Großer Rucksack mit viel Sinnvollem für Arbeit o.ä.
VORTEILE
- Angenehm zu tragen
- Gute Aufteilung der Fächer
- Raincover dabei & reflektiert ganzflächig
- Gewicht beim Tragen nicht störend
- Großes Fach für den Helm
- Separates Fach fürs Handy
NACHTEILE
- Kein Hüftgurt
- Relativ schwer ohne Inhalt
- Verstellung der Träger sehr schwergängig
BEWERTUNG
In den letzten Wochen durfte ich für OUTSIDEstories den Laptoprucksack Paramount Commuter von Thule testen. Dieser Rucksack ist speziell für Pendler, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, kann aber auch bei anderweitigen Einsätzen unterstützen ;) doch der Reihe nach.
Passform
Der Paramount Commuter von Thule ist für Biker gedacht - allerdings keine Mountainbiker, sondern eher für Pendler, die mit dem Rad zur Arbeit fahren. Hierfür sind einige stimmige Features integriert, doch dazu später mehr. Ich bin eher mit dem MTB unterwegs und da fällt mir als erstes natürlich der fehlende Hüftgurt auf.
Dieser wurde absichtlich von Thule wegdesigned und ist tatsächlich nicht nötig für einen guten Halt im normalen Rad-Gebrauch. Die Träger sind individuell einstellbar und mit einem kleinen Gummi kann der überschüssige Stoff gut festgehalten werden, so dass während der Fahrt nichts baumelt oder stört. Über einen Brustgurt, der in der Weite verstellt werden kann, ist der Rucksack für jeden erwachsenen Rücken gut einstellbar.
Bei meinem Modell habe ich allerdings etwas zu tun gehabt, bis ich die Träger einstellen konnte - irgendwie wollten sie sich nicht bewegen und ich brauchte ziemlich viel Kraft. Inzwischen habe ich die für mich passende Länge eingestellt und sie halten dort gut.
Auf dem Rücken sind zwei lamellenartige Stränge längs angebracht, die vermutlich für etwas Luftzirkulation sorgen sollen. Bei richtig heißen Temperaturen nutzt das nichts, da schwitzt man einfach. Während der Übergangszeit und natürlich abhängig von der eigenen Anstrengung hatte ich teils sogar den Eindruck, als ob es sich etwas kühl am Rücken anfühlt. War vielleicht Einbildung, denn wenn ich mich mehr anstrengen musste (bergauf), dann war das Gefühl schnell weg und ich hatte eher den Eindruck, ein recht steifes und schweres Brett auf dem Rücken zu haben.
Features
Insgesamt wirkt der Rucksack sehr steif und fest. Das ist eigentlich gut, denn wenn man einen Laptop oder ähnliches damit transportieren möchte, dann sollte dieser gut geschützt sein und das macht der relativ steife Paramount Commuter.
Die Aufteilung der Fächer im Inneren ist recht gut auf den Arbeitsbedarf ausgerichtet. Mir persönlich hat es ein paar zu wenige kleine Fächer für den Krimskrams, den ich mit auf Arbeit schleppe... so etwas wie Puder, Deo, Labello, Handcreme etc. möchte ich nicht unbedingt bei den Elektrosachen reinpacken, gleichzeitig verstopft es mir aber die Fächer vorn im Schnellzugriff oder dann im mittleren großen Fach.
Jetzt habe ich schon einiges erwähnt, starten wir der Reihe nach von hinten:
Hinten gibt es ein durch einen Doppelreißverschluss zu öffnendes Fach für den Laptop. Der Reißverschluss geht nur etwa die Hälfte der Rucksacklänge auf - gerade genug, um den Laptop, ggf. Papier etc. in die zwei dort vorhandenen Fächer zu stecken oder herauszuholen. Getrennt werden die Fächer durch eine steife Wand, die auf der einen Seite weichen Filz oder ähnlichen Stoff aufweist. Zusätzlich gibt es hier noch ein Netzfach, das etwa 1/4 der Rucksacklänge tief ist und übe die ganze Breite geht. Es wird durch einen Reißverschluss verschlossen und bietet mit zwei recht engen oder straffen kleineren Einschubtaschen an der Rückwand Platz für Netzteil, Maus, etc.
Ein weiterer Doppelreißverschluss öffnet das eigentliche Hauptfach. Auch hier geht der Reißverschluss nicht weiter als bis zur Hälfte der Rucksacklänge. Dann kann man zur einfacheren Entnahme oder Befüllung den vorderen Teil etwas runterdrücken - abhängig von der Befüllung der vorderen Fächer, zu denen ich noch komme. In dieses mittlere oder für mich Hauptfach passt das Meiste hinein. Pendler könnten hier ihre Wechselkleidung falls nötig verstauen. Auch hier gibt es ein Netzfach, das jedoch ohne Reißverschluss auskommt und etwas tiefer am Rückenteil positioniert ist. Es bietet Platz für kleinere Notizbücher o.ä.
Rechts und links außen bietet der Paramount Commuter jeweils ein Fach für eine Trinkflasche. Kurz oberhalb der Tasche befindet sich auf beiden Seiten ein kleiner Gurt, an den bei Bedarf per Karabiner o.ä. etwas befestigt werden kann. Ich habe es bisher nicht gebraucht. Meine kleinere Trinkflasche (ca. 600ml) ist im Fach fast verschwunden, so war ich aber sicher, dass sie auch nicht herausfällt ;) Beide Taschen lassen sich in der Weite noch anpassen bei Bedarf.
Auf der Front befindet sich ein Deckel, der hochgeklappt werden kann. Unter diesem knapp 1/3 des Rucksacks verdeckenden Deckel befindet sich ein weiteres Reißverschlussfach. Es ist durch ein Netz in zwei Teile geteilt und hält einen Haken für den Schlüssel bereit. Thule nett dieses Fach das Schnellzugrifffach.
Hier habe ich den oben besagten Krimskrams weitestgehend untergebracht. Allerdings ist damit das Fach auch ziemlich voll. Meinen Schlüssel bekomme ich dann dort zwar theoretisch noch unter, allerdings ist mir das dann zu viel Zeugs in einem Fach und ich packe den Schlüssel lieber ins Hauptfach in der Mitte. Das ist aber Geschmackssache - schließlich kann jeder seinen Rucksack so packen, wie es für ihn am besten taugt ;)
Unter diesem Reißverschlussfach, das durch den Deckel quasi versteckt wird, gibt es noch ein großes Fach, das ebenfalls in der Weite verstellt werden kann. Es ist für Schuhe oder den Helm gedacht, es passt aber beim Einkaufen auch ein größerer Blumentopf rein ;) Durch zwei Reißverschlüsse rechts und links wird das Trichterförmige Fach geweitet. An den oberen Enden gibt es noch je einen Riemen zur besseren Einstellung. Mein aktueller Helm - eigentlich Halbschale aber recht weit über den Hinterkopf tief gezogen, wie das heut so üblich scheint - passt grade so rein. Da brauche ich nichts enger stellen, es könnte eher noch etwas weiter sein.
Am oberen Rand dieses Trichterfaches gibt es noch einen etwas breiteren Riemen, etwas elastisch, in den man bspw. sein Schloss klemmen könnte. Da ich flexible Schlösser habe, die möglichst lang sein sollten, klappt das nur bedingt. Meist ist aber entweder das Schloss oder der Helm in diesem Fach, daher ist das nicht wirklich ein Problem.
Recht weit unten an dieser Trichtertasche gibt es einen kleinen Riemen außen. Dieser ist für ein anklemmbares bspw. batteriebetriebenes Rücklicht gedacht.
Unten am Boden des Rucksacks gibt es noch einen versteckten Reißverschluss, hinter dem sich das integrierte Raincover verbirgt.
Zwar ist das Material des Rucksacks selbst schon wasserdicht und die Reißverschlüsse sind beschichtet, aber für richtig mieses Wetter hat Thule noch einen draufgesetzt. Dieses Raincover ist nicht nur Schutz gegen Nässe, sondern auch noch sehr gut reflektierend, so dass man grad bei schlechter Sicht eine recht große zusätzliche Reflektorfläche im Straßenverkehr hat.
Das Raincover wird oben unter dem Tragegriff des Rucksacks in eine kleine Schlaufe eingehakt und dann Richtung Schultergurte weitergezogen. Ich finde das Ein- und Aushaken oben etwas fummlig, aber die Idee sehr gut. So kann nichts verrutschen und auch kein Wasser eindringen. Übrigens ist auch am Raincover unten eine kleine Schlaufe zum Einklipsen eines entsprechenden Rücklichts.
Eine letzte kleine Tasche findet sich etwas versteckt an der linken Seite unten. Dieses Fach kann ebenfalls mit einem Reißverschluss geöffnet und geschlossen werden und dient dazu, das Handy bzw. Smartphone oder ähnlich Großes während der Fahrt in greifbarer Nähe zu verstauen. Ich finde das Fach sehr praktisch, stelle mich allerdings etwas an, um es wirklich während der Fahrt zu bedienen. Da halte ich lieber an, als dann einhändig fummelnd unterwegs zu sein. Geht schneller und ist sicherer. Vorteil ist aber, dass das Handy in diesem Fach sicher und wasserfest verstaut werden kann.
Preis/Leistung
Direkt bei Thule gibt es den Paramount Commuter mit 27 Liter für knapp 170 € in zwei Farben: Olive und Schwarz. Man kann zwischen zwei Größen wählen: 18 und 27 Liter Fassungsvermögen. Für weniger Größe zahlt man auch weniger, das ist nur fair.
Für sein Geld bekommt man einen sehr klug durchdachten Partner für den Arbeitsweg, der recht bequem sitzt und viel fasst. Die Verarbeitung ist wie gewohnt sehr gut und wirkt sehr langlebig.
Fazit
Der Thule Paramount Commuter 27 Liter ist wirklich ein sehr durchdachter Rucksack für Rad-Pendler. Wenn ich nicht von meinem vorherigen Laptop-Rucksack in Sachen Taschen für Krimskrams so verwöhnt gewesen wäre, hätte ich nichts auszusetzen gehabt. Da das aus meiner Sicht schon fast unter Geschmacksache fällt - denn man bekommt wirklich das nötigste unter - gibt es an dieser Stelle auch volle Punktzahl von mir.