Komfortabel, präzise auf kleinen Tritten und vielseitig.
VORTEILE
- Sehr bequem, auch bei längeren Klettersessions
- Gute Präzision auf kleinen Tritten und Kanten
- Vielseitig für Indoor- und Outdoor-Klettern
- Neutrale Passform ohne schmerzhafte Druckstellen
- Form bleibt auch nach einem Jahr regelmäßiger Nutzung erhalten
NACHTEILE
- Schnürung macht schnelles An- und Ausziehen in Kletterpausen etwas umständlich
- Weniger präzise Toehooks als mit aggressiven Kletterschuhen
- Bei regelmäßiger Nutzung wird irgendwann eine Neubesohlung nötig
BEWERTUNG
Ich benutze den La Sportiva Finale seit über einem Jahr etwa zweimal pro Woche – sowohl in der Kletterhalle als auch draußen am Fels. Mit ihm war ich unter anderem in Badami in Indien, bei Gaillands in Chamonix und im Frankenjura rund um Pegnitz klettern.
Der Finale war mein zweites Paar Kletterschuhe. Beim Kauf habe ich deshalb bewusst den Komfort priorisiert. Ich bin eine Größe kleiner gegangen als bei normalen Schuhen, trotzdem waren die Schuhe für mich von Anfang an sehr bequem. Sie haben bei mir nie schmerzhafte Druckstellen verursacht. Die neutrale Form passt gut zu meinem Kletterstil und ermöglicht mir auch längere Sessions, ohne dass ich ständig die Schuhe ausziehen muss.
Besonders deutlich habe ich den Unterschied beim Wechsel von meinen La Sportiva Tarantula zum Finale bemerkt. Auf kleinen Tritten und Kanten fühlte ich mich sofort präziser. Gerade als ich angefangen habe, mich stärker mit anspruchsvollerer Fußarbeit zu beschäftigen, war das für mich ein spürbarer Fortschritt. Auch draußen bin ich mit dem Finale gut zurechtgekommen und habe damit Routen im Bereich 6a/6b in Chamonix und im Frankenjura geklettert. Sowohl auf kleinen Kanten als auch beim Antreten auf Reibungsflächen funktionieren die Schuhe für mich gut.
Natürlich gibt es Grenzen. Bei Toehooks empfinde ich den Finale als weniger präzise als aggressive Kletterschuhe wie den La Sportiva Solution Comp, den ich bei einer Tour ausprobieren konnte. Das überrascht mich allerdings nicht: Der Finale hat eine neutrale Form und ist nicht als aggressiver Performance-Schuh konzipiert. Wer viele anspruchsvolle Toehooks macht oder einen stark auf Performance ausgelegten Schuh sucht, sollte auch andere Modelle ausprobieren.
Ein weiterer Punkt ist die Schnürung. Sie ermöglicht mir eine gute Anpassung des Schuhs, aber gerade draußen ist es etwas umständlich, die Schuhe in jeder Pause schnell an- und auszuziehen. Für meine nächste Anschaffung überlege ich deshalb, ein Modell mit Klettverschluss auszuprobieren. Das ist für mich jedoch eher eine Frage der persönlichen Vorlieben als ein grundsätzlicher Nachteil des Finale.
Nach über einem Jahr regelmäßiger Nutzung ist die Form der Schuhe bei mir weiterhin gut erhalten. Die Sohle dürfte inzwischen eine Neubesohlung vertragen. Bei ungefähr zwei Einsätzen pro Woche ist das für mich kein überraschendes Ergebnis, sondern ein normaler Teil der langfristigen Nutzung von Kletterschuhen.
Mein Tipp für das Klettern draußen: Ein Heel Binder hat für mich die Präzision im Fersenbereich verbessert. Das ist natürlich eine persönliche Erfahrung und keine Garantie, dass es bei jedem Fuß oder jedem Schuh gleich funktioniert.
Ultra-Pro-Tipp: Ich habe meine Finale selbst bemalt! Ich bin zwar kein besonders guter Maler, aber genau das ist der Punkt: Mit etwas Kreativität kannst du deinen Kletterschuhen einen ganz persönlichen Look verpassen. Wenn du Lust darauf hast, probier es doch auch mal aus! 🎨
Mein Fazit: Ich würde den La Sportiva Finale besonders fortgeschrittenen Anfängern und intermediären Kletterern empfehlen, die an ihrer Fußtechnik arbeiten und mehr Präzision auf kleinen Tritten suchen, ohne dafür auf Komfort verzichten zu wollen. Wer hauptsächlich erste Klettererfahrungen sammelt, muss diese Präzision möglicherweise noch nicht ausnutzen. Wer dagegen maximale Performance bei aggressiven Toehooks sucht, sollte sich auch speziellere Modelle ansehen.
Für mich ist der Finale ein sehr komfortabler und vielseitiger Kletterschuh, mit dem ich sowohl in der Halle als auch draußen gerne klettere. Man sollte lediglich wissen, was man bekommt: einen neutralen Schuh mit guter Alltagstauglichkeit und Präzision auf kleinen Tritten, keinen aggressiven Wettkampfschuh.