Biken mit Rucksack? Eh klar.
Biken mit Rückenprotektor? Eigentlich auch nicht schlecht.
Beides zusammenbringen? Deuter-Rucksäcke der Attack-Serie.
VORTEILE
- Sicherheit durch Protektor
- Deutsche Marke
- gutes Design
- funktionale Ausstattung
- integrierte Regenhülle
- gute integrierte Helmhalterung
NACHTEILE
- Seitenfächer etwas klein
- Protektor ist sehr fummelig auszubauen (muss aber ja nicht sein)
BEWERTUNG
Sicher ist sicher.
Gut, vor 20 Jahren hatte ich beim Biken am Gardasee auch schon einen Deuter-Rucksack. Den ersten Superbike. Aber Protektoren auf dem Fahrrad? Das war vielleicht was für BMX-Fahrer und Halfpipe-Verrückte.

Dass ich mich für einen Deuter Attack entschied, hatte nicht nur regionale Gründe (Deuter sitzt im Großraum Augsburg, meiner Heimat). Auch Testberichte, Zertifizierungen und nicht zuletzt die wiederverwendbarkeit des Protektors (ein Produkt der deutschen Firma SAS-Tech) erleichterten die Wahl. Letztlich ging es noch darum, welche Größe es denn sein solle? Der 16-Liter Enduro oder das 20-Liter-Modell? Da sich bei den beiden Größen lediglich die Tiefe um 4 cm unterscheidet, bevorzugte ich den Attack 20.
Ordnung ist das halbe Leben
Die Aufteilung ist wie gewohnt sinnvoll. Im Vorderfach sind massig kleine Fächer und Täschchen. Dort verwahre ich neben dem üblichen Werkzeug (Luftpumpe, Multitool, Flickzeug, Ersatzschlauch) auch Schlüssel (an eigener Öse), Pflaster und was halt sonst so rumfliegt.
Im Hauptfach finden Jacke, Ersatzhemd und natürlich die Brotzeit Platz. Die Trinkblase (ich verwende die 3-Liter-Sourceblase, die Deuter anbietet) hat ihr eigenes Fach. Tipp: Erst die Blase einbauen, dann das große Fach vollstopfen. Der Trinkschlauch gelangt über die bei Deuter übliche H2O-Öffnung ins Freie und kann an beiden Schulterträgern an je zwei Punkten durchgeführt und fixiert werden.
Oben außen am Rucksack gibt es ein eigenes Brillenfach, mit flauschigem Innenleben. Da soll eine Goggle Platz haben - bei mir halt die normale Sonnenbrille. Helmhalterung für Halbschale sowie Regenhülle lassen sich ebenfalls aus kleinen RV-Etuis zaubern. Für Fullface-Helme gibt es extra Laschen außen am Rucksack.
Die Seitenfächer sind für meinen Geschmack etwas klein - zumindest wenn man darin Schoner reinstecken wollen würde. Allerdings hat Deuter zur Befestigung von Schonern seitlich so eine Art Kompressionsriemen angebracht, die die Schutzausrüstung mit zwei verschiedenen Einhängemöglichkeiten je Seite sicher halten.
Praktisch: An den Hüftgurten (die bei den Attack-Modellen etwas anders angesetzt sind als bei anderen Deuter-Bike-Rucksäcken - optimiert für steile Abfahrten und unverrückten Rucksack) sind noch zwei kleine RV-Täschchen. Müsliriegel o.ä. finden darin Platz und sind schnell erreichbar. A propos erreichbar: Für das wichtigste Device der heutigen Zeit gibt es ein eigenes Fach: Direkt am Rücken von der rechten Seite gut erreichbar findet das Mobiltelefon einen sicheren Platz - und kann trotzdem flugs herausgeholt werden, ohne den Attack abzusetzen.

Trotzdem der Rucksack leer schon um die 1500 Gramm auf die Waage bringt, macht er im Einsatz keinen schwerfälligen Eindruck. Klar, man schwitzt am Rücken, wenn man sich anstrengt. Das tut man mit jedem Rucksack. Aber dafür, dass hier sogar ein Protektor enthalten ist, wurde die Belüftung wirklich sehr gut gestaltet! Eigentlich bemerke ich keinen negativen Unterschied zu einem Rucksack ohne Protektor. Ein Evoc-Rucksack wäre bei vergleichbarer Größe etwas leichter - aber deren Protektoren müssen nach einem Crash gegebenenfalls ausgetauscht werden, da sie aus EPS sind. Der etwas schwerere SAS-Tec-Schaum im Deuter hingegen ist elastisch und geht wieder in seine Ursprungsform zurück - mehrfach verwendbar.
Bin sehr zufrieden mit dem Deuter Attack 20 - klare Empfehlung von mir.