Tolle Transportlösung für den Daily Rider
VORTEILE
- Multifunktionaler Korb
- Hohe Zuladung
- Dichter Drybag
- In sich stabile Korbkonstruktion
- Variable Befestigungshaken
NACHTEILE
- Überflüssiges "Schulterpolster" an Trageriemen
BEWERTUNG
Als Outside-Stories-Produktscout bekam ich die Vaude Urban Cargo Fahrradkorb Radtasche zum Testen zur Verfügung gestellt. Dieser ist für Fahrräder mit Rohrgepäckträger geeignet und vereint dabei einen multifunktionalen Korb und eine wasserdichte Gepäcktasche in einem.
Getestet habe ich den Vaude Urban Cargo Fahrradkorb an meinem Radon Regard 9.0 FE, welches ich für den täglichen Weg zur Arbeit, sprichwörtlich bei Wind und Wetter nutze. Bei den Fahrten zur Arbeit packe ich meist direkt meinen Rucksack in den „Korb“ und nehme den gelben Drybag nur als zusätzliches Backup mit, falls mal mehr transportiert werden will und der Rucksack dann auf den Rücken wandern kann.

Als Testfarbe bekam ich die Kombination „Bunt Yellow“. Alternativ gibt es noch „Black“ und „Heron“. Mit der Farbwahl bin ich sehr zufrieden, der schwarze Korb passt gut zum Gesamtbild meines Bikes und die gelbe Tasche sorgt für einen auffallenden Farbtupfer.
Der Korb:
Der „Hauptteil“ im Lieferumfang ist natürlich der Korb, der als ein Gesamtteil recht schlicht daherkommt. Außer einem seitlichen und einem frontalen Vaude Logo mit Schriftzug, welches zudem reflektierend ist, setzen sich nur die Verstellräder der Aufhängung in orange farblich ab.
Der Rücken, an dem sich auch die Befestigungshaken befinden, ist aus einer Hartschale gefertigt, der dem gesamten Korb guten Halt gibt. Die oberen Aufhängungen lassen sich horizontal verschieben und auf jedes Rad individuell einstellen. An meinem Bike befinden sich zwei Nasen am Träger, an die ich die Haltebügel herangeschoben habe. So wird gewährleistet, dass der Korb weder nach vorne, noch nach hinten auf dem Träger verrutschen kann.

Mittels eines Bügels, der um das obere Rohr greift, arretieren die oberen beiden Befestigungen und lassen sich mittels Zug an einer Lasche nach oben öffnen. Für verschiedene Rohrdurchmesser gibt es insgesamt drei verschiedene Gummipuffer, somit kann der Korb an Rohrdurchmessern von 8 bis 16 Millimetern befestigt werden.

Zudem lassen sich die Haken laut Vaude auch mittels eines zusätzlich zu kaufenden Schlosses abschließen.
Die untere Befestigung befindet sich auf einer ovalen Schiene, sodass sich hier viele verschiedene Möglichkeiten der Befestigung finden. Ich habe diesen Haltebügel so positioniert, dass er zu einem seitlichen Abheben auch die Tasche beim Bremsen hält, also mit der Öffnung nach vorne. Vor einem Verrutschen nach hinten habe ich weniger Angst, so schnell ist meine Beschleunigung nicht. ;)

Die Arretierung der Haltebügel auf den Schienen geschieht durch Drehräder, mit denen sich die Bügel an Position klemmen lassen.
Der gesamte Korb ist in sich sehr stabil, sodass man auch ruhigen Gewissens komplett ohne Füllung fahren kann. Die Unterseite hat zwei geöste Löcher, die dafür sorgen, dass hinunterlaufendes Wasser bei Regen abtropfen kann. Sollte es richtig schütten, würde ich jedoch nicht auf einen absolut dichten Drybag verzichten wollen, denn die Wanne kann schneller Wasser aufnehmen, als sie es abgeben kann. :)

Zur Fixierung des Inhalts und zum leichteren Beladen hat der Korb oben lediglich eine Seite mit einem zu öffnenden Clipverschluss versehen, welcher eine Weitenregulierung zulässt und somit den Korb oben etwas zuziehen lässt. Sowohl der Drybag, als auch mein Rucksack halten darin sehr gut.
Für kleine Teile befindet sich auf der Innenseite noch ein kleines Organizerfach mit Reißverschluss. Dieses ist jedoch nicht wasserdicht und sollte nur mit äußerst flachen Gegenständen bestückt werden, um das Beladen des Korbs nicht zu sehr zu hemmen.

Das Füllvolumen des Drybags und damit auch in etwa das des Korbes gibt Vaude mit 25 Litern an, das passt sehr gut, denn mein Arbeitsrucksack, ein Thule Covert, hat 24 Liter Volumen. Das maximale Ladegewicht gibt Vaude mit 12,5 Kilo an, was theoretisch sogar die zulässige Zuladung meines Trägers übersteigt.


Als sinnvoller Hinweis ist ein Schild im Korb integriert, dass man Schnüre oder Bänder gut sichern sollte, da der Korb recht offen ist und leicht etwas in die Speichen oder den Antrieb gelangen könnte. Daher packe ich meinen Rucksack auch mit der Außenseite zum Rücken, um die Bänder möglichst weit weg von drehenden Teilen zu haben.


Der Drybag:
Der „quietschgelbe“ Drybag ist ebenfalls wieder sehr einfach, aber robust konstruiert. Wie bei Drybags sehr häufig der Fall, ist auch dieser mit einem Rolltop ausgestattet.

Die Leiste, über die gerollt wird, fällt hier sehr klein aus, das finde ich manchmal etwas umständlich in der Handhabung, eine etwas längere und breitere Leiste hätte nicht geschadet.

Ansonsten halten die Verschlüsse gut und der Bag lässt sich zusammengerollt einfach tragen. Als weiteres Gimmick ist ein einfacher Tragegurt enthalten, um sich die Tasche notfalls mal schnell über die Schulter werfen zu können. Dieser Tragegurt ist nicht besonders breit und auch nicht besonders bequem. Ein Schulterpolster, welches wohl weniger als Polster und mehr als Schutz vor Verrutschen dient, hätte man meiner Meinung nach auch gerne weglassen können, hierin sehe ich keinen Nutzen.

Außerdem sind die Clipverschlüsse des Rolltops und die des Tragegurts leider oder eventuell auch bewusst unterschiedlich groß. Ich mag Rolltop Taschen, die sich auch jeweils zu den Seiten schließen lassen, dies ist hierbei nicht möglich. Ein Vorteil wäre dabei zudem, dass man die Tasche durch Umschlaufen durch die Korbträger zusätzlich hätte sichern können.
Die Unterseite des Drybags ist nicht, wie sonst bei vielen anderen Drybags nur verschweißt, sondern mittels einer Falttechnik zusammengelegt und mit Kunststoffnieten verschlossen. Ich denke, dass die Produktion so einfacher möglich ist, als bei einem rundverschweißten Boden, kann ansonsten keine Vorteile, aber auch keine weiteren Nachteile daraus schließen.

Ansonsten sind die Nähte verschweißt und der Packsack macht einen sehr robusten Eindruck. Beschädigungen konnte ich im Testzeitraum auch durch häufiges Falten und wickeln nicht feststellen. Auch hier sind die Aufdrucke wieder reflektierend ausgeführt.
Der Ökofußabdruck:
Vaude legt großen Wert auf eine nachhaltige Produktion und eine ressourcenschonende Materialauswahl. So bestehen die Haltebügel des Korbs überwiegend aus recyceltem Polyamid, die Hartschale aus Kunststoffteilen verschrotteter Autos und die Tasche kommt komplett ohne PVC aus, welches bei Drybags ansonsten häufig Verwendung findet.

Fazit:
Für mich als Daily Rider ist dieses Korbsystem ein absoluter Gewinn! Endlich habe ich immer etwas flexiblen und nach oben recht weitläufigen, aber trotzdem robusten Stauraum dazugewonnen. Mir war das System bis zur Testanfrage nicht bekannt und ich weiß nicht, ob ich ansonsten darüber gestolpert wäre. Im Alltag möchte ich es nicht mehr missen und gebe guten Gewissens fünf von fünf Sternen!