Essentiell für Wanderungen im Südwesten der USA
VORTEILE
- handliches und praktisches Format
- 50 absolut abwechslungsreiche Touren
- exake GPS Daten
- Informationen zu Unterkünften
- sehr gute allgemeine Hinweise
- robustes Cover
NACHTEILE
- + großer landschaftlicher Bereich wird abgedeckt
- + auch Mehrtagestouren werden benannt
- Wanderzeiten sehr hoch angesetzt
- detaillierte Karte für bessere Planung fehlt
- hoher Preis
BEWERTUNG
Rother Wanderführer USA – Südwesten


Da wir das Glück hatte, in die USA verreisen zu können, bin ich dazu gekommen, 12 der 50 beschriebenen Touren durchführen zu können. Dabei lag unser Wanderschwerpunkt auf 10 der dargestellten 17 Wanderregionen. Ich hoffe daher, ein real recherchiertes, aber immer noch subjektives Bild des Führers geben zu können. Da der Aufbau und die Darstellung der Touren der klassischen Rother Vorlage folgt, soll dies in meiner Beschreibung auch relativ kurz gehalten werden.

Allgemeines zum Werk:
Der Rother Wanderführer USA – Südwesten bietet insgesamt 50 vielfältige Touren in den Bundesstaaten Kalifornien, Utah, Colorado und Arizona. Der Schwerpunkt bzw. Hauptteil der Wanderungen liegt dabei insbesondere im Wandertraumland Utah. Insgesamt werden dabei 17 verschiedenene Gebiete benannt, von denen wiederum 14 in Nationalparks liegen.

Um in diesen Nationalparks wandern zu können, bedarf es einer "Eintrittskarte", wofür man sich am besten den Annual Pass für 80 Dollar kauft, mit dem sich jeder dieser Nationalparks frei besuchen lässt. Diesen kann man vor Ort kaufen oder aber auch schon um einiges günstiger bei verschiedenen Kleinanzeigen im Netz. Der Annual Pass verfügt über zwei Unterschriftfelder, so dass man ihn weiter "verschenken" darf.


Aufbau
Allgemeine Infos:
Neben einer groben Übersichtskarte, allgemeinen kurzen Hinweisen zum Wanderführer gibt es noch weitere vielfältige Informationen zu touristischen Tipps, wie Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel. Dieses ist erfreulicher Weise prägnant und treffend in aller Kürze beschrieben, so dass sich der Führer schnell auf das Wesentliche konzentriert, nämlich auf die Wanderungen.

So werden am Anfang prägnant die Top-Touren, von denen wir 4 machen konnten, genannt,

aber auch Infos zur Beschaffung von Permits und evtl. Gefahren auf den verschiedenen Wanderungen werden aufgeführt, ohne dass dies zu einer allgemeinen Panikmache ausufert.
Nicht fehlen darf natürlich der Link und das Passwort zum Download der GPS Tracks von der Rother-Homepage. Das Foto davon lade ich aus Fairnessgründen gegenüber dem Verlag natürlich nicht hoch.

Touren:
Danach geht es in die detaillierte Beschreibung der Tour weiter. Gute Orientierungspunkte sind dabei nummeriert und sind auf einer kleinen aber recht guten Karte gekennzeichnet. Man erhält so immer wieder eine gute Orientierung, an welcher Stelle der Tour man sich gerade befindet. Ebenso sind diese Punkte auf einem Höhenprofil markiert.

Eine detaillierte Karte(1:75:0000) plus Höhenprofil sowie einige Vorfreude vermittelnde Bilder runden die Beschreibung ab.
Ebenfalls nach bewährtem Rother Prinzip werden die Touren, je nach Schwierigkeitsgrad, mit blau (leicht), rot (mittelschwer) und schwarz (schwer) gekennzeichnet. Dies hängt je nach Wegbeschaffenheit, Ausgesetztheit oder Länge einer Etappe ab. Im Führer gibt es so insgesamt 15 leichte, 21 mittelschwere sowie 14 schwere Touren
Im Werk werden dabei bis auf 2 Mehrtagestouren nur Tageswanderungen beschrieben, die wiederum in ihrer Länge sehr variieren (von einer guten Stunde bis hin zu 9 Stunden)
Glossar und Index:
Das Buch wird abgeschlossen durch einen alphabetischen Index, durch welchen einem es schnell gelingt, sich im Buch zurechtzufinden oder aber ein bestimmtes Dorf oder einen bestimmten Fluss zu finden.


Bewertung in der Praxis:
Die Auswahl der Wanderungen fand ich wirklich sehr gelungen. Natürlich hätte man noch unzählige weitere Wanderungen in den Führer aufnehmen können, aber letzlich muss irgendwo eine Auswahl getroffen werden. Ich fand die Wanderungen dabei sehr abwechslungsreich, so dass man fast immer auf etwa für sich Passendes gestossen ist. Gerne hätte ich mir als erfahrener Wanderer dabei noch ein paar mehr schwarze und anspruchsvollere Wanderungen gewünscht, aber da die Region auch von vielen „normalen“ Touristen besucht wird, kann ich die Auswahl nachvollziehen.
Dennoch ist uns insbesondere bei derTour 35 aufgefallen, dass die Zeit mit 6 Stunden viel zu hoch angesetzt ist.


Wir haben der Tour sogar noch die Tour 36 hinzugefügt und sind insgesamt gerade einmal auf vielleicht 4 Stunden gekommen. Da bedarf es dann doch noch einmal den Hinweis an erfahrene Wanderer, dass die Zeiten eher doch hoch angesetzt sind (was ich aus Sicherheitsaspekten durchaus begrüße). Zmdst. könnte man mit anführen, dass schnelle Wanderer diese Touren verbinden können. Da bei der Tour 34 alle weiteren Touristenwanderer die entgegengesetzte Wanderrichtung bevorzogen, sollte man es ihnen gleich tun und nicht der Rother Vorlage folgen. Konsequenz davon ist, dass man dem Strom folgt und man in den verdammt engen Slots keinen Stau durch Entgegenkommen provoziert. Als wir am Ende der Tour ankamen, mussten wir sogar einige Minuten warten, da am "Einstieg" der normalen Route die Wanderer bereits Schlange standen.

Des Weiteren fehlt mir weiterhin bei den Rother-Führern eine nochmalige Übersichtskarte der jeweiligen Region. Die großen Übersichtskarten sind für die Planung nur in geringen Maße zu gebrauchen.

Natürlich weiß ich nicht, wo die Cottonwood Canyon Road in Cannonville abzweigt, so dass mir die Info erst etwas bringt, wenn ich google maps oder maps.me bedient habe. Ich habe mir diesmal sogar die Mühe gemacht, alle potentiellen Wanderungen schon vorher in mein maps.me einzuspeichern und zu markieren und dennoch ist auch ein Handy für die allgemeine Planung aufgrund der kleinen Anzeige nur bedingt gebrauchbar.
So fand ich es im Nachhinein etwas ärgerlich, dass die Tour 42 zu den Canyonlands Park zugeordnet worden ist, obwohl sie geographisch sehr nah an den Arches Park liegt. Wenn ich hier eine bessere detailliertere Übersichtskarte vorliegen gehabt hätte, wäre ich diese Tour noch gegangen.
Leider fehlt mir auch der Needles Nationalpark, der aufgrund seiner geographischen Lage und seinen überragenden Wandertouren optimal zwischen Arches und Canyonlands gepasst hätte. Einen riesigen Pluspunkt hat der Rother jedoch durch die Darstellung der Mojave Wanderungen gesammelt. Die Kelso Dunes waren ein absoluter Geheimtipp, so dass wir hier vollkommen alleine waren und die Ruhe in den riesigen Dünenfelder genießen konnten.
Ebenso geht der Daumen absolut hoch für die exakten GPS Daten, auf die man sich vollkommen verlassen konnte. Es sei jedoch hinzugefügt, dass fast alle Wanderungen sehr gut ausgeschildert waren und ich das GPS Gerät meist nur beim Einstieg verwendet habe.

Sehr gut und wirklich hilfreich fand ich hingegen, dass bei den verschiedenen Regionen auch noch Unterkunftmöglichkeiten von Hotel bis hin zu Campgrounden aufgezählt wurden. So wurden wir dank eines Tipps des Führers in dem völlig überfülltem Moab noch fündig bei der Suche nach einer Unterkunft.
Des Weiteren berücksichtigt der Führer auch in der Tourgestaltung, dass man zu 99% wieder zu seinem Auto zurück muss, da die Touren mit den öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu erreichen sind. Die Touren sind daher als Rundtouren aufgebaut, was sehr hilfreich ist.
Absolut motivierend und trotzdem dezent gehalten sind die vielen tollen Bilder in dem Führer, die wirklich Lust auf die nächste Wanderung machen.
Fazit:
Ein absolut unentbehrlicher Führer, für alle, die während eines Road-Trips in den USA nicht nur im Auto sitzen möchten.






