Grundsolider Wanderrucksack in top Qualität
VORTEILE
- Super Verarbeitung, top Qualität
- Sackverschluss unter Deckel
- Trinkblasenkompatibel
- Regenverdeck inklusive
- Gutes Tragesystem
NACHTEILE
- Deckelverschlussband verschwindet in Netztasche
- Wenig "Features"
- Höhenverstellung Brustgurt fummelig
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich den Tatonka Hike Pack 27 zum Testen zur Verfügung gestellt. Der Tatonka Hike Pack 27 ist ein klassischer Wanderrucksack für Tagestouren oder Hüttentouren mit wenig Gepäck.

Technische Details:
Wie der Name schon verrät, hat der Rucksack 27 Liter Volumen. Mit 1,08 kg Herstellerangabe liegt er im guten Mittelfeld der Wanderrucksäcke dieser Klasse. Kein Leichtgewicht, aber auch nicht unnötig schwer. Die Konstruktion kommt einem Männerrücken entgegen oder größeren Frauen. Meiner Freundin, die etwa gleich groß ist wie ich (1,75m), ist er etwas zu lang, sie nutzt auch bei anderen Herstellern die kürzeren Damenversionen. Hier hilft aber im Einzelfall einfach ausprobieren.

Zum Testen bekam ich den Rucksack in der Farbe „Sage-Green“, einem leicht blassen Grün, kein Tarn-Oliv oder Grasgrün, sondern eine sehr gefällige Farbe. Alternativ ist er in Schwarz oder Dunkelblau verfügbar.
Der Rucksack macht einen robusten Eindruck und das Ripstop-Material ist sauber verarbeitet. Zudem ist der Rucksack imprägniert, sodass leichter Regen kein Problem darstellt. Bei kräftigerem Regen hilft dann das Regencover weiter, welches in kräftig grellem Gelb für gute Erkennbarkeit sorgt. Das Regencover ist in einem losen Beutel untergebracht, dieser verfügt in einer oberen Ecke über einen Gummiring.

Aufbau / Fächer:
Für viele sicherlich, neben dem Tragekomfort, ist auch die Fachaufteilung interessant. Der Hike Pack macht seinem Namen hier alle Ehre, denn es ist ein zwar sehr guter, aber doch einfacher Wanderrucksack. Zentraler Bestandteil ist das großvolumige Hauptfach, welches neben einem Trinkblaseneinschub mit Befestigung, keine weiteren Features aufweist.
Lediglich von oben zu erreichen, durch Öffnen des Deckels und eines „Sackverschlusses“. Wobei mir diese Art des „Sackverschlusses“ hier von Tatonka gut gefällt, hat man eine Schlaufe an der man zieht, um den Sack zuzuziehen und zwei rote Laschen, welche den Verschluss leicht öffnen lassen. Einfach kein komplizierter und fummeliger Kordelstopper, sondern eine einfache und geniale Lösung.

Das nächste Fach ist das obere Deckelfach, welches von hinten mittels Reißverschluss erreichbar ist. Dieses hat ebenfalls kein besonderes Feature außer einem Schlüsselkarabiner. Auf der Unterseite des Deckels befindet sich noch ein kleines Reißverschlussfach, quasi als verstecktes Wertgegenstandsfach.
Der Deckel wird mittels einer Schnalle an der Vorderseite verschlossen. Der untere Riemen führt hier, ungewöhnlicher Weise unter dem Netzfach her. So bleibt man mit diesem Riemen nirgends hängen und es sieht einen Hauch schöner aus. Jedoch ist das öffnen und schließen gerade bei vollem Rucksack unter Umständen komplizierter, da man den unteren Teil hin und wieder im Netzfach suchen muss.



Neben einem kleinen Reißverschlussfach auf der linken Hüftflosse gibt es nur noch je Seite ein Netzfach, sowie ein großes vorderes Netzfach. Die Netzfächer sind etwas dehnbar und somit leicht Variabel in Fassungsvolumen und -form.


Das wars in Bezug auf die Fächer bereits.
Der Deckel hat vier Schlaufen auf der Oberseite um bspw. eine leichte Isomatte oder eine Regenmatte mit zusätzlichen Bändern auf das Deckelfach aufzuschnallen. Seitlich des Netzfaches befinden sich ebenfalls je Seite zwei Schlaufen zur Befestigung von Zubehör an der Außenseite des Rucksacks.
Ebenfalls seitlich hat der Rucksack oberen Bereich je Seite einen Zurrriemen, der einerseits ein Anpassen des Fassungsvolumens ermöglicht und andererseits auf der linken Seite das obere Gegenstück für den Stockhalter am Boden ist.

Träger und Rückensystem:
Das Rückensystem punktet mit einem großflächigen Netz. Zwei gespannter Stäbe auf der Rucksackrückseite sorgen für den nötigen Abstand zwischen Netz und Rucksack. So kann gut Luft an den Rücken kommen, sofern man den Rucksack gewichtstechnisch nicht überstrapaziert.


Das Tragesystem ist grundsolide aufgebaut. Oben angefangen sind variable Riemen, um den oberen Abstand zu den Schultern einzustellen. Angenehm dabei sind die Daumenlaschen am Ende.

Der Brustgurt ist höhen und weitenverstellbar und mit elastischem Bandteil nicht unangenehm einschneidend. Die Höhenverstellung ist nicht, wie vielleicht bei vielen anderen Rucksäcken mit einem „Slider" gelöst, sondern ein Knebel kann in verschieden hoch positionierte Laschen gesteckt werden. Schnelles verstellen in der Höhe ist somit nicht möglich.

Die Bänder zur Einstellung der Trägerlänge sind unten ebenfalls geschlauft, eine Riemenschlaufe, welche das Band weiter unten noch führt, damit es nicht herumbaumelt, sucht man hier leider vergeblich.
Die Hüftflossen sind im hinteren Teil gepolstert. Ich fand die Polsterung recht stimmig, zwar habe ich auch Rucksäcke in dieser Größe, die eine weichere und längere Polsterung haben, was super ist, ABER: belädt man den Rucksack nicht zu schwer, also <10 kg, reichen diese Hüftflossen sehr gut aus. Die Bänder zur Hüftweitenregulierung sind recht lang, sodass man einen guten Verstellweg hat und auch für schlanke Menschen gut brauchbar, da die Hüftflossen nicht extrem lang sind. Hier wurde an Rückschlaufmöglichkeiten gedacht, somit baumeln diese Riemen nicht herunter.

Testbedingungen und Fazit:
Getestet habe ich den Tatonka Hike Pack 27 als Tagesrucksack in den Bergen für zwei Personen. Es waren meist also zwei Regenjacken, Getränke und Snacks für zwei Personen untergebracht. Mit Kamera oben drauf war der Rucksack dann auch weitestgehend ausgefüllt. Sicherlich geht noch etwas mehr, aber der Rucksack lag so angenehm am Rücken und führte zu keinerlei Problemen oder Beschwerden.

Für meinen Geschmack hat der Rucksack ein paar kleine Features zu wenig. Hier habe ich wieder gemerkt, wie gerne ich doch einen Fronteingriff an einem Rucksack habe. Außerdem macht sich ein zweiter, weiter unten liegender Zurrgurt an der Seite auch immer gut, alleine um Flaschen in den Seitenfächern etwas besser fixieren zu können.
Der halb versteckte Gurt des Deckelfachs hat immer mal wieder zu etwas Unmut geführt, wenn er sich mal wieder im Netzfach verirrt hatte. Zuletzt ist man mittlerweile fast gewohnt, dass das Regencape ein eigenes Fach hat, hier habe ich immer überlegt, ob man es nun braucht oder nicht und vielleicht doch einfach zu Hause lässt… Bei Rucksäcken mit festem Fach für das Regenverdeck habe ich noch nie darüber nachgedacht und es somit auch noch nie bei einem plötzlichen Regen vergessen… vielleicht aber auch einfach eine Einstellungssache. :)
Den letzten Punkt lasse ich mal nicht zu sehr ins Gewicht fallen und gebe dem Rucksack gute 4 Punkte, die meisten Abstriche in meinen Augen sind bei Kauf klar. Das was er hat und bietet, macht er solide und gut, was fehlt, ist das gewisse Etwas. Ein AHA-Feature, also die krasse Neuheit bringt er halt nicht mit, punktet aber durch top Qualität und grundsoliden Aufbau.