Die 14 Achttausender der Legende Reinhold Messner
VORTEILE
- Ausführlicher Tourenbericht zu jeder Gipfelbesteigung
- Fakten & Historie zu jedem der 14 Achttausender
- Handelt auch vom Scheitern (und niemals Aufgeben)
- Gastbeiträge / Kommentare von Wegbegleitern
- Sehr viele Bilder (im Taschenbuch sicherlich besser als auf dem Kindle!)
NACHTEILE
- Teilweise Eindruck einer Rechtfertigung des Autors (subjektiv!)
BEWERTUNG
Aufbau des Testberichts
1. Buch-Informationen
2. Klappentext
3. Zusammenfassung
4. Fazit
5. Bilder
1. Buch-Informationen
Titel: Überlebt
Untertitel: Meine 14 Achttausender – Der Extrem-Bergsteiger und seine wichtigsten Berge
Autor/en: Reinhold Messner
Verlag: NG Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2015
Auflage: 4. Edition
Art des Buches: Amazon Kindle, auch als Taschenbuch verfügbar
ISBN: 978-3492403764
Preis: Kindle 9,99 €, Taschenbuch 20,00 €
2. Klappentext
Als erstem Menschen gelang Reinhold Messner die Besteigung aller 14 Achttausender. Zumeist auf unbekannten Routen, im Alpinstil und gänzlich auf sich allein gestellt. Die entscheidenden Momente dieser bis heute unvorstellbaren Gesamtleistung schildert und analysiert Reinhold Messner in dieser ungeheuer packenden Dokumentation seiner Erlebnisse an den höchsten Bergen der Welt. Von der traumatischen Nanga-Parbat-Expedition im Jahre 1970 bis zum letzten Achttausender, dem Makalu, im Jahre 1986. Zudem schildert er die Erschließungsgeschichte aller Achttausender und führt sie fort bis zum heutigen Tag.
3. Inhaltliche Zusammenfassung
Die Extrem-Bergsteiger Legende Reinhold Messner beschreibt in diesem Buch, wie er alle 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat. Für jeden Berg führt er aus, wann, mit wem, auf welcher Route und unter welchen Umständen er den jeweiligen Gipfel erreicht hat. Dabei stellt sich gefühlt mindestens jeder zweite Berg als „Nahtod-Erfahrung“ und echten Grenzgang heraus, sodass der Titel „Überlebt“ dem Inhalt absolut gerecht wird. Neben den Tourenberichten und detaillierten Fakten zu den 14 großen Gipfeln der Erde, stellt Messner vor allem folgende Aspekte heraus:
- Expeditionen an die Achttausender der Welt sind finanzielle Großprojekte. Messner stecke großen Aufwand in die Finanzierung seines großen Projekts.
- Um alle Gipfel zu erreichen und zu überleben ist Zeit erforderlich. Vor allem Wetter und Bedingungen bestimmen den Fortschritt.
- Der Tod bzw. die Toten gehören zu den Achttausendern unweigerlich dazu. Wer diesen Aspekt übergeht, verschweigt einen wesentlichen Teil.
- Auch Messner hatte nicht nur Erfolg. Er ist auch zehn Mal an Achttausendern gescheitert und hat keinesfalls alle im ersten Versuch bestiegen.
- Auch Messner hat gerade nach kritischen Erlebnissen immer wieder mit Zweifeln und Ängsten zu kämpfen.
- Ziel war es, die Gipfel nicht möglichst schnell und einfach, sondern möglichst über neue Routen zu erreichen. Hierbei ist besonders die damals als noch unmögliche Besteigung aller Achttausender ohne Sauerstoff zu erwähnen. Ein Novum in der damaligen Zeit.
- Wer Neus wagt und Dinge anders angeht, muss sich unweigerlich auch harter Kritik stellen. Messner wurde für sein Vorhabe nicht nur bewundert, sondern auch extremem Druck ausgesetzt.
- Die Zeit in über 8.000 Metern Höhe hat Messner als Weg zu sich selbst empfunden und nicht nur als reinen Gipfelerfolg. Dies war mit ausschlaggebend, die Motivation bis zum Ende des Projekts aufrecht zu erhalten.
- Laut Messner sind „Tourismus“ und „Extrembergsteigen“ ganz klar voneinander zu trennen und nicht vergleichbar.
- Motivation und Wille machen alles möglich, wenn man es schrittweise und mit Geduld angeht.
4. Fazit
Die Dokumentation einer unglaublichen alpinistischen Leistung und das Zeugnis der Übertragung des Alpinstils auf die größten Berge der Welt. Neben der Beschreibung der Gipfelbesteigungen gibt das Buch einen viel weitgreifenderen Einblick in die Gefühlswelt, die Motivation und die Denkweise des Reinhold Messners. Er übt umfassende Kritik am heute stattfindenden „Pistenalpinismus“ bzw. „Achttausender-Tourismus“. Allein das Vorwort, welches hierauf besonders eingeht, ist schon lesenswert. Wie gewohnt schreibt Messner in großer (und sicherlich auch verdienter) Überzeugung von sich, seinem Tun und seinen Ansichten. Auch die Kritik an Bergsteigerkollegen wird mehr oder weniger direkt deutlich. Persönlich gewann ich den Eindruck, dass teilweise versucht wird, die damals oder auch heute noch an ihm geübte Kritik zu rechtfertigen.
Die Texte von Messner sind mit vielen Gastbeiträgen bzw. Auszügen aus anderen Büchern unterlegt. Diese geben eine unterstützende, jedoch selten abweichende, Perspektive zu Messners Sichtweise.
Das Buch ist mit zahlreichen Bildern ergänzt. Diese kommen in der gebundenen Ausgabe sicherlich besser zur Geltung als auf dem Kindle-Gerät.
5. Bilder