Schneller, weicher XC Mantel mit viel Grip
VORTEILE
- Geringer Rollwiderstand
- Tubeless ready
- Vielseitiger Einsatzzweck
- Lässt sich nicht schwerer als andere MTB Mäntel montieren
- In zwei Breiten erhältlich
- Keine Panne im Testzeitraum
NACHTEILE
BEWERTUNG


Von Pirelli wurden mir die beiden Mountainbike Mäntel Scorpion XC H und XC S zum testen zur Verfügung gestellt. Der XC H ist dabei bei mir hinten und der XC S an meinem Vorderrad zum Einsatz gekommen. In diesem Bereicht schreibe ich allerdings nur über den XC S Mantel. Den XC H Mantel behandle ich in einem weiteren Testbericht.
Hier noch eine kleine Übersicht über die folgenden Zeilen, damit Ihr euch besser zurecht finden könnt:
- Über Pirelli
- Features
- Erster Eindruck und Montage
- Im Einsatz
- Fazit
Über Pirelli
Pirelli ist ein weltweit führender Reifenhersteller mit einer über 150-jährigen Geschichte. Gegründet wurde Pirelli 1872 in Mailand, Italien, von Giovanni Battista Pirelli. Der ursprüngliche Fokus bezog sich auf die Produktion von Gummiartikeln, bevor das Unternehmen sich ab 1890 auf die Herstellung von Reifen spezialisierte. Heute zählt Pirelli zu den bekanntesten Reifenmarken und ist vor allem im Premium- und High-Performance-Segment erfolgreich.
Pirelli ist bekannt für kontinuierliche Innovationen in der Reifenentwicklung. Bereits 1901 präsentierte das Unternehmen seinen ersten Automobilreifen, den "Ercole". Ein weiteres Highlight ist die Pirelli Noise Cancelling System™-Technologie, die den Geräuschpegel im Fahrzeuginnenraum reduziert. Zudem investiert das Unternehmen stark in Smart-Tire-Technologien, die Sensoren für Echtzeitinformationen zur Reifenleistung integrieren.
Die Produkte von Pirelli umfassen Reifen für Pkw, Motorräder, Fahrräder sowie für Motorsportanwendungen. Besonders im Rennsport hat sich Pirelli, als exklusiver Reifenlieferant der Formel 1 einen Namen gemacht.
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen des Unternehmens. Pirelli verfolgt ambitionierte Ziele, wie die Reduzierung von CO₂-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette und die Entwicklung umweltfreundlicher Reifen. Das Unternehmen setzt auf erneuerbare Materialien, recycelbare Ressourcen und Technologien zur Energieeffizienz. Pirelli wurde mehrfach für seine Bemühungen um Nachhaltigkeit ausgezeichnet und zählt zu den führenden Unternehmen in globalen Nachhaltigkeitsrankings.
Features:
Der Pirelli Scorpion XC S ist ein Mountainbike-Reifen, der speziell für den Einsatz auf weichem und instabilem Terrain entwickelt wurde. Seine Hauptmerkmale umfassen:
Laufflächenprofil: Das aggressive Profil mit hohen und weit auseinanderliegenden Stollen sorgt für exzellenten Grip auf weichem Untergrund wie Schlamm oder losem Boden.
SmartGRIP Compound: Diese spezielle Gummimischung bietet hervorragende Reißfestigkeit und gewährleistet maximalen mechanischen Grip auf trockenen und nassen Oberflächen. Zudem bleibt die Leistung des Reifens über seine gesamte Lebensdauer konstant, selbst bei Abnutzung der Stollen.
Karkassenoptionen:
LITE MTB: Eine leichte und flexible Karkasse mit 120 TPI, die auf maximale Geschwindigkeit und Fahrgefühl abzielt. Diese Konstruktion ist ideal für Fahrer, die höchste Leistung suchen und einen präzisen Fahrstil pflegen. Sie verzichtet auf zusätzlichen Seitenschutz, um das Gewicht zu minimieren. Diese Karkasse ist allerdings nur in der Breite 2.2 verfügbar.
ProWALL: Diese Karkasse verfügt über einen verstärkten Seitenschutz durch eine zusätzliche Nylonschicht, die die Pannensicherheit erhöht und die Stabilität bei niedrigem Reifendruck verbessert. Sie ist geeignet für XC-Rennen, Trailriding und Enduro.
Verfügbare Größen:
Der Scorpion XC S ist in den Dimensionen 29 x 2.2 und 29 x 2.4 erhältlich.
Das alles macht den Scorpion XC S besonders interessant für Cross-Country-Fahrer, die auf weichem und anspruchsvollem Terrain unterwegs sind.
Erster Eindruck und Montage


Der Scorpion XC S kommt mit einer einfachen “Verpackung” auf der alle wichtigen Informationen und Features abgedruckt sind. Da es sich bei dem Mantel um einen sogenannten Faltreifen handelt, nimmt der Mantel unmontiert im Gegensatz zu einem Drahtreifen, nur wenig Platz weg.
Einmal von dem Packband befreit, lässt sich der Mantel einfach entfalten. Das im Vergleich zu dem Scorpion XC H, gröbere Profil macht einen guten Eindruck und verspricht, für ordentlich Grip zu sorgen. Die Verarbeitung ist sehr gut und die Aufdrucke eher schlicht, was mir aber gut gefällt. Leider wird auf der Karkasse des Mantels nur der Minimaldruck für Tubeless angegeben, aber kein Minimaldruck für den Einsatz mit Schlauch. Ich hatte auch noch versucht, diese Information von Pirelli einzuholen, war dabei aber leider nicht erfolgreich.

Für die Montage muss der Reifen komplett entfaltet und schon einmal in die richtige Form gebracht werden. Das Aufziehen der ersten Wulst erwies sich als relativ einfach. Die zweite ließ sich dann nur mit dem Einsatz von Reifenhebern und viel Kraft lösen. Ich fahre mein Mountainbike mit Schläuchen und so ist es mir dann leider bei der Montage der zweiten Wulst passiert, dass ich den Schlauch eingeklemmt und beschädigt habe, was mir wiederum auch erst nach dem Aufpumpen aufgefallen ist. Also musste ich den Mantel auch noch einmal demontieren, was sehr schwergängig war, aber nicht schwerer als bei meinen vorherigen Mänteln eines anderen Herstellers. Die zweite Montage mit geflicktem Schlauch, verlief dann ohne Probleme.




Beim ersten Aufpumpen habe ich so lange gepumpt, bis sich die Wülste mit einem “Knall” in den Felgenhörnern gesetzt hatte. Das geschah so bei ca. 3-4 Bar.
Bis auf meine selbstverschuldete Panne kann ich also zusammenfassend sagen, dass sich die Montage nicht leichter oder schwerer als bei anderen Herstellen gestaltet hat.

Im Einsatz

Leider war das Wetter im Dezember und Januar nicht so auf meiner Seite und ich konnte die Scorpion XC Mäntel kaum bei trockenen Konditionen testen. Aber noch genügend, um einen guten Gesamteindruck zu erhalten.
Bei meinem Test bin ich auf feuchtem, gefrorenem, matschigen und einmal sogar trockenen Boden unterwegs gewesen. In der Regel bin ich den Mantel mit ca .2,0 Bar gefahren, außer als ich bei Minusgraden unterwegs war, da bin ich auf ca. 2,2 Bar hochgegangen.
Bei trockenen Konditionen:
Im Trockenen hat mir der Mantel sehr gut gefallen. Der Unterschied zu meinen gröberen und Mänteln, die ich zuvor aufgezogen hatte, ist direkt spürbar. Der Rollwiderstand ist wesentlich geringer und dennoch bietet der Mantel im einfachen Gelände super Grip. Obwohl es ein XC Mantel ist, konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, damit auch ein paar Sprünge über Kicker zu wagen. Hier ist mir der geringere Rollwiderstand sehr stark aufgefallen, da ich für die Sprünge wesentlich weniger pedalieren musste als vorher. Trotz feinerem Profil fühlte ich mich dennoch sicher und die Landungen waren allesamt sehr angenehm. Selbst auf Trails mit Laub und in steilen Kurven hat der Scorpion XC S einen sehr guten Job gemacht und sich in den Boden gebissen. So sind schnelle Richtungswechsel auch bei hoher Geschwindigkeit kein Problem und ich fühlte mich durchgehend sehr sicher.
Aber nicht nur bergab, sondern auch bergauf fühlte sich der Pirelli-Mantel sehr gut an. Auch in losem Sand im Auf- sowie Abstieg hatte ich keine Probleme und sehr viel Kontrolle.

Bei feuchten Konditionen:
Bei feuchten Konditionen konnte ich kaum Nachteile feststellen. Im Wald, wo der Boden auch mal etwas lehmig sein kann, setzt sich dieser lehmige Boden etwas in dem Profil fest, ließ sich aber recht gut wieder rausfahren. Den Grip hat es nur minimal verschlechtert.
Auf nicht lehmigem Boden bin ich aber auch bei Feuchtigkeit mit dem Scorpion XC S sehr gut zurechtgekommen. Auch größere feuchte Steine und Stufen waren kein Problem, nur nasse Wurzeln fühlten sich (wie vermutlich mit jedem Reifen) weiterhin sehr rutschig an.
Bei nassen und matschigen Konditionen:
Im Regen um Matsch überraschte mich der Scorpion XC S mit seiner guten Performance.
Obwohl der Mantel über wesentlich kleinere Stollen verfügt, sorgen diese auch im groben Matsch für richtig guten Halt. Auch setzte sich der Schlamm im Profil nicht fest. Bergab fühlte ich mich allerdings nicht mehr ganz so sicher und bemerkte, dass es bei höherer Geschwindigkeit nicht mehr so einfach ist, die Kontrolle zu behalten und ich musste die Geschwindigkeit senken.
Bei gefrorenem Boden:
Und auch auf gefrorenem Untergrund war ich unterwegs und hier kann ich überraschend nur Positives berichten. Ich hatte anfangs zu bedenken, ob es eine so gute Idee ist, aber die Gummimischung von Pirelli hat auf gefrorenem Wald und Feldwegen einen super Job abgeliefert und ich habe mich selbst bei schnellen und steilen Kurven gefühlt. Zwar bin ich bei den Konditionen nicht so schnell gefahren wie sonst, aber dennoch schnell genug, um Spaß zu haben.
Überraschenderweise bin ich auch problemlos steile Anstiege auf gefrorenem Laub hinaufgekommen und konnte dabei noch sehr gut lenken.
Fazit
Dieser Test war für mich nicht nur ein Test, sondern auch auf eine Art ein kleines Experiment. Ohne die Testanfrage wäre ich denke ich nicht auf die Idee gekommen, auf meinem All Mountain MTB XC Reifen zu fahren. Aber da es in meiner Umgebung nicht sehr viel Steigung gibt, dachte ich mir, dass es eventuell gar nicht verkehrt ist und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Gerade im flachen Gelände spüre ich, wie viel schneller ich unterwegs bin und das nur durch die Scorpion Mäntel von Pirelli. Selbstverständlich verwandelt das mein Bike nicht in ein Cross Country MTB und mit denen kann ich auch bei weitem nicht mithalten, aber ich habe zumindest bei trockenen Bedingungen nun ein wenig mehr Spaß und vor allem mehr Geschwindigkeit.
Sehr positiv finde ich den sehr guten Grip, der mir nur bei Nässe und hohen Geschwindigkeiten nicht mehr die nötige Kontrolle bieten konnte, woraufhin ich die Geschwindigkeit weiter absenken musste als mir lieb war. Aber außerdem sind mir keine groben Nachteile des Scorpion XC S aufgefallen. Die Gummimischung hat bei meinen Tests durchweg für super Grip gesorgt und das selbst auf gefrorenen Böden.
Was Pannensicherheit angeht, kann ich nicht viel sagen. In meinem Testzeitraum hatte ich keine und ich habe die Mäntel nicht gerade geschont. Daher vergebe ich hier volle fünf Sterne und ich werde sicherlich, wenn ich neue Mäntel brauche, auch die Produkte von Pirelli mit in die engere Auswahl nehmen.