Tagesrucksack mit vielen Pluspunkten - wenigen Minuspunkten
VORTEILE
- großer Verstellbereich des Rückensystems
- Frontzugriff
- Netzfach
- gute Rückenbelüftung
- breite Hüftflossen mit Fach
- Organizer-Deckelfach
NACHTEILE
- sehr lange Riemen ohne Rückschlaufmöglichkeit
- oben voluminöser, daher Zug nach hinten
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich den Vaude Brenta 30 Rucksack zum Testen zur Verfügung gestellt. Der Brenta 30 ist ein leichter Wanderrucksack für Tagestouren. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um einen 30 Liter Rucksack.

Während meines Tests habe ich den Rucksack bei Tageswanderungen oder kurzen Ausflügen benutzt, um Verpflegung oder Regenkleidung unterzubekommen. Vorab sei schonmal gesagt, dass die 30 Liter mir für reine Tagestouren alleine zu groß wären. Mit der Verpflegung der ganzen Family konnte der Platz schlussendlich doch noch ausgefüllt werden.

Mit einem von Vaude angegebenen Lastbereich von 3 bis 8kg eignet er sich bei mehrtägigen Touren nur, sofern man sich eine Unterkunft sucht und kein Schlafequipment und Essensvorrat mitnehmen muss. Bei 30 Litern Volumen fällt es mir schwer, diesen Lastbereich bei voller Füllung nicht komplett zu überschreiten. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben mir jedoch gezeigt, dass diese Lastbereich im Bezug auf den Tragekomfort eingehalten werden sollten. Stünde ich nun nochmal vor der Größenwahl, würde ich wohl das nächst kleinere Modell wählen, da der Stauraum mir aufgrund der Gewichtseinschränkung ebenfalls ausreicht.
Ich frage mich, ob es mit diesem Gewichts/Volumen-Dilemma nur mir so geht? In den Kommentaren freue ich mich einmal über Eure Rückmeldung zu diesem Thema.

Die Fachaufteilung des Brenta 30 besteht aus einem großen Hauptfach und einem Deckelfach. Ein Feature, welches das kleinere 24 Liter Modell nicht hat und welches ich total mag, ist der Frontzugriff über einen U-förmigen Reisverschluss auf der Vorderseite des Rucksacks, über den man Zugriff auf das Hauptfach hat.

Zu diesen geschlossenen Fächern gibt es jeweils seitlich Netzfächer, sowie ein Netzfach auf der Vorderseite des Rucksacks. Die seitlichen Fächer haben eine Eigenschaft, über die ich etwas geteilter Meinung bin. Das Netz ist nach unten nicht geschlossen, sondern öffnet im leichten Winkel. Dies hat den Vorteil, dass man Kleidung bspw. zum trocknen seitlich befestigen kann und diese einfach oben und unten raushängen lässt. Flaschen halten normalerweise auch, notfalls kann man sie etwas festziehen mit den Packriemen. Kleine Gegenstände wie Müsliriegel, den Schlüsselbund o.ä. sollte man jedoch nicht in diese Netztaschen schieben.


Im Hauptfach befindet sich eine Befestigung für ein Trinksystem. Mein 3 Liter Source System passt perfekt rein und lässt sich problemlos am Riemen aufhängen. Unten kann man die Trinkblase in einem Netzfach verschwinden lassen, somit ist gewährleistet, dass sie an Ort und Stelle bleibt. Simpel und sinnvoll ist die Ausführung des Trinkschlauchs seitlich unter dem Deckelfach ausgeführt. Der Trinkschlauch kann zudem auf dieser Seite an einem Clip neben dem Verschluss des Brustgurtes befestigt werden.

Nach oben wird das Hauptfach einfach mit einem Kordelzug geschlossen. Dieser verhindert zusätzlich zum Deckel das Eindringen von Wasser.

Das Deckelfach bietet Organizerfächer wie eine gepolsterte Handytasche, ein Reisverschlussfach und einen Haken für Schlüssel. Die Handytasche fasst mein iPhone 11 gerade eben noch, größer dürfte das Smartphone nicht sein. Der Schlüsselhalter wirkt recht billig, außerdem ist der Ring offen. Ein Mini-Karabiner hätte es in dieser Preisklasse gerne sein dürfen.


Über Packriemen an den Seiten - je ein geschlossener unten und einer mit Clickverschluss oben - lässt sich der Rucksack auch sehr gut auf ein geringeres Volumen zusammenziehen. Generell ist mir aufgefallen, dass der Rucksack immer sehr kopflastig wirkt. Dies ist, so denke ich, eine Kombination aus Form und Rückensystem. Mit höherem Gewicht kann das auf Dauer unangenehm werden.
Das Rückensystem ist dank eines cleveren und sehr einfach zu justierenden Verstellsystem auf verschiedene Rückenlängen anpassbar. Über einen Klapphebel wird eine Klemmung gelöst, die die obere Trägerpartie in Position hält. Der obere Teil der Träger lässt sich somit hoch und runter schieben, auf die gewünschte Höhe und einfach über die Klemmung arretieren. Keine nervigen Klettverschlüsse oder fummeliges einfädeln von Riemen. Somit eine sehr schöne Lösung, die ich vorher auch noch nicht kannte. Für mich hat sich die längste Position als angenehm herausgestellt, mit 178cm Körpergröße, kurzen Beinen und einem langen Rücken ist der Rucksack somit für kleine bis durchschnittsgroße Menschen gebaut. Für sehr große Personen ist der Rucksack wohl eher nichts. Hier empfiehlt sich anprobieren und ggfs. das nächst größere Modell ausprobieren.

Der Brustgurt ist höhenverstellbar über verschiebbare Verschlüsse. Der Hüftgurt ist in der Weite sehr weit verstellbar und bietet dank breiter Hüftflossen eine gute bequeme Auflage. Zudem ist der Rückenteil über einen Bügel so vorgespannt, dass sich im Bereich der Hüftflossen eine Biegung zu diesen ergibt, was nochmals zu einem besseren Tragegefühl beisteuert.

Seltsam lang finde ich die Riemen des Hüftgurtes, denn obwohl ich nicht schlank bin, nutze ich nur ein Viertel der Riemen, der Rest hängt recht lustlos nach unten. Hier fehlt eindeutig eine Rückschlaufmöglichkeit. Positiv zu erwähnen ist, dass der Hüftgurt vom Rucksack nach vorne gespannt wird.

Das Außenmaterial des Rucksacks ist wasserabweisend, für kurzen Nieselregen hält der Rucksack Wasser erst mal ab. Da aber ein Regencover direkt im Rucksackboden integriert ist, kann man dieses auch überziehen. Positiv bei dem Regencover sind mir die Riemen aufgefallen, durch die man die Hüftflossen zieht um das Regencover zu platzieren. So hält es sicher seinen Platz und verrutscht nicht. Außerdem ist es gegen Verlieren mit einem kleinen Haken im Fach befestigt.



Der Rucksack besteht laut Vaude zu 50% aus Recyclingmaterial.
Zusätzliche Extras sind eine Stockhalterung, die ich aus Ermangelung an Wanderstöcken nicht testen konnte und ein Sonnenbrillenriemen am linken Tragegurt. Diesen hätte ich mir eher auf die rechte Seite gewünscht, da links auch der Trinkschlauch verläuft.
Da sich die Hüftflossen sehr flach anklappen lassen, nimmt der Rucksack auch beim Transport im Kofferraum oder in der Ablage im Zugabteil nicht viel Platz weg, das fiel mir gerade im Vergleich zu anderen Rucksäcken in meinem Fundus positiv auf.

Die Verarbeitung ist, wie man es bei diesem Preis und von Vaude erwartet sehr gut und in dem bisherigen kurzen Testzeitraum hat er keine Schäden oder Materialfehler aufgewiesen.
Auf die Waage bringt der Brenta 30 1150 Gramm. Ein Gewicht was bei dieser Rucksackgröße mit den Features (breite Hüftflossen, Regenhülle, Frontzugriff…) völlig in Ordnung geht.
Video von Vaude zur Brenta-Serie:
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Fazit:
Ein kompakter Wanderrucksack für Tagestouren mit vielen schönen und durchdachten Details.