dach und Kofferraum einen ordentlichenSpalt gehabt, wir konnten ihn aber nicht schließen, da unsere Klappe wohl zu lang war… Hier kann bei starkem, seitlichem Regen wohl auch Wasser durchkommen was nicht so toll ist:


Die beiliegenden Heringe waren nur semi-sinnvoll nutzbar, da die breiten Schlaufen nur schlecht in die Auskerbungen an den Heringen einrasten. Sie sind eher für Zeltschnur konzipiert. Hier müsste man noch Schnüre beilegen und an den Schlaufen oder den Heringen befestigen.


Die Haken an den Dachschlaufen sind erfreulicherweise sehr soft, so dass diese den Lack nicht zerkratzen können.

Nach dem Auf- und Abbau bin ich irgendwie hin und hergerissen.
Einerseits ist das Ganze eine praktische Idee, andererseits aber auch nicht das gelbe vom Ei. Es ist z.B. nett, dass man keine Stangen braucht, andererseits klappt das Abspannen dann nur bedingt. Man kann sich im Vorzelt aufhalten, hat aber einen Luftspalt zum Boden ohne Insektenschutz. Für mehr als 2 Personen bietet das Zelt keinen Platz.
Wer prinzipiell ein Fan davon ist, im Kofferraum zu schlafen, der gewinnt hier definitiv mehr Platz. Andererseits steht auch das Auto (mit Wertsachen etc.) beim Verlassen immer offen. Von daher denke ich, dass es wirklich mehr fürs Übernachten als das längere Campen sinnvoll ist.

Mich persönlich hat das Autozelt nicht so wirklich überzeugt. Will man z.B. auf einem geteerten Stellplatz übernachten, bekommt man ein Problem mit den Heringen.
Wir haben auf unserem Norwegen Trip auch ab und an im Kofferraum geschlafen und das Gepäck dann auf die Vordersitze verfrachtet. Das war jetzt auch nicht mehr Aufwand, als es ins Vorzelt umzulagern. Nur der Punkt mit offenem Kofferraum trotz Wetter und mit Insektenschutz schlafen zu können, ist für mich eigentlich der Mehrwert.
Das kann man aber mit einer Plane und ein paar Schnüren bzw. starken Magneten auch hinbekommen für deutlich weniger als 180€ UVP. Sieht dann halt aber auch weniger schick aus…
Alles in Allem ist das Produkt gut verarbeitet und hat alle sinnvollen Features wie Befestigungsmöglichkeiten...

...für alle geöffneten Planen oder Fliegengitter, die man auch von einem wertigen Zelt kennt. Für mich ist das Produkt eigentlich gut aber das Konzept mit der Heckklappe mäßig. Ich bevorzuge glaube ich nach wie vor ein freistehendes Zelt in Kombination zum Kofferraum. Dann ist alles fest und man kann das Auto auch mal absperren oder bei Gewitter das Auto schließen.
Von daher gibt’s von mir unentschlossene 3/5 Punkten.














