Sehr spezialisierter aber praktischer Karabiner
VORTEILE
- kein unabsichtliches Öffnen möglich
- schnelles Wechseln des Sichernden
- keine Seitwärtsbelastung beim Sichern
NACHTEILE
- nur in bestimmten Situationen sinnvoll
- gewöhnungsbedürftiges Handling
BEWERTUNG
Als AustriAlpin den Fifty-Fifty auf den Markt brachte, waren die Berichte und Praxistest recht gespalten. Möglicherweise wurde aber auch einfach zu viel von dem so innovativ aussehenden Karabiner erwartet.
Zum einen bietet der Karabiner einige Sicherheits-Vorteile:
Das Zwei-Kammern-System verhindert eine Querbelastung des Karabiners und hält Seil und Gurt schön voneinander getrennt.
Eine Feder zieht den Schnapper immer wieder in seine Ausgangsposition zurück, was eine Benützung bei offenem Karabiner verhindern soll.
Obwohl der eigentümliche Schnapper so wirkt, als könnte er aufgedrückt werden, konnte ich nach vielen(!) verschiedenen Versuchen keine Situation herstellen, in welcher der Karabiner durch Gurt, Seil, Jacke oder sonstiges unabsichtlich geöffnet werden könnte.
So weit dazu. Doch diese Punkte erfüllen eine Menge neuerer Karabiner, unterschiedlicher Hersteller, die wesentlich universeller einsetzbar sind.
Denn der Fifty-Fifty ist vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere Leute die gleiche Route Toprope klettern und der Sichernde oft und möglichst reigungslos getauscht wird. Das Sicherungsgerät muss nicht ausgehängt werden, sondern nur die untere Teil wird aus der Anseilschlaufe ausgehängt und weitergegeben.
Großer Kritikpunkt war bei vielen Tests, dass der Karabiner schwer mit einer Hand zu öffnen sei.
Nachdem ich den Karabiner einige Mal benutzt habe, hatte ich keine Probleme mehr damit.
Für Leute mit kleinen Händen, die selten Toprope-Klettern ist der Fifty-Fifty wirklich nur eine halbe Sache. Für spezielle Einsatzbereiche aber sinnvoll.