Kleine, leichter und dichte Satteltasche für "immer dabei"
VORTEILE
- Wasserdicht
- Leicht
- Schlichtes Design
- Reflektoren
- Individuell an jedes Rad anpassbar
- Klein
NACHTEILE
- Keine Anleitung
- Etwas umständlich anzubringen
- Keine befestigungsmöglichkeit für ein Rücklicht
- Nur eine Farbkombination
BEWERTUNG

Als Outside Stories Produktscout habe ich die M.U.L.E. 1 Satteltasche von CamelBak zum Testen erhalten und möchte euch meinen Eindruck der letzten Wochen schildern. Hier noch eine kleine Übersicht über die folgenden Zeilen, damit Ihr Euch besser zurechtfinden könnt:
- Über CamelBak
- Features
- Erster Eindruck und Montage
- Im Einsatz
- Fazit
Über Camelbak
Camelbak wurde 1989 nach einem 100 Meilen Fahrradrennen ins Leben gerufen, nachdem der Gründer und Rettungssanitäter Michael Eidson einen Infusionsbeutel mit Wasser in sein Trikot steckte und so über einen Schlauch während der Fahrt trinken konnte. So entstand das Unternehmen, das sich auf die Herstellung innovativer Trinksysteme spezialisiert hat.
Bekannt ist das US-Unternehmen durch Trinkrucksäcke mit integrierten Trinkblasen, die besonders bei Outdoor-Sportlern, Wanderern und Radfahrern beliebt sind. Neben Rucksäcken produziert Camelbak auch Trinkflaschen, Becher und Zubehör für eine bequeme Flüssigkeitsaufnahme unterwegs. Die Marke steht für hohe Qualität, Langlebigkeit und ergonomisches Design, das die Hydration erleichtert.
Im Punkt Nachhaltigkeit setzt Camelbak auf recycelte Materialien, umweltfreundliche Produktionsprozesse und langlebige Produkte, um Abfall zu reduzieren. Zudem sind viele Produkte BPA-, BPS- und BPF-frei, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Auch in der Produktion achtet CamelBak auf einen geringeren CO₂-Fußabdruck und setzt sich für verantwortungsbewusste Herstellungs-Praktiken ein.
Features:
Hier liste ich euch einmal die von CamelBak angegebenen Features der M.U.L.E. 1 Satteltasche auf:
- Sicherer Sitz: Die Tasche wird mittels Klettverschluss und einem (Gummi-?)Gurt an den Sattelstreben befestigt, wodurch bei korrekter Anpassung der sichere Sitz gewährleistet ist.
- Robustes Material: Hergestellt aus wetterbeständigem Material (recyceltem Segeltuch) schützt die Tasche den Inhalt vor Schmutz und Feuchtigkeit. Ist die Tasche korrekt verschlossen ist sie wasserdicht nach IPX5 Standard.
- Reflektierende Elemente: Für erhöhte Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Tasche mit reflektierenden Details ausgestattet.
- Geräumiges Hauptfach: Das 1 Liter große Hauptfach bietet ausreichend Platz für Ersatzschlauch, Multitool, CO₂-Kartuschen und andere kleine Gegenstände, die während der Fahrt benötigt werden.
Erster Eindruck:








Die M.U.L.E. 1 von Camelbak macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die Größe der Tasche entspricht dem, was ich mir vorgestellt habe. Die Farbgebung ist recht schlicht gehalten und die Verarbeitung scheint mir tadellos zu sein.
Als Erstes sind mir gleich die vielen Laschen aufgefallen, die wie eine Daisy Chain (kennt man eventuell von z.B. Rucksäcken) einmal um die Tasche herum angebracht sind. Durch diese Laschen werden der Gurt und das Klettband zur Befestigung am Rad gezogen.
Durch die große Anzahl der Laschen kann man hier also sehr viel Varieren. Außerdem macht die Tasche einen recht robusten Eindruck, ist aber nicht sonderlich schwer. Verschlossen wird die Tasche durch zwei Clips, die sehr gut funktionieren.
Als kleines Sicherheitsfeature sind am unteren Rand links und rechts zwei reflektierende Streifen angebracht. Was ich sehr schade finde, ist, dass es keine Möglichkeit gibt ein Rücklicht an der Tasche zu befestigen.
Im Einsatz:

Fangen wir mit dem Anbringen der Tasche am Sattel und der Sattelstütze an:
Das ganze gestaltet sich etwas fummelig. Als Erstes muss man durch das Anhalten der Tasche an den Sattel sich entscheiden, durch welche Schlaufe man den blauen Gurt am besten ziehen sollte. Ist dies geschehen, wird der Gurt durch diese Lasche gezogen und dann jeweils links und rechts durch das Sattelgestell gefädelt.
Dabei sollte man darauf achten, dass die Seite des Gurtes mit der Schnalle etwas kürzer ist als die andere. Nun wird der Gurt auf beiden Seiten hinter der großen Lasche mit dem Camelbak Schriftzug durchgeführt. Die Seite ohne Schnalle wird jetzt unterhalb der Tasche wieder durch eine Lasche gezogen und dann durch die Schnalle gezogen und quasi wie ein Gürtel verschlossen.
Das Ende des Gurtes habe ich dann, so weit es möglich war, wieder in die untere Lasche gesteckt, damit es nicht umher wackelt. Dann kann man auch das Klettband an der Sattelstange befestigen und die Tasche sitzt. Man sollte darauf achten, dass wenn man die Tasche leer anbringt, den Gurt nicht zu eng zieht, da man sonst das Volumen der Tasche verringert. Eine Anbringung mit gefüllter Tasche ist auch möglich.
Ich habe die Tasche ausschließlich an meinem Gravelbike getestet. Eigentlich wollte ich die Tasche auch an meinem MTB anbringen, allerdings habe ich da nicht an meine verstellbare Sattelstütze gedacht. Ich könnte in dem Fall also nicht das Klettband für die Sattelstütze nutzen und ohne dieses würde die Tasche zu sehr wackeln.
Außerdem wäre es sehr wahrscheinlich, dass bei eingefahrener Sattelstütze die Tasche am Hinterrad schleift und beschädigt wird, sobald der hintere Dämpfer einfedert.
Bei meinem Test habe ich die Tasche mit einem Ersatzschlauch, CO2-Kartusche, CO2-Adapter, Reifenheber, mini Tool und einer klein gepackten Regenjacke gefüllt. Am Ende hätte ich da noch locker Platz für ein paar Riegel gehabt. Da mein Fahrrad allerdings ein Staufach im Unterrohr hat, brauche ich eigentlich gar nicht so viele Dinge in der Tasche, also habe ich meistens nur das Tool und die Jacke darin.
Das Gute ist aber, dass man die Tasche je nach Nutzung des Volumens einfach kleiner oder weiter packen kann. In meinem Fall habe ich den Rollverschluss einfach ein paar Mal mehr eingerollt. Hat man mal etwas mehr dabei, dann kann man auch die beiden Clips vom Rollverschluss mit sich selbst verschließen, wie man es von wasserdichten Packsäcken kennt. So habe ich die Erfahrung gemacht, dass man auch mal noch ein klein wenig mehr hineingestopft bekommt.

Da es an der Tasche selbst keine Möglichkeit gibt, eine Rückleuchte anzubringen, muss man schauen, wie sich die Tasche mit einem Rücklicht verträgt. In meinem Fall würde ich sagen, ist es gerade noch ok, wie man auf dem Foto sehen kann.
Zur Dichtigkeit der Tasche beim Fahren kann ich selber leider nichts sagen, da ich nicht in den Genuss von Regen gekommen bin. Um den Regen zu simulieren, habe ich die Tasche aber in der Badewanne getestet. Und egal ob ich den Rollverschluss zweimal (wie auf den Produktfotos) oder dreimal eingerollt habe, mein graues T-Shirt ist in beiden Fällen in der Tasche nass geworden.

Nun könnte ein Problem sein, dass ich die Tasche so gerollt habe, dass sich eine Art Tasche gebildet hat, in der sich das Wasser von oben sammeln konnte (so wie es auch immer auf den Produktfotos abgebildet ist), also habe ich die Tasche auch einmal andersherum eingerollt.
Und siehe da: Die Tasche hält dicht, auch wenn ich mit dem Duschkopf voll aufgedreht draufhalte, was weit über den IPX5 Standard hinausgeht (Schutz gegen Strahlwasser (kein Hochdruck) aus einer 6,5 Millimeter Düse bei einer Wassermenge von 12,5 Liter/Minute aus einer Entfernung von 3 Metern).
Klickt man allerdings beide Enden der Tasche ineinander und verschließt die Tasche wie einen Drybag, um ein wenig mehr Stauraum zu haben, hielt die Tasche bei mir nicht dicht. Das sollte man also nur bei gutem Wetter machen.
Leider lag in der Tasche keine Anleitung dabei und auch im Netz konnte ich keine finden, in der erklärt wird, wie man die Tasche zu verschließen hat, um die Dichtigkeit nach IPX5 Standard zu erreichen. Die offiziellen Produktfotos sind hier ungünstigerweise irreführend.
Fazit:
Die M.U.L.E. 1 von Camelbak ist eine leichte und kleine Satteltasche, die man quasi immer dabei haben kann. Sie lässt sich vermutlich an jede Satte-Sattelstützen Kombination anbringen und hält da auch sehr sicher, allerdings ist die Anbringung doch recht fummelig, mit etwas Übung ist das aber kein Problem.
Der Platz ist natürlich sehr begrenzt, aber für längere Touren von zu Hause oder einer festen Unterkunft aus reicht das völlig aus. Minitool, Ersatzschlauch, Reifenheber, Regenjacke und ein kleiner Snack fanden bei mir darin Platz, auch wenn die Tasche dann sehr prall gefüllt war.
Fürs Bikepacking ist sie, denke ich, viel zu klein. Gut gefallen mir die Reflektoren für eine bessere Sichtbarkeit, was mir hingegen aber fehlt ist eine Befestigungsmöglichkeit für ein Rücklicht. Gerade bei Rädern, bei denen der Sattel etwas niedriger ist und somit weniger Sattelstange zur Verfügung steht, ist für Tasche und Licht kaum noch Platz. Aber darüber muss man sich vor dem Kauf im Klaren sein.
Ebenfalls ungünstig finde ich, dass es nirgends eine Erklärung gibt, wie man die Tasche verschließen sollte und es auf den Produktfotos genau falsch gezeigt wird. Aber da ich mir nicht sicher sein kann, diese Info einfach nur nicht im Netz gefunden zu haben, beziehe ich das nicht in meine Wertung ein.