Praxistauglicher Ultralight-Karabiner mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
VORTEILE
- Gewicht
- Preis
- Eloxierung
- Farbauswahl
- Handhabung allgemein
NACHTEILE
- Nietverbindung Wire-Gate
- Öffnungsgröße
- Verarbeitung
- störende Verschlussnase
BEWERTUNG

Dieser Schnappkarabiner reiht sich mit ein in die Familie der leichtesten Karabiner weltweit mit einem Absolutgewicht von 22g. Als Vergleich: Petzl Ange S 28g, Ocún Kestrel 25g, Edelrid Nineteen G 19g. Jedoch fällt dabei auf, dass der Camp Nano 22 hier am günstigsten abschneidet.
Die Eloxierung ist in einer gut sortierten Farbpalette erhältlich (blau, silber, goldgelb, lila, grün, rot), damit steht der farblichen Abstimmung zu anderem Equipment nichts im Weg. Weiterhin fällt die überdurchschnittliche Güte und Verschleißfestigkeit der Eloxierung als sehr positiv auf.
Leider müssen dem Camp Nano 22 im Vergleich zu anderen ähnlichen Karabinern Punkte abgezogen werden. Zuerst fällt auf, dass der Öffnungswiderstand des Drahtbügels bei verschiedenen Karabinern leicht schwankt. Wenn man beim Drahtbügel bleibt, fällt die unsaubere und scharfkantige Nietverbindung zwischen Drahtbügel und Aluminiumkörper auf. Das ist einerseits für die makellose Handhabung nicht zuträglich und weiterhin bei der Verwendung mit Textilmaterial nicht ungefährlich.

Der Gesamteindruck der Verarbeitung überzeugt nicht zu 100%. Der Aluminiumkörper weist einige rauhe und scharfkantige Stellen auf. Diese befinden sich zum einen im Verschlussystem oben, sind aber auch außen zu erkennen und sind vermutlich Überbleibsel aus dem Schmiedevorgang, die nicht ausreichend ausgeschliffen wurden.


Zuletzt hat der Camp Nano 22 eine relativ kleine Öffnung. An der schmalsten Stelle sind das ca. 18mm. Als Vergleichswerte:Ocún Kestrel 22mm, Petzl Ange S 24mm. Dabei schneidet der Camp-Schnapper bei etwa gleicher Grundgröße messbar schlechter ab. Zu der kleinen Öffnung kommt noch die nicht minder störende Alu-Nase des Verschlussmechanismus. Diese steht im Vergleich zu anderen Modellen sehr weit in Richtung des Karabinerinneren ab und stört so merklich das Ausklippen aus dem Haken oder des Seils. Dies fiel gerade beim Ausklippen aus der Lasche von Eisschrauben auf und war in dieser Situation doch als störend zu bewerten.
Fazit:
Das Gesamtpaket ist zufriedenstellend in Bezug auf den Preis. Für den normalen Einsatz beim Alpinklettern eignet sich der Schnapper von Camp, allerdings gibt es bei der Handhabung bei speziellen Verwendungen, z.B. im Eis, nachholebedarf. Die genannten Abzüge in der Verarbeitung sind im Allgemeinen nicht störend, dennoch beeinflussen sie das Gesamtbild etwas negativ. Der Camp Nano 22 erfüllt mit einigen Minuspunkten das, was versprochen wird.




