Top Halbseile mit Umweltgedanken
VORTEILE
- Farben gut unterscheidbar
- Magic Pack --> einfaches erstes Abrollen
- Sehr gurte Imprägnierung (Dry Cover)
- 100% recyceltes Polyamid
- Unicore Technologie
- Leicht
NACHTEILE
- Keine Mittelmarkierung
- Markierung am Seilende sehr auftragen
BEWERTUNG

Ich durfte die Seal Sunup 60 Meter die letzten Wochen testen und hatte sie bei verschiedenen Mehrseillängen dabei, beim Klettern sowie beim Abseilen und natürlich trug ich es im Zu- und Abstieg.

** Eckdaten: **
- Halbseil
- Durchmesser: 8,4 mm
- 48,5 g/m
- Fangstoß 5.4 kN
- Statische Seildehnung 7,7 %
- Dynamische Seildehnung 35 %
- Dry Cover imprägniert
- Unicore Technologie gegen Mantelverschiebung --> Mantelverschiebung 0 mm
- 100 % recycletes Polyamid --> CO₂-Ausstoß auf nur 1,53 kg pro kg Material reduziert
** Erster Eindruck: **
Die neuen Seile zu Hause machte ich mich natürlich gleich ans Auspacken. Der Fokus für das korrekte erste Abwickeln des Seils war schon vorhanden, als ich die Information des Magic Packs las. Der Name mag vielleicht etwas groß gegriffen sein, es ist aber absolut herrlich, das Seil auch beim ersten Mal einfach nur herausziehen zu müssen und kein Risiko für ein neues kranglntes Seil eingehen zu müssen. Für mich eine Eigenschaft, die hoffentlich bald zum Standard wird!

Die neuen Seile am Boden spürte ich gleich die gute Imprägnierung. Die Seile rutschten gut durch.
Ich merkte jedoch auch gleich, dass die Seil-Informationen (Herstelljahr, Dicke, etc.), die immer mit einem durchsichtigen Schrumpfschlauch an den Seilenden montiert sind, hier sehr stark abstehen, also hier der Kunststoffmantel sehr, sehr dick ist. Diese Grundinformationen zum Seil sollte man eigentlich nicht entfernen und sie sollten dauerhaft am Seil bleiben, daher sind sie ja auch fix dort montiert. Nachdem ich es aber schon mit solchen Seilinformationen, welche weniger abstanden, geschafft habe, dass sich diese beim Seil-Abziehen im Fels verklemmen, entfernte ich sie noch vor dem ersten Klettern.

Weiters fiel mir noch sofort auf, dass die Seile keine Mittelmarkierung haben. Ich bin es v.a. bei Halbseilen sehr gewöhnt diese zu haben und verwende sie auch gerne. Hier ließ ich die Seile im Testzeitraum jedoch wie sie sind, um das Klettern ohne Mittelmarkierung zu erproben.
** Ab an den Fels: **
Die Seile zu Hause schön aufgeschossen ging es dann das erste Mal, und darauf hin immer wieder, damit an den Fels.

Die Dicke von 8,4 mm finde ich im Handling sehr angenehm. Die Seile sind dünn und leicht und sehr gut imprägniert. Sie rutschen gut durch, ohne dabei zu gut durch die Sicherungsgeräte zu rutschen. Der leichte Regen, der mich einmal erwischt hatte, machte dem Seil überhaupt nichts. Es blieb komplett trocken. Lediglich auf abschüssigen Stand-Podesten merkte ich, dass das Seil wirklich sehr gut durchrutscht und als Seilhaufen auf eben einem abschüssigen Podest nicht so richtig liegen bleiben möchte.
Herrlich an Halbseilen in der 2er-Seilschaft; jeder trägt eines der beiden Seile in Zu- und Abstieg. Richtig aufgeschossen passen die Seile sehr gut auf meinen Kletterrucksack, den ich meistens dabei hab. Beim Aufschießen finde ich die 8,4 mm sehr angenehm, da es dadurch leichter in meiner Hand Platz hat.
Beim Zustieg genieße ich das geringe Gewicht des Seils und dies dann umso mehr, wenn einen doch der Regen erwischt oder das Seil mit Schnee / Eis in Kontakt kommt, denn durch seine gute Imprägnierung nimmt es kein Wasser auf.


Allgemein war das Klettern, sowie das Seilhandling beim Sichern, Expressen-Klippen und Abseilen sehr angenehm. Die Seile rutschen gut durch, weisen neben Wasser auch Schmutz sehr gut ab und zeigen über die 6 Testwochen noch keine Abnutzungen. Die beiden Farben sind optisch sowie sprachlich gut unterscheidbar.

Die nicht vorhandene Mittelmarkierung blieb für mich ungewohnt. Ich schätze es beim Sichern des Vorsteigers einen Anhaltspunkt zu haben, wenn die Hälfte des Seiles durch ist, um besser abschätzen zu können, wie weit er es noch zum nächsten Stand hat.
Auch bei Abseilpisten schätze ich es sehr, zu wissen, wo 30 Meter sind, da man meist weiß, wie weit der nächste Abseilstand entfernt sein sollte und damit einfach eine bessere Abschätzung der schon abgeseilten Länge bekommt. Zusammenfassend kann man natürlich sehr gut auch ohne Mittelmarkierungen Klettern und auch im Testzeitraum kam es nie zu irgendwelchen Problemen aufgrund dessen. Dennoch bin ich persönlich es gewohnt, v.a. im Alpinen diese Zusatzinformation der Seilmitte zu nutzen und möchte diese Information nicht missen.

** Der Umwelt zu liebe: **
Ich habe die Angaben, die ich zum BEAL Sunup Halbseil gefunden habe, jetzt nicht richtig geprüft. Laut Informationen sind die Seile zu 100 % aus recycletem Polyamid gefertigt, was zu einem und 78 % reduzierten Kohlenstoff-Fußabdruck führt bzw. zu einem CO₂-Ausstoß von nur 1,53 Kilo pro kg Material.
Unabhängig von genauen Zahlen und Fakten finde ich es sehr gut, dass die Firma BEAL hier einen Schwerpunkt auf Umweltbewusstsein legt und mit dem Snup ein richtig gutes und noch dazu umweltfreundliches Kletterseil auf den Markt gebracht hat. Eine super Kombination. Auch Kletterer können mit ihrem Verhalten stark am Umweltgeschehen teilnehmen. Klettern an sich ist zwar ein sehr natürlicher Sport, die An- und Abreise, meist mit dem Auto, und die High-End-Ausrüstung, ob Material oder Kleidung, sind jedoch eine andere Seite. Es freut mich sehr, dass auf Seilebene hier ein klares Statement gemacht wird. Auch aus recycletem Material kann ein einwandfreies bzw. richtig gutes Kletterseil hergestellt werden. Es kommt nur auf den Willen der Firmen und Konsumenten an.
** Fazit: **
Die BEAL Sunup Halbseile sind richtig gute Halbseile mit einem positiven Umweltgedanken!