Ein Fahrradheckträger, der alle Stücke spielt
VORTEILE
- Selbsthaltefunktion erleichtert die Montage
- Abstandshalter die abnehmbar und flexibel positionierbar sind
- Abklappmechanismus für optimalen Kofferraumzugang
- Platzsparend verstaubar durch Faltfunktion
- Versperrbar - effektive Diebstahlhemmung
- Geeignet für alle Fahrradtypen - auch für schwere Bikes
NACHTEILE
BEWERTUNG
Die letzten Wochen war ich mit dem Testen des Fahrradheckträgers Forza M-022800 beschäftigt.
Beginnen wir mit der Lieferung.
Verpackt war der Träger in zwei Schachteln, wobei der Träger selber zusammengeklappt wirklich gut und sicher mit ausreichend Stützmaterial verstaut wurde.
Die zweite Schachtel enthält das Erweiterungsmaterial für ein drittes Fahrrad, das man als Erweiterungsset dazu bestellen kann. Für die Montage benötigt man kein Werkzeug.

Das Gewicht des Trägers von 18.2 Kilo wäre an sich nicht so schwierig zu händeln, aber verpackt in der Schachtel tut man sich zu zweit definitiv leichter. Ist der Träger erst einmal ausgepackt, kann man ihn zusammengeklappt wie einen Koffer tragen. Seine Größe (zusammengeklappt) mit 56,5 x 22,5 x 73,5 Zentimeter entspricht auch einem solchen. Im ausgeklappten Zustand misst der Träger ca. 120 x 71 x 73,5 Zentimeter.

Die Montage des Trägers auf der Anhängerkupplung konnte ich mit ganz leichter Unterstützung fast alleine vornehmen, auch wegen der Selbsthaltefunktion auf der Anhängevorrichtung. Nachdem die Steckdose für die Anhängekupplung bei meinem Auto auf der rechten Seite angebracht ist, musste ich das Steckerkabel etwas lösen, damit es lange genug zum Einstecken ist. Nachdem ich die Anhängerkupplung ansonsten nicht allzu oft (alleine) in Verwendung habe, hat das Einstecken des 13-poligen Steckers möglicherweise etwas länger als bei Profis gedauert.


Der Träger ist laut Hersteller für alle Radtypen inklusive E-Bikes geeignet. Mein E-Bike ist allerdings mein umgebautes Mountainbike und hat mir bei der Befestigung am Träger einige zusätzliche Denkmomente beschert. Irgendwie war mir immer ein Teil – die in Originalbikes fix im Rahmen untergebracht und somit geschützt sind – im Weg.
Besonders störend ist bei meinem Rad die Aufnahme für den Akku, die breiter als der Rahmen ist und wenn ich ehrlich bin – brüchig aussieht. Dort wäre allerdings die perfekte Stelle für die Befestigung des Abstandhalters. Nachdem endlich die richtige Position gefunden war – erstes Rad wird mit dem Lenker nach links befestigt – und das Rad mehr oder weniger fixiert war, wurde mein zweiter Proband in Angriff genommen. Hätte ich vielleicht vorher machen sollen – aber ich bin eine Frau, die noch nie ihr Rad irgendwo selber montieren oder fixieren musste. Nicht das Geschlecht ist das Problem, sondern die fehlende Übung.



(So funktioniert es NICHT).

Möchte man zwei Räder transportieren, fädelt man das erste Rad logischerweise durch den langen Abstandshalter, damit er dann beim zweiten Rad schon an Ort und Stelle (ausgeklappt) zur Verfügung steht. Sollte es gar nicht funktionieren, sind die Greifarme abnehmbar und frei positionierbar.
Ich will jetzt weder einen Roman schreiben, noch mich dümmer hinstellen als ich bin, aber wenn man noch nie einen Radträger selber montiert oder benützt hat, sollte man – so simpel und intuitiv die Montage auch ist – für das erste Mal doch etwas Zeit einplanen. Wenn man nicht gerade zwei identische Räder zu befestigen hat, wäre es hilfreich sich doch ausreichend Zeit zu nehmen, um die idealen Positionen zu finden, schließlich müssen die Räder sicher und stabil - auch für eine eventuell längere Fahrt - untergebracht sein.
Die Hauptlast des Gewichtes wird über die Schienen, in welche Reifen mit einer maximalen Reifenbreite von 4 Zoll (ca. 10 cm) passen, getragen. Für die richtige und sichere Montage fixiert man am besten zuerst beide Räder leicht und zieht, erst wenn die perfekte Position gefunden ist, mittels Ratschensystem (gleichzeitig) fest.


Die 21 Zentimeter zwischen den Schienen könnten bei meinen beiden Fahrrädern vielleicht etwas mehr sein, es würde das Anbringen vereinfachen, aber meine Radkombi stellt wahrscheinlich nicht den Standard dar. Es könnten aber auch meine Räder leichter sein… man kann eben nicht alles haben. Der maximal mögliche Radabstand wird vom Hersteller mit ca. 135 Zentimeter angegeben und die Reifenbreite mit 4 Zoll.
Pro Schiene am Träger können Räder mit einem Maximalgewicht von je 30 Kilo transportiert werden. Der als Zusatzmaterial lieferbare Träger für ein drittes Rad, darf dann nur mit maximal 17,5 Kilo beladen werden. Insgesamt gilt 65 Kilo als die Maximalbeladung für den FORZA M.
Die im Kern mit einem Stahlband verstärkten Abstandshalter lassen sich mittels Ratschenspannsystem leicht am Rad fixieren. Weiche Gummipolster schützen den Rahmen und halten das Rad in der gewählten Position. Beim ersten Versuch war das Fixieren die einfachere Übung…. beim Öffnen musste ich mich definitiv mehr anstrengen und es bedurfte einiger Versuche bis ich den Dreh raus hatte.
Halten, Drücken, Ziehen und ganz so leichtgängig war das Ratschensystem anfangs auch nicht. Zu fest anziehen kann man dank der zusätzlichen Schutzfunktion (Frame Protection) den Ratschengurt nicht. Sollte man zu viel Kraft aufwenden, springt das Rastband wieder um eine Einkerbung zurück – die optimale Spannung bleibt aber trotzdem erhalten. Man legt den Hebel um, versperrt den Haltearm und das Rad ist gesichert. Passend ist der Halter für Rahmendurchmesser von 25 - 80 Millimeter. Das sollte wohl für sämtliche Räder, inklusive E-Bikes reichen.


Für mich war die beigelegte Bedienungsanleitung in diesem Punkt irgendwie nicht ausführlich genug. Im Internet hat man allerdings die Möglichkeit sich die komplette Anleitung herunterzuladen, die ist dann wirklich sehr ausführlich, detailliert und verständlich geschrieben/skizziert. Da bleibt keine Frage unbeantwortet. Von der Montage des Nummernschildes über die Handhabung der Verschlüsse, die Umstellung vom 60 auf den 90 Grad Winkel, falls nötig, bis zur richtigen Position bei der Lagerung.
Ohne Schlüssel (zwei sind im Lieferumfang dabei) funktioniert der Träger nicht, weil sich die Rastbänder der Abstandshalter nicht öffnen lassen. Das macht auch Sinn, weil man so gar nicht in die Verlegenheit kommt, aufs Absperren zu vergessen. Wenn man sein verborgtes Rad nur kurz wieder heimbringen möchte – und den Träger zwar am Auto hat, die Schlüssel aber sicher verwahrt zu Hause liegen, dann hat man schlicht und einfach Pech gehabt.
Mit dem Schlüssel lässt sich sowohl der Fahrradträger als auch die befestigten Räder, bzw. die Abstandshalter, absperren.
Der Träger ist vom Fahrzeug abklappbar. 60 Grad sind dabei vorinstalliert, es würde sich aber auf 90 Grad einstellen lassen. (Erreichbar über zwei Sechskant-Muttern). Ohne Beladung funktioniert das Abklappen dank Fußhebel einfach und simpel und ich empfinde den Träger beim Beladen des Kofferraums überhaupt nicht als störend.
Bei nur einem meiner Räder auf dem Träger ist das Abklappen ebenfalls überhaupt kein Problem. Wenn dann aber beide Räder montiert sind, muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich mir jede Öffnung des Kofferraumes gut überlege. Das Gewicht meiner Räder macht sich doch bemerkbar.


Ich empfinde den Träger als perfekt - er lässt sich leicht montieren, genauso schnell wieder demontieren. Relativ platzsparend (Platz wird von jedem unterschiedlich definiert) verstauen und nach unseren anfänglichen Startschwierigkeiten, vielen Dank an dieser Stelle an Riccardo Horn von Atera, der mir eine große Hilfe war, sind wir ein eingespieltes Team geworden.
Dank der wertigen Verarbeitung, werden wir sehr lange Freude miteinander haben - mit anderen Worten werde ich - auch wenn die Bauphase bei uns eigentlich schon vorbei ist - immer ein Auto mit Anhängkupplung haben müssen.