Allrounder für Outdoor, Arbeit und Alltag.
VORTEILE
- Sehr hochwertige und robuste Verarbeitung
- Lichtleistung mit bis zu 1.800 Lumen
- Starkes Rotlicht
- Herausnehmbarer Lampenkörper
- Kräftiger Magnetfuß
- Wechselbarer Akku
NACHTEILE
- Wiedereinsetzen in die Stirnhalterung braucht etwas Übung
- Transporttasche mit großem Stirnband etwas knapp
BEWERTUNG
Mit Fenix habe ich mittlerweile schon einige sehr gute Erfahrungen gemacht und vor allem die Fertigungsqualität der Lampen hat es mir angetan. Dementsprechend habe ich schon länger mit einer Stirnlampe von Fenix geliebäugelt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sich die Gelegenheit ergeben hat, die neue HM61R V3.0 ausführlich zu testen.
Der Zeitpunkt hätte dabei eigentlich kaum besser sein können. Neben Nachtwanderungen, Camping und einigen Runden mit dem Fahrrad standen bei uns zu Hause gleichzeitig mehrere Umbauten an. Der Dachboden musste gedämmt werden, an der Heizung gab es einiges zu tun und auch bei der Netzwerkverkabelung war eine zuverlässige Stirnlampe immer wieder gefragt.
Perfekte Voraussetzungen also für eine Lampe wie die HM61R V3.0.
Denn die Fenix ist nicht nur als klassische Outdoor-Stirnlampe gedacht. Die eigentliche Lampe lässt sich aus der Halterung nehmen, besitzt einen Clip und einen kräftigen Magnetfuß und soll damit genauso als Arbeitslampe funktionieren.
Also konnte sie bei mir nicht nur auf Wanderwegen zeigen, was sie kann, sondern musste sich auch im staubigen Arbeitsalltag zwischen Dämmmaterial, Heizungsrohren, Kabeln und Werkzeug beweisen.

Technische Details:
- Maximale Leuchtleistung: 1.800 Lumen
- Maximale Reichweite: 195 Meter
- Spotlicht: 1.800 / 600 / 150 / 30 Lumen
- Flutlicht: 200 / 30 / 5 Lumen
- Rotlicht: 70 / 15 / 3 Lumen sowie Blinkmodus
- Akku: Fenix ARB-L18-4000 mit 4.000 mAh
- Wechselbarer 18650-Li-Ion-Akku
- Laden über USB-C
- Spot-LED: Luminus SST40-GEN2
- Flutlicht: OSRAM 1414 CRI90
- Rotlicht: OSRAM 1414
- Aluminiumgehäuse aus A6061-T6
- HAIII-hartanodisierte Oberfläche
- Schutzklasse IP68
- Stoßfest bis 2 Meter
- Gewicht inklusive Akku und Stirnband: rund 168 Gramm
Die maximale Laufzeit im Turbo wird mit 2 Stunden und 42 Minuten angegeben. Dabei darf man sich von der Zahl allerdings nicht täuschen lassen. Die Lampe hält natürlich nicht fast drei Stunden lang konstant 1.800 Lumen, sondern regelt ihre Leistung abhängig von Temperatur und Akkustand herunter. Die reduzierte Leistung fließt in die angegebene Gesamtlaufzeit mit ein.

Erster Eindruck
Schon beim ersten Auspacken bestätigt die HM61R meinen bisherigen Eindruck von Fenix. Das Metallgehäuse, die Schalter, die Halterung und die gesamte Verarbeitung wirken ausgesprochen hochwertig und robust. Die Lampe vermittelt weniger den Eindruck einer möglichst leichten Outdoor-Stirnlampe, sondern eher den eines kleinen Werkzeugs, das einiges aushalten soll.
Das merkt man allerdings auch beim Gewicht. Mit rund 168 Gramm ist die HM61R alles andere als ultraleicht und im Gegensatz zu einigen leistungsstärkeren Lampen mit externem Akku sitzt hier das gesamte Gewicht vorne auf der Stirn. Bei Lampen von Lupine oder anderen Systemen mit Akku am Hinterkopf verteilt sich die Masse naturgemäß etwas besser.
Das Stirnband selbst gefällt mir sehr gut. Es sitzt sauber, die gummierten Bereiche verhindern ein Verrutschen und durch das zusätzliche Band über den Kopf lässt sich die Lampe sehr stabil tragen. Dieses zusätzliche Band ist für mich bei der HM61R auch ganz klar die angenehmere Variante. Nur mit dem normalen Stirnband hält die Lampe zwar ebenfalls erstaunlich gut, durch das relativ hohe Gewicht vorne fühlt sich das Ganze für mich aber weniger ausgewogen an.
Auch mit dem zusätzlichen Band merkt man den massiven Lampenkörper nach längerer Verwendung. Besonders die Auflage vorne an der Stirn empfinde ich etwas härter als bei leichteren Modellen. Wirklich störend war das für mich nicht, man darf die HM61R aber einfach nicht mit einer kleinen Ultraleicht-Stirnlampe vergleichen.
Sehr interessant ist die Halterung selbst. Der komplette Lampenkörper lässt sich herausziehen und anschließend wie eine kleine Winkellampe verwenden. Zusätzlich stehen ein Clip und ein Magnetfuß zur Verfügung.
Die Lampe wird in der Halterung einfach gedreht und lässt sich dadurch praktisch stufenlos nach unten oder oben ausrichten. Die Verstellung ist angenehm schwergängig, sodass sich die eingestellte Position nicht von selbst verändert.
Das Herausnehmen funktioniert ausgesprochen einfach. Beim Wiedereinsetzen sieht es etwas anders aus.

Bei der Bedienung setzt Fenix auf zwei Taster. Über einen wird zwischen Spot-, Flut- und Rotlicht gewechselt, während der zweite für Ein/Aus und die jeweilige Helligkeitsstufe zuständig ist. Nach kurzer Eingewöhnung ist das problemlos nachvollziehbar.
Spot und Flutlicht merken sich die zuletzt verwendete Helligkeit. Wird die Lampe im Turbo ausgeschaltet, startet sie beim nächsten Einschalten nicht wieder mit voller Leistung, sondern im High-Modus.
Besonders gut gefällt mir schon beim ersten Durchprobieren das Rotlicht. Viele Stirnlampen bieten zwar eine rote LED, die Leistung reicht aber oft kaum über das Lesen einer Karte oder das Suchen von Gegenständen im Zelt hinaus. Bei der HM61R stehen bis zu 70 Lumen zur Verfügung.
Zusätzlich lässt sich das Rotlicht bei ausgeschalteter Lampe per Doppelklick direkt aktivieren.
Eine weitere Besonderheit ist der Näherungssensor. Befindet sich ein Gegenstand sehr nahe vor dem Spot, reduziert die Lampe automatisch ihre Leistung. Die Idee dahinter ist sinnvoll, da dadurch unter anderem eine unnötige Hitzeentwicklung verhindert werden soll.
Zum Glück lässt sich diese Funktion komplett deaktivieren, was sich während meines Tests noch als wichtig herausstellen sollte.
Grundsätzlich sehr gut finde ich auch den wechselbaren Akku. Im getesteten Set steckt ein Fenix ARB-L18-4000 mit 4.000 mAh, geladen wird direkt über USB-C an der Lampe.
Gerade bei einer hochwertigen Arbeitslampe halte ich einen austauschbaren Akku für die deutlich bessere Lösung als eine fest verbaute Zelle.
Im Einsatz
Die HM61R war während meines Testzeitraums sehr viel im Einsatz. Neben mehreren Nachtwanderungen und Camping war ich damit viel mit dem Fahrrad unterwegs. Den größten Teil der Testzeit verbrachte sie allerdings bei unseren Umbauarbeiten im Haus.
Gerade dort zeigte sich schnell, warum Fenix die Lampe nicht ausschließlich für Outdoor-Aktivitäten konzipiert hat.
Beim Heizungsumbau habe ich den Lampenkörper immer wieder aus dem Stirnband genommen und mit dem Magneten an Rohren oder anderen metallischen Bauteilen befestigt. Das ist ausgesprochen praktisch, wenn beide Hände für die eigentliche Arbeit gebraucht werden.
Der Magnet ist dabei wirklich kräftig. So kräftig, dass es bei mir sogar zu ein paar unfreiwilligen Andockmanövern gekommen ist.
Ich hatte bei der Heizungsinstallation mehrmals die Situation, dass ich mit dem Kopf einem Rohr etwas zu nahe gekommen bin und die Lampe plötzlich mit einem deutlichen Klack daran angedockt hat. Das zeigt vor allem, wie ordentlich der Magnet hält.

Den Clip habe ich dagegen während des gesamten Tests kaum verwendet.
Auch beim Dachbodendämmen und bei der Netzwerkverkabelung hat mir das Konzept sehr gut gefallen. Manchmal trägt man die Lampe ganz normal am Kopf, manchmal zieht man sie einfach heraus und befestigt sie dort, wo gerade Licht benötigt wird.
Genau diese Flexibilität unterscheidet die HM61R für mich deutlich von einer normalen Stirnlampe.
Die Lampe inklusive des Stirnbands via Magnet zu befestigen, hat aber meistens nicht so funktioniert wie gedacht. Dafür hat das Stirnband in vielen Positionen einfach zu viel Eigengewicht, wodurch die Lampe verrutscht.
Auch das Wiedereinsetzen der Lampe hat mich auch einige Zeit beschäftigt.
Liegt das Stirnband vor mir auf dem Tisch, gibt es überhaupt kein Problem. Bleibt es aber am Kopf und ich möchte die Lampe blind wieder einsetzen, braucht es etwas Übung. Gerade mit Arbeitshandschuhen muss man ziemlich genau wissen, wo die Aufnahme sitzt.
Ich habe mir dabei auch mehrmals die Haare mit in die Halterung gezogen, was naturgemäß nicht besonders angenehm ist.
Beim Licht selbst gibt es wenig zu kritisieren. Besonders der Turbo mit maximal 1.800 Lumen hat mir beim Radfahren ausgesprochen gut gefallen.
Diese Leistung braucht man natürlich nicht ständig, bei höherem Tempo ist es aber sehr angenehm, kurzfristig weit nach vorne leuchten zu können. Beim Wandern reichen die niedrigeren Stufen problemlos aus und den Turbo habe ich hier eher verwendet, um kurz einen größeren Bereich auszuleuchten oder mich im Gelände zu orientieren.
Auch der Unterschied zwischen Spot- und Flutlicht ist in der Praxis sinnvoll. Bei der Netzwerkverkabelung oder anderen Arbeiten direkt vor mir hat mir das breite Flutlicht gut gefallen, weil der unmittelbare Arbeitsbereich gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Will ich dagegen am Dachboden weiter in den Raum hineinsehen oder beim Radfahren den Weg vor mir ausleuchten, ist der Spot ganz klar die bessere Wahl.
Trotzdem habe ich diese Möglichkeiten im Arbeitsalltag weniger bewusst verwendet, als ich ursprünglich gedacht hätte. Wenn ich am Dachboden zwischen Dämmmaterial herumkrieche oder Leitungen verlege, denke ich normalerweise nicht darüber nach, welche LED in diesem Moment theoretisch ideal wäre.
Ich brauche einfach Licht.
Dadurch kam ich mehrmals in Situationen, in denen ich zwischen den verschiedenen Modi gewechselt habe und mir im ersten Moment gar nicht klar war, ob gerade der Spot oder das Flutlicht aktiv war.
Der Unterschied ist also durchaus praktisch und die beiden Lichtcharakteristiken haben klar unterschiedliche Stärken. Man muss sich aber etwas bewusster mit der Lampe beschäftigen, wenn man diese Möglichkeiten wirklich gezielt nutzen möchte.
Das zeigte sich auch in einer ganz banalen Situation, die beim Arbeiten erstaunlich häufig vorkommt.
Irgendjemand sagt: „Gib mir mal schnell deine Lampe.“
Also nimmt man sie herunter und gibt sie weiter.
Für mich ist die Bedienung nach kurzer Eingewöhnung völlig logisch. Für jemanden, der die HM61R für 30 Sekunden in die Hand gedrückt bekommt, können zwei Taster, mehrere Helligkeitsstufen und drei verschiedene Lichtquellen aber schon zu viel sein.
Das ist keine wirkliche Kritik an der Lampe, zeigt aber ganz gut, dass mehr Funktionen zwangsläufig auch mehr Bedienung bedeuten.

Das Rotlicht hat mich wirklich sehr erfreut. Beim Camping habe ich es am Abend im Zelt regelmäßig verwendet. Das Licht ist angenehm und bei mir waren damit auch deutlich weniger Insekten unterwegs als mit hellem Weißlicht.
Überraschend war für mich vor allem, wie brauchbar die höchste Rotlichtstufe auch beim Gehen im Wald ist. Mit 70 Lumen sieht man tatsächlich genug, um vernünftig unterwegs zu sein.
Für mich ist das deshalb kein Rotlicht, das lediglich auf der Ausstattungsliste steht, sondern eine Funktion, die ich wirklich gerne genutzt habe.
Der Näherungssensor hat mich dagegen mehrmals genervt.
Gerade bei Arbeiten in engen Bereichen kommt man zwangsläufig nahe an eine Wand oder irgendein Bauteil und genau dann reduziert die Lampe automatisch ihre Leistung.
Noch unangenehmer war eine Situation beim Radfahren, als meine Kapuze zu nahe vor die Lampe gekommen ist und der Sensor bei höherer Geschwindigkeit das Licht heruntergeregelt hat.
Das möchte ich beim Radfahren wirklich nicht erleben.
Da sich die Funktion vollständig deaktivieren lässt, habe ich den Sensor inzwischen abgeschaltet. Die Idee dahinter verstehe ich und wer die Funktion sinnvoll findet, kann sie problemlos verwenden.
Für meinen persönlichen Einsatz gefällt mir die HM61R ohne Sensor deutlich besser.
Ein weiterer interessanter Punkt zeigte sich beim Akku.
Grundsätzlich gefällt mir das Wechselakkusystem ausgesprochen gut. Wichtig ist nur zu wissen, dass nicht jede beliebige 18650-Zelle funktioniert. Wer einen Ersatzakku mitnehmen möchte, sollte deshalb auf eine kompatible, geschützte Zelle achten.
Wer die HM61R wirklich über komplette Arbeitstage einsetzen möchte, sollte meiner Meinung nach einen passenden Ersatzakku gleich mit einplanen. Dann spielt das Wechselakkusystem seine großen Vorteile voll aus.
Geladen wird direkt über USB-C an der Lampe.
Das gefällt mir wesentlich besser als irgendein proprietäres Ladekabel.
Ein echtes Schnellladesystem ist es zwar nicht, bei einem wechselbaren Akku ist mir das allerdings weniger wichtig. Im Arbeitsalltag würde ich ohnehin lieber einen geladenen Ersatzakku einsetzen, anstatt mehrere Stunden auf die Lampe warten zu müssen.
Über eine kleine Statusanzeige lässt sich außerdem der Ladezustand kontrollieren.
Bei sinkender Akkuspannung reduziert die HM61R ihre Leistung automatisch.
Natürlich funktioniert die HM61R auch als klassische Outdoor-Stirnlampe sehr gut.
Ich war damit nachts wandern, campen und mehrfach mit dem Fahrrad unterwegs. Die Lichtleistung ist hervorragend, das Rotlicht gefällt mir ausgesprochen gut und besonders beim Radfahren macht sich die zusätzliche Leistungsreserve bemerkbar.
Trotzdem wäre sie nicht meine erste Wahl, wenn ich einfach eine leichte Stirnlampe für eine Wanderung oder als Reserve im Rucksack suche.
Beim Dachbodendämmen, an der Heizung oder bei der Netzwerkverkabelung haben Magnet, herausnehmbarer Lampenkörper und die flexible Positionierung einen echten Mehrwert.
Deshalb sehe ich die HM61R inzwischen deutlich stärker als robuste Arbeits- und Alltagslampe, die sich nebenbei auch sehr gut für Outdoor-Aktivitäten eignet.
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft noch die Transporttasche des getesteten Sets.
Die Tasche selbst ist gut gemacht, für das große Stirnband meiner Meinung nach aber etwas knapp bemessen.
Man muss alles relativ sauber zusammenlegen, damit es ordentlich hineinpasst.
Bei der Arbeit interessiert mich das Packmaß dagegen überhaupt nicht.
Nach einem langen Tag am Dachboden möchte ich die Lampe samt Stirnband einfach in die Tasche legen und fertig sein.
Eine etwas großzügiger dimensionierte Tasche würde für meinen Einsatzzweck deshalb besser zur HM61R passen.

Fazit
Die Fenix HM61R V3.0 ist für mich vor allem eines: ein richtig starker Allrounder.
Sie ist nicht die leichteste Stirnlampe und auch nicht in jeder einzelnen Disziplin die perfekte Spezialistin. Dafür deckt sie enorm viel ab. Beim Wandern funktioniert sie genauso wie beim Radfahren oder Camping, das starke Rotlicht ist wirklich brauchbar und bei der Arbeit spielen Magnet, herausnehmbarer Lampenkörper und die flexible Positionierung ihre Stärken aus.
Wer nur eine einzige Stirnlampe sucht, mit der möglichst viel abgedeckt werden soll, ist mit der HM61R V3.0 meiner Meinung nach richtig gut beraten. Sie bietet eigentlich alles, was ich von einer guten Allround-Lampe erwarte: ordentlich Leistung, brauchbare niedrige Stufen, starkes Rotlicht, Flut- und Spotlicht, einen wechselbaren Akku und dazu Funktionen, die weit über eine klassische Stirnlampe hinausgehen.
Für den ultraleichten Wanderrucksack würde ich persönlich weiterhin zu einer leichteren Lösung greifen. Wenn ich aber nur eine Stirnlampe besitzen dürfte, die vom Camping über Nachtwanderungen und Radfahren bis hin zu Baustelle und Werkstatt möglichst alles mitmacht, wäre die HM61R V3.0 definitiv ganz weit vorne.
