Der optimale Rucksack, wenn man mal über Nacht wegbleibt.
VORTEILE
- Dank Seitenöffnung leicht zu packen
- sieht gut aus
- leicht zu tragen, komfortables Geschirr
- Clip-System am Hüftgurt für div. Zubehör
- Leicht einstellbar für optimalen Tragekomfort
- Regenschutz in Signalfarbe
NACHTEILE
- Außentaschen ohne Expander
- empfindlicher Stoff
BEWERTUNG

Ich habe den Rucksack zum Testen erhalten. Um ihn gebührend zu testen haben wir ihn auf den ersten Wanderausflug des Jahres mitgenommen, der uns auf den Goldsteig geführt hat. Da wir nur drei Tage und mit Hotelübernachtung unterwegs waren, haben wir alles in den einen Rucksack unterbringen können. So trägt meine Frau nur die Verantwortung und ich alles andere. Zwei paar Sandalen, Unter- und Nachtwäsche, Oberteile, Ersatzhosen und Jacken für 2 Personen. Dazu Kulturbeutel und die Elektronik, die man heutzutage ja auch noch braucht. ;) Insgesamt sich wir auf ca. 12 kg gekommen.

Großzügiger Innenraum - leicht zu bepacken
Besonders praktisch beim Packen ist die Möglichkeit, den Reißverschluss des Hauptfachs seitlich öffnen zu können. So muss man nicht nur alles von oben reinstopfen und kommt auch zwischendurch mal kurz an Sachen, die sich im Rucksack weiter unten befinden. Ein kleines Abteil lässt sich nach unten hin abtrennen durch ein dünnes Segel, das sich an Haken befestigen lässt. Ich denke mal, dass dies für einen Schlafsack gedacht ist. Den brauchten wir in diesem Fall nicht, da wir Hotels gebucht hatten.


Keine expansiven Außenfächer
Man neigt durch das einfache Bepacken von oben und der Seite natürlich dazu, den Innenraum maximal auszufüllen. Der Schein trügt jedoch, wenn man denkt, weitere Artikel in den Außenfächern unterbringen zu können, denn diese lassen keine Expansion zu. Das gilt für Das Deckelfach, genauso wie das Frontfach. Und sogar die seitlich angebrachten Taschen, in denen sich zum Beispiel eine Flasche leicht zugänglich transportieren lässt, kann nur genutzt werden, wenn man an der Stelle etwas Luft im Innenraum lässt. So erklärt es sich auch, dass die seitlich hier angebrachten Riemchen in der Tasche geführt werden.

Das Deckelfach ist an einer Seite angenäht. Dadurch kann es nicht erhöht angebracht werden, wenn man den Rucksack versuchen sollte zu überladen. Außerdem muss man höllisch aufpassen, dass nichts aus dem Fach kullert, wenn man den Reißverschluss aufmacht und die Sachen aus dem darunterliegenden Innenraum nach oben drücken.


Windschnittiges Aussehen
Die Taschen oben im Deckelfach, die Fronttasche oder die seitlichen offenen Fächer bieten zwar keinen zusätzlichen Stauraum, doch auf diese Weise ist der Rucksack im Aussehen sehr glatt und windschnittig. Die Außenfläche bleibt gleich - egal, ob ich die Sachen ins Hauptfach gepackt habe oder in eines der Außenfächer. Mir persönlich kommt das sehr entgegen, da ich es gut leiden kann, wenn man ordentlich aussieht beim Wandern und nicht überall noch was aus dem Rucksack bamselt. Es ist auch praktisch bei Bahnfahrten, wenn man die Rucksack in die Gepackablage hebt und nicht unnötig absteht.
Praktisches Regencape in Signalfarbe
Für den Regenfall gibt es ein eigenes Fach, ganz unten im Rucksack, das ein Regencape für die Tasche enthält. Wenn es überraschend anfängt zu regnen, ist es schnell zur Hand und auch einfach übergestülbt. Der Signalton gelb fällt auch auf, sodass man an einer Landstraße keine Angst haben muss, übersehen zu werden. Wenn man nicht mit Regen rechnet, kann man die Schutzhülle allerdings auch daheim lassen und den Platz anders nutzen.


Schöne Farbe, aber empfindlicher Stoff
Mir persönlich gefällt der Grünton ausnehmend gut. Als Wanderer im Wald wird man so fast eins mit seiner Umgebung. Ein bisschen schade ist, dass der Stoff unten, wo man den Rucksack auf den Boden stellt, nicht etwas schmutzabweisender ist. Ohne mir einer Schuld bewusst zu sein, habe ich mir hier gleich einen Fleck eingefangen, den ich auch bisher nicht entfernt gekriegt habe. Weiter oben am Frontfach ist durch das Anlehnen an eine Mauer gleich eine Scheuerstelle entstanden. Es ist also damit zu rechnen, dass man dem Rucksack über die Zeit sein Alter ansehen wird. vor allem im Bodenbereich wäre eine Verstärkung angebracht, da man den Rucksack ja doch öfter abstellt und es den Rucksack insgesamt gesehen kaum schwerer machen würde.

Guter Tragekomfort und leichtes Gestell
Es gilt natürlich bei jedem Rucksack den Spagat zu schaffen zwischen Gewicht und Tragekomfort. Das Tragegestell am Thule Alltrail ist sehr luftig. Die Riemen sind relativ schmal, was natürlich bei heißem Wetter angenehm ist, da man darunter weniger schwitzt. Doch verteilt sich natürlich das Gewicht auch nicht so gut auf die Schultern. Bei unsere Bepackung und bis ca. 15 Kg lässt er sich aber in jedem Fall sehr gut tragen.

Optimale Einstellmöglichkeiten
Auf der Rückseite ist eine Skala in Inch und Zentimeter aufgedruckt. Der gesamte Teil mit den Trageriemen ist dort per Klettverschluss bombenfest aufgebracht. Die Rückenhöhe lässt sich durch Lösen des Klettverschlusses etwa um 10 Zentimeter verstellen, von 41 bis 52 cm. Laut Übersichtstabelle Hüftgurt von 69-120 cm einstellbar. Der Rucksack liegt gut an, natürlich, wenn man ihn sich einmal optimal für sich eingestellt hat und schaukelt nicht beim Laufen.


Extrataschen und Befestigungen am Hüftgurt
Am Hüftgurt befindet sich auf der rechten Seite eine kleine Tasche mit Reißverschluss, die fest mit dem Gurt verbunden ist. Hier lassen sich zum Beispiel das Portemonnaie oder ein Handy unterbringen. Auf der linken Seite hingegen wurde ein Clip-System angebracht. Im Lieferumfang ist ein Gegenpart dazu enthalten mit einer Schlaufe auf einer Platte. Dort lassen sich zum Beispiel Wanderstöcke anbringen. Es gibt noch Zusatzzubehör, das sich hier anklippen lässt, wie eine Fototasche, Wasserflasche oder ähnliches. Und natürlich kann man die mitgelieferte Platte auch individualisieren. Ich habe zum Beispiel eine Fototasche, die sich daran befestigen lässt.



Fazit
Insgesamt ist für mich der Thule Alltrail 45 l ein gut durchdachter Rucksack für kurze Mehrtagestouren. Besonders gefallen hat mir das Aussehen, der angenehme Tragekomfort und die einfache Bepackbarkeit. Leider ist der Stoff etwas empfindlich. Mit ca. 160 Euro UVP denke ich, dass er allemal sein Geld wert ist. Von mir bekommt er auf jeden Fall eine Empfehlung und volle Punktzahl.
