Formschön und hochwertig - der Schutz für deinen Kopf!
VORTEILE
- Leicht
- Hochwertig
- Passform
- Modisch
- Hybridverarbeitung
- Lüftung
NACHTEILE
BEWERTUNG
Liebe Outdoorfreunde,

Der Camp Ikon gehört wohl zu den Spitzenmodellen unter den Kletterhelmen, da er recht groß angekündigt wurde. Nach einer intensiven Testphase in unterschiedlichen Kletterumgebungen – von Klettersteigen bis hin zu anspruchsvollen Mehrseillängentouren und Free-Solo-Klettertouren mit anschließendem Flug (wo der Helm ebenfalls meinen Kopf schützte) – möchte ich meine Einschätzung zu diesem Helm teilen, basierend auf meinen Erfahrungen. Doch vorher möchte ich auch noch zu einigen Fakten Stellung nehmen.
Gewicht
Mit nur 280 Gramm ist der Camp Ikon ein echtes Leichtgewicht - jedoch auch nicht der leichteste am Markt. Dennoch macht sich besonders bei längeren Touren das reduzierte Gewicht positiv bemerkbar, da der Helm kaum spürbar ist. Dies minimiert Ermüdungserscheinungen im Nackenbereich, selbst bei ganztägigem Einsatz – das muss ich noch testen, jedoch finde ich, dass man mit diesem Gewicht auf jeden Fall den gesamten Tag unterwegs sein kann.
Stabilität
Trotz seiner geringen Masse beeindruckt der Camp Ikon durch eine solide Bauweise. Die Außenschale besteht aus ABS Kunststoff (ein hochwertiger Kunststoff, der für härteste Bedingungen geeignet ist – zum Beispiel das Griffstück der Berühmten Glock Pistolen). Die Innenschale ist aus EPP-Schaum und EPS-Oberschicht für optimale Stoßdämpfung.
Damit ist auch die Seite des Kopfes gut geschützt, was bei reinen Hartschalenhelmen nicht der Fall ist. Ich habe zum Glück keine Situation gehabt, bei der mich der Helm schützen musste – jedoch habe ich mir schon ein paar Mal leicht den Kopf gestoßen beim Klettern => es war deutlich weniger stark zu spüren als mit meinen üblichen Hartschalen Helmen.
Passform
Die Passform beeindruckt mich! Der Helm mit der Größe S/M passt mir in einer relativ großen Konfiguration sehr gut – eng anliegend und formmäßig an meinen recht eckigen Kopf angepasst. Meine Partnerin durfte den Helm ausleihen bei einem Tandemflug mit mir und ich war verwundert, dass ihr zarter rundlicher Kopf auch ausgezeichnet bei einer etwas kleineren Einstellung sehr gut gepasst hat. Auf beiden unserer Köpfe sitzt der Helm fest und angenehm!
Komfort
Das Thema Komfort zeigt sich erst, wenn man lange mit einem Helm unterwegs ist. Ich habe beim Höhlenforschen oft über 10 bis zu 20 Stunden lang einen Hartschalenhelm auf – mit einem Gesamtgewicht von ca. 1,8 Kilo (Hauptlampe, 2 Ersatzlampen). So lange einen so schweren Helm aufzuhaben, hat mich etwas abstumpfen lassen bei der Einschätzung.
Jedoch ist mir sehr wohl aufgefallen, dass dieser Helm im Vergleich zu meinem Canyoning-Helm sehr angenehm sitzt (dieser hat ca. dasselbe Gewicht). Luftig, drückt nicht, angenehmer Stoff innen. Bei meinen durchgeführten Touren habe ich an einem Tag furchtbar geschwitzt, weil ich mit Eiltempo einen Klettersteig hochgestiegen bin in der prallen Sonne. Den Stoff im Helm konnte ich oben auswinden, was ok ist, das bin ich gewohnt von allen Helmen. Jedoch war die Schweißmenge in dem Stoff bedeutend weniger als üblich – der Stoff dürfte die Feuchte sehr gut abtransportieren! riesigen Pluspunkt hier!

Nun zu meinen Touren:
Ich war auf 4 Hike & Fly-Touren bzw. 2 davon waren sogar Climb & Fly. Das bedeutet: Ich wandere bzw. klettere einen Berg hoch, um anschließend hinabzufliegen mit meinem Gleitschirm.
Bei den beiden Climb & Fly-Touren habe ich den Helm schon beim Klettern benötigt. Er saß wie bereits oben beschrieben sehr angenehm auf meinem Kopf, und schütze ihn vor den kleinen Stößen am Felsen. Die Kletterroute hat einen Zustieg, den ich in ca. 1,5 Stunden hinter mich gebracht habe. In dieser Zeit war der Helm am Rucksack befestigt und fiel kaum ins Gewicht. Beim Einstieg der Kletterstelle angekommen, setzte ich ihn mir auf und auch da war er wie gehabt angenehm und war eine angenehme Kopfbedeckung.
Beim Flug dann durfte er auch am Kopf platznehmen – er schütze auch gut vor Wind, obwohl er luftig gebaut ist. Das liegt an den meiner Meinung nach genialen Lüftungsöffnungen => Wabenförmig sind sie sowohl im Schaumstoff als auch in der harten Schale ausgeschnitten – 18 an der Zahl.
Aber sie sind versetzt zueinander. Dieser Schachzug ermöglicht Luft gut hineinzugelangen, aber dabei nicht unangenehm zu „ziehen“. Ebenso schützt er dadurch vor spitzen Gegenständen => wenn bei einer Kletterei oder einem Zustieg Äste rausstehen, kommen diese nicht leicht durch.

Eine weitere Tour war eine Mehrseillänge. Also genau das, wofür der Helm gedacht ist. Auch hier war er sowohl in der Passform als auch vom Gewicht her ein sehr guter Begleiter. Vom optischen Auftreten ist er sehr elegant – er ist in drei Farben erhältlich (Weiß, Grau, „Waterblue“und noch einige mehr), mit jeweils darauf abgestimmten Kinnbändern. Ich habe ihn in „Waterblue“ zum Testen bekommen und obwohl ich eher der Typ Schwarz oder Weiß bin, finde ich ihn optisch gut gelungen. Vielleicht bringt er ein wenig Farbenfreude in mein Outdoorleben 😊.

Die Verarbeitung ist hochwertig. Das Kinnband ist aus einem festen Stoff und der Kunstoffklipp dazu ist ebenfalls aus einem hochwertigen Material gefertigt. Ich kenne sehr gut die billigen Helme, da ich einen ziemlichen Helmverschleiß habe => diese günstigen Modelle haben meist sehr schlechte Kunststoffmaterialien verbaut.
Natürlich darf eine Funktion nicht fehlen: eine Lampenhalterung. Auch diese ist sehr hochwertig und verspricht einen sicheren Halt bei jeder handelsüblichen Stirnlampe.

Fazit:
Der Helm Camp Ikon ist ein Spitzenmodell. Er besticht meiner Meinung nach mit dem unschlagbaren Preis von ca. 65 € und seiner trotzdem sehr hohen Qualität. Gewicht, Komfort, Schutz, Verarbeitung – einfach alles passt sehr gut zusammen. Ich würde ihn mir – bzw. ich werde ihn mir in Zukunft überlegen zu kaufen statt den günstigen Modellen, sobald ich wieder einmal einen Helm in den Höhlen vernichtet habe.