Dr. Jekyll und Mr. Hyde in einem Helm
VORTEILE
- Sehr leicht
- Einfache Befestigung des Kinnbügel
- Preis/Leistung
- Stylisch in beiden Varianten
- Verstellbares Visier
- Google-Halterung
NACHTEILE
- Belüftung durchschnittlich
- Klettverschluss Kinnpolsterung fällt leicht ab
- Kratzanfällige Oberfläche
- Öffnung der Verschlüsse des Kinnbügel etwas Kraftaufwendung
- kein MIPS
- fehlende ASTM-Zertifizierung
BEWERTUNG
WARUM DEN Jakkyl HDE?


Bevor ich mir den Jakkyl HDE zugelegt habe, hatte ich einen Helm von Specialized, mit dem ich zwar eigentlich zufrieden war, jedoch hatte er zwei Mankos für mich. Erstens der Helm ging nicht besonders weit in den Nacken und somit war der Schutz hier nicht so gut, zweitens die Farbe. Biker sind halt doch irgendwie auch ein bisschen Styler und der weiße Helm hat einfach so gar nicht mehr zum restlichen Outfit gepasst, was mich schon länger gestört hatte.

Da ich mit meinen Freunden geplant hatte im Sommer 2018 einen Alpencross mit den Enduro-Bikes zu fahren, kam noch ein weiterer deutlich relevanterer Aspekt dazu. Bis dahin hatte ich immer einen Helm für Touren und einen Fullface von Oneal (Bewertung hier) für den Park. Da wir aber selbstorganisiert unterwegs waren, ohne Gepäcktransport, was bedeutete es kam auf jedes Gram an, fiel die Option zwei Helme also weg.


Wir hatte nach der Alpenüberquerung noch 3 Tage Biken am Gardasee geplant und ich fühle mich mit einem Fullface einfach deutlich wohler auf Downhill-Trails. Mit dem Fullface die Tour zu Fahren wäre sicher eine Tortur gewesen. Es musste also eine Lösung her.
Ein Freund von mir hatte mich mit seinem Bell Super 3R MIPS auf die Idee gebracht nach einem Helm mit abnehmbaren Kinnbügel zu suchen. Glücklicherweise habe ich beim Stöbern den uvex Jakkyl HDE bei upmove-mtb für den halben Preis gefunden, also wurde er bestellt.
WAS BIETET ER?
Der Uvex Jakkyl HDE (Größe M-XL) wiegt 648 g (ohne Kinnbügel 420 g) ist somit ein echtes Leichtgewicht. Entwickelt wurde er in Zusammenarbeit mit Enduro-Profi Michal Prokop. Er besitzt einen abnehmbaren Kinnbügel, welcher mithilfe von Metallverschlüssen und Verriegelungen befestigt wird. Der Kinnschutz kann ohne Werkzeug de- und montiert werden.






Der Helm wird mit einem 360°-Boa-System mittels Einstellrad am Hinterkopf an den Kopf des Trägers angepasst.

Er ist in zwei Helmgrößen erhältlich XS–M (52 bis 57 cm Kopfumfang) und M–XL (56 bis 61 cm Kopfumfang). Ausgestattet mit 14 Belüftungsöffnungen soll der Helm ein optimales Kopfklima bewahren. Kernstück ist die Multi-Inmould-Konstruktion mit 8 Einzelschalen. Zum Schutz des Hinterkopfs ist der Helm hinten etwas tiefer geschnitten.

Für den nötigen Sonnenschutz lässt sich das Visier stufenlos verstellen.


Der Jakkyl HDE ist in Farbversion red-patrol mat, black-dark silver mat und blue-black mat erhältlich.
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WIE MACHT SICH DER HELM IM EINSATZ?
Wer kennt nicht die berühmte Geschichte „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson? Die Anspielung ist für einen wandelbaren Enduro-Helm eine marketingtechnische Glanzleistung. Ob der Helm nun der Leistung der PR-Abteilung von uvex nachsteht?
Anfangs hatte ich etwas Probleme bei der ersten Demontage des Kinnbügel, klar neuer Helm, man will nichts kaputt machen und so vergingen als ein paar Minuten mit einem Tutorial „Wie nehme ich den Kinnbügel ab!“ Man braucht schon etwas Kraftaufwand beim auseinander bauen, da der Drehverschlüsse der seitlichen Fixierung doch ziemlich schmal und das Drehen nicht gerade einfach ist.


Wenn man den Bogen mal heraus hat, geht’s dann besser, auch weil die Verriegelung sich nach mehrfacher Verwendung nicht mehr ganz so störrisch benimmt. Allerdings ist der Umbau mit nassen oder kalten Fingern doch ziemlich anstrengend. Die Montagen bzw. Demontage geht mit etwas Gefühl für den Helm auch wenn man ihn aufgesetzt hat. Ich empfinde das allerdings als recht nervig und nehme ihn zum Umbau lieber ab. Die Methode ist aber grundsätzlich simple, wie ihr im Video sehen könnt. Einfach einhängen und per Drehverschlüsse verschließen.
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Im Enduro-Modus können die hässlichen Öffnungen mittels Plastikaufsätzen versteckt werden.

Das Aufsetzen des Helms als Fullface-Variante bereitete kleine Schwierigkeiten. Die dünnen Drähte des BOA-Systems verdrehten sich auch gerne mal. Wenn er aber dann mal Platz genommen hat, fühlt er sich angenehm an. Der Kinnriemen lässt sich per Knopfdruck gut und einfach einstellen. Allerdings ist es etwas schwieriger ihn ordentlich zu platzieren, wenn man den Kinnbügel nutzt, das ist aber auch logisch, da dieser nicht wie bei einem richtigen Fullface unten am Kinn angebracht ist sondern am oberen Teil des Helmes. Deshalb kann er sich gerne mal im inneren verdrehen und nicht ordentlich sitzen.



Die Belüftung ist bei schweißtreibender Fahrweise in Ordnung. Es konnte zwar kühler sein aber ich finde die Belüftung soweit recht ordentlich. Die beiden kleinen Belüftungsöffnungen des Bügels, welche den Luftzug entlang des Gesichts verteilen, sind ausreichend.


Optisch finde ich den Helm in beiden Varianten sehr stylisch und hab hier nichts zu meckern. Der Helm sieht sportlich und aufgeräumt aus. Alles in allem sieht er qualitativ hochwertig aus. Die Verarbeitung ist sehr ordentlich.


Dass man mitgedacht hat bei der Entwicklung beweist auch der integrierten Bandhalter für eine Google.


Auch das verstellbares Visier bietet eine große Bandbreite an Einstellungen, welche es auch erlauben eine Google unter ihm „aufzuräumen“. Wofür die kleine Öffnung im Visier gut sein soll war mir zunächst nicht klar, bis ich keuchend den ersten 1000 Meter anstiegt zu Sulzspitze unter die Räder genommen habe. Die kleine Öffnung reicht bei tiefgestellten Visier gut aus um zumindest ein bisschen mehr Sicht in Fahrrichtung zu haben. Ob es dafür gedacht ist, kann ich nicht sagen, praktisch finde ich das allemal.


Die Polsterungen des Helmes können zur Reinigung ganz einfach mittels Klettverschluss entfernt werden.



Etwas negativ im Vergleich zum Bell Super 3R meines Freundes fällt das Fehlen einer MIPS-Innenschale auf. Eine Erklärung zum MIPS findet ihr auf der Seite von bergzeit.de unter: https://www.bergzeit.de/magazin/mips-technologie/#section-1. Auch die fehlende ASTM-Zertifizierung ist ein kleines Manko.

Ich habe den Helm in beiden Varianten mit verschiedensten Brillen benutzt und war sowohl mit meiner normalen Brille, meiner Adidas Evil Eye (Bewertung hier) als auch mit meinen Fox Googles sehr zufrieden.

Mittlerweile habe ich den Helm über zwei Saisons in Verwendung, sowohl bei meinen Wochenend-Touren zu jeglichen Jahreszeiten, als auch beim Alpencross und im Downhill—Bereich im Einsatz und bin sehr zufrieden mit ihm. Diese Zeit sieht man ihm leider auch so langsam an, leider ist die matte Oberfläche sehr anfällig für Kratzer, auch ohne Stürze verursachen Transport, Äste auf Trails und soweiter deutliche Spuren.


Während langen Uphills blieb der Kinnbügel am Rucksack, am Traileinstieg habe ich dann mit nur wenigen Handgriffen einen Fullface Helm. Was will man mehr?
Lediglich im Bike-Park benutze ich nach wie vor meinen Fullface von O’Neal der Grund ist aber eher, dass dieser deutlich günstiger war und ich im Park auch nicht auf die Umbaumöglichkeit angewiesen bin. Sollte der O’Neal bei einem gröberen Sturz also das zeitliche segnen, ist das für mich finanziell eher zu verschmerzen.

WAS STECKT HINTER DER MARKE UVEX?

Mitte der 1920ger Jahre entstand in Fürth ein Unternehmen, welches Schutzbrillen jeglicher Art entwickelte und vertrieben hat. Bereits bei den Olympischen Spielen 1936 wurde die ersten Sportler mit Schutzbrillen ausgestattet.

Das unter dem damaligen Namen Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter geführte Unternehmen wurde 1962 in die Winter Gesellschaft für Optik und Augenschutz umgewandelt und Winters Sohn, Rainer Winter, übernahm die Geschäftsführung in zweiter Generation. Von ihm stammt der heute weit bekannte Markennamen uvex (UltraViolet EXcluded: Sonnenbrillen-Merkmal UV-Schutz). Ab 1967 bietete die uvex group unter der Marke Filtral Sonnenbrillen an. Kurz vor der Jahrtausendwende übernahm in 3.Generation Michael Winter.

Heute produziert und vertreibt uvex Schutz- und Sicherheitsprodukte im Berufs-, Sport- und Freizeitbereich. Sie betreibt 48 Tochterfirmen in 22 Ländern und produziert vorwiegend in Deutschland. Unter diesen befindet sich unter anderem die Firma Alpina (Deriching, Gründung 1980). Uvex erhält über die Jahre viele Auszeichnungen, so auch die als „Marke des Jahrhunderts“.
FAZIT?
Ich finde den Uvex Jakkyl Hde sehr praktisch. Der Normalpreis geht für mich in Ordnung. Er sieht sowohl als Dr. Jekyll wie auch als Mr. Hyde klasse aus. Kleine Mankos sind die kratzeranfällige Oberfläche, das fehlende MIPS-System und die fummeligen Kinnriemen im Downhill-Modus. Positiv fällt vor allem das geringe Gewicht, das durchdachte Design auf und das man zwei vollwertige Helme in Einem bekommt. Zu guter Letzt bleibt sicherheitshalber noch zu sagen, #wirsehenunsdraussen…







