Kalt? Feucht? Mit diesem Hoodie nicht mehr!
VORTEILE
- Leicht
- Hochwertig
- Warm
- Stylisch
- Auch nass warm
- Komfortabel
NACHTEILE
- Sehr filigran
BEWERTUNG
Liebe Outdoorfreunde,
heute geht es um Bekleidung – konkret eine Softshell Jacke. Es ist der Hoodie „Sirocco“ von der Marke „Montane“
Los geht’s: Der Hoodie welchen ich hier beschreiben möchte, ist wie schon gesagt von der Marke Montane. Ich kannte die Marke bislang nicht, aber hab schon ein T-Shirt von ihr getestet und war sehr zufrieden – die Erfolgssträhne geht weiter ?.
Das Material, aus dem dieser Hoodie gemacht ist, ist zu 100 % Kunstfaser – für jeden der Daune nicht möchte, also super geeignet! Er bedient sich der Primaloft Gold Verarbeitung. Jeder hat schon einmal davon gehört, ich beschreibe hier dennoch ein wenig, was man sich darunter vorstellen kann.
Was ist Primaloft Gold?
Primaloft sind Kunstfasern, die mit Aerogel versehen sind. Aerogel ist ein extrem leichtes Material – ein hochporöser Festkörper, welche bis zu 99,8 % aus Poren bestehen. Also quasi Luft. Und was wissen wir über Luft? Solange sie nicht in Bewegung ist, dämmt sie sehr gut! Und durch die Poren ist Luft gefangen, welche keiner Konvektion unterliegt aufgrund genau dieser Poren und damit dämmt das Material exzellent.
Was sagt uns das jetzt über das Produkt? Das Primaloft Material lässt Temperatur nicht gut durch – ebenso ist die Jacke, aber sowohl laut eigenen Angaben also auch durch meine Erfahrungen beim Testen, sehr atmungsaktiv. Das heißt also, dass die Körperwärme zwar nicht nach außen gelassen wird, aber gleichzeitig der Dunst vom Schweiß sehr wohl abgeführt werden kann.
Weiters wird behauptet, dass das Material sehr viel seiner wärmedämmenden Eigenschaften behält, auch wenn es nass ist – auch das kann ich bestätigen, ich bin nämlich bei einer Tour in den Regen gekommen. Dazu später mehr.
Das Material ist extrem weich und damit sehr angenehm zu tragen – und auch extrem leicht.
Sowohl am Körper fällt der Hoodie nicht auf als auch im Rucksack! Das Einzige, was natürlich bei leichtem Material leidet, ist die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung – also passte ich entsprechend auf beim Klettern nicht an den Felsen zu kommen, mit der Jacke. Gelang mir zum Glück gut.
Das war auch schon die Überleitung zu meinen Testtouren: wo hatte ich diesen sehr schönen Hoodie an?

Ich war auf mehreren Kombitouren mit Abstieg durch Gleitschirmflug – auch Hike & Fly genannt, wobei „Hike“ durchaus auch für Climb und Klettersteig stehen kann. Die erste Tour war eine leichte Kletterei, die ich Solo zweimal hintereinandergegangen bin.
Beim Aufstieg war es sehr heiß trotz bereits Oktober (was Sonne und Windstille alles ausmacht ist schon beeindruckend) und deshalb hatte ich auch nur ein Leiberl an – auch von Montane, dazu lest gerne meinen Testbericht von diesem. Oben angekommen ging es an den Flug – dort ist es natürlich trotz Sonne kalt.
Bedingt durch den über 40 Kilometer pro Stunde Fahrtwind und das relativ bewegungslose sitzen im Gurtzeug würde es sehr schnell Frisch werden – wenn man da nicht so eine tolle Jacke anhätte! Der Wind wurde perfekt abgehalten und durch die großartige Bewegungsfreiheit konnte ich auch ganz wunderbar meine Hände hoch oben an den Steuerleinen haben. Traumhafte Flüge und traumhafte Touren – nie kalt, nie zu viel zu schleppen!


Eine weitere Tour war ein Kletteraufstieg auf die Hohe Wand – diesmal leider ohne Flug, da es viel zu windig war. Da es bewölkt und windig war, war der Hoodie schon am Anfang der Tour am Mann und hat mich beim Sichern superwarm gehalten und während des Kletterns nicht zu warm! Hier war der Fall, dass ich sehr aufgepasst habe, nicht mit der Jacke an den Felsen zu kommen, denn wenn sie an einer scharfkantigen Stelle hängen bleibt, befürchte ich, dass sie das nicht gut übersteht.
Der Wind ging spürbar – doch der Hoodie hielt auch hier sein Versprechen und hielt mich angenehm temperiert – auch am Kopf dank der integrierten Kapuze einfach unter dem Helm! In der letzten Seillänge kam dann Regen – Schneeregen sogar, also eiskalt.
Zum Glück noch aus der Kletterei herausgekommen, denn der Felsen wurde sehr flott nass, was ein Klettern unmöglich macht in diesem Schwierigkeitsgrad (also zumindest für mich ?). So schnell wie der Felsen nass wurde, so schnell wurden auch meine Kletterpartner und ich nass. Aber hier kamen die guten Eigenschaften von Primaloft zur Geltung – relativ gleichmäßig durchfeuchtet (Wind!) hielt die Jacke trotzdem warm genug, dass ich nie aktiv fror.

Ich hatte den Hoodie sogar im Oktober bei meinem Afrika Safari Urlaub dabei. Zwei Wochen mit Jeep & Dachzelt auf eigene Faust durch die Nationalparks fahren und Tiere suchen. Abends jedoch trotz 40 Grad unter Tags, war es dann doch manchmal recht kühl – wieder sehr angenehm sich da mit dem Hoodie schützen zu können. Frühmorgens natürlich ebenfalls bei der Schüssel Cornflakes.

Die Verarbeitung finde ich sehr hochwertig trotz des sehr filigranen Stoffes (man kann nie alles haben!) – Nähte, Schnitt und Stoff alles Top. Damit sollte man lange Freude haben, wenn man nicht an Felsen hängen bleibt. Vom optischen gefällt mir die Jacke auch sehr gut!
Sie ist schlicht, aber trotzdem irgendwie stylisch, sportlich, aber auch für den Alltag absolut ok. Vor allem hatte ich das Glück sie in Schwarz zu bekommen – aber für alle Farbenfrohen unter euch, es gibt auch noch Caper, Eclipse Blue und Midnight Gray. Da muss doch für jeden etwas dabei sein ?.

Die Ärmel, Kapuzenränder und Hüftbereich sind mit Fleece veredelt – das macht das Tragen finde ich noch einmal angenehmer. Auch schützt es vor allem im Ärmelbereich gut vor Felskontakt – bzw. den Folgen daraus.
Zuletzt kann ich nur sagen: Auch wenn ich die Marke nicht kannte – mit den beiden Produkten, die ich hier testen durfte, wurde ich überzeugt. Wenn sie so weiter machen, kann sie sicher mit führenden Herstellern mithalten!
Mit ca. 170 € bewegt sich dieser Hoodie tatsächlich im preisgünstigen Bereich. Daher klare Empfehlung – da macht man nichts falsch!