Ein absolutes Monster in seiner Sparte.
VORTEILE
- Akkulaufzeit
- Verarbeitung
- Leistung
- Gut funktionierender Sicherheitsmodus
NACHTEILE
- Gewicht
- Alltagstauglichkeit
BEWERTUNG
Ich habe von Outside-Stories die Olight Marauder 3 für einen Testzeitraum von vier Wochen zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen. Die Marauder 3 ist das neueste Modell der sehr erfolgreichen Marauder-Serie. Vor kurzem habe ich bereits die Marauder Mini getestet und bin gespannt, wie sich die beiden Lampen voneinander unterscheiden.
Als ich die Taschenlampe ausgepackt habe, war mein erster Gedanke, dass das die größte “Taschen”-lampe ist, die ich je gesehen habe. Ich bin mir schon zu Beginn meines Tests sehr sicher, dass diese Lampe nur für gewisse Zielgruppen verwendbar ist und die breite Masse keine Verwendung hierfür finden würde.
Ob sich meine ersten Gedanken bestätigen werden, werde ich in meiner Testphase herausfinden.
Um eins vorwegzunehmen: Die Marauder 3 ist ein absolutes Monster und das in jeglicher Hinsicht.
Zum Unternehmen:
Olight ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger LED-Taschenlampen, Stirnlampen und weiterer Beleuchtungslösungen spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2006 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Shenzhen, China. Olight verfolgt das Ziel, leistungsstarke, zuverlässige und innovative Lichtprodukte für unterschiedliche Einsatzbereiche anzubieten. Die Produkte werden sowohl von Privatpersonen als auch von Einsatzkräften, Outdoor-Sportlern und professionellen Anwendern genutzt.
Besonders bekannt ist Olight für seine modernen LED‑Technologien, langen Akkulaufzeiten und robusten Bauweisen. Neben klassischen Taschenlampen bietet das Unternehmen auch spezielle Modelle für taktische Anwendungen, Camping, Jagd und den Alltag an. Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist die Kombination aus technischer Innovation, hoher Qualität und benutzerfreundlichem Design.
Olight hat sich durch seine internationale Präsenz und den direkten Austausch mit Kunden zu einer bekannten Marke im Bereich der mobilen Beleuchtung entwickelt. Durch regelmäßige Produktneuheiten und Verbesserungen versucht das Unternehmen, den steigenden Anforderungen an effiziente und nachhaltige Beleuchtung gerecht zu werden. Heute zählt Olight zu den führenden Herstellern moderner LED-Beleuchtung und ist in vielen Ländern weltweit vertreten.
Zum Produkt:
Ich habe die Marauder 3 in der Farbe Schwarz, in einem Hardcase-Koffer erhalten. Im Lieferumfang waren zudem eine Gürteltasche, ein Ladekabel sowie eine geniale Handschlaufe enthalten.


Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Marauder: Plünderer/Streuner, was meiner Meinung nach ein sehr passender Name ist, da die Lampe durch ihre Robustheit und Power eine Endzeitstimmung vermittelt.
Hardfacts:
Maße: 15,2 cm x 7,5 cm (Kopfdurchmesser) x 6 cm (Griffdurchmesser)
Gewicht: 840 Gramm inkl. Akku
Akku: 31.900 mAh
Max. Leistung: 25.000 lm
Min. Leistung: 0,5 lm (Moonlight Mode)
Max. Reichweite: 1.000 m
Lichtintensität: 250.000 cd
Leistungsstufen: 8
IP-Rating: IPX8 (wasserdicht)
Ich habe einen sehr positiven Eindruck von der Verarbeitungsqualität. Die Lampe ist sehr robust und wertig.
In ihren Dimensionen und mit 840 Gramm liegt sie extrem massiv in der Hand und ich kann mir einen Dauergebrauch als ermüdend vorstellen.
Im Griffbereich ist sie mit Gummi beschichtet, sodass sie selbst bei Feuchtigkeit nicht aus der Hand rutschen sollte.

Ein Herunterfallen verhindert zudem die mitgelieferte Handschlaufe, die ich einfach genial finde. Als Handschlaufe wurde ein beschichtetes Ladekabel verwendet. So kann man die Lampe nicht nur unterwegs aufladen, sondern hat auch immer ein passendes USB-C-Kabel dabei, um sie als Powerbank zu nutzen. Meiner Meinung nach ein wirklich durchdachtes Feature.


Der Hersteller gibt eine Sturzresistenz von einem Meter an. Das finde ich etwas knapp bemessen, da ein normaler Gebrauch, vor allem bei größeren Menschen, gut und gerne auch mal über einem Meter stattfindet. Die Sturzresistenz lag bei der Marauder Mini bei 1,5 m.
Zudem ist die Marauder 3 wasserdicht nach IPX8, also absolut wasserdicht. Die Lampe könnte dauerhaft unter Wasser liegen und würde dennoch funktionieren. Ein Vorteil gegenüber Lampen, die nur spritzwassergeschützt sind.
Die Marauder wird über einen Drehknopf/Schalter auf der Vorderseite der Lampe gesteuert. Dieser ist mehrfach belegt und steuert neben den einzelnen Lichtstärken auch den Moonlight-Modus und den Strobe-Modus an. Nachdem die Taschenlampe ausgeschaltet ist, sperrt sich die Lampe selbstständig. Ein Entriegeln der Lampe erfolgt dann entweder über eine 90-Grad-Rotation des Drehschalters oder eine Bewegung des Drehschalters mit dem Finger oder einem anderen Körperteil unter Tastendruck.

Das funktioniert erstaunlich gut. Die Lampe erkennt, ob man den Schalter mit einem Finger betätigt oder nicht. Wird der Finger benutzt, geht die Sperrfunktion automatisch aus und die Lampe wird aktiviert. Wird der Schalter mit einem anderen Gegenstand aktiviert, bleibt die Sperre aktiv. Wenn die Lampe oder nur der Schalter nass wird, ist diese Funktion nicht mehr aktiv und die Lampe muss durch eine 90-Grad-Rotation freigegeben werden. Was mir ebenfalls gut gefällt, ist, dass die Lampe durch einen einfachen Tastendruck nicht mit maximaler Lichtstärke eingeschaltet werden kann. So kann ein versehentliches Blenden unter maximaler Lichtleistung verhindert werden.
Zudem zeigt ein LED-Balken, der in U-Form um den Schalter angeordnet ist, sowohl die gewählte Lichtstärke als auch den Ladezustand an.
Unter dem Drehschalter befindet sich ein kleiner Schiebeschalter, mit dem zwischen den Hauptmodi (Flutlicht, Spotlight, Flutlicht + Spotlight) gewechselt werden kann.
Zudem zeigt ein kleiner LED-Bereich am unteren Ende der Lampe die verbleibende Akkulaufzeit im ausgewählten Modus an.

Lichtstärken und Lichtmodi:
Die Marauder 3 verfügt über 7 Lichtleistungsstufen + 2 Sondermodi (Strobe/Moonlight), die stufenlos über den Drehschalter ausgewählt werden können. Durch den stufenlosen Übergang sind die Leistungsstufen nicht klar voneinander abgrenzbar und erkennbar. Ich persönlich finde das aber auch nicht so wichtig.

Die Lichtstärken 5, 6 und 7 können nur bei einer verbleibenden Akkukapazität von über 42 % angewählt werden. In jedem Fall eine Verbesserung zur Marauder Mini. Bei dieser konnte die Leistungsstufe 7 ab 60–70 % verbleibendem Akku nicht mehr aktiviert werden.
Bei der Marauder 3 bedeutet Leistungsstufe 4 immer noch eine Lichtstärke von 5.000 lm.

Flutlicht:
25.000 Lumen als Maximalleistung sind natürlich eine ganz schöne Ansage. Wichtig zu beachten ist, dass die Lampe nicht dauerhaft mit 25.000 Lumen betrieben werden kann, sondern die Lampe automatisch nach 2 min auf 3.750 lm runterreguliert. Eine erneute Regulierung auf 2.500 lm würde dann erst nach 320 min stattfinden.
Ich denke, die Regulierung erfolgt, um eine Überhitzung/Beschädigung zu verhindern und bezieht sich natürlich auf den reinen Dauerbetrieb.
Spotlight:
Im Spotlight-Modus wird Leistungsstufe 7 mit 1.500 Lumen und einer Leuchtweite von 1.000 m angegeben. Auch hier reguliert die Lampe selbstständig nach 3 min und im Anschluss nach weiteren 700 min und 200 min runter.

Flutlicht + Spotlight:
In diesem Modus wird die Maximalleistung mit 19.000 Lumen für 2 min und einer anschließenden Regulierung auf 3.750 Lumen angegeben. Eine erneute Regulierung findet erst wieder nach 330 min statt.
Durch einen doppelten Druck der Bedientaste sowohl im eingeschalteten als auch im ausgeschalteten Zustand gelangt man sofort in den Turbomodus (L7) in der zuvor gewählten Einstellung.
Strobe:
Die Marauder 3 verfügt zudem über einen Strobe-Modus. Dieser wird über das dreimalige Drücken, in egal welchem Modus, der Haupttaste aktiviert.
Der Strobe bei Taschenlampen dient als mögliches Mittel zur Selbstverteidigung und sendet unterschiedlich frequentierte Lichtimpulse aus. Diese Lichtimpulse können vom Gehirn des Gegenübers nicht ordentlich verarbeitet werden und es kommt zu Schwindel und Orientierungsverlust.
Der Strobe wird dabei mit einer Frequenz von 13 Hz in Leistungsstufe 6 (17.500 lm) abgegeben. Das ist so hell, dass man nicht direkt in die Lampe schauen muss, um geblendet zu werden.
Ich denke aber, dass es nicht unbedingt der Strobe sein muss. 25.000 Lumen werden auch dafür sorgen, dass das Gegenüber erstmal stehen bleibt.
Von Selbstversuchen oder Tests bei anderen rate ich ab, da ein solches Blenden für die Gesundheit der Augen nicht gerade förderlich ist. Zudem kann es zu epileptischen Anfällen kommen. Auch in den Händen von Kindern halte ich die Taschenlampe grundsätzlich für fehl am Platze.
Moonlight:
Im Moonlight-Modus bringt die Marauder 3 im Flutlichtmodus 5 lm mit einer durchgehenden Akkulaufzeit von 3 Monaten. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. In diesem Modus ist die Lampe also quasi nicht leer zu bekommen.
Akkulaufzeit:
Der Akku mit einer Kapazität von 31.900 mAh ist genauso massiv wie der Rest der Marauder 3. Mit der angegebenen Kapazität kann die Marauder in niedrigster Leistungsstufe (100 lm) für 7 Tage betrieben werden. Nebenbei kann die Lampe noch ganz bequem als Powerbank genutzt werden, um das Smartphone aufzuladen. Bei einem leeren Taschenlampen-Akku wird die volle Kapazität nach 5 Stunden wieder erreicht. Das Aufladen erfolgt zeitgemäß mittels USB-C-Kabel.
Alltagstauglichkeit:
Ich würde sagen, dass diese Taschenlampe so weit von einer allgemeinen Alltagstauglichkeit entfernt ist, wie eine Taschenlampe es nur sein kann. Da könnte ich genauso gut einen Baustellenstrahler mit mir rumtragen. Für den allgemeinen Gassigänger, der nur mal eben eine Runde mit dem Hund rausgehen möchte, ist sie viel zu groß. Der Gassigänger braucht keinen 31.900‑mAh-Akku, um die Gassirunde zu überstehen, muss keine riesige Fläche ausleuchten oder wissen, ob im nächsten Kilometer ein Mülleimer kommt.
Wer bei dieser Lampe auf seine Kosten kommt, sind einerseits Technik-Freaks, die sich extrem an der Leistung erfreuen können und dieses Monster zu schätzen wissen, oder Menschen in Berufsfeldern, die auf gute und langlebige Lichtquellen angewiesen sind. Ich kann mir diese Lichtquelle gut in den Händen von Rettungskräften bei der Vermisstensuche oder im Katastrophenschutz vorstellen. Beim Nutzer sollte die Taschenlampe auf jeden Fall im Fokus stehen und nicht einfach nur ein Nice-to-have sein. Dafür ist sie ansonsten einfach zu groß und schwer.
Ein weiterer Verwendungszweck, der aufgrund der aktuellen Vorkommnisse recht gut passt, ist die persönliche Krisenvorbereitung. Nicht ein komplett abwegiges Durchschlageszenario, bei dem man dauerhaft in Bewegung ist (dafür ist die Marauder 3 vielleicht etwas schwer), sondern eine Situation, in der man über einen längeren Zeitraum zu Hause eine zuverlässige Lichtquelle und Powerbank benötigt. Ich denke, in diesem Punkt fällt die Marauder 3 dann auch in das Interessenfeld der Allgemeinheit und wird auf der offiziellen Website auch zum Teil so beworben.
Preis:
Zum Zeitpunkt meiner Bewertung befindet sich die Marauder 3 noch nicht auf dem Markt. Mir persönlich würde ein Preis von 300 € als durchaus fair vorkommen. Ob das Produkt zu einem ähnlichen Preis angeboten wird oder ich mit meinem Preis weit entfernt liege, wird sich ja mit Veröffentlichung des Produkts zeigen.
Die Olight Marauder 3 wird zu einer UVP von 399 € zum Marktstart angeboten. Um meinen geschätzten Preis zu erreichen, wird man, denke ich, noch etwas warten müssen.
Fazit/Kritik:
Ich habe an diesem Produkt nichts auszusetzen. Ja, es ist nicht für jeden was, aber das muss es ja auch nicht sein. Ich denke, in der Sparte, in der es eingesetzt werden kann, ist es gut zu gebrauchen. Kritikpunkte, die ich bei der Marauder Mini angebracht habe, sind hier nicht wieder zu finden. (Strobe nur im Flutlicht/Laden über separates Kabel …)
Ich würde das Produkt grundsätzlich an jeden weiterempfehlen, der sich an der Technik erfreut, einen tatsächlichen Anwendungszweck hat oder etwas für den Notfall braucht. Für den allgemeinen Alltagsgebrauch würde ich nicht mal an diese “Taschen”-lampe denken.
Danke fürs Lesen!
Gruß Gaudi!