Ein exzellenter Baselayer für intensive Winteraktivitäten!
VORTEILE
- Tragekomfort
- Regulierung der Körpertemperatur
- Materialzusammensetzung - Verarbeitung (unterschiedliche Zonen)
- Kompression
- Geringe Geruchsbildung
- Hohe Qualität
NACHTEILE
BEWERTUNG
Ende Februar erhielt ich den Energy Accumulator Light Baselayer von X-Bionic zum Testen. Genau richtig für die letzten Trainingseinheiten auf Schnee und mein bisher längstes Langlaufrennen: den Engadin Skimarathon in der Schweiz.

Informationen zum Produkt:
Farbauswahl:
- MINERAL BLUE/ARCTIC WHITE
- DUSTY LAVENDER/ARCTIC WHITE
- X BLACK/LIGHT GREY (Testprodukt)
Größenauswahl: XS-XL (Testprodukt Größe S)
Ich trage normalerweise Größe XS bei den meisten Marken, aber bei X-Bionic hatte ich das Glück, dass nur S verfügbar war. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass S die richtige Wahl war, da X-Bionic eher klein ausfällt.
Merkmale:
Temperatureinsatzbereich: ca. +2 °C bis -20 °C [Originalverpackung und Info auf der offiziellen Homepage weisen unterschiedliche Angaben auf]
- Kompression: 5/5
- Isolation: 3/5
Material: 82 % Polyamide, 11 % Elastane, 7 % Polyproplene
Aufbau:



1: Der Brustbereich und ein Teil vom Rückenbereich sind mit der sogenannten ThermoSyphon-Technologie ausgestattet. Durch die dreidimensionale Y-förmige Struktur wird eine spezielle Thermodynamik erreicht.
Die Struktur kombiniert Verdunstungskühlung und Wärmeisolierung. Bei hoher Belastung wird die Feuchtigkeit durch die feinen Kanäle der Y-Struktur an die äußerste Schicht des Stoffes transportiert. Dort verdunstet die Feuchtigkeit und schafft einen kühlenden Effekt. Bei niedriger Belastung und Kälte speichern die Hohlräume der Y-Struktur die durch Körperwärme erzeugte warme Luft und isolieren gegen Kälte.

2: Im Bereich der Arme sorgen die Neural-Response-Bandagen für eine gezielte Kompression. Die Wahrnehmung und Kontrolle der Muskulatur soll durch Stimulieren der Rezeptoren verbessert werden. Gleichzeitig soll der Muskel durch die Druckverteilung unterstützt werden, was einer vorzeitigen Ermüdung entgegenwirkt und zu einer besseren Kraftübertragung führt.

3: Im Bereich des Solarplexus und am unteren Rücken befindet sich die AirComplex-Zone. Dieser empfindliche Körperbereich enthält viele Nervenbahnen und Blutgefäße und spielt eine wichtige Rolle in der Körpertemperaturregulierung. Warme Luft wird durch die dreidimensionalen Strukturen gehalten, um vor Kälte zu schützen. Gleichzeitig kann überschüssige Wärme durch spezielle Luftkanäle entweichen.


4: Im Bereich des Ellenbogens, im Rückenbereich und an den Ärmeln befinden sich sogenannte Expansion Ribs. Die 3D-Faltenstruktur kann sich bei Bewegung ausdehnen und zusammenziehen. Dadurch wird eine optimale Bewegungsfreiheit erzielt. Gleichzeitig soll die spezielle Struktur eine gute Wärmeisolierung erzeugen und Gelenke wie auch die Muskulatur vor dem Auskühlen bewahren.

5: Die Sweat Traps im Bereich der Achseln fangen den Schweiß auf und halten ihn kurz. Dadurch wird eine effiziente Verdunstungskühlung erzeugt. Sobald der Schweiß seine Kühlfunktion erfüllt hat, wird die restliche Feuchtigkeit nach außen transportiert.

6: Der Schulterbereich besteht aus einer mehrschichtigen, wärmenden Gewebestruktur. Die ISO-Schultern blockieren kalte Luft und verhindern Wärmeverlust. Durch die besondere Gewebestruktur soll die isolierende Luftschicht auch unter einem Rucksack oder einer zusätzlichen Jacke erhalten bleiben.

Fazit und Kurzfassung:
Der X-Bionic ENERGY ACCUMULATOR LIGHT wurde bei langen wie auch kurzen, regenerativen und intensiven, Lauf- und Langlaufeinheiten getestet. Überzeugt hat er mich aber vor allem durch seine Performance beim Skimarathon wo sehr hohe Ansprüche an einen Baselayer gestellt werden.
Im Bereich Passform und Bewegungsfreiheit sowie Feuchtigkeitsaustausch und Regulierung der Körpertemperatur, lässt das Langarmshirt wenig Wünsche offen. Unmittelbar nach einer intensiven Belastung riecht der Baselayer nicht unangenehm. Im Vergleich zu Merino Wolle entwickelt sich nach 2-3 intensiven Trainingseinheiten und ordentlichem auslüften ein etwas „muffiger“ Geruch und er muss in die Waschmaschine.
Ausführliches Testbeispiel:
Testbedingungen:
Der härteste und längste Test für den Base-Layer von X-Bionic war der Engadin Skimarathon in der Schweiz. Ein 42 Kiometer Langlaufrennen auf einer Höhe zwischen 1.600 und 1.800 Metern. Mit rund 12.000 Startern ist der Engadin Skimarathon der zweitgrößte Wettkampf der Worldloppet Serie. Um 08:15 startet das Rennen in Maloja und führt hinaus durch das Engadin, vorbei an St. Moritz bis zum Ziel in S-chanf.
Und warum genau dieses Rennen einen Baselayer vor hohe Herausforderungen stellt, möchte ich euch kurz erklären.
Beim Engadin Skimarathon ist die Anreise zum Startgelände nur mit Shuttlebus oder Langlaufski möglich. Aufwärm- und Wechselbekleidung kann in einem Effektensack abgegeben werden und wird zum Zielgelände transportiert. Der Platz im Effektensack ist begrenzt.
Man muss sich daher genau überlegen, welche Bekleidung wirklich nötig ist. Zusätzlich sollte man den Effektensack relativ zeitnah abgeben. Das heißt ca. 15 bis 20 Minuten vor dem Start ist die Überbekleidung weg und man ist nur mehr mit Baselayer und Rennanzug bekleidet.
Die Temperatur im Startgelände lag heuer bei kühlen -7 °C ohne Sonneneinstrahlung. Im Rennverlauf kletterte die Temperatur in Richtung 0 °C Marke und die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel. Im Ziel angekommen benötigt man ca. 20 bis 30 Minuten bis man seinen Effektensack wieder in den Händen hält. Für ein Event dieser Größenordnung wirklich eine kurze Zeit, in der man jedoch trotzdem schnell auskühlen kann.
Anforderungen an den Baselayer:
„Warm up“ bis zum Start:
- Optimaler Temperaturaustausch trotz relativ dicker Überbekleidung.
- Effektive Ableitung von Feuchtigkeit
- Geringer Verlust von Körperwärme zwischen Abgabe von Effektensack und Startschuss.
Im Rennverlauf:
- Volle Bewegungsfreiheit
- Wärmend im ersten Drittel des Rennens, kühlend im weiteren Verlauf
- Hohe effektive Ableitung von Feuchtigkeit
Nach dem Rennen:
- Wärmende Wirkung nach der Rennbelastung bis zum Bekleidungswechsel
- Feuchtigkeitsaustausch Stichwort Nachschwitzen
Die Anforderungen an den X-Bionic Energy Accumulator Light sind also wirklich extrem hochgesteckt. Ob er diesen gerecht wurde????
09.03.2025
06:53: Warm-up zum Startgelände. Bekleidung: Schichtprinzip: (1) X-Bionic Energy Accumulator Light, (2) Löffler Rennanzug (3) Löffler Primaloftjacke WPM 3.
Um meinen Körper in den frühen Morgenstunden auf „Betriebstemperatur“ zu bringen, wählte ich ein moderates Tempo. Schon hier überraschte mich der Baselayer. Trotz der dicken Überbekleidung funktionierte der Feuchtigkeits- sowie Temperaturaustausch sehr gut.
07:17: Ankunft im Startgelände. Von moderatem Tempo auf dem Langlaufski ging es zu Fuß Richtung Toilette und Effektensack Abgabe. Trotz teilweise etwas längerer Stehzeiten hielt mich der Baselayer angenehm warm und fühlte sich trotz moderatem Aufwärmen trocken an.
08:00: Der Effektensack mit der Wechselbekleidung war im Transporter und ich war bei -7 °C nur mehr mit Baselayer und Rennanzug bekleidet. In den 20 Minuten von der Abgabe bis zum Startschuss wurde es unangenehmer. In Kombination mit leichtem Joggen und Springen leistete der Baselayer jedoch tolle Arbeit, indem er mich vorm Auskühlen bewahrte.
08:20: „Der Startschuss zu meinem ersten Skimarathon“. Die ersten 500 Meter sind geschafft und der Puls steigt an. Obgleich hoher Belastung ist mir auf den ersten Kilometern bei niedrigen Temperaturen meistens kalt. Anders war es an diesem Tag. Bis ungefähr auf Höhe vom Dorf Champfèr ließ die Sonne auf sich warten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hielt mich der Baselayer warm. Schlagartig änderte sich dann die Situation auf den nachfolgenden 30 Kilometern. Es wurde vor allem durch die Sonneneinstrahlung deutlich wärmer. Auch hier hat mich die Technologie vom Energy Accumulator von X-Bionic wirklich verblüfft. Er hat die entstandene hohe Feuchtigkeit und Temperatur extrem gut vom Körper abgeleitet. Der Baselayer erzeugt in diesem Fall sogar ein sehr angenehmes, kühlendes Gefühl auf der Haut. Trotz einiger schattiger Stellen im weiteren Rennverlauf z.B. Stazer Wald wurde mir auch danach nie kalt.
Auch von der Bewegungsfreiheit ist der Baselayer eine Klasse für sich. Er sitzt wie eine zweite Haut und vermittelt Gefühl von teils mittlerer bis kräftiger Kompression. Wenn der Reißverschluss am Kragen geschlossen ist, ist er im Halsbereich sehr eng. Die Kragenweite sollte von meinem Empfinden her etwas weiter geschnitten werden. Der Reißverschluss selbst ist gut verarbeitet und Reibung bzw. Hautirritationen werden durch die Stofflasche vermieden.
Im Gesamten bietet der Stoff genügend Dehnbarkeit für die Anhebung des Brustkorbes bei intensiver Atmung. Im Bereich der Arme bietet der Baselayer eine tolle Kombination von Kompression und Bewegungsfreiheit. Durch das Daumenloch wird ein optimaler Übergang in den Handschuh erreicht und das Anziehen von Überbekleidung erleichtert.




10:33 Ziel erreicht. Nach einem verdienten Snack und ein paar Fotos ging es in Richtung Effektenausgabe. Erst 30 Minuten nach dem Zieleinlauf war ich beim Umziehen. In der Zwischenzeit hat auch hier der Baselayer seinen Job erledigt. Die Feuchtigkeit vom „Nachschwitzen“ wurde extrem gut abgeleitet. Ein unangenehmes Nässegefühl auf der Haut konnte ich nicht feststellen und mir war den Umständen entsprechend relativ warm.

Zusammenfassend kann ich den X-Bionic Energy Accumulator Light Baselayer für intensive Winteraktivitäten nur empfehlen. Er bietet hervorragende Leistung bei Temperaturregulation, Feuchtigkeitsmanagement und Bewegungsfreiheit.